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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-09-20 · 38 (20.9.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
38 (20.9.1871)
Date
1871-09-20
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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, f Ätbotthmi mb «hAfimthllm lieg«' tm GrmbMs«, «•fatu Hlcher »urz» Jäthüstier» fifr«, ükrn dt« Schtckgwötta: Mtra- '«outauitzm»«, Ürthotzoxtt, HierÄklht« Amtfti,, Fortschritt, «f lokss«»- mb Lehrfreiheit mbtmfdl» in*! Judenthu« htari»- rgctrogcn »ob«; aber diese U«bertrag«»g fistbet statt zu« rnenueßliche» Schab« des echt» Iudenthums. I», sie ist unvermeidlich, dam, «am auch Ken» mb Wes« hier «ab dort verschieb«, sind, sist b-ch b«S, »aS 1» die Srfch«i«»»tz tritt, baffelbe. »Ir ul-chta» fasen: Jubeathm, und Shristmthu« find zwei Bäche, die eiuander parallel vo« Gebirge in» ßlachlaud ströme«. Ähre Sewäffer find verschiebe«, fie mischen sich «, ihrem Saufe nicht; aber indem bi« Gestalt de« von ihn« burchkloff«« Terrain« auf beide gleich bestimmend «Ml, müssen fie in ihrem Saufe dieselben Erscheinungen bieten, hier rasch, dort langsama fliehe», hier einen Strudel ober Fall bilden, dort bi« zum Stillstand träge einherziehen. Ja, die Erscheinungen find dieselben. Da »erde» hübe» und drüben die dem geistlichen Sehrbeiufe sich Widmende« verführt, nicht nach Ueberzeugung, nach de« Herzen« Zug und de« Geiste« freier Prüfung ihre Richtung etnzuschlagen, sondern der Partei sich anzuschliehen, unter deren Flügel fie am schnellsten und besten vorwärts zu kommen hoff«. Da hören »vir von christliche« mb jüdische« Orthodoxen immer gellender den Ruf nach Trennung, SoSlöfung, Ausstoßung, vor ivenigen Wochen noch sprach und schrieb Dr. Hildesheimer warm für die vtlbung eine« allgemeinen deutsch-jüdischen Gemeinbebrnbe»; eine Woche später «hob Dr. E. Bedenken, dann forderte man Garantim, und heut schon laatet die Parole: „mit thrir Ber« saunnlung einige fich nicht meine Seele" — haltet euch frrn vo« de» ,^»nbe ber Frevler" — laßt nn« einen orthodoxe» Gemeindebund bilden! Da erblicken wir unter den Anhängern ber Partei» uuter Ehristxn und Inda», jene widerwärtige, schmählich«! Solidarität, die dem Genossen, wenn er nur ein eifrige« und tührige» Mitglied ber Partei ist, Fehler de« Eharakter«, fittliche Mängel ] nicht hoch anrschnrt, fie beschönigt und vertuscht. Man ist ch der Wahl ber Mittel nicht bedenklich; mm» benützt att Wovk führer in «er, Pubticistik am liebsten Ueberläufer, Menschen, dir an persönlicher Ehre «tchtt einzusetze» habe», daher mit aller wünschenSwerthen Frechheit gegen Jeden schreiben, den Grrr» nickst chren, den Geachteten nicht schonen, heut mit gröbst« Beleidigungen um fich werfen, morgm versichern, eS habe »tchtt zu bodeuten, omn sei ganz ei« Herz und eine Seele — während die eigentlichen Setter fich im Hintergrrnd« halten und die von» geschobmm .Verantwortlichen" auf Wink vorbrrchm ober zurückweichen, gelindere ober schärfere Satt« aufziehen lassen. Wie Ultramvntane und evangelische Orthodoxe im tiefsten Innern bittere Feinde der modern« Wiff«schaft und Bildung sind, gleichwohl aber zuweilen mtt ihr schön thun. weil fie fie als zur Zeit nothwendige Nebel erkennen, fo die Orthodox« vom retnstm Wasser unter un«. Ihr Ideal ist der Rabbiner, von dem feine Frau mtfchuldigmd sagt: „Mein Mann ist ein G>- lehrter, er kam nicht schreib«." Die Wortführer der ungarisch« Gesetzeswächter haben e« schon fast unumwunden aull» gesprochen; unsere deutsch« wehr« sich dagegm noch, aber fie parir« di« K«l«schläge von jmsett der Leitha nur noch mit schwachen Ruth«, bald »vird man erleb«, wie fie „löblich fi>h unterroerfm" und alle Seminar» und Famltättprojecte „reprobtr«". Wie die Ultramontanen md ihre Gmoff« sich auf Gewissen»- freiheit zu beruf« lieb«, um im Ramm dieser ihre Forderungen zu motivir«, obgleich das eigme Prinzip sich durchs«» nicht mit Gewissensfreiheit verträgt, und fie diese wohl für fich fordern, andem zu gewähr« aber nicht im mindest« gewillt find — so bei un» dasselbe Manöver. Aber da» Prinzip dieser Orthodoxie kmnt keine Gewissensfreiheit, e» verlangt: „man zwtngi:; man schlägt mit Stock und Riem«, bk» die Seele auSgeht; b » er spricht: ich will;" die» Prinzip kennt auch kein Recht rüirr Minorität, sondern e» sagt: „wmn eine Minorität einer Gemeinl>e 2«. Der thront allmächtig «der Erdball« Sage», Beherrscht eiast hat der grauea Süudfluth Wogen — Nicht« stad g'e» dich die Völker — spreuverflogen, Der Eiageborae, wie der fremd erzogen. Schau nieder (in Volk, bedrängt, zerriffeu — Maß «mig »r da« Wort: ,Zurück" »ermiffeu? — Eia Vogel, einsam, au« de« Nest getrieben, Vieh» man'« mit Nebel allerwärt« zerstieben. Führ' heim dein Volk in'« gelt. Da« dort e« leim' aad spmffe, Nicht fürder »»gesellt Gemeinem völk ertroffe. tL Petzet etve» Preise». («r. rsa.) D Herrl wie soll mir nicht der Mach entsallea» Denk ich ,M rag «, »o rfa H^amth schwindet. Wo frmid ich bi» dt» tnmtr» Freunde» allen, Wo fremd sogar »ein eigen Ha»« »»ich findet; Wo meiae Brüder, «eine Kampfgefährten, Mein Ent sich «heil« knapp am Strrbeiap. Und Mott» gleich, di« mir am JHHb« zehrten, «s mäam SeM G«m»rm hält fei» OcU»; Wo ungistmft mich lästern Fst»de«»»»gm, v»d sttt ich höre »wen Namen schmähe», Wo mich da» Grab «»sängt, m» Nacht nmschlangen, (Wer weiß, m^ je p« Acht üh anstrstehen?) Wo nnr G«strm mich Ml and sich mgeug« De» »chm «>ch gichgtschmostm Dstastch 99 QV|I »> WHMD W WOWDIGM IN9n9ll|f^ und Mttzlo« st»d da Dünsthrmg schtm» Künch»; Wo ich d«g Lid«» Biß im Buch, um-, VN» sttt' tt dak»» — »ich« mtt «rhod'mr Baß»; So sonder Neumond, Festnnd Ruhetage Die Ruh» nach Jahrhunderten ich zähle; Wo, weil ich »eis» nicht »nd recht gehandelt, In Denrath sich «ein stolze» Wesen wandelt! — weh mir! geschrieben ist mein Sündrrgister Mit eh'ruem Griffel: wer soll mich vertreten? D'rum stürzt mein Stolz, gebrochen ist er, Gleich Jluth ergießt vor dir sich, Herr! mein Bete«. Mein Herz zerknirscht, durchwühlt bon wildem Brande, Gebannt der Schlummer von dem müden Loge, — Weiß ich» du lösest dort der Schlacken Vaud«, Daß rein der Geist trtf au« der Läut'ruug« lauge. D'rum ist di« Welt mir nicht», mein Herz sich sehnt Rach »reine« Endziel« uugekaauter Kunde» Ob mich der Herr mit ew'ger Guad' belehnt, Und Balsam tränst in meine» Herzen« Wunde? — Und wie ich such, woran» mir Heil erwüchse, Fand ich'» im Forsche» nnr der heil'gea Sehre, In der Propheteuschristeu Balsam büchse Ruht der Erlösung auch so dust'ge Beere; Wir, die im Grabe find, der Herr einst wecket, Rach Welken »abricht Paradi«s«»bkSthe, Wir sich dein Volk in ew'ger Ruh« strecket, Di« Seel» weist irr Schatten ew'ger Güte. Da jauchz» da» Herz und jubelt auf in Sonne« Und schwelgt in solchen Droste« Gottverklludnng, Sab» sich allein an« deinem Gnadenbronnm, Erhofft »on ihm — an« Knechtschaft bald Entbindung. — D» bist, » Herr! mein Soo«. «ein Heilesbtcher, Mein Schirm und Hort, der »ehrt de« SwrmG Verderb«»; vor dir beug' ich da» K»i«. »ein Ftttch weit, Oächerl Dir strK' ich heim mein «eben mir MM Mmstm. Ich bm»' mif dich, d» hellst mahl Mist»» Wmch» um ^— ü. «a -- - IW GWM KM DdPWg VR OTf p IV pCf NND9!) I

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