Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 35 (30.8.1871)
- Date
- 1871-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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'J21 ä 974 iw all solch» zu behandeln,' da« war fast all« Mitglieder» «tu. l«cht«d. Mau hätte letcht kn Beschluß so'deuten fttKtn, all ob die Synode aus dt« veschueiduug ket, g»M Gchrtcht^leg«, unb die R-aitmz gegm diese» vundch^tch» hätte mötzkicherweift dadurch an llmsaug gmonne». Deshalb beschloß man mit der Veantwortmg der vorliegenden Frag« zugleich auf die hohe Bedeutung der veschueiduug hinzuweisen. Ob dieser Zusatz als Eiuleituug od« als Nachsatz fbnunra sollte, ob n möglichst scharf oder möglichst geltud« geholt« sei« müsse, darüber war große Meiauug»verscht«dmhett. die auch eine lediglich zur For. muliruug de« Aalrage« gewählte Redaktion«.Commission nicht ««gleich« konnte. Endlich einigte man sich aber dahin, ,n£» d«rst tu der öffentlich« Sitzung durch d« Mund de« Präsident« aussprech« zu lass«, daß di« Synode die in einzeln« Fäll« vorgeko«m«e Renitenz geg« die Ctrcumcisto« tief beklagt, und sodann die vorliegenden Frag« in folgender Form zu biantworte»: »Indem dt« Synode di« hochwichtige Bedeutung d« Beschneidung als unbezweifelt im Judmthum vora«»setzt, erklärt sie jedoch auf die au sie gestellte Frage, daß a. f. Wenn ich zum Schluß noch einen kurz« Bericht über dke der Annahme der Resolution vorau«gegangeue Di««ssio» gebm soll, so muß ich vor Allem constatir«, daß ein großer Theil der Synodal-Mitglied« am liebst« die Resolution ganz cbgelehnt hätte, da die Zett viel zu kurz war, um ein so umfangreiche« Programm d«rchzub«athm und nach all« Gettm zu besprechen. Diejmigen Paragraph«, welch« die eigestssich« Strrttstagm mthiett«, ward« zwar gestrichm und dadurch die einstimmige Annahme d« Resolution ermöglicht, allein sie ist dadurch, um nicht zu sag« farblos, jedenfalls unklar geword« und eignet sich schwerlich al« Programm od« Norm für künftige Synoden. Die Debatte soll stellenweise äußerst lebhaft geführt word« fein. vir erhalte» foebe» durch d« »Hebrew Staber' de» Bleicht M »N..P. Herald' üßer die Synoda^d«p i^mi „eigene» vertchtmstattir" verfaßt ist. Als ne» ctffett darin di» Mit. theüuntzi doch NabA Astoic zu Bbüssck (M geboren« Franzos«) in «in« SchoetbM an d« Präfidenim derEynode fernere« Zusammmwlrken Üitt dies« abgelehat hat, 'Veil sein Gemüch durch d« unglücklich« Krieg zu sehr nied«geb«gt sei, und et» Seiger'scher Anttag, der dahin lautet» wünschenSmrrilße ab« nicht uöthtg, daß d« Etviltrauung ekle religiöse folge'', «ad d«, »ach de« Berichterstatt«, „die Wirkung von in Feuer gegoss«em vel hatte". Der betreffende angenommene Antrag ist schonmttgetheilt. Abweichend von anderweitig« Bericht« (aber wohl nicht richtig?) ist die Mittheüuug, daß die Synode Hochzeit« in kt Zeit zwischen Pesach und Schabuoth — also nicht in d« „drei Woch«" — für statthast erklärt habe. Berichte und Correspondenze». Peutschlnad. M. Hamburg, 20. August. (Orig.»Corresp.) Ich wtrdg nicht so lange angestand« haben, an Sie zu schreib«, wenn sich hi« etwa« «eignet hätte, was d« Erwähnung besonder« «erth gewesm; ich glaub« demung«chtet Ihr« Lese« und unf«« Gemeinde ein« klein« Di«st zu leist«, wenn Ich Ihn« üb« uus«e n«estm Verhältnisse Einige« berichten Sehm wir uns vor all« Ding« einmal uns« Schulwes« an, so sind« wir, daß trotz de« Besteh«« zwei« jüdisch«, Lehranstalt«: der Talmud Torah und d« fett mehr«« Jahktü von Dr. Fel« ge- Feuilleton. An, de» ErMunye» tine» Knrnsigfiitzritze«. 1. Wie dt« Juden in Danzig börsenfähig wurde«. E« wird im Jahre 1808 gewesm sein, da führt« Geschäfte dm Kaufmann Mose« Cassel all»» Moritz Leo au« L«lin nach Danzig und dort auf die Börse. Ab« kaum war « dortsellst gesehen und erkannt word«, al« d« Börfmdim« an ihn herantrat und ihm in nicht g«ade grob« ab« doch sehr unverblüatt« Weise «öffnete, daß eia Jude die Börse in Danzig nicht betretm dürfe, e« fei daS geg« die Statut«; « möge sich also kein« Unannehmlichkeit« auSsetzen und schlmnigst gehen. W« *“• weiß, welche Rolle die Jud«, d. h. wenigstens die durch Bllduag und sonstige sociale Vorzüge hervorragmdm Zudm damal« in B«li» spielt«, nie sie schon seit Iahrzehmtm an solche Behandlung nicht mehr gewöhnt warm, besond«S aber nachdem die H«rm Iunk« dm großen »Klapp' bekommen hattm — Eie «iss« ja! — und wie seitdem alle«, waS nichtadelig war, zufammenhielt und m d« ganz« Zeit kein Unterschied zwischm Christ« und Juden gelt« sollte — weniger wie jetzt, kann ich Ihn« sag«! — nun gut, wer daS bedmkt, d« kann sich d« Zorn de« Mose« Cassel denken. WaS thut man? Telegraphtreu konnte mau damals noch nicht» also setzte « sich hin, klagte schriftlich sein Leid dem Berlin« Vorstand und bat, daß man sich für ihn verwmdm und ihm zur Abwendung d« Schmach, die ja in fein« Person d« ganz« Berlin« Gemeinde, d« ganz« Judmschaft augetha« sei, helfm möge. D« Brief wurde p« Cstaffette nach D«lin geschickt. Rubm Samuel Gump«tz war damals erst« Vorsteh«, empfing und IaS d« Brief und begab sich gleich an« Werk; « hielt e« für Zeitv«lust, erst seine Collegm zu beruf« od« zu frozeu, sie mußt« ja ohachiu alle eine« Staue« hi«in sei». Gumpertz hatte auch nicht «eit zu such« und nicht wett ' zu geh«; nah« bet ihm wohnte ein höher« französisch« Offizt«, mtt dem et ziemktch gut bekannt war; dies« suchte a auf und trug ihm die Sache vor. D« Offizt« fand da« Gebahr« d« Danzig« Kaufleute ganz unanständig, höchst veraltet, wum müsse die Zopfträzer zm Raison bring«. Sr führte Gumpertz bet de» (französischen) Commandantm von Berlin et», »elch« ganz dev« selb« Ansicht war »ad ihm et» Empfehlungsschreib« für Herr» Leo an General Rapp, dm. damalig« Gonvernmr von Danzig, einhändtgte. Mtt diese« Briefe trabt, dt« Sstaffette zurück uub mit ihm begab sich Leo zu Rapp. Auch dies« war üb« die Geschichte höchst mtrüstet und ließ gleich, »achde« ihm alle« kurz erzählt war, zwei Sensd'armm ruf«. »Seht mch dies« H-rrn g«au an,' sagte et, »daß Ihr ihn kennt; «org« geht ihr zur Lörsmzett an die Börse und postirt «ch so, daß Ihr, ohne auf. zufallm, fehm könnt, w« da ein- und autgcht, und wenn euch dies« Mann da ein« Sink giebt, so tretet ihr näh« od« et» und gewährt ihm Schutz geg« jede Unbill!' St« ist uns« Leo dm andern Mittag zur Börse gegangm —! ab« doch trat « nicht eh« hinein, bl« « sich überzmgt hatte, daß sein, beGeu Schotzmgel auch in d« Nähe auf de« veobachtung-post« waren, leiblich und wirklich, mtt dem Dreimaster «ch dem groß« Schau«, bart und Säbel, und sie hattm khu bemerkt und ein« rUffueä ä'inteilixene« mit ihm gewechselt. Mose« Cassel sprach ganz perfekt französisch. Run trat « etu, aufzertchtet, so hoch « Gm war. Da« gab ein Murmeln und Murr«: »Der Jude, bar Jud' ist wich« da. was will d« freche Jude, wo ist der Börsondi««? hinan«, hinan«!' D« Börfmdim« kommt schnaufend heran und gar nicht höflich, sondern gleich 1« gröbst» 3Mk sagt«: »Ich habe Ihn« (od« hat « g« »ihm' gesagt) schm urultch gesagt, daß hi« ket» Jude Zutritt Hai, wen. Sie nicht augenblicklich sich ttoll», so werbe Ich-* »Hinan«!' «k» tönte ch im Chor d« Kauflmt«. ,va» verdm St»? Mich hinausbrtngm?! Hie «oll« «ich htnansbrtug«? Ich wttot