Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 38 (20.9.1871)
- Date
- 1871-09-20
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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gebracht Hai. lieber die Häupter oder die Gräber der Männer, welche gnerf: de« Sturme Halt geboten, Indenthum «ob Zeitgeist in Ein klang zu bringe, mit Erfolg bemüht waren, da Maffmtünfen,!>«« Abfall aller Gebildeten ei» Sab« «acht» und manch« Reform ruhig und ohne Oppositi» einführte», such« sich jetzt die Ultrazu erheb», dm» die Verschiebung de- Alme» mor oder Me Streichung de» Jekum purkan eia Sacrtleg ist gleich der -u-lischmg der Mesfia-gebete oder der Tilgung der hebräischen Sprich« audem Gotte» bimste. Wie in der Kirche der Streit hauptsächlich zwischm Theologen geführt wird, und dir Laim, stumpf oder indifferent oder der Religio» feindselig, dem Kampfe zusehew zum Theil d» Kopf schüttilnd und verwtrrl, zum Theil schadenfroh dm Zu» sammmbruch de» Ganzen erwartend; so ist im Iudmthu« die Mmge haltlos, am Altm mehr oder wmiger festhaltmd, oder indifferent d,m Altm und dem Nmm dm Rücken wmdmd. Hier wie dort arl'eitet sie so den Rührigsten, Gewaltthätigstm oder Fanatischst« in die Hände. „Sint nt «not, »nt non riat,“ sagte der Jesuitm-Geueral — ,fie sollen st bleibm, wie sie find, oder gar nicht sei»,' da» | Hergebrachte muß unverändert erhalt« werdm oder man gtebt Alle« aus. »Die Bekmntniffe de« 16. Jahrhundertohne Deutung und M idemifirung, oder wir sag« uavon mch lo»,' so rafm die lutherisch« Orthodox«. Wer einen Paragraph» de» Schulchan anfgiebt, hot »da« Ganze verlmgnet' — fo lautet die Parole d»r jüdisch« »Orthodoxen'. Wie in der Kirche der Kampf von Seit« der Ultramou» taam «ad der „ öekmntnißtrrnm" hauptsächlich gegm dir nicht zu ihn« schv'örechm Priester oder Pastoren geführt wird, wäh» rmd man die La m gewähr« läßt, so sehm wir auch im Judmthum die entchreihmde Partei gegm die Rabbiner anstünnm, welche keine 2ust Hab«, sich ihr mit Leib und Seel« z» verschreib«, werm sie auch in allem Wesmtlichm durchaus dm konservativen Prtnziptm huldig«; währmd man die da» Rrltgionsgesetz ganz oder gwßmtheils übertretend« Lat« 1» Ruhe läßt. Freilich zunächst, weil «au iham nicht« «chab« kauu — aber die Parallele zwtsch« tzrotestautischm «d pbßch« BerhältuU« ist »och tnfffiud. (Iw'Kat holtet» u»« solle» die Laim uur passiv« Glieder der Kirche sei«.) Dm prowstautischm Orthodox« hält mau mtgrgmr werdet die Kirche z, einer Pastormklrch« machen, die Geistlich» werdm rechtgläubig setu uud bekenne», da» Volk aber bleibt draußm; da» „8nrt"" wird tu eurem Sin» corrert verwaltet »erd», aber uur et» sehr winzige» Häuflest» wird eurer Amtimag begehren." So trachtet auch «ufere orthodoxe Partei, die Rabbinerstelle, mit ihr» «fstliirt» zu besetz«; ist die« erreicht, so mSgm die Geweiudeglieder ihr« Wege geh«, thu», wa« fie nicht laffm wollen, wa» zu wehr» Rio» maud im Stande-. Noch mehr: wissen etwa die Betrrffmdm nicht, daß fie in dm Gemeind» selbst nicht zehn, nicht stuf, ja nicht drei Mitglieder haben, die dara» denken können, ganz dm rigorösm Ansprüchm de« Rabbiner» nachzu lebendaß nur besoldete Beamte, Abhängige oder Rentier» — doch da« genügt wicht: reich« Leute als», welche auf Reis» Verzicht«, oder ihr» etgeu» Schochet mit sich sthren, t« Sin« jmer Herr» „jüdisch leb»" können- Den« <« wird schier nur ans je huudert Mellen eine Gemeinde zu find« sei», der» Rabbiner, Schächter, Fletfchhäadler und Restaurant „alleu Anforderung«« ent» spreche»"; also zu Haufe bleib«, oder «ochmlang schmachtm; die eigeue Pfanne mit sich hemmsthrm und im Wl,th«hmise selbst d« Herd besorg», da» geht, — freilich nach bar Idee jmer Männer ganz wohl, hat man e« ja vor 6V Jahr« noch gethaui Also mau will ei« Iudmthu«, welch«« unr für Rabbiner, Klau«aer, Besoldet«, Almosmempfänger «. dgl. m. besteht; die Uebrigm, d. h. die Gemeinde?! Da zuckt mau di« Achseln und klagt —. Hier wie dort dasselbe. Wir könnte» die Parallel« fortsetz» Sie stud freilich allzumal uur äußerliche; wir wollm fie nicht durchgeführt oder speeiell angewendet wifl» Die Unterschiede zwischm Feuilleton. Analeete» «ach Au manurl b» Salomo'» „Machbereth". Lu» dem Hebräisch« treu Überträge» von vr. Heinrich Lemberger ia vaja. 18. chebete eine» fromme» Aürlie». («. 172 ff.) ' »uf teinen Knecht, o Herr! wögst V» tu Vaterhuld Svar»»»4«rrich bei» gnädig' Lug» lege». Der Seeb: nana dich au, di«, ihrer tiefen Schuld Sich »chl bewußt, dir streckt di« Haud entgegen; Tilg' wie Srwölk die Schuld, di« Säud' wie Nebel weg, Misch' i» der Liebe See de» Thräaeuregeu. Schütt' d>üue» Srimm auf di«, so sich erheb« keck S ea »ich, — doch »ei»' wallst du ia Suade pflege». Wal drikste saust mir Schutz, wär't deine Suade nicht, S »ll i» der Seepgeu Blick der» „34" sich präge»? Wer 'präihe denn für «ich, gehst du eiust ia'» Sericht, Wirst du mit Feu'r hinweg de» Arealer feg«? Wohin gdig' ich, o Herr! vor dem«« Sturme« Weh'a, Wohi» flöh' ich, sollt' Necheuschast ich legen? Wer leagnete de»» je de» Siueu Sowo Besteh'», D: Himmel Zeuge» find uud Srd' dagegen? Neigt nicht da« Sterueuheer am bl««» Himmettjelt Bur dr sich, da» Sewölk a»f loft'ge» Weg«»? Det» »r», spaüut Lecherraum, hier «de», dort gemellt, Si mrcht' de« Srdmtalle» Srmckstet» lege». Drum auf, mei» Her,! her«» ch' bricht di« träte Zeit, v» alle Ne»' dir souder Nutz mck Sege». Wie lm,' »och fchä»d-st d» der Svtchet, HerrffchLch Hälft dich i» Drug o»d Lüge»ta»d vermegra? 2» eilt die Zeit, »ud treibt alltäglich ihr Sefpauu, Uud will ,um SHeide» dich fort«» bewege»: Wa» wendest du bei» Lug'? — Ihr la»er»d' Lug' bück tu. Sie stellt sich freiad de» StidgeUde» entgegn. D'rmu halt', mein Her,! am Herr» mit aller Seele»kiaft, Srbarweud wird die Schuld bei Seit' er lege»; Ist süß auch ihr Beginn »ad labt wie Houigboru, Schmeckt bitter sie zuletzt, — da» woll' erwäg«; Zum Fallstrick wird sie dir, dem Lug« sie «i» Dar», Wie Sisetqacke» lir im Sech sich rege»! — Denk m» di« Sottchlieb', die dich tu'» Dasei» ries, Di« Dag für Lag dir beut der Nahrung Segen: Sr sei dir Glau, und Pracht» Erlösung»-Freiheit»bri«f — Sr stellt dich hi» — du flehst auf eb'ueu Weg«; Halt' seiner Wunder Macht uud Füll' dir alheit »ar, Uud seiner stieb« Werk halt' dir wogegen; Laß seiner Sab« Hill' dich deck» wie ei» Leid, De» Mantel sei»«» Nahm» sollst a» d» lege». Sedeur, daß jäh und stet» der Würger ist beveit, D» morsche», siech« Leib dir wegPtfeg»; Sedeuk' der Zeit, sie eilt — di« Hoffe steck geschirrt, De» Leib dir »uvertoeilt i» Srd« «iitztthege»! « 0 » 19. Da tädtest mich, mei» So«! ich bau aus dich, vor dir M» Schutz, »» dir hi» ßstch«! ich mich, Such' deiner Suad» Schirm i» Noch uud Leid, Wi 9CIM VRhM Will vifHwl vbäfMM n|h Nwp vertrau' trotz Aiusieruiß und ZmueogmUhi,' Der Ne«»», stich«, »eia Latlitz hell M schm^i, — Mei»-Her» p> d«i»»a Bocke» Heqe» Mh . .. . Seim »tchim Suad! » stvd«. tstL «wählt. * .