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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-08-30 · 35 (30.8.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
35 (30.8.1871)
Date
1871-08-30
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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17« «arm alle Gegenden Württemberg» vertreten. Der Borstand, Haupt- und Wassmhanttthrer Lttbman» von Ehlingen,' zeigte, anknüpfmd an die jüngst» politischen Zeitereignisse, wir Einig- Mt stark mache und di« Genossen de« Staude» ermuntere, auf de« betretenen Wege auch ferner gemeinsam die unzertrennbare» Interessen der Schule und der Lehrer zu fördern. Sr zählte die Resultate auf, welche durch den Verein und die Conferenz der iSrael. Lehrer bei dm Kirchen- und Staatsbehörden schon erziett wordm seim, und steckte die Ziele ab, der« Erreichung wir in nächster Zeit »och zu erstreb« Hab«. Da» Haupttheiua über Ertheilung de« hebräisch« Schulunterricht» wurde gründlich besprach« und in der Debatte die Krag« erörtert, warum dieser Unterricht nothwmdig sei, «elche» Ziel er sich steck« müsse und unter welch« Bedingung« und wie diese» zu erreich« wäre. — Z» dm materiell« Frag« de« Stande» will mau fich an die Lag« zuvor in Ludwig»b«rg in der Plenarversammlung de» allgemein« Bolkschullehrer-Berein», sowohl vou dm evangelisch« al« dm katholisch« Lehrer», gefaßt« Beschlüsse in einer besonder« Eingabe an die Staatsbehörde anschließe» und daaebm die besonder« Angelegenheiten zur Sprache bring«. Ein sehr erfreuliches Erzebnih lieferte der Rechenschaftsbericht de» KassirerS Her« Weil von Stuttgart über d« LermögeaSstand de» Lehrer» Unterstü-uag»« Verein», der ungeachtet seiner verwilligt« Gab« an Wittwei, und Waisen von Lehre« und an bedürstsge Stande«, genoss« ft dm drei Jahr« 1868/71 um 2228 fl. 43 kr. zugetunnm und jetzt ein Dermögm von 3482 fl. 25 kr. hat. Auch heute wurde wieder drei« Gesuch« um Unterstützung gerne entsprochm. Au der Spitze der Gönner auch diese» LiedeSwerke» steht uuser erhabene» Königshaus mit Höchsteigenen Staat»- beitrigm und die regelmäßig« Zuschüsse und freiwillig« Gpeadm au» 18 iSrael. Gemeind«. Da» gemeinschaftlich« Eff« würzt» mehrere Traste. Ein telegraphischer Gruß von Aex. Elsaß« Lauphei« in poettscher Form, der sofort auf demselb« Wege et»' widert wurde, erregte viel Heiterkeit. Bedauert wurde di« öcixität mancher Eolleg« in der Bezahlung der doch so klein« Jahre» beiti äge und in der Theilnahme an dm Jahresversammlung«, der« nächste wieder in Stuttgart abgehalt» «erd« wird. lAeckar-Ztg.) 8 Müuch«, 9. August. (Orig.-Eorrefp.) Der hier kürzlich vcrstorbme Rmtier Herr Adolph Koha hat der hiefigm t»r. Gemeind« 19,999 Guld« und der hiefigm königl. Universität 29,999 Gr:ld« zu Stipmdi« für jüdssche Studirende letztwillig hinterlass«. — Der Vorsitzende deS Stadtverordneten» Collegium» in unserer «inst weg« ihre» UttramontaniSmu» verschrim« Stadt ist ein J»d>r, Herr M. Guggmhetmer. Derselbe wurde anläßlich de» Truppmeftzuge» in Münch« von dem Gmeral v. d. Tann und vier Oberst« besucht, die d« Dank der bayerisch« Armee für d« bereitet« großartig« Empfang Lberbrachtm. — Au» einer von de« Mttarbetter de» königl. statistisch« Bureau» zu Münch«, vr. Karl Maser, unternommen« höchst «mfaffmdm Zusammenstellung über da» Gefängnißwesm in Bayern ist folgmde Notiz mittheilmSwerth: »Bon fämmtlich« Gesang«« find 82 pCt. Katholik«, 17 pCt. Protestant« und 9,2 pCt. ZSraeliten. Durchschnittlich trifft 1 kathol. Gefangmer auf 685 Katholiken, 1 protestantischer auf 1249 Protestant«, 1 israelitischer erst auf 4153 Israeliten überhaupt. Auffallend gering ist die Betheiltguug der Israeliten an der Gefäugniß-Bevölkerung.^ — Bor einig« Tag« erfchi« in ßilmdider Ausstattung der nach einer Handschrift der hiefigm Staatsbibliothek fachgemäß edirte und durch Not« bereicherte llommmtar de» R. Janatha» Hacohm au» Luuei zu Alfast auf Cholin. Die Herausgabe wurde durch dm Rabbiner Her« Bamberger in Kischbach und d« hiesig« Bauquier Her« Joseph Ste« gemeinschaftlich veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit sei für die sich interesfirend« Kreise erwähnt, daß Abschrift» an» Handschriften der hiesig» StaatSbittttthek wm »ftemsach-l kundig» Man«, HerrnS.L. Ich» hier, geg« eft.mäßtW» Honorar eorreet angeferttgt werden. H. L»» der Spree» 19. August. (Orig^Eorrrsp.) Z« 'Ihrem Artikel »Da» deutsch« Volk und dt« SNta* (am ich Ihn« au» unserer Gegend eia« klein» Beleg «tttheilm. Be» trifft die Thatsache auch nur eine klein« Gemeind« und «ft» an fich geringfügig» Gegenstand, so ist ste doch bezeichnend. Die Charlottenburger »Neue Bett* berichtet an» BeeSkow: »Der Religion«lehrer der hiesig» jüdisch» Gemeinde hatte da» Gesuch gestellt, ihn von der Entrichtung de» städtisch« Schulgeld«» z» befrei». Diese» Gesuch, welche» von der hiesig« Stadtverord» net«-Versammlung gmehmigt wordm war, ist -von unsere« Magistrate abgewtesm worden, »eil Bittsteller nur dt« Eigenschaft eine» Privatlehrer» habe und daher nicht, wie die öffentlich« Lehrer unserer Stadt, eine Befreiung vom Schulgelde be» ansprnch« könne. So etnlmchtmd dieser Abwessnngögruud äußerlich erschein» mag, so sehr verstößt er doch geg« die Billigkeit. Die schulpflichtig» Kinder der jüdisch« Einwohner gehör« zur christlich« Elementarschule der Stadt. Demgemäß nttissen die Jud» zur Unterhaltung der städtisch« christlich« Schul« ft derselbm Wesse und ft demselb» Lerhältntß wie die christlich» Einwohner belttag«, obwohl'sie von dem ft der christlich» Schule ertheilt» Religionsunterricht kein» Gebrauch «ach», vielmehr noch besonder» für d« Religionsunterricht ihrer Kinder sorg« müssen. Der jüdssche Cultnöbeamte ergänzt daher d« Schulunterricht der jüdisch« Kinder ft religiöser Beztehnng uud dürfte, da er ftsoweit die öffeuttichm Lehrer vertritt, betreff» der Befreiung vom Schulgeld« dies» gleich zu stell« sei». So dachte auch die Behörde derj»igen Stadt, ft weicher der Reit» gionSlrhrer der hiesig» jüdisch» Gemeftd« früher angestrllt war. Weöhalb macht «au ft BeeSkow «ft« so ängstlich« Unterschied zwischen Sffmtlich« Lehret» und einem jüdisch« RettgiMwUhmrtz Hoffmttich »erd» keine confesfionell« Engherzigkeit» dabet im Spiele fein. Dan» aber wäre e» zu wünsch» gewesen, daß «an ft dieser Angelez«hett «ehr die Billigkeit»- und Humanitäts- Rücksicht« hätte walt« lass«.* Ich füge noch hinzu, daß die Jud« ft vee«kow. wie wohl überall, mit städtischen Abgab» ziemlich hoch besteuert find und so auch kürzlich zu dem Neubau de» städtischen Schulhause» ihr Theil beigettag» Hab». Auch find« wtt ft d» List« de» dort gegründet« Rettungshause« die Jöraelil» «ft umnenSwerth» Lefträgm verzeichnet. Auch müff« sie, wie die christlich» Mitbürger, die Last» zur Kirche tragen. Aber bet de« Magistrat fand weder ein Appell an die Gerechttgkett noch an di« Billigkeit und Humanität, di«'»christlich« Liebe*, Gehör; der «1t 299 Thlr. besoldete geprüft« israelitisch« Lehrer mußte 12 Lhlr. Schulgeld für da« ganze Jahr nachbezahl«. Noch eftSr ft Storkow sollte für dm neu« Superiutmdeut» eft neue» Wasch- - hau« mit Trockmplatz gÄaut uud augelegt werd»; die Regierung hatte kein Geld dazu, oder wollte kein» gebe». 2» mußte nun repartirt werd»; «er hat da da« Meiste dazu geb» miss«» Die Storkower Judm! weil sie die dorttge Luft frei «Ihm» dürf«! Wo vleib« da Recht und Billigkeit?! ' In de« benachbart« Lieberofe, wo nur zwei jüdische Kamllim wohnen» ist «ft Angehöriger derselbe», Moritz Meyer, Kanonier, der erste gemes», welcher mtt dem esse»« Kreuze deeortrt wurde. Derselbe ist Unteroffizier geword». ß. Straßburg, 19. August. (Orig.-Corresp.) Bei Erneuerung de» Munietpalrathe» «urd» mehrere Jud« ft denseiden gewählt. Diese» Factum wäre nicht zu registrtt», wenn nicht diesmal — ob mtt oder oha, Zuthun der deutsch« v» Hörde«, vermögm wtt nicht zu sag« — der eonfesstonelle Unterschied zu« ersten Matt nach langer, sehr langer Zett as« bet alt« Rumpelkammer hervorgeholt Word» wäre. Bet Ansstett

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