Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 41 (11.10.1871)
- Date
- 1871-10-11
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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826 Mufsaf tep. am zweiten Lage vor Schofarblasen Wurde panfirt, damit Jedrr zu Hause frühstücke» könne. Mehr «och bedeutet et, daß er erlaubt hat, am Sabbath durch Rtchtjudm koche» zu lassen, d. h. auch sei« Gestade. Außer diese« hat er für Krankenpflege, Hü fleistung und Geldunterstützung treffliche Fürsorge ge. troffen. MdrittL-ptl. Die türkische Regierung hat der an hiefigeu Orte von iier Alliance gegründeten Schule einen in der Staat-, schul« gebildeten und au- Staatsmitteln besoldeten Lehrer der türkischen Sprache zur Di»pofition gestellt. Lt«cla»ati. Hern Daniel Wolf, seit einer Reihe von Jahren hervorragende« Mitglied de- Stadtrath« von Cincinnati, ist legten Donnerstag al« Senator in der StaatSzeseggebung von Ohio ivn der republikanischen Convention nominirt worden. Seine Erwählung ist sicher. Herr Wolf erhielt die meisten Stimmen in der nominirenden Convention und steht de-halb an der Spitze der Wahlliste. Herr Wolf ist in Rheinbayern geboren, kam al« Knabe mit seinen Eltern hierher, hat al« Bürger, Kaufmann und Politiker sowohl, wie al« Mitglied und Beamter unserer Gemeinde md unserer WohlthätizkeitS-Anstalten sich immer al« thätiger und redlicher Mann bewährt und immer einen Name» vom besten Klang erhalten. (Deb.) Eid»>!y. „Die jüdischen Einwohner zu Leonka auf den Fidschi Inseln haben sich jüngst zu einer kleinen Gemeinde ge. sammelt. Herr P. S. Salomon ist ihr Prediger. Die erste Me zur Errichtung einer neuen Synagoge weist eine Summe von 3219 H. (38,628 fl.) auf. Mit rer Sanktion de« Oberrabbinen Herrn Dr. Adler tu London finl' Arrangement« getroffen, daß von Australien au» koscher Fleisch nach England geschickt werden kann. lAuftral. Jamel.) Literaturbericht. Aachmutß, Abraham. Rabbiner in Beßpröm, „Leopold Löw al« Theologe, Historiker und Publizist gewürdigt." Leipzig, F. A. Brockhau«, 1871. XII u. 248 S. 8. Da« zi.'mlich umfangreich« Buch ist einer mit Emst nad Würde geführten Polen it gegen da« Soitreten de« auf dem Titel genannten Rabbiner» i» Szegedin. Leopold Löw, gewidmet. Da« Streben,nach Einheit, Ordnung und Selbstständigkeit in den Semeindeverhältniffen unserer Stauben«, gmoffe» in Ungar» fand feine» «»«druck in dem vor nicht langer Zeit in der Hauptstadt Pest versammelten Longreffe gewählter Deputirten au« allen Ständen der jüdischen Bevölkerung. Der bei de» einleitende» Maßnahme» nicht zogezogear und zum Deputirten nicht gewählte Rabbiner Löw ließ zur Bekämpfung jener den Songreß hervorrufenden und leitenden Bestrebungen Merst eine auonhaie, später eine unter seinem Name» veröffentlicht« Streit, fchrist erscheinen. Da« oben angezeigte Buch ^igt au» die Unhaltbarleit dieser «»griff« und di« in der Tha« beispiellosen Widersprüche, in die Löw dadurch mit seinen früheren «eußerungen und Gutachten sowot», namentlich in der von ihm früher redigirteu Zeftschrtst Ben-Ehananl», al« auch innerhalb der zwei mit einander ver-licheaea Streitschriften sich verwickelt. — So weit wäre da» Buch Hochmuth'« nur für Ungarn von Interesse. «llei» der «ruft uni, die Lieb« z» der von ihm vertreteneu Sach« veranlaß,en den «ersaffer, sich mit der nur widerstrebend unteraommenm Bekämpft«- einer Person (S. l'U f.) nicht pr begnügen, vielmehr «berall Löw eingehend pr berichtigen und an»führlich ,» ergänzen. Hierdurch aber hat da» Buch gerade für uu» hier zu Lande einen bedeutende» positiven Werth gewonnen. Den» e« führt di« Ixt un» wenig bekannten Zustände, Interesse» und Käwpse der Jude» Ungar« au» in lichtvoller and lebendiger Weise vor. Da« Buch ist auch insofern sehr beachten»«erth, al» der «ersaffer. welcher »er cvusttvative» aber heilsame» Umgestaltungen sich »ich« verschließenden Partei offenbar angehört, »nt einer seltene» Beftiuuucheit u»d vsse»h»it a» verschiedene» Stelle», z. B. S. 171 und S. 186 sei»e eigene» «»sichten über Zeitsrageu und Re. forme» »»«spricht. — Sohlthurad ist die überall durchscheinend« achtnag», werthe Geffwmug de« «ersaffer»; di» Sprach« ist edel und gefällig, die änßerr «n»lü ittu»g der Berla^hondlung würdig. B. « Otgc» aa« «M«« (Man« e4rf(tM fA (tafmtSiit «bfiMtr Mr. 4mmMt$et§n, Dr. 3nL, ,«» bi« Hörner b<« Altar»«. Confirmationörede in Berlin an 28. 9Rai 1871. DU mm Za* m* Um ttofraMU Ti rat p&Uau Um knüpft m die Bedeutung und de» Rame» de« Tage« und de» daz» gehörige» Psalm- Mrt (118, 28) an. Sie enthält warme Ermahnungen an die Ingen» in edler, schwungvoller und »och de« Ingeudlicheu löemüth« durch«» zusagender Sprach«. Ist auch da« Borgetrage»« »nr da«, m* gewöhnlich bei einer Lonstrmatio» gesagt wird und gesagt «erde» muß, so verleiht ihm doch die Aalehnung an de» Text» in de» da» Wort BTOB in zwei Bedeutungen (Mhrthen »nd Seile) audgelegt und angeweadet wird, Reiz; «nd so zeigt «nch dies« kleim Selegenheitt-Predigt, welche» »nerschöpflicheu Schatz wir in der überlieferte» «rt der Schriftdeut»»-, in der Midraschweise, für die Homilttik besitzen. __ Stoff, Dr. E., Die Empörung Korach'S und die der »großen Nation^. Zeitpredigt amSabb.Korach. Wien 1871. Di« Frage, ob Zeitereiguiffe, politische veweguage» und Katastrophe», welche Seist und Semüth der' Zuhörer beschäftigen uud sie auch in da» Gotte«hau« begseiten, ans der Kanzel besprochen werde» dürfe», kvuueu wir nicht verneinen. Etwa« andere» ist e« jedoch, ^oenu solch« Ereigniffe nicht unmittelbar de« Zuhörer nah« liege», wen» st« ferner nicht uur an« de« Text« »der de« Tbema heran« uebeuher beleuchtet, sondern zum «u«gaag». punkte uud Hauptiuhalt« der R«L« gemacht werden. Hier ist offeubar gegen di« politisch« Predigt manche« Bedenken zu erhebe», doch können wir aus Erörterung »ich« eiagehm. vorliegend« Predigt bespricht den «usstaud der Lommine und vergleicht diesen, wie schon au« dem Titel Hervorleuchter, »ft der Empörung Korach'». E« liegt auch da ia der EiuzelmMsühruag manche« Bedenklich«. Dt« Führer der Lommuuiste» und Korach — „da» stimmt"; aber Mr. Thier« uud Loasortea mft Mose» uud «arou zu vergleichen, da« ist schon zu viel Ehre. Da« «Hut nun freilich Herr H. anch nicht direct — aber wenn et de» Zuhörer» oder Leser» na« so eiufällt? und »ah» genug wird er daran «rftmert, wenn er hört, wie „Mt Kommunisten de» alte» Korachruf erhob« haben: warm» erhebt ihr ench, habm wir nicht dieselbm Ansprüche; »ft ihr?" Rach bedmllicher steht'« bet« zweit« Thetle» der d« Unterschied ztvisch« Mose« null ton vekämpseru de« Aufstande« zeig« will. Da hebt der Redner hervor, »ft Mose« sich «er «ft Mild«, ja mih.vttt« au.dft.Empörer wevdet uud «lsle» Soft auheimstellt, der. schon „tnudmach« werde, wer ihm angehört ui» nxu er erwählt". Wenn da nun dem Hörer etnsälft: Mose« hatte gut Seduld haben, und «ft gern würde Thier« sich ganz ftifi verhalt« habe», hälft er gewußt, daß dft Erd« ihm de» SesaLea thuu würde» dft Baud« zu verschling«? — Rur würtou «ft dem Redner sehr Uarecht thuu, wenn wir nicht hiuzusetztm, daß er diese Einwürse, dies« nicht paff«»« Parallel», nicht ganz g« temerkt uud durch geschicktt Wnchung beseirigt hätte. Wir wollt« nur auf bat Bedenkliche derartiger Predigten Hinweis«. Die« bei Sette gesetzt, ist dft Red« geistvoll nno ihr« Tendenz ein« würdige, rem« und edle. chokdterger, Jos., Praktischer Lehrgang zur schnellen Erlernung der hebr. Sprache nach Ahn'ö Methode. 1. Cur«. Preßdurg 1871. 119 S. (79 Krz.) (Auch mit hebr. Titel.) wo» da« Buch gftdt» geht au» de« Tttel hervor, da dft Ahn'sch« Lehrbücher ja hinlänglich bekamtt stad. Die Anwendung derselb» aus da« Hebräisch« bietet besondere Schwierigkeiftn, dft in verschied»«», ja recht vftl» Schulbücher» tu «aunichsacher weis« gelöst worden find. (Dft befteffevdeu Bücher fiud zum Lheü schon alt, wenigst»« sind ettiig« viel älter al« dft Ahn'sch», der auch wftder aus Seitousticker zurückgehr — e« «Ul aber fast bedünkeu, al« hätten «ft in der Kindheit hebe. Sprachbücher gesehen, »ft schon au« dem vorig« Jahrhundert stammend, »ft fraglich« Methode im Ganzen besolgea, so daß ste vielleicht von «ine« jüdisch« Pädagog» ganz selbstständig ersrmdeu sei» mag.) Ob mau aber; namentlich tu Schulen, der« gett für Hebräisch sehr beschränk ist, nicht bester «Hut, gleich ans dm Pentateuch' uud (resp. oder) dft leichter« Stücke de« Stddur lo«zugeh« und dft Grammatik nebenher ja lehr«? Solch« Frag« |« erörtern, ist unser Bla« nicht geeignet. Jetonsal« tft>» sür solch« Schal» nicht nöthig, »aß dft Schüler hebr. »»»drücke sür Pfeif», Ligmre n. »erzl. lern»; wft DG hier zu Laad« »eiste»« sehr froh, wenn ste in Pentateuch und Siddnr va» kommend« vocabel» wiffen. Auch dft spezftllm Eigenschastm de« aogezeigft» Buche« könn« hier nicht bettachtet werde», wft |cb« aus Recenston« solcher Bücher nicht vftl, ft« erprob» sich erst beim Gebrauch. Da aber verständige Bearbeitung überall hervo «leuchtet so «tpsrtzl» wft da» Buch znnächst dm Lehre« zur Anun» Einsicht. In «r. alt« Aerzt«. 40, ». 31« b, BnUttfgaag. dcaUdN g. 7 ». m, statt all« Aerzft lft«