Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 35 (30.8.1871)
- Date
- 1871-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Die hier erscheinend« »Rumänische Post* brachte dieser Lage ei» sehr fretmüthtges offene« Schreiben an den regierenden Fürste». Es wird ihm darin vorgehillleu, daß er nicht energtsch genug die unsittliche» Elemente, <5mu|>Hon, Ranbherrschaft niedergehalt«» habe. »Sie «ußten (heißt e«> die diebischen Schurken au« den -ffentltrhen Armier« versage», Sie mußten jeden öffentlichen Langfinger mit der vollen Strenge de» Gesetze« bestrafen.' Speziell auf die Iudenfrage beziehen fich folgende Sätze: »Eure Hoheit gestatteten di« Verfolgung der Fremden und der Ilraeltten, »ährend Sie» durch angemessen« Bestraf«»; der Verbrecher, welche dieselben plünderte« und mißhandelten, Isiesm llnmenschlichkeiten» die unser Land in Verruf gebracht haben, ein rasch» Ende mache» bunt«. Eure Hoheit können sich nicht mit der llnkenntniß der Fremden» und Judenhetze rechtfertigen. Eure Hoheit »tfleu sehe wohl, daß letzt«« immer von «rnunptrt« Politikern al« Mittel zur sl>lün» derung gebraucht wurde.' Ich« einzelne, erbärmlich« Eommune durfte ihre eigenen Erprrffungsgesetze gegen die J«raelite» »ecrettren und »ck Ko« in Scene setzen, «kaum ei» Dorf 1« der Moldau ist von diesen politische» Eharlatan« frei geioese». i Leder Bratiaao, de» Sie «tust so liebte», «och Eogalnttscheanu tragen so viel Schuld an den gegen dt« Jude» praetielrte» Rezztas, al« Sie, Sie, Earl von Hohenzoller», Fürst von Rumänien! Glauben Eure Hoheit durch dies« zweideutige Haltung populär geworden zu sein? 8» ist heute Ihre Partei? Sie haben keine. Sie stehe» allein, völlig allein, ohne Stütze daheim, ohne Sympatht« im Auslande. Selbst der groß« Staatön-anu der deutsch« Ration, Ott» von Biömarck, macht kein Hehl an« seinem Mangel an vertraue» in Sie.... Dir gegenwärtige Verfassung muß modificirt werden. Di« Itraeltten müsse» zur Staatsbürgerschaft zugelassen werden. Die Verbindlichkeiten den Etsmbaha-Obligationm-Jul>aber» gegenüber müssen erfüllt werde». Alle Aemter müssen von de» Elstern, die noch immer da« Land unsicher mache», gereinigt werden. Der Volk« uni erricht muß verallgemeinert werde». Ei» bessere« System von öffentlich« Arbeite» muß durchgeführt «erde». E« muß mit eine« Wort« eine kräftigere und resolute Politik eintrete», und Sie und Ihre Regierung müssen .dies« polltik durchführe» oder die Zügel einer gewandteren Hand cedire»!'.; '!l'.' V . Vermischte «ck neueste Nachrichten. Berltv, Im Angnft,, An« den politssch« Blüttm, werde«, df« Leser bereit« erfahren habe», daß am Sterbetage Gräfe's, he« «inst weltberühmten Augenarztes, der Professor Traube die Gedächtnißrede hatte halte» sollen, daß aber in der letzt« Stunde die kirchlichen Behörde» ihr Veto dagegen eingelegt haben, well Traube eia Jude sei; worauf Prof. Laugenbeck am.Grob« g»- sprochen hat. Da« bekannte Witzblatt bringt hierüber ein Godicht »Gräfe, ein« Geisterstimme,' dessen Schlußvers« hier einen Platz finde» mögen. ,,ver»i»»I — dkl» hä«' zesproche» Iraube Z» Mac« Nah« M |M|m: Cccf; Doch sich, ihm fehlt der rechte Glaub«, > Ir iß eüt Soh» M IsroeN Zwar vir* schon Gtoncher bei de» Dow» Men» »ich» »er Jude Dronsc «Ir'; Doch ward zu «dm ihm verbot«. Wo Chrißen schlaf» ring« uscher." schweigt! «ergebene Hab' dnrchbroch» Ich »mich» Auges dnntle Nacht» «ergeben«» «ch l de» Gwar gefttchm Und Acht nnd Leb« »e» gebracht. «ergebene iß, was ich geschafi« — Geht, da« wir ale Stsulver ßudl Dem» Keiner um euch heil» die Pfasfe», Di« sind nnd bleibe» ewig — bltndl" Leipzig, im August. Da» Ober-Handelsgericht hat entschiede». daß Juden au ibrea Feiertagen, wen» diese nicht «rf , eioen allgemeinen Festtag falle», zur Erfüllung von verbtndltthkeitea verpflichtet find, bezw. solch« ihnen angebote» «erden kann. Diese Entscheidung wird ohne Zipetfel nach de» bestehend«» Gesetzen unanfechtbar sein; aber wäre es nicht Sa«he der Jude», >«f dem Wege der Gesetzgebung «ine Aenderuug herbeil»- führe»? Müßte nicht «enigftens der versuch gewacht werden? Daß dieser gar keine Ausficht auf irgend welchen Erfolg haben sollte, dünkt uns bei der jetzig« Sümmung der Bevölkerung nnd ihrer Abgeordnet« gar nicht wahrscheinlich, und denjmtgm Geschäftslent«, welch« Sabbath und Festtage beobachte», wäre mit jeder Eoncesfion gedient. Aber die Jude» Ihn» selbst nichts» »eit nur verhältnißmäßig wenige betroffen «erd«, vergleiche nusern Leitartikel in Rr. 18! Wie». 3» de« benachbart« Bad« wollte fich eine jüdisch« Gemeind, organtfire», stieß aber bet der Behörde auf Widerstand, „well dt« Errichtung und Erhaltung der zum Bestand« eines solch» Vereine« erforderlich« Anstalt» durch dte «igm« Kräfte der Mitglieder nicht gesichert erscheine." Auf Rekurs htergeg» hat jedoch ha« Ministerium die Eonftttntrnng gestatiiet und in der Mottvtrung folgmde Grundsätze ausgesprochen, ,ch»ß dt« Aetivtrung der von Israelit« behufs Befriedig»», ihi-er nltgtös« Bedürfnisse in'« Leben z» rufend« G«aoff«l.fchaft» von der Rachwetsung der zur Errichtung und Erhaltung l»er nothwmdig« Austattm erforderlich« Mittel nicht abhängig gemacht «erdm könne, daß auch dte Staatsverwaltung auf IHe Regelung der bei etuer solch« Veranstaltung in Betracht konunead« materiell« Frag« überhaupt kein« Stnstnß zu »eh«« ' habe und dte Jnzerenz derselb« fich lediglich darauf beschränk^ zu prüf«, ob dte Statut« der Genossenschaft nichts enthalt», was den allgemein« Staatsgesetz» zuwtderlauf« würde. Hingegen müsse der Eintritt io solche Gmoffmschaft« dem frei» individuellen Ermessen anheimgestellt bleiben und könne wei>« ei» Zwang zum Beitritte noch die Mitwirkung der politisch» Behörde zur Eintreibung rückständiger Eultusdeiträge bewilligt werden." ...... r Wie«, in Juli. E« ist «ue deachtenKwerthe Erschein«^, daß dte hiesig» Eonsula der dmtschm Klein- und Mjttelstnatim,