Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 36 (6.9.1871)
- Date
- 1871-09-06
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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S8C die hiesige Geweiude au« irgend eine« nicht mehr erfindlich« Grunde dafür tem dortig« Pastor und de« Ort«Vorstand jede« Jahr 5 Brode Zucker und 10 Mk. 12 Sch. zu bezahle». Diese Abgabe wurde bi« zum Jahre 1870 immer prompt entrichtet. Im Jahre 1871 konnte man sich in nnserm Gemeinde-Borstand darüber nicht eilig«, wer sie denn eigentlich zu leist« habe, ob der liquidrrmde Vorstand (der die vor 1865 bestand«« finauziel!« Verbindlichkeit« der Gemeinde consolidirt) oder der jetzige; wa« einig« Ausimthalt veraalaßte. Der OrtSvorstaud zu Ottenf« allein, dem die Zell etwa« lang wurde, sah sich gemüßigt, unfern Vorstand an seine Pflicht zu erinnern. B. An» der Provinz Pose», 25. August. (Orig-^Sorresp.) Vor etwa drei Koch« wordm 30 jüdische Sträflinge in da« Zuchthau« z« Rawitsch gebracht, man sagte, daß r« in der Absicht liege, sämrrttiche jüdische Sträflinge dort zu concmtrtr« und dann für ihre religiöse Belehrung ein« gemeinsam« Gotte«. di«st eiozurichte, und einen besonder« Seelsorger auzuftrllm. Da nun die .Nnt.-Ztg.' soeb« meldet, daß die jüd. Sträflinge auö der Provinz Pr«ß« in Insterburg conc«trtrt werden, so ist die vorliegende Absicht erkennbar und die Ausführung gewiß vortheilhaft. Ob man aber auch wirklich für d» jüd. Gotte«» dienst. Predigt ». f.«. von StaatSwegm Sorge trag« wird? Man wird e« b«:ld erfahren. Der Unteroffizier Caspar Levy au« Rakel, z. Z. Buchhalter in Berlin, hat di« eiserne Kreuz erhalten. Er hat d« Fttdzug bn dem Kaiser Alexander»Garde-Regiment mitgemacht. Amerika. 8. W. Rord> Amerika, im August. (Orig.«Corresp.) Der Streit in d« hiesig« jüdisch« Blättern über den .persönlich« Gott*, dm die l^ncinnatier Conferenz vo» Rabbium, Lehrer», Chasonim und Ss>ochttm gelmgnet, sängt an, langwellig zu werde». Sie werd« fett meinem letzt« Schreib« die Proteste gelesm Hab«, welche Adler au» New-Pork, Adler au« Chicago, Einhorn und zwölf Ander,! einerseits und Hirsch und Jastrow au» Phila» delphia andererseits gegm die Cincinnati« Vorgänge erlaff« Hab«. Die Herim von Conferenz»Gnad« schlag« nun wir wüthend um sich. Wise wird ei« Knownothing*) (ein Nicht«» wiffer war er immer) und will all di« tingewanderl« Rabbin« — natürlich sich selbst auSgmomm« — zurück nach Bayern, Böhm«, Ungarn, Pol« ». s. w. geschickt haben. Sie paff« nicht für Amerika, denn sie find so unmanierlich. Hübsch, der mü Wise um die Hauptmaauschaft in dieser — Gesellschaft wetteifert, ist nicht minder wild aber »«iger schlau al« sein Reombuhler. Der Schöngeist Sonneschein wirst mll Koth, der ewig lächelnde Lilieothal lächelt und der Atheist Mayer — schweigt. JhreLeser werdm sich »och «rinne«: die Aufregung entstand durch eine A«ß:ruug Wise'«, welch« die Sündenvergebung leugnet, und burd) eine darauf folgend« vo» Mayer au« Elevelaad, daß er dm persönlich« Gott leugne und darum da« Gebet verwerfe. Diese Amßenmgm, gegm welche selbst ein Theü der «elt» lichm Presse sich erhob und die dm Anlaß zu dm Protest« ge» gebe», werd« jetzt von d« Schriftstella», der Conferenz bald mll Modifikation j,ug«staudm, bald geradezu abgel«gaet, und sie verwickeln sich taliei in solche Widersprüche, daß sie d« letzt« Rest von Achtung dabei verliere». Der Vermittler Lilienthal bittet um Gnade für die .unüberlegt« Aeußerungm* (ineonaiderato expreaaion») zweier <§onferenzmitglied«r, für di« «aa übrigen« nicht di- Conferenz verautworllich mach« dürfe. Eonaoscheiu läßt vo» R. Eaadta Gaoa au« dem Himmel ein« Brief an dm Lerräther Kleeberg *) «nwwwth«»^ mum.»». di» P«m<. »in 0k »WNlM»,«, M pomische» ftn halme.mtchtt. ergehen« um diesem die UnperjönltchkeÜ Gotte« zu beweise», und verrtth dabei eine erschreck« de llnersahrmhell in dm Element« der hebräisch« Sprach«, wofür er sich später mit einer .frei« lleberfetzung* «tschuldigt. «tse sagt bei dieser Gelegmhett, daß er nicht sicher sei, ob Saadta Gao» fei« .Emunuhwe-Deah* (wo!) arabisch oder hebräisch gefchrieb« Hab«, da er Grach'S Geschichte nicht znr Hand habe. Der Berräther Kleeberg, dm die Confermz mll einem Proteste verließ, dem sowohl die Eon» ferenz wie Wise'« Blätter die Verösfentltchmrg verweigert«, will durchau« keine Buhe thua und bleibt dabei, Mayer habe dm persönlich« Gott gelmgnet und da« Gebet verworfen. Hübsch rnst dm Schott« Sam. Zarza'« heranf, der von Isaak Campantoa weg« Lmgnnng der Zeittichkell der Wett de« spanisch« Religion«tribuaal zur güttgm Verbrennung übersandt word« sei. Sein Gegner Jastrow thut ihm d« Gefall», von der Hanptftage abzulmkm und Graetz und Jost zu Zeug« aufzurufm, daß ei» solcher Schandact nicht begaagm Word». Hübsch bringt dm sSchalfchelet Hakabalah herbei, um zu be» weisen, daß dieser die Verbrennung Zarza'« billige, dm« er sage vo» ihm "1 vnps rftraf und da« heiße, daß fein- Verfolger Hellige «arm! von di secundirt mit de« Seder Hadorot unter de« Arm. Hübsch zieht anch Philipps« an dm Haarm herbei, well er dm philosophisch» Au«dmck .persönlicher Gott* beanstand«. Hübsch will einmal dnrch Conferrnzbrschluß die persönltchkrit Gotte« all selbstverständlich festgestellt haben, bald darauf sagt er wieder: er habe sich geirrt, die Bibel lehre rin« unpersön» lichm Gott. Während diese Kämpfe in .Hebrew Lmder', »Jtraelttr* und .Deborah* geführt werde», hüpft die radikale ,Jew. Time«* vor Freude über dm enthüllt« Wise und dm verdunkelt« Sonaescheia und dm der Schminke beraubtm Hübsch. Wise ruft dm protesttrendm zu, daß sie eine« unnatürltchm Tode« sterbm werdm (Sie kenn« dm jüdisch« Finch) oder Gott habe ihn nicht gesandt, und der orthodoxe .Meffmger* sagt: 8ozn der Lärm, meine Herr«, über solch« Lappalie«; wie die Existenz Gotte«. Wen» Ihre Leser über Kopffchmerzm klage», so habe ich keine Schuld; mach« Sie unsere verworrm« Zustände dafür verantwortlich. Aber, werdm Ihre Leser sagm, warum werdm denn nicht die amtlich« Protokolle der Conferenz zu Rathe gezogen, um dm Worttaut der streitig« Amßenmgm festznstellm? Ja, Ihre Leser sind Arven und dir Protokolle find «anrt. Sie — schweigen, denn «ach jmm »unüberlegt« Amßenmgm* ist der Beschluß gefaßt wordm» daß nur faktisch« Beschlüsse aber kein« Debattm in die Oeffenttichkeit gelang« soll«. Dafür aber liefe« di« amtlich« Protokolle un« eine gmaue Beschreibung der Gastereien, welche die Herr« von der Confermz in Ciuetnnatt genossen. L« roi i'»mtue. So ist'« denn dm Eoasermzle» gelungen, eine so heillos« Verwirrung anzurichtm, daß da« ohnehin denkträge Publikum hier meint, «» sei da ei» mittelalterlicher Gelehrtenstreit; ob.persöalich* oder .«persönlich* da« rechte Wort sei. E« steht jchmfall« zu viel Persöuttchkett; H hört schimpf«, fluch«, schrei», droh«, lach«, und geht zur Tagesordnung über, d. h. M fetzt sich darüber hinweg zum — Solofptel. <G> ist wohl für einige Leser nicht ganz iberfiüsfig, wenn wir erläuternd bemerk«, daß der SuSdrnck »persönltch* in Beztehnvg ans Sott nur ein philosophischer Schulautdrnck ist; üb» dm man debattiem «ch dm mm verwerf« kann, tffm t« «in» best« etwa« »»jüdische« gesagt -der g-than z» Hab«, «h» u«m «tse sagt, er glaub« nicht daß, Gott Sünde, Mg«* so«d«m die Folge de, menschlich« That komme muß »dmqp. samm Aatuogesetz», »Ad wmn MayeogcheG chch> re geßö« W: »mm. dte nicht tzlanbm»üaß man Gott,»» etwa« bttwwvn»e>—