Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 36 (6.9.1871)
- Date
- 1871-09-06
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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887 «ab bas haben bribe gesagt und elfterer hat.es gednrtttust be» Hinzu süzeni die Auffaffuag bas Ja«kipp« als L»g der Vergebung sei erst aus bau Ehrtfteuthu» eutiehut — so haben beide sich auf den Standpunkt desjenigen Hetdeathums ,^stellt, de« .Gott' nur .die Summe der in der Natur wst-kenden Kräfte' ist. Red.) Vermischte und neueste Nachrichten. Breslau. Der »FAerl. Börse«-Courier" enthält folgend« MittHeilung: Der Eommaudeur des schles. 8eib»tkürasfirr-Regiments Nr. 1 verlangt von allen jüdischen jungen Leuten, >)ie sich als Einjährig-Freiwillige bei seine« Regiment« melden, baß fie einen Revers unterschreiben, welcher ihnen die Beipflichtung auferlegt, nach beendeter Dienstzeit nicht als Aspiranten fiir das Offizier-Examen aufzutreten. Wir überlaffe« d>m Lesern, selbst die Leurtheilung dieser Zwaagsmaßregel. Araukfurt a. M., 11. August. 3u der gej'trigen st-itzung der Stadtverordneten-Lersammlung tnterpellirt« Herr Eonnemann den Magistrat in Betreff der Schul »Organisation und bnr Angelegenheit der israelitischen Realschule. Herr Bürgeriueister 0r. Berg erwidert bezüglich des letzter» Punktes, daß der Magistrat ungeachtet mehrfachen MonireaS noch auf Antwort warte. Herr Sonnemann meint, wenn der Magistrat auf eine Antwort des Cultusministeriums «arte, so könne er lange warte«. Herr v. Möhler werde fich nicht selbst ins Gesicht schlagen urd eia» räumen, daß er Unrecht gehabt habe. Di« Sache sei Retchssache und daher zur Comprtenz des Reichskanzleramt« gehörig. Er »tffe übrigen», daß dort die Antwort auf ein« etwaige Beschwerde bereit liege und für die Realschule günstig laute. Herr Nolte begreift nicht, warum der Magistrat stch nicht au: das Bundes», kanzleramt gewendet habe. Herr Bürgermeister vr. Becg er»' widert, di« Erklärung des Herrn Delbrück habe dahin gelautet, daß erst die gesetzlichen Faktoren anzuzehen seien. Herr s-onne» mann: Dies sei eia Irrt hum. Herr Delbrück habe erklärt, auf eine etwaige Beschwerde der städtischen Behörden iverde er Abhilfe schaffen. Redner führt einen Fall an, wo einem christ» ltchen Schüler der Realschule die Erlanbniß zunr Etnjäjrlgea- Examen verweigert wurde. Der Magistrat habe fich an die unrichttge Adreffe gewendet. Er «erde keine Aniwort erlmlten, so lange noch ein christlicher Schüler die Realschule besuche. Parts. Die Alliance Nr. llntv. hat 1200 IjfrancS für die Juden i» Persien als Unterstützung gesendet. Der verurtheilte Baston Crsmieux ist mit Adolph Cr. gar nicht verwandt. (Unsere Bemerkung S. 255 ist danach;,u berichtigen.) ■ Die „Revue d. deu M.“ veröffentlicht einen Artikel über Rumckien, aus welchem hervorgeht, daß die politische Stellung der Indien in der £6(M sehr gut ist. Der Rabbiner zu lldriauopel ist Mitglied des proviuzialrathes, ebenso ist ein Jude in Janina zu» Mitglied des vezirksrathes gewählt worden. (Ae». l l*r.) Parts. Der Besetzvorschlag, betreffend deu Widerruf de» de» Israeliten von Algerien durch Deeret vom 24 Octbr. 1870 verltehenm französischen Bürgerrechts ist in der Commtsstou nicht unwesentlich «odifizirt worden. Der von dieser entworfene Text lautet: Artikel 1. Das Deeret vom 24 Oktober 1870, ««lche» di« eiugeborenen Israeliten von Algerien für. französisch« Bürger erklärt, wird abgeschafft. Artikel 8. Bis zu« 1. März 1872 «tffen Alle, welch« auch ferner unter die ftanzös. Besetzgrbuug gestellt fein wollen, dies bei ihrer Gemeinde erklären. Artikels, vis dahiu hat jeder eingeborene Israelit das Recht, di« mit dem ftanzöfischeu Bürgerrecht verbundene« Wohlthaü» fich durch , finm Antrag bet dem Präfeete« seines Departements 'zu erhalt«. Artikel 4 Der Präfeet wird den Antrag vom Gtaudpunkte der Moralttät, der Vergangenheit und de« Jndkgenats de« Bttt» stellers prüfen und dann da« Gutachten de« Generalraths oder einer Commission deffelben einholeu. Artikel 5. Die so er» örterten Gesuche sind dann an den bürgerlichen General-Gou» verneur zu richte», der nach Anhörung seines Collegium« He Entscheidung zu treffen hat. («at..Ztz> Die „Rev. J»r." vom 25. August hofft noch eine best,re Entscheidung, obwohl die Kammer durch den Dorbeschluß (Annahme der Dringlichkeit) fich voreingenommen gezeigt bat. Loudo«. Eine Deputation des englischen Zweige» der Alliance J»r. Univ. hatte fich nach Stuttgart begeben, um fich bet dem Kaiser von Rußland für die Juden in Odeffa zu rxiweuden und ihn zu bitten, daß er dieselben gegen etwa erneute Angriffe kräftigst schützen wolle. (Rev. J»r. — Wir haben in deutschen Blättern nicht» über diese Sache gelesen. Und da» Resultat?)_ Literaturbericht. AoSk, Dr. W., Zur Genest» der Lehre Spinoza'», mit besonderer Berücksichtigung de» kurzen Tractat» von Gott, vom Menschen und dessen Glückseligkett. Bre»lau 1871. Schletter'sche Buchhandlung. (74 S.) Bekanntlich gal» di« »ehre Spinoza'» bisher al» eine Tochter der zu seiner Zeit in der christlichen Welt herrschende» Sehr« de« Lartesiu». Lieber «poche machende Philosoph» der zu« erste» Mal« de» -eist al» da« Sesertliche und vor aller Materie unbedingt Gewisse erklärt hatte, sei, wie der Vater der g«sammten «oder»«» Philosophie, so auch der de« Spinozilmts. Dieser Stammbau« wurde um so weniger aus feine Richtigkeit geprüft, als die Schriften Spinoza'» selbst dieselbe zu bestätigen schiene«. Die veziehnngen zu Lartesta» zeige» stch säst aus jeder Seit«. Zwar wurde» ansaug« einige versuch« Mn christlichen Gelehrte» gemacht, di« Anstchtra Spinoza'» «ns Mdische Quelle» ^«rückzaftthreu. »der diese versuch« waren sehr ungeschält und ohne genügend« Urantnig der beiden verglichene» Materien unter»»«« m. Dag di« Üabbalah sowohl wie der Spiuozismu» von pautheistische» Jtxeu durchzogen sind, dies» allgemeine »ehalichkeft genügt »och nicht, um «wen Stammbaum daraus zu constrntre». In neuerer Zeit hat Hegel und sen« Schul« aus dem »«biete der Geschichte der Philosophie deu Nachweis uutirnommen, dag die gesthichtlich« «ufeinandrrsolge der Systeme einer logische» Nothweudigkeit entspreche; da war man also um so weniger geneigt, an d> m Satz« zu rütteln, daß Spinoza an» de« Lartesia« entspringe wie die Wirkung an« der Ursache. I» Deutschland entsprach diese Meinung auch gar sehr >«r Vornehmheit, «ft der man auf de» jüdischen Stamm herabblickte; die Schilling, Fichte, Schleiermacher, alle ebenso sehr von spiuozistischen Ideen durihträuft wie verächtlich auf da» Judenthmn herab blickend — denen hätte e» »och gerade gefehlt, mit de« Spinoza zugleich sein« ganze jüdische Sippe in de» Kaus zu nehme». Ihnen kam e» sowohl bei Lhristu« wie bet Spinoza vielmehr daraus an, da« völlig unnatürlich« und darum »»«»glich« BerhLtnist ual^uwrisen, dat beide, obwohl au» de« JudeMhum hervorgegaog m «old «ft seiner kehre grnährt, in ihrer Weltanschauung nicht «ft ihm zi* «nmeuhängcn. »ll« diese Späße hat uu» Joöl «ft gründlicher Linficht in die Quellen völlig verdorben. Scho« vor «ehr««» Jahre» h« Iail» a» er die» Werk de» säst verschollenen Lhasdai Kreska» „den »NE wieder ao» Sicht zog, (die» war schon früher, namentlich durch Schlesinger geschehe». Red.) aus die vrrwandtschaft diese« Deuker« «ft Spiuoza hingewiesen. «der da» not nur «in leichte» Geplänkel »ft der hergebrachte» Ansicht. Hr. Dt. J»ll elbst ahnte damal», wie es schetut, »och gar nicht die Mannigfaltigkeft d« steziehtürge», weicht Spiuoza zu de» jüdische» Philosophen de» Mittelalter» hafte. Ater allmähti, gia, ihm die MÜe Wahrheit aus: ftn vorigen Jahre, kürz Var «wtbruch dt» lkri^e«, «eschie» ftm Schrift an« seiner Feder» «elstn in de« Werke de» Spinoza» der theologisch-politische Traktat betitelt, dir nntznu, de« Mainrmü»«», de» Gersontde», de» Id» «tra, »«« Lhwödai in «de» lkapitel «rundlich «härtete. Dies- »rdeft erregte da» größft Aufsebei, mW Männer wie Prof. Dreudelenbnrg, wie dft Prosefforea Sigwart urd Schaarschmtdt änßertra in Briese» wie öffentlich in soft unüberschwänglichea Ausdrücken ihr Lob und ihr« Bewnndernng. «och «rftlgreicher find die Untersuchung«», welche gftll in de« ftwgst «rschiftftiftn Wersche» anDsst Durch sie ist Spinog,'» Abhäugigkeft von den gchden nnnmßsßlich erwiesen. Da» Detail der Unftrsnchnng. so Schwoll anch die Joölfche Darßellüng, eignet 1 ich leider nicht ftft «in gftißerr» Publikum wir können deshalb u» dies« SftAr nicht näher damns »ingehe«. 2.