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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-09-06 · 36 (6.9.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
36 (6.9.1871)
Date
1871-09-06
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Lanzsaal sehr schön au«gestattet, gewährt angenehmen Aufenthalt vnk »ag auch für die von der hiefig« chriftkatholifcher, abgesondert« freie Gemeinde all Srbauungsort nicht» Ansitößige» Hab«», vom Standpunkte de» Judenthum» aber ersch,chtt e» doch bedmwch, auf derselben Steile, «o im Laufe de» Jahre» couzertirt und getanzt wird» eine» polnischen Lhasa» im National- Esstüm »Kol Nidre* eelebrtren zu höre». Hier ist ein rsunder Fleck, «o baldige Rrmedur höchst von Nöthen ist, und dürfte »ohl unser Gemetude-Vorstand, «ach dem Vorbild« Berlin» und anderer großen Gemeinden, da» Minsanwesen entweder selbst in die Hand nehme» und dadurch eine ergiebige Einnahmequelle für Wohlthättgkettszwrcke gewinnen, oder wenigsten» durch Sach« verständige darüber strenge Eontrole führen kaffen, damit nicht mit de« Heiligste« arger Mißbrauch getrieben wird. Düffeldorf, im August. Der Vorstand de» Verein» zur Unterhaltung eine« jüdischen Lehrerseminar» in Rheinland hat de» zweite» Bericht versendet. E» heißt in demselben: ,E» find jetzt vier Jahr« verflossen, seitdem wir unsere Lchrerbildung»-Anstalt in Düsseldorf mit sech» Präparandm eröffnet habe». Die Zahl der vereiusmttglteder und der Gönner unserer Anstalt hat fich seitdem beständig vermehrt, und wir waren durch dies« wachsende Theilnahme in den Stand gesetzt, sowohl nach zwei Jahre« mit entsprechender Vermehrung de» Lehrpersonall und Vergrößerung der Austaltlräume die obere Seminar-Klasse «inzurichten, all auch jährlich neue Zögling« in die Anstalt aufzunehmea. Gegenwärtig «erd« 15 Schüler auf Kosten de» Verein» unterrichtet und beinah« vollständig au» Bereinsmitteln unterhalten. Die wiederholentltch abgehaltenen öffentlichen Prüfung«« wie die Berichte unserer Fach-Eommtsfion geben un» erfreulich: Beruhigung darüber, daß die in unsere« Seminar aulgebt (beten Emrdtdate» mit Gotte» Hülfe der in unsere« Statut a«»gesprechenen Grundtendenz gemäß de« Gemeinden all .allseitig berufltüchtige Elementar- und Religtonllehrer werden empfohlen werden können. Vinnen 1—L Monaten wird eine Anzahl derselben, di« bereit» von unserer Fach-Eommtsfion in den religio«»- wissenschaftlichen Fächer« geprüft und für reif erklärt worden ist, die Staatl-Prüfung zu bestehe» haben, und ebenso viel« Gemeinden haben darauf Anspruch gemacht, ste al« Lehrer für fich zu gewinnen. Diese» de« Institute von sielen Seiten entgegengebracht« vertrauen dürfte geeignet sein, die verschiedenen bei der Gründung desselben geäußert«» Bedenk»« und Besorgnisse zu widerlegen, und die jetzt bald gereiften Frücht» seiner Lhätigkett dürsten den Verein»Mitgliedern «tu« der bewiesene» vpferwtlltgkett entspreä^nde Genugthuung bereiten. Der Bestand de» Seminar» erscheint vorläufig gesichert, und «ährend die Kosten seiner Unterhaltung fich i» Ganz« gleich bleibe», wird e» jetzt nur darauf an kommen, daß wir immer in der Lage seien, den Kreil seiner Wirksamkeit der Zahl angemeldeler Zöglinge entsprechend zu erhalten und zu erweitern.« Sine Ueberficht de» «ährend der drei Semester de» Bestände« der Anstalt tu der Präparandm- und in der Seminarklasse Behandelt« und der Rechenschaftsbericht über Einnahme und Au«, gäbe nebst verzetchuiß der verrinlmstglteder schließen fich dem allgemeinen Berichte an. M. Hamdnrg, SO. August. (Original-Correfp. Schluß.) Unser jüdische» Armenwesen ist in seiner Orgauifation und seiner Berpflegnuglart ganz so geblieben wie e» vor dem Jahre 1805 war,. in weichem Jahre die durch staatlich« Gleichstellung de» jüdischen Eultu« bedingte Aufhebung der Eommunal-verkassmg der beiden htestge» tsrarittischen Vemeiuden in» Lebe« trat. Line gering« Anzahl jüdischer Sone» überwies «an damal« und noch jetzt der städtische» Armenanstalt, «d zwar um fich da» gesetzliche Recht daz» zu ronservimn; indeß man «nischiießt fich nicht leicht dazu, da dort »ach ganz andern Grundsätzen verfahren wich, wie z. v. jüngere Arm« nur aulaahmlweise von t«r allgemeine» Armenanstalt unterstützt werden. Unser vegräbntßwefen gab in den letzten Wochen Veranlassung zu einigen Differenzen mit dem Gemeinde-Borstarch. Anfang« August starb «in hiefige» Gemeindemttglied, Brie, ter fett 1840 die Gemeindesteuer nicht bezahlt halt«. Der vorstatd weigerte fich, ihn auf den jüdischen Friedhof beerdigm zu lassen» bevor die rückständigen Beiträge von den verwandten nachgetragen seien. Diese Weigerung gab zu einer Verhandlung vor der Behörde Anlaß, wobei die verwandte», und wohl mit Rechts geltend machten, fall» die Gemeinde Ansprüche au dm Berstorbmm gehabt, hätte sie diese bet deflm Lebzettm rxeeuttvtsch eiatreibm laffm müssen. Der Richter erkannte, daß der Vorstand verpflicht«» sei, die Beerdigung zu gestatt«, unbeschadet de» Recht» deffrlbm an dm Nachlaß de» verstorbenm. E» ist wohl unbrstrittm nicht mehr zeitgemäß, einm Haftbefehl gegm eine Leiche auiführm laffm zu wollm! (Aber doch wohl gegm dm Nachlaß! Ist dmn eine Gemeind« rechtlos?! Hat fie nur Pflichten?! Red.) Ein anderer Fall trug fich hier weuig« Lage später zu, brr indeß ohne alle rechtttche Begründung ist. Läng» der Ringmauw de» Friedhof» befinden fich die Familiengräber, welche mit etsernm Gittern Settm» 'der Angehörigm de» Berstorbmen eingo» frtedtgt verdm müssen. Der Sohn eine» hier Berstorbmen, Ramm» Gutmann, behauptet nun, daß vor der Beerdigung seine» Vater« «» die Pflicht der Angestelltm gewesm sei, ihn zu fragen, ob er die Leich« seine» Vater« auch in solchem Familiengrabe beerdigt zu sehm wünsch« oder nicht. Er verlangt mm, da Solche» nicht geschehm, da» Ausgraben der Leich«. E» wuri« ihm bedeutet, daß Solche» sowohl au» reltgtösm wie santtätlichen Gründen nicht statthaft sei, man hätte allerding» Settm» dr» Vorstände» nicht» dagegen, wmn er di» Gräber seiner Ettnn mit einem «tsernm Gitter »tnfriedtgm laffm wolle, «a» allein ding« ebmfovtel kostet wie ein Erbbegräbntß und zwar IM Mk., wa« vem darüber bestehmdm Regulativ conform ist. Der Sohn, welcher behauptet, daß chm Unrecht geschehm, und in Berück stchttgung deffm dm prei» ermäßigt habm will, droht, tt» Weigerungsfall» fich an die Gerichte wenden zu wollm. Daß e» aber allerdings unter dm hier in Hamburg ob- «altendm Berhältnissm im Laufe der Zett zu recht vielm Streitigkettm kommm wird, ist nicht zu bezweifeln, wmn staatlich nicht dem ein End« gemacht wird Di« hier gesetzlich erlaubtm Mischehm, ferner die nur ftetwilltge «ngehörtgkett an die Gemeinde führm bei vorkommmdm Sterbefällm unausbleiblich zu Confltetm, so daß die staatliche Gmehmtgung eine» Aattag», wie solcher 1808 schon in der Bürgerschaft gestellt wurde, einm separaten Vegräbntßplatz für Eoufesfionslose herzustellm, mit Frmd« begrüßt werdm müßte. — Außer dm stnanztellm würde man vielm rituellm Schwierigkeitm au» dem Wege gehm. S» kam im Laufe de« Sommer» hier der Fall vor, daß da» Kind einer hier verheirathetm proselytin starb, der Vater de» Kinde» macht die nöthige Anzeige bet der altm Beerdigung»-Brüder» schast, dieselbe hält «» für ihre Pflicht, bet jedem abnormm Fall sich bet dem Ober-Rabbiner Rath zu erholen; letzterer erklärte, daß fie ssch mtt der Leiche utcht zu beschästigm hätten, da die Mutter vom Tempelprediger Dr. Jona» in » Judmthum ein» geführt wordm und derselbe nicht glaubwürdig gmug bei jenem Art sei. In Folge deffm wandte fich der Vater an die in: solchen Dinge» freieren Gmndsätzm huldigende .Neue Üraeltt Beerdigung»«Gesellschaft*, welche dmn auch die Bestattung bet: Leiche vornahm. Schließlich möge Folgende» al» Curiofität Aufnahme in Ihr Blatt find«. Die hiefige Gemeinde defitzt al« Etgenthu« in dem holstetnsschm Flecken ONensen hinter Atton, einm vegräbntßplatz. Rach einem altherzebrachtm Brauche hat

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