Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 32 (9.8.1871)
- Date
- 1871-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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-268 Herz«" unfntt chttstltchm Bteiffrrung zu vnnehm«. Ob««n steht uusrr Ministerium, dal nun endlich einmal «ine« wirklich« köntgl. Rath aufzuweism hat — freilich in Part«, wo Herr vr. Kahn schon seit 'langer Zeit Attach« unserer Gesandtschaft ist und fich namentlich »ährend de« Kriege«, pro form» ta Schweizer Diensten, au»gez«tchn«t hat.') Dah ferner von dem neugestifteten Orden für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet« der freiwilligen Krankenpflege rin« erhebliche Inzahl den Weg zu den Knopflöchern unserer Glauben«- geaosien gefunden habru und daß auch unter denen, dear» Sein« Majestät bloß seinen Dank und seine Anerkennung auögesprochm habe», auch wieder „unsere Leute" stark vertrete« find» zeugt ebenfall« von dem GrrechtigkettSsin» unserer Regierung Da Sie aber, geehrter Herr Redakteur, nicht spekulativ genug find, »in „Gedenkbuch" für die Lhetlnahm« der Juden an dem letzten deutsch «franzöfischen Krieg» herau«zug»bea, so genügt Ihnen wohl dies» allgemein« Erwähnung. Doch stehen Ihnen auf verlangen auch die Namen zur Verfügung Dah dt« neubegründet« Tommunalschule in Nürnberg auch «inen jüdischen Lehrer hat, ist wohl so selbstverständlich, wie dah die hiesige Reltgionlschul« in dem neuerbauten städtisäten Schul« Haus« prachtvolle Lokalitäten erhalten hat, sowie dah an der hie« figen königlichen Handrlöschul« und an der köoigl. Realschule jüdische Lehrer wirken — und würde ich e« gar nicht erwähn«,") wen» r« überall so wäre. Lei dem Einzug» de« 14. Infanterie «Regiment» ta seine Garnison Nürnberg waren wir so glücklich, den decortitta Unter« offizter Herrn Fried wohlbehalten einrückea zu sej«n. Dem Tapferen war nach der Schlacht bet Sedan, wo «i fich mit einigen zehn Kameraden an eine« wichtige« Punkt durthgeschlage« hatte, da« Offizier»«Porte«öpöe angeboten worben, da« er aber an« Familtenrückfichten — er ist der Sohn einer Lihrerwtttw« — ablehnte, um nach vollendetem Feldzug Urlaub «halten und dem fünften der Aehngrbot« Nachkommen zu können. Herr Johann Martin Schmidt, weiland Privatier und guter Ehrist in der weiland gut christlichen frei« Reichsstadt Nürn« berg wo bekanntlich erst seit kurzer gelt wieder Juden wohnen dürfen, hat der hiesig« israelitisch« Gemeind« «ta Legat von 600 fl. letztwtllig vermacht »zur gleichmäßig« vertheiluag unter di« sämmtliche« vohlthätigkett»«Gtiftungea der töraelittschen Ge« «rinde'. — Auch «ater den jüngsten Fundattous-Zuschüfien zu de« hiefigeu jüdische» Hospital befind« fich 200 fl. von einer Christin, Maria Margaretha Eckhardt. Ueberhaupt haben wir speciell hier un« nicht zu beklage«: Juden fitzen im Magistrat und unter de» Stadtverordneten und ta allen städtische« Ehrenämtern, und wa« Sie jüngst alt Anekdote unter dem Strich erzählten, dah nämlich eia Dauer vom Rabbiner ein« Leichenrede für seine Frau verlangte — wa« fich übrigen« wirklich in Meisenhet« zugetragen Hab« soll — dasselbe oder Aehnltche« ist hier Tagesordnung und e« gehört gar nicht zu den Seltenheiten, daß Christen zu dem Rabbiner oder dem Caator mit der Litte kommen, er möge für diesen und jenen kranken Angehörigen beten. Da« find doch auch erfteuliche Erscheinungen! Leipzig, 21. Juli. (Ortg.-Corresp.) Wiedenim hat sich die Zahl der Gemeinde», «elche dem Gemetndebuud« betgetreten find, vermehrt, so daß die Gesammtztffer fich nunmehr auf einige flebmztg beläuft. Sämmtliche Zuschriften der Gemeinden bekunden t a« wärmste Jntereffe für da« Zustandekommen de« Bunde«. So schreibt der Vorstand der israelitisch« CultuSgemeinde zu Fürth an dm Borfitzenden de« LuSfchuffe« für dm Gemeindetag Herrn Gemeindevorsteher Moritz Kohuer: Bereit« »an nl «it-etheilt. stieb.) So »ett find »ir dennoch noch (»»>» »ichtll sttch.) »E« gereicht un« zu besonderem vergnügen. Ihn« erklär« zu könam, daß die hiesige Gemeind« de« Gemeinde, bund Beitritt und pro 1871 für dm Fall de« Ledürfm« 1 pCt. der dtreetm Gemeindmmlagm dem Lunte zur Verfügung zu stellen bereit ist. Zur Erklärung unsere« Leitritte« hat un» wrsmtlich die Aussicht veranlaßt, daß allsrttig« Lrtheiltgung der auf »erschieden»« religiösen Standpunkte stehenden Gemeind« nicht auöbletb« wird, wenn Sie auf dem mühsam zu überschrettenden, aber allein richtig« Weg« beharrm «ad da« Mißtrau« der religiös« Neuerung« Ibgmeigtm in der bereit« an gebahnten Weis« beschwichtig«. I« sicherer aber «» ist, daß Sie noch mir viel« Hiademtfim zu kämpf« hadm, bi« St« da« Ziel erreich«, desto entschiedener tritt dt» Mahnung an All», dmrn »« um dt« helltge Sache Ernst ist, Ihr «dle« Sttebm aazuerkmnm, Ihnen Muth zuzuruf« end sie der Unterstützung Derer zu verfichera, dm« dt« Enetchung de« vorgesteckt« Ziele« al« eine der höchst« Aufgaben unserer deutsch« Glaubmtgeaoffm erscheint. Dieser Pflicht »oll« wie anmit aachkommm; wir erklär« unser volle« Sinverständntß mit Ihr« jüngsten in dieser Sach» unternommen« Schritt«; wir sprich« Ihn«, verehrter Herr, tn»b«soaderr für Ihr Wirk« unfern Dank und unsere Inerkmnung au«.' Auch «in« hier soebm im Eommtsston«-Verlag von Vöcar deiner erschtmen» Broschüre» »Da« Judmthum uni, fein« Aufgabe im nra« dmtschm Reich,' plaidtrt beredt für d« vettrttt zum Gemrlndebund». Dieselbe spricht hier allgemein an. Derfasse» ist »in in köntgl. sächs. StaatSdimst« stehender junger Jurist (GlaubmSgmofle), der bereit« durch »in» vre schür« «eg« Fritz Rmter sein» warme Thetlnahm« für da« Julrrnthum bekundet hat. <R»f»r«dar Wachtel. Derselbe reift jetzt währmd der GertchtSferi« am Main, Rhein und in Würtmiberg und ist ta edler Uaeigmnützigkett für d« Beitritt größere,' Gemeind« thäitg.) Aber noch fehl« viele zu« Thetl größer» Gemeind«! Möcht« auch diese fich mdltch mtschließen, dem Gemetndebundr betzutret« und fich mtt der bezüglich« Erklärung beeil«, damit auch, sie bei der hoffentlich schon zu Michaeli« o. «rfolgmdm Coastttuirung ihr« Einfluß bet Entwerfung der Statut« u. s. w. * geltend mach« können. Gllt e« doch eine Vereinigung zu schaff«, der« die herrlichste Aufgabe harrt, so manche arg« Uebelstände zu besetttg«, so manche bisher schwer vermißte Einrichtung« in'« Leb« zu ruf«. L. L. Schwerseuz (Posen), 7. Juli. (Vrtg.-Corresp.) Der Nekrolog au« Schrimm (Pos«) tu Nr. 27 Ihre« geschätzt« Blatte« zwtngt «ich z« einer Entgegnung. Nicht ,twa, daß ich geg« d« Nekrolog al« solch« trg«dwa« «tnzuwmd« hätte, nicht etwa auch, daß ich mich gerade be«f« fühl,» sollte, für da« „profane Wtfim" fast sämmtliche» Bewohner der von der „groß« Ctsmstrahe und dem Weltverkehr absett« geligmm Fleck« und klein« Städte" Posm» etnzutrrt« uud d« leicht zu erbringend« Beweis zu führ«, daß gerade die Iud« unterer Provinz ein nicht hoch genug anzuerkmn«de«, durch Mangel an Gynmafi« sehr erschwerte« und ungemein verthemrte« Sttebm auch »ach j«em „profan« Wtfim" bekund«; aber al« in der Provinz Pos« gebormer und in derselbm seit 86 Jahr« amttrmder, geprüfter Lehrer muß ich meine Sttmme >,h«b« geg« d« tu der Nachschrift von der Redaktion mitgethM« Auszug aus dem Begleitschretbm Ihre« Her« Eorrespondentm, ich muß protestttm geg« falsche, gar nicht zu rechtfertig«»« Berurtheilung eine« ganz«, Hochverdi« t« Stande«, deflm Mttglieder „meist irreligiös leb« und de« jüdfichm Wtfim« fast baar fein soll«". Nur «er Schetnhetltgkett und Bigotterie mit Religion verwechselt, wird die Lehrer unserer Provinz für irreligiös er-