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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-09-27 · 39 (27.9.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
39 (27.9.1871)
Date
1871-09-27
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Uj»; Wv-k» AnIschM« bar Bt—mUrtw raWfate» Wn»t* Um m «trichterud ffckr« okr krch Erschwere» Mrntom; M M«wt t» 6«r|M# MÜkM. «Hrtto Staat fit «dm ttpa kirchlich» Partei« th«tt oder thuu kan», gar nicht in Btti-wcht. li .Roch wichtiger und entscheidender ist «der Folgend«»., In k» christlichen Küchen ist <im Autsöhnung, ja eia modo» rkraadi zwtfch« dm Gegensätzen ttgrnttich nicht «-glich; zwtfch« iiilanb« und Rtchtglaub» ist eine Vermittelung »»denkbar. San.; ander» im Judenthum, wo e« fich um ein Thun handelt.*) 5fit Hinstcht auf di« g«au« oder minder strmge Beobachtung de« zu Lhnend« oder zu Lassend« hat es von je schier zahllose Ab« ftnfung« gegeben. Zwtsch« denjentg«, welch« nur Jomkippur halt«, dm«, welche auch d« v. Ab oder auch die andern vier Fasttage oder noch mehr al« diese beobacht«; zwischm denjmig«, welche am Eabbath kein Tasch«tuch trag« und keine Haarbürste gebrauch«, «ad dm«, welche ihr Geschäft geschlossm halt« x., sonst ater manche strenger« Bestimmungen in viel« Rüaueirungeu ignortre»; zwisch« dmjmigm, welche nicht Milch und iJdii von Rtchtjudm gmt«ßm, und dmjmigm, deren Hau« leidlich rituell geführt wird — und wie viele» Aehnltche wäre noch auzusührml — ist ein friedliche» Zusammmleb« nicht etwa bloß dmkbar, »-glich, sondern in hunderttausend Fällen vollständigst Vorhand», Vorhand« in dm Familim und in dm Gemeind« mit ziihligm A»»aahm«. Und da« ist nicht etwa der Gleichgülttgkttt de» jetzig» Gefchlechte» Schuld oder Berdimst, sondem e» ist von d« Zeit« der Tanailm an nie ander» gewesm. Rur die Kinder derjmtg», welche auch Jomktppur nicht mehr beobacht«, dm Sab« *) vahrhast alberner weis« hal man fich in Ungar» ans beide» UUnpsmb« Seite» darch et»en gelehrte» — Rabulisten verlocken lasse», de» Strest a»s da» Gebiet der .^Dogmen" »» riehen. Line Fluch von Schrift, stücken ist dabei |u Lage gesvrdeN. dir «iffeuschaftlich wenig, prestisch gar ikiura verch habe». U hieß: »er Mm», mit de« i» Strest ich gelebt, Set mir zn schab« sonderlich bestrebt. Ich sagte d'rms: „Vst thöricht dach erscheint, „Der schaden «der »sthen zu vermöge» meintl „Vst lommt'», daß er der eig'ae» See? „Zu nützen »ich« vermag?!" rr. («. >67.) Vst sollt' ich zu bedrück« «ich getrauen, ll»d Trug nab «mb m dem zu üb» wag«. Der nur i» Satt d» Helfer bum erschau« llud der dst Hülst nimmer wird versag»?! n. («. i69.) wer sein« veishest HLlt i» enger Haft Und ihr d« Abfluß »icht nach >»ß» schafft. Zeigt, daß dem eig'»« vtff« er »icht sehr vertrau« sch»st mW Gewehr. »4. (S. 1«.) Schstcht ist dein UrtheU über Weist dm» gestllt. Sagst d», da» HM er »t «d st«» schlecht »wehst: wer »m zwei Uebelu fich dm veffrrr wählt. Der wird d« Weis« zugezühlt. »». (S. 169.) War» »st da» Reichthum« viel u»d «hm Mel bescher«, Ostbt'0 gar s, Mouche», »er vm deiuem Glücke ptet: Sa lmg' d» lebst, wird er dich rühm«» adek». •V bach ganz vergesse», von ritueller Kost gar nicht» «ehr wtflm — von dieseist »h» gßredet. r Darum nun find wir und find all« Einsichtige geg« di» Hetz«, Wähl« und polte». Die Zahl der wirklich« Iudm wird in der That zusammmschmelzm, nach mmschltche« Enuessm scheint da» unvermeidlich; dann wird e» heiß«: »schließet tt« Reih«!* — aber «am« sollt« wir auf Abfall und fluttritt drängen? ,8» ist recht, auch um Feinde zu lernen;* «ir stimm« hier einmal dem Ober-Kirchenrath bei, der dm stürme,- dm und drängend« Orthodoxen erklärt hatr idem Sinne nach) wir sehen wohl, daß auf di« Dauer manche Elemente au« der Kirche autscheiden werdm; wenn fie gehen wollen, werden wir sie »icht haltm, aber hiaautdrängm wollen wir fie nicht. — Wir aber «oll«, k-nnm und müssen «och mehr thun: wir wollm festzuhaltm suchen, «a» festzuhalten ist. »Er schreit nicht, er dräut nicht, geknickte» Rohr zerbricht er nicht, und glimmenden Docht verl-scht er nicht* — ist Jesaiat auch ein Mann de« faul«, de» Frieden» um jeden prei« gewesm kl Go haben wir, in ererbt jüdischer Weise, zwar mit Streit und Gegensätzen begonnm und schließen doch mit Frieden; wir habm, gegmüber den«, di» un« darum Abttünnige nenn,» wollen, für «n» hundert Autsprüche unserer heiligen Schrift und unserer Weisen gesegnet« Andenken«. An unsere Gesinnungsgenossen aber richtm wir die Mahnung, daß fie au» ihrer Gletchgütttgkeit, au» dem laüez aljer erwachen. Wirst man un» doch oft gmug vor, daß wir e« mit keiuem Verderb« woüm. Wollen — allerding» nicht; Streit such« ist nicht unsere Sache. Wir verlangen auch nicht Proteste und Gegenprotestr, um Zank anzufachen; aber ein entschiedene« Handeln, um nach beiden Setten hin uasera Standpunkt und damtt, so wttt e« angeht, dm Frieden zu wahre». •6. («. 152.) Da ich dem Freund zu hels« hi» die Rechte reich', Stürzt er herbei, beschwingtem Adler gleich; Da ich d« Freund um seine Rachhilf such', Da schweigt er, wie di« Schlang' vor Zauberspruch. Gleicht nicht der Freund dem Hund de« Waffenschmied«? Ja lauter Werkstatt hat er seinen Sitz, Und schläft und schnarcht, ob lau» der Hammer dröhnt. Und wacht erst aus» wann'« Mittagsglöckleiu tönt. Lesefrüchtr für Wische Leser. Wilh. Ro-coe in seinem Burh«: »Leb« und Regiemng de» Papste« Leo X.* (deutsche Ausgabe von Glaser, II. 64) erzählt von der Thronbesteigung deffelbm: »Al« der Papst auf der Engeltburg ankam, nähettm fich ihm die Abgeordnttm der rönischen Judenhett, bot« ihm ihre Gesetzrollen an und bat« ihn um Bestätigung ihrer Rechte und Freiheit«. Er nahm da» Buch, öffnete e» und that, al» ob er darin läse. Dann aber ließ er «» plötzlich fall« und zog wtt dm Wortm: »Ich bestätige Eure Privilegien, aber ich billig fie nicht* — seinen Weg weiter * Wie fich doch die Zetten ändern! — Damals der Papst groß und mächtig, der Beherrscher einer Welt, und die Jude,, eingepfercht in ei» dumpfe« Ghetto, betteln um Bestätigung thr w . Freiheiten und Rechte! Und heute — der Papst in freiwillig ir Gefangenschaft und die Iudm im Besitze der Freiheit und d» Recht»! Sie tranntt gloria papae! l.

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