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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-09-20 · 38 (20.9.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
38 (20.9.1871)
Date
1871-09-20
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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gegen einen Beschluß protestttt, so fit der Protest mtftMfrtt?' Und da- JI>eal der ungarischen Echomre hadath ist die Zeit, da man*) an her unteren Donau ein« au» Pest gekommenen jüdischen HanLelSmann, der am Sabbath feine Waare» außgekramt hatte, durch bcr Panduren greifen und in ein am Syuagogenhofe befindliche- Loch sperren ließ, allwo die Zugend den.Gabbath. schänder verhöhnte. Wünscht man solche Zustände und Rechte nicht mehr, so 'ragen wir: hat da» Beth-Din, dasolcheverfügt, gegen da» Prinzip gehandelt? oder ist man Bereit, dem Prinzip einmal etwazu vergeben? oder ist da» doch Gewisse«»- freihett, wek — da» Gewiflen jene« PesterS ja nicht eingesperrt worden ist? Wohin zielt nun da» Alle»? (Schür, ftlgt.) Jur Urform Le» preuß. Judengefehe» von 1847.**) Königsberg i. Pr., den 8. September 1871. Bezugnihmend auf den in der jüngsten Nummer (36) der „Wochenschri't" enthaltenen Attikel, betreffend da» Gesetz über die Juden vom 23. Juli 1847, erlaube ich mir, Ihrer Lufforderung folgend, mit meinen Anfichten über die zu formulirende« Abänderung-,ors-läge hervorzutreten. Ein zehnjährige» Wirken al» DerwaltungS-Beamter in zwei der bedeutendster: Gemeinden de» Staate« — Poln.»Liffa und *) Rach Berich« eine« eine» eingeborene» Augenzeugen, eine« »tiva vierzigjährige» Mauae«. —) Sir ft ruea na», daß unser Wunsch, praktisch« BorschlSg« über die Abändernng de« 1847« »«setze» p» hören, den Herr» Linsender veranlaßt hat, solche miqurheüeo. Sie ßnd in der Thal saßlich und discutftbar. Wir gewähren ihnen gen: heute Raum und werden unsere Ansicht nächsten« aussprechen. (Ned.s 1 — —I- - - -- -- —W-A -■ , ■ . ■ ■ . ..... t «rvmg-verg — o>rs«e m»p mrr inir ümtb» mbmu erscheinen lasse», und wen» ich de« hinzufüge, daß ich fem vo« jeder ulttamontane» (?) Tendenz, t» Gegentheil Freund de» Fort» schritte« bi», sc dürften die nachfolgende» Erörterungen, w«l<h« anscheinend die orthodoxe Sette begünstige», in der Thal aber nur der Ausdruck de- Gefühlfür Gerechtigkeit und Billigkett find, Berücksichtigung finden. Den von Herrn vr. Philippson gemachte» Abänderungs- Vorschlägen konnte Seiten« der Gemeinde-Vorstände durchweg beigetteten werde«; denn theil» enthalten dieselben Verbesserungen, theilS find fie durch da» BuadeSgefetz von 186S bedingt. Der Gchwerpuntt liegt in den §- 85 und 58 de» Gesetze» und diese werden mit Recht von Herrn vr. P. al» der Rerv für den Bestand der Gemeinden und mithin al» ei« »oll me tangere bettachtet. Aber ist da» Gtteben der Minoritäten, sich von der bestehenden Gemeinde loSzusage» und, wo e» angeht, eigene Gemeinden constituiren zu dürfen, so ganz ungerechtferttgt und gttbt es hier kein Au»kunft-mittel, welcheberechtigten Ansprüchen entgegen käme? Doch wohl! An Stelle der jetzigen §- 53—57 de- Gesetze», in welche» von jener Commission die Red« ist, welche bei entstehende» Stteitigkeiten zusammentreten sollte, würde ich folgende Bestimmungen Vorschlägen: „§. Entstehen innerhalb einer Synagogen-Gemeiade Streitigketten über die inneren Eultu»-Einrichtungen, Hervorgerufe» durch Bestimmungen der Gemeinde-Behörden, welche «ine Abänderung de« bisherigen Eultu» bezwecken, so kann, wenn eine an Zahl und Bermögen-mitteln hinreichende jüdische Bevölkerung vorhanden und wenigsten» % der beitragenden Gemeinde - Mitglieder hierauf anträgt, die Absonderung der Diffentireuden zu einem eigenen Eultu»-Verband« erfolgen. §. Die Regierung hat in solchem Kalle über dtt beabfichtigtt Trennung den Vorstand und die Repräsentanten-Versammlung Ich sorge nicht, was immer beut die Stund«, Ich sühle nicht, wen» Schlaf mich auch bezwinget. Steh deia Erbarme» mft nur stet» zur Seite, Beworben» so «ein Lehe» wie mein Kommen» Da zig' ich nicht, sällt maucher Feind im Streite, Uud sorge nicht, rafft Tod hi» manchen Frommen. — D'run. streif ich ab de» Hochmuth« stolze Hülle, Und üttrt’ der Demuth Sack mft um dft Lenden, Und weif in deiner-Lftde Schutzerfülle, Well ste «llei» mag Schirm uud Obdach spenden. Nutz Irft, o Herr! lechzt dürstend mft die Seele, Will tief gebeugt dein Buudeszeicheu trage». Wer!önuf e« sein, ans de» deia Knecht noch zähle?! Nur!>ir, Herr! wird mein Herz entgegeafchlaze»! Kesefrüchte. <iUs A«derse«'s „HküL»peter". Mftgethellt von I. Wer kennt rächt den Dänm Andersen, den Dichter zartfinniger Märchen, den gemüthvollsten aller Novellenschreiber, den tiefblickenden Beobachter und Darsteller deS Menschenlebens? Diele von unfern Lesern wird eS schon geschmerzt haben, in den zahlreichen, vielg:leseven Werken dieses großen Schriftstellers manche» Wort über Juden zu finden, daS vom Dorurtheil verbittert ist, wenn den Anlaß dazu freilich auch die nicht immer vorwurfsfreien Zustände bei uu» mögen gegeben haben. Um so lieb« ab« wird man in Anders«»'» neuestem Werke ein Uttheil üb« ein Buch lesen, da» bi»h« von christlichen Schriftstellern kaum genannt worden ist, ohne de« «»gerechtesten, bittersten Tadel zu verfallen — wir meinen den Talmud. Wa» falsch ist an diesem Uttheil, wird der jüdische Les« gern entschuldigen. »Auf Lohn für gute Werke' (sagt d« Chordtreetor, der edfe Wohlthät« Peter'», de» Helden diese» Buche», und ein Jude) »muß Niemand rechnen. Im Talmud steht: B«gelt«ug für Wohlthaten ist wie ein Tadl«. D« kommt spät und ist bitter.' ,WaS für ein Buch ist der Talmud?' forschte Ptter. »Da» Buch» woraus mehr al» Ein Gedanke in da» Christen» thum hinüb« genommen ist, um dott zu wurzeln und zu zeitigen.' »Wer sind die Verfass«?' »Weise auS urältester Zeit, »«schieden« Zunge und manch«let Glauben», die in kurzen Sätzm ... dtt Summe ihre» Leben» und Erkennen» und Lichten» und Trachten» zogen. Laut« Kern» Wahrheiten! So die Lehre, daß durch alle Jahttaufende wtt Erdenwürm« immerfott dieselben gewesen find. »Dein Freund hat einen Freund, und deine» Freunde» Freund wied« ein« Freund: darum sei langsam im Reden!' so lehtt d« Talmud, und d« Unterricht gilt noch heute. .Niemand springt üb« sein« eigenen Schatten!' heißt e» andnSwo, und: .Zerttitt dtt Dom« nur mit dicken Sohlen an den Füßen' an einem audern Orte. Du mußt das Buch durcharbeiten. E» wird dtt einen deutlicher« Einblick in die Culturfchichten gewähren, welche im Verlauf der Jahrhunderte sich ablösten, — deutlich«, sage ich, al« geologische Ablagerungen üb« dtt Erdbilduug Rechenschaft geben. Für «ich al» Juden hat daS Werk außttdem noch den Wetth de» Vater« nbe».' -•V: ' »' :• II

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