Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 39 (27.9.1871)
- Date
- 1871-09-27
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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811 btscheu Grenze unter den nichtigsten Gründe» ausvtrs »ad OelchB H^PvW||V^lllr Mv VU CCTTyTf IPf V8V88 P P |/UIW1I| befiLtttzt««, «BgisShit wetrbe. 0« mar uäuütch auch hier die Ach überall wiederholende Erfahrung ei« Jude ist habgierig, und darunter möchte der Betroffene, der «s tu seiner Macht hat, da» ganze Bolk leide« lasse«; dieser biachedurst hat auch da» setutge zu den Osteraustritten in Odessa beigetragen. Es bedurfte jedenfalls nur der geringsten Ermuihigung, den wütheudeit Pöbel gegen die Juden aufzuhetzen. Lm erste« und zwette« Tage hieß den» auch die Parele «ur, die Natschalstowo (Behörde) erlaubt, zu stehlen oder zu plündern, die Person der Juden sollte gesichert sein, und durch die gn ««thütigen Zuschauerrolle verurtheilte Po« lizei wurde der Haufe darin bestärkt. Erst al» am dritten Tage der General-Gouverneur und der Ober »Polizeimeister persönlich vom Urbermuthr de» Pöbel» zu leiben ««fingen und «Senrral Graf Lüders drohte, auf eigene Leranlassüiig hin den Tha :bestaud nach Petersburg zu telegsaphirt« — bekanntlich war aus Befehl Kotzebue's da» Telegraphenbureau angewiesen, nicht da« Geringste nach Auswärts verlauten zu lasten — erst dann erbat sich v. St. in Petersburg Erlaubniß, streng einschreiten zu dürfen. GS bedarf wohl kaum der Erwähnnng, daß es in der Macht K.'s gef«., dm hatte, diese Soneesfio« zwei Tage früher zu erlanzm und die so vortrefflich abkühlenden Ruthm.Exemtionen vorzunehmm, so aber wie gesagt schritt die Behörde da erst ein, als der Aufstand ihr über d« Kopf gewachsen war." N»rb» >«erika. Al» Beweis für unsere Behauptung in der vorlehtm Nummer, daß der amerikanische Staat nicht» «mtger al« ganz tndiffermt gezm die Religion fei, Dtffle folgende Tatsache. Ja einem Familien-Prozesse hat ei« Advokat auszuführm gesucht, daß eine „am Sabbath" (d. h. Sonntag) vcllzogme Trauung gesetzlich null und nichtig sei. Obgleich man annimmt, daß der Gerichtshof sich Dieser Ansicht nicht anschliehm werde, sind namentlich die Judm, unter dme« gerade am Sonntag viele Hochzeiten stattfindm, nicht ganz ruhig bei der Sache. Notiz. Ztte Anden in Hferste». Die jetzt in Perflm herrschende HnngerSnoch hat sicher die Aufmerksamkeit unserer Leser wieder auf die Lage unserer persischen Glaubensgenosten gelenkt, lleber dieselbe giebt einige Auskunft ein vor Kurzem im „Hamaggid" mitgetheilter Brief der in der Stadt Urmi «ebnenden Israeliten an einen Herr« Juda Halevi Tscharni, der seit einigen Jahre« den Kaukasus bereist. Dieser Brief schildett die Lage der persischen Juden als eine entsetzlich traurige. „Wir find unfähig," schreibe« dieselben, „fftnen Alles «itzutheilcn, was wir erdulvet haben. Niemand hat Mitleid mit de« Volke Israel, e» ist ei« Gegenstand de» Spottes und der Verachtung geworiten. Hier nur einige Beispiele von den vielen Verfolgungen, unter denen wir leide«! Dill ein Jsraelite eine Schuld btttrttben, so braucht der Schuldner, um nicht zu bezahle«, nur mit falschen Zeugen vor de» Richter »u erscheinen und den Israeliten zu beschuldigen, er habe den Islam gelästert. Dieser mag nun Vorbringen, was er will, er erhält die Bastouade und der Richter legt ihm außerdem noch eine hohe Geldstrafe aus. Die Muhameoauer verfertige»! fassche, auf Juden lautende Schuldscheine, und die Juden «erden veruttheilt, sie zu zahlen. Entzieht sich ein Israelit» einem solchen , »illkahrllcheu Rlchterspruche durch die Flucht, so «asten seine veri waudieu die Strafe ttage». Steuern »erden uns ganz «illkühcllch auferlegt , und dieselben stad fast unerschwinglich. So «asten die hundert Familien, die hier wohne«» jährlich fast 7600 Frcs. zahlen. Ist da» Kind eine» MuhamMauer» oerschwunden, so beschuldigt man u«», «» gestohlen zu habe«; nimmt unsere Kinder al» Pfand «Nd erpreßt «es außerdem' »ach hohe Summe«. Bekehrt sich ei« .Jtchs-üau eine Jüdin gum J»1ae«, so wird ei« solcher Praptlute der einzige Erbe sei«» Gkiaeu. — Ae Folge dies» schweren Be» drüekuugeu habsu eoir keine Schulen, weder Glemeutarschuleu, noch wsche, m dözeü im Talmud uiwtrricht« »ttttd; die Mimlieder unser» Gemeinde find alle zu arm, am einen Lchrkr bkjäßwst z« kSmeet. Darum stich auch die Meiste» »du uns so uuwiffeudt Wß sie nicft Hjßomzl btUu Wmmr," Die Israeliten Urmi« schließe» die Aufzählung ihrer schwer»« Leide» mit de« Bitte, ihnen krsstig beizusteHeu und sich zn ne* wenden, daß dieselben bald ein Ende nehmen. -Literaturberichl. Kiutrrkaffeur deutsche Hfapiere sletta pskiti/chs» Andere t Lettin 1871. Louis Gerschtt» <H giebt Bücher, die unsere VufmettfraMt weit mehr dadurch sestel i, daß sie un» mit ihre« Autor tttimst mache», sls durch den Inhalt, welch,» sie uns bieten. Wir lesen ein Buch und ersehen aus demselben, daß dir versaffer ein Mann war, welcher in den schwierigsten verhälmiffen den Koif hoch trug, der im harten Kamps um'» Dasein, welcher so viele bis zur rohest, u Prosa ernüchtert, desJbestls und der Poesie nicht vergißt, der wie ein gut» Kaufmann doppelte Buchführung hält, eine fstr den Ksrper und seine« Bedaft, und eine andere nach des Tage« rauher Arbeit fstr die Seele und ih« Genüsse. Sie sollten wir eine« solche« Mann nicht lieb gewinnen?, »ar hören seinem Geplauder gern zu, auch wenn es uns nicht gar zn viel da Wissen»werthen bietet. Lin wackerer, treuer» strebsamer Sinn versöhnt nät dielen Schwachen. Und deshalb hat uns die Lektüre des oben angezeigr« Serke« viele Freude gemacht, obgleich wir, wen» wir oster, die Sahrhttt sage« sollen, nur wenig daran» gelernt habe», obgleich es seiner geistig«» Sehakks woge» füglich hätte nngedrnckt MHfctt fMmRt »Itzükuwr, «Ni« . Hphep mit Kamen, lebte seit seinem zweiundzwanzigsten Jahre mit gering« Unterbrechungen in einer polnische« Srrügftadt; in einem solchen Rest, abzeschnitte« von der llultnr des Jahrhundert», z« lebe» und dabei sich die Lte je zur Poesie zu bewahren, ist schon ein benchttnswerrhe» Phänomen, welch» h» pttnischeu Jude» zur Ehre gereich«, und wir drücken. etuAiige z>h_>k«_ hie Siebe zum Dichten und Denken de« Dale« dazu n» ein gutes Sb ick voraus ist. Auch der Herausgeber schei« zu fühlen, dag hierin und ni ht i» de« eigentlich ltterattschen Serthe die Bedeutung dieser iffbitton zu such» ist, wenn er tu der Vorrede sich folgendermaßen ausdrückt: ,H>er geneixte soser wird gewiß darin zahlreiche Beweise flnben, daß weder die Beschsftguag de« Kaufmann», weder da» dem Jndett Serflkgtk Recht, äsch kstk MÄIzel an Anregung Seitens literarischer Umgebung, die wahrhaft humane Seile ' Mtlben läßt. An« dem edle« Innern kommt immer neuer Swst, um dick! Acht der stttlichen Kraft hell leuchte» zu lasten, und Loni» Heher war et ie leuchte in der Süste." Wahrhaft human t» vc die Seele Heher», aber in Allgemeinen reichte sein Sestchiekreis nicht weiter als der jede« gebilde»« Spießbürger«. In Sloclawek eine Leuchte in »er wüste und darnn beachtenswetth, wäre er in Deutschland einer unter zehmansend Aehnlich n ■ gewesen. Denn um auch unser Unheil Über die Poesten als solche niest zurückzuhalten, so find dieselben itineswegs bedeutend und verdienen in Deutsä land kaum mehr als das Prädikat: für einen Primaner gar nicht übel. Sr dürfen btt der Lektüre dieses Buche» niemals vergesten, daß ttn jüdisch, r Kauft»,nn in Sloclawek es geschtteben hat; dann find wir in der nöthtgtn milde» und empfänglichen Stimmung. Läßt die Ktttik da« außer Ach:, dann könnte fie leicht ein Arge« thun, zn ihrem Richtschwett grttsen und Mb Sett de« Autor nach in den Dod schicken. X. Briefkasten der Reduetton. Den lieben und geehrten Freunden und den Sönnern der.FSochei - schttft", welche zu ift-s ihre Grüße und wünsche gesendet, Dank und »iderung. Segen augenblicklich überhäufter Beschäftigung bitte ich um Putschuldigung, wenn ich nur ans bitte« Wege antworte. , Herrn B. Im ersten Augenblick allerdings, aber nicht nachdem ih weiter gelesen. Das Buch recht bald. Herrn Ae», »e» „Uuiv. Isr." «tue vergkttchnng' »er Daten z^,t tzsierding«, daß Sie den Bericht des Herrn De. Schwarz nicht au» tzr ,L«r. wach." genommen haben konnten. Die,,Rev. Jsr." krocht» deuselb, n ebenfalls, jedoch um eine Rümmer später, mit Attirung Mr ,J«r. Soch " Daher »er Jrtthmu. Da jedoch in meiner dettesteudeu Pemerkung Kn Aechel, seine Pmaoeatimt zu finde» ist, selbst nicht nty'ke» schärfsten Gläser «, so biil, ich mich »au »er Abfastun, eine» neue» Ps. 51 gstigst dispeufirea M woste». G« geuiige wohi zu sagen; D l neu «. \mtm