Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 39 (27.9.1871)
- Date
- 1871-09-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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<&MWjtaM mm Gesetz al« solch«.Schicht MM»«, auch «f M« 9<fH«g« kr Mtusrität M« möglichfk Rücksicht »etzm«. m.e+.uany Me vrthodop» in htefig« Stadt «d tu der Provüez Starkmbmg habe» sich -r «tu«, v«etu« «usttktrt »ad dm Dr. Mar» au» Berlin al» Rabbi»« beruf«. Lrteß. Rachel Morpurgo, »ohl die bedeutmdste hebräische Dichtrri» de« Jahrhundert», ist 81 Jahr alt gestorben. Ihr letzte» Werk war eiue Ktuuah auf dm Tod de» Rabb. Tedeschi. («. S»r.) Pest. Bor einig« Jahr« Hab« einige J»raeittm au» Senitz da» dem Baron Puugratzt gehörige Gut in Jablonitz ge» kaust, wa» auch in da» dortige Grundbuch eingetrag« »urde. Nun 14 ein Abkömmling j«er Familie, nämlich der Nadosch« Baron, geg« dies« Kauf aufgetret« und wollte ihn dm J»raelit« streitig mach«. E» kam zum Prozesse, in welchem di« Juden dm berühmt« Advokat« an» Neutra, Her« von Rire, ausgenommen haben. Dir ganz« Neutra« Behörde war auf Seit« de» Baron»; d« Baron wäre schon d« Gewinnung seine» Prozesse» sich« gewesm, w«n « nur noch d« Advokat« Rire bestechm und für sich hätte kauf« könnm. D« Baron begab fich zu Her« von Nire und legte ihm 200 fl. auf dm Tisch, welche ab« Herr von Nire durchaus nicht nehmm wollte. D« Baron bethmerte und schwur, da» Geld nicht zurücknehmm zu wollm, worauf Nire sagte: Also gut! Wenn Sie da» Geld nicht zurücknehmm wollm, so behalte ich e», ab« ich w«de darüb« nach meinem Wunsche verfügen könnm und die Jud« w«dm e» tüchtig bekomm«. — D« Baron meinte nun, daß die Senitz« Jud« eine tüchtige Strafe bekomm« würvm, und verlieh froh« Muthe» dm Advokat«. H«r von Nire begab flch sodann nach Smitz und gab dem dortig« iörael. Vorsteh«, Her« Popp«, die 200 fl., damit fie, die arm« Smitz« Juden, „tüchtig bekomm«" soll«: D« Borsteh« lieh sogleich z» ATM alle Arme zusammen rufen und die 200 fl. wurd« unk« ihn« nach veichältniß vertheilt. Anfang» wußte wohl Niemand, wo» h« da» Geld komme, und «st bei Nacht im Easino entdeckte Herr vor, Nire die Geschichte und schloß mit dm^Vort«: Ich laste mich nicht bestechm! Pest. An dem für d« orthodox« Cultu» bestimmt« Tempel (kr Gesammtgemeinde angehörig) soll ein Darscha» an» gestellt ««dm. Nach mehr«« Probmorträgm Hab« jüngsthi» dir vom Rabb. Pollak au» Jnowraelaw gehaltmm durchgreifen» dm Beifall gesund«. Man hebt auch hervor, daß n fich «fr schied« für die.Mittel straße' «klärt Hab». Wir mtnehmen die» d« .Wahrheit' und mündlich« Nachricht« au» dem bi»» herigm übitze de» H«« Pollak. Peß. Dr. Siegmund Döcsey, ein JSraeltt, ist zum Ersatz» richter 1. Klaff« bet d« k. Tafel hi«selbst, dem Oberappellaiion»» grricht für ganz Ungar», ernannt word«. Part». Ein Beschluß üb« da» Gesetz vom 24. Oktober 1870 über die Naturalisation d« algerisch« Israelit« ist vor der Vertagung d« National»v«sammlung nicht mehr gefaßt word«. El steht wohl zu hoff«, daß e» dm Bemühung« d« J-raelttep gellug« w«de, die Letdmschast« und di« gehäsflg« Jnfinuatii'n« ihr« Gegn« zum Schwelg« zu bring«. Der vericht«statt« üb« da« Dr«et hatte unt« and«»« behauptet, „daß di« algerisch« Israelit«, allzumal naturaltfirt, die H«rm und Meist« de» Lande« ««den, fich d« städttschm Aemt«, de» ganz« piittisch« Etnfluffe» bemächtig«, die Eonsulargericht»» barkett an fich reiß«, die H«rm de» Wechselhandel» und de» Marktverkchr» w«dm, kurz ohne Widerrede von den Grenzen der Wüst« bi» an di« Küsten de» Mittelz «eere» herrschen würden." Also 82,882 Jud« würde» da» dew«!st»lltg« geg« 2^88,888 Mosllm», 122,118 Frau»! zof» «d 12LH880 Gmepü» au« aukm Lüudeml" tmmtt ,Univ. 3»r." ^velch »in ArmuthSpugniß für diese!" — Wia kam« diese Deelamatiou« de» Segmr, erst»«»»»«, wie Bür», st» gegeißelt» «d bemerkm abermal« «d wiwerum, daß ttotz all« Prahlen» tu Fra»kretch auch «och Rischu» blüht — i» ge» lotst« Kreis« natürlich, und nur da» ist auch in Deutschland der Fall. — Klerikale Uätt«, welch« Gaston Erömtmx, da« Mitglied d« Eommune, al» Jud« mtt besondnem Grimm »erfolgt Hab«, hattm auch behauptet, derselbe habe bet fei»« ««Haftung ' die Tauf« augebotm, wen» «an ihn befrei« «voll«. Dagegr» protestirt « aus da» En«gstchste. Algier betreffmd mtuimmt dt« ,R«. Jsr.' der von Er4» mteux verfaßten Wtd«legung de» mehrenvähnt« judmfetndltch« Expos» du vouzet'» eine Reihe tnt«effa»t« Datm r d« Handel d« Jdraelitm in Algert« ist d« bedeutendste in d« Eolonte. Dalmfi, d« Präfidmt de» Eonfistorium« in Algi«, ist d« be» deittmdst« Rhekr dort und hat auß«dem groß« Grundbesitz. Die Israelit« in Constaatine besitz« 5880 Hectarm Land, welche» sie selbst bewtrthschastm. Karoubi, Präfidmt de« Eonfistorium« in Oran, besitzt eine Mustn-Landwirthschaft, hat in mehr«« Ausstellung« Preis« und d« spanisch« Ordm F«dt» nand» und Jsabella» «halt«. — In Oran Hab« 88—68, in Algin 288—886 JSraeltt« d« Mobilgarde ein« Rang «halt«. Kein einzig« Jude hat dort rnlamttt, während viele Christ« au» allnlei Gründ« Befreiung vom Dienst nachgesucht Hab«. Enor au» Algi« ist Capital» geworden. Mehr«« Offiztne, dnm Bntchte wörtlich mttgetheilt w«dm» fprechm fich belobmd üb« Eif«, DiSciplin und Führung d« ihn« untergebmm jüdisch« Soldat« au». In einer Eompagnie dienten d«m 88. .Und dabei behauptete du Bouzet, daß man sech» Monate brauch« würde, um ein« eingeboren« JSraeltt« abzurtchtm, daß « eine Flinte abschießen könne, ohne rÜckltng» umzufallm.'^ Aarga» (Schweiz), 8. Septemb«. In uns«« Kanton». Hauptstadt Aarau wird diese» Jahr zum «st« Male während d« hohen Feiertage GotteSdtenst, und zwar mit Weglastung d« meist« Ptjuttm, abgehalt«. Die hiesige Loge hat zu diese» Zueck« da» Lagnhau» bnritwillig übnlaffm. Sin schöne» Zetch« von Tol«anz! (Ung. j. Doch.) Rußlaud. Wir könnm nicht unt«laflm z» bemerk«, daß ein im „Hamagid" «last«« Aufruf zur Unterstützung d« noth» leidmd« Jud« in Perfi«, welch« sich zunächst an die Glaub«»» genost« In Rußland wendet, bet dies« Erfolg hat. Da» Blatt veröffentlicht bereit* Spendelist« au» Rußland. Auch an dm Sammlung« für Straßburg haben fich m»hr«e russisch-jüdisch« Gemeinden anständigst bethetltgt. vdrffa. Russisch« Blättem entnimmt di« „Jüd. Preffe" sehr detatllttt« Bericht« üb« dm Prozeß d« Ost««Exred«ten. vir thetlm mtt, daß da» Uttheil gefällt ist; 1888 Person« «arm allbald in Untersuchung gezogm, dazu wurd« »och 618 «eit« anettrt, 882 find verurtheilt, 78 zu Gefängntß von 1% bi» 7 Monat«, die Uebrigm zu Arrest» uud Geldstraf«. Ueber d« Gmnal-Gouvernmr v. Kotzebu», d« bekanntlich alsbald be» schuldigt wurde, di« Exrest» mehr al« geduldet zu Hab«, giebt da» gmannl» Blatt folgmd« Bericht: „vor ungefähr zwei Jahr« liehen zwei vdrffa« JSraeltt«» dem etwa« leichtlebigen Schwiegersohn de» Gm«al»Gouveru«r» »in« gewifl« Summ», indem fl« nach Art dies« verächtlich« Mensch« von ihm ein« viel höheren Wechsel «preßt«; natÜrlich »urde d« Wechsel protestirt; v. Kotzebu« suchte oermtttelud etuzutretm, da di» Gläubig« jedoch auf AnNag« beharrt«, eessittr deuseib« d« Schwtegnsohu stt» Gut. Kur» darauf «rumert« fich «tu v«gest«e» Deeret, «Ache» die Jud« »o, kr kffava»