Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 32 (9.8.1871)
- Date
- 1871-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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254 kläre», und nur wer hohe talmudische Gelehrsamkeit für mehr al» wiü schenSwerlhe Ergänzung sonstiger jüdisch« Bildung eine« Lehr«« hält, wird jenen jüdische« Wisse» abfpreche». Giebt e«, wie auch Ihr Herr Eorrespondent durch da« Wörtchen „meist" eingeste'ft, auch Ausnahmen, so darf darum nicht üb« einen ganzen Stand abgeurtheilt »«den. (Wir dursten diese Entgegnung acht unbeachtet lasten, obgleich d« Leftr durch solche allgemeine Behauptung« und Verneinungen nicht in den Stand gesetzt >oird, sich ei» Urtheü zu bilden. Allgemeine Urthelle üb« einen Stand, ein Volk u. s. «. find selbstv«stä»dlich imm« nur allgemeine, durchschnittliche, erleide« AuSuahmen und treffen »jemand persönlich. Wir selbst find mit den Zustände» und Persönlichkeiten zu wenig bekannt und können nicht« weiter hiozutügen. sied.) Oesterreich. K. G. Aus ttagacn, 18 Juli. Ich habe in meinem voriger Briefe richtig geurtheilt, e« ist wirklich seitdem schon schwärz« gewcrdeo. Daß es die beiden Parteiblätt« d« Frommen, wie fie sich nennen, gar zu arg treibe» und Schmutz üb« Schmutz häufen, da« liegt ja in d« Natur d« Redasteure, die schon c>lle religiösen Phasen durchgemacht und endlich auch in den Dienst d« Schomre hadath geirrte» sind; daß ab« Gemeinden so ttef finken konnte«, Schriftstücke nach dies« Mani« ron diesen Leuten fabriciren zu lasten, um dieselben dann ihrem im Dienste ergrau tten Rabbiu« zuzuseuden, da« ist viel traurig«. So hat die orthodoxe Separat-Gemeinde zu Mi«kolz in d« «eignen Schreibweise des „Trad. Judenthum«" einen Brief an ihre« seit mchr al« dreißig Jahren in d« Gemeinde segeuSreich wirkenden Ober-Rabbiner gesandt, welch« au EyniSmu« alle« üb«, trifft, wa« je in dieser Beziehung geleistet wurde. D« sehr ehrm»>«che Vorstand — Brutus ist ja auch ei» Ehrenmann — hat mit der Abfaffung dieses Briefe« de» Redasteur «o ehef de« ol'geiiauut«« Blattes dettaut, « kennt seine Pappenheim«, und d« gute Mann ist nicht schuld» wenn « fich selbst über» troff« hat. Sofort nach dem Schreiben diese« Opus öffneten sich die Pforten d« alleinseligmachenden Zeitung dem geistreichen Produrte, und die Lei« de« Blatte« erfteute« fich de« bochseligm Gmu'se«, wieder einmal etwa« recht „Derbes" zu lesen. I» d« Nachschrift wird die Nachahmung besonder« empfohlen. Äas hat ab« d« Ober-Rabbin« von Miskolz rerbrochm, baß d e Schomre hadath so grimmig gegen ihm die Zähn« wetzen? Nichtit and««« al« daß « ein« Theilnng sei»« Gemeinde seine Zustiinmung versagt; « will, wie « eS schon mehr al« dreißig Jahr« ist, auch jetzt Rabbiner der ganzm Gemeinde bleiben, « k«m, weil « von wahrhaft« Reiigiofität befeeft ist, dem Verlang» der mod«nrn Heiligen, die Fortschrittsgemeinde, dae» Jnsti! utioue» vollständig auf streng religiös« Last« beruhen, von fich z» stoßen, uicht nachgebei^ und darum «ftecheo sich Jg«, ranter, die Perseer ei,«s hochwirdizea Manne«, d« zu den erste» talmirdischen Autoritäten zählt, zu o«läst«n; »ed« semr talnm» bisch« Gelehrsamkeit, noch sei«« Frömmigkeit, «ed« sein heilige« Amt, noch sein Greiseaalt« mponirt dies« Leuten; ein« wilde ' Horde würde da« vielleicht zur Umkehr »nd Einkehr in fich selbst ' bewogen habe», ab« nicht den orthodoxen Vorstand vo» MiSkolz. ' Angeficht« solch« traurig« Thatsache» wird Ihr Zorrespan» , deut aus Ried«-Ungarn kaum mehr seine Behauptung aufrecht ' Hallen können, daß da« „Tradit. Judenthum" ein Führer ohne \ L»t< ist, wenn so wa« in ein« großen Gemeind« möglich wirrt«. Er spricht immer von Orthodoxen, die die Gegn« diese« BlaiteS wärm, aber ich glaube kaum, daß « mir fünf Rabbinm nenn,» kann, dir bloß orthodox find «nd nicht auch tem Jaquifitio rüv«ein »»gehör» und dadurch leid« ihre ehrliche orthodoxe Gefinnvng preilgeben. Diejmigeu, die bloß zur Orthodoxie fich bekennen und vom Schomre hadath-Schwindel nicht« wiffm wollen, wndm ja von ihnen al« Ketzer gebraadmarft Beweise: Freistadt und Mttkolz. Dies» Leuten ist »icht« hellig, nicht bloß ihr« Rabbiu« schmähe» fie, fie begeifem auch defsm Söhne und Schwiegersöhne u»d »«letzen so die Gefühle eine« Vater« und jede« Mmsch», d« Austand«gefühl besitzt. Da« ist die schmählichste Stelle in jmem Briefe, fie bekundet wahrlich kein» gering» Grad von Bosheit. Ob ab« d« Miskolz« Ob«- Rabbiu« fich fein« Söhne und Schwiegersöhne zu schäm» hat? ich habe nur d«m Ramm zu nenn», um die Boöhest dies« Leute im recht« Licht« erschein» zu lass». Seine beid» Söhne bekleid« ausehnliche Rabbinatöposten, d« eine ist Rabbiu« z« KecSkemet, ist hochgeachtet in sein« Gemeinde und im ganzm Laade, d« audne wirft al« Subrabbi in Preßburg segensreich durch feine Predigt»; wmn « zu tadeln ist, so ist r« deswegen» daß « die Schomre hadath al« ein noll me tangere behandelt, zuweilen sogar Mime macht, mft ihn» zu geh». Untn sein» Schwiegersöh»» ist der Ober-Rabbiner zu Alt-Ofm al« be» deutende P«sönlichkett bekannt, und der Rabbtn« zu Eperie« nicht minder vortheilhast bekannt. Doch d« Unwiffmde ist ja nach dem AuSspruche de« Talmud d« grimmigste Feind de« Gelehrtm —. Ihre Leser in Deutichland w«dm darau« l«nm, welche Früchte aus dem Schomre hadath-Baume reisen. Japan. Aokohama, 21. Mai. (Original-Corresp.) sAu« einem Schreib» de« Herm R., d« vor zehn Jahr» dorthin au«gewaadert.) ... Zu Ihr« Gmngthuung kann ich Ihn» meld», daß fich die Sach» in Bettest de« projectirt» Syaagogmbaue« und de« Begräbnißplatze« nebst fech« Gräb«n ganz so »«hält, wie Sie erwähnt». (Vgl. Rr. 6 d. Bl.) Da« Geld znr Synagoge ist Vorhand» und soll d« Bau nächst»« beginn». Hauptsächlich ist au« London durch vr. Adl« eine bedeutmde Summe dazu gespendet ward» Da« Fehlmde Hab» wir hi« zusammmgelegt. Es sind jetzt hi« circa 70 Jude», die au« all» Himmel«» gegmdm hergekommm find, wovon ab« die meist» leid« «mig Ehre einleg». 8« find die« namentlich die polnisch» und rufstsch» Jude«, die üb« Egyptm, Bombay und Singapore hierh« gelangt find. Fern« dmtsch» amerikanische Jud», d. h. dmtsche Juden, die in Amrrika lange umh« irrten, nicht« „mach«" konnten und »dlich al« Amerika»« herkam». Da« ist «ine ganz saub«e Sorte Leute, und «an thut am besten, ihn» ganz fern z« bleib». Wenn ein« von dies» 8»t» in'« Unglück g«äth, od« wmn sonst etwa« unt« Inden vor kommt, so w«d» Sammellist» h«umgeschickt, «nd es wird imm« zur Abhülfe d« Roth reichlich gespmdet. Jom-Kippur wird hi« seit Jahr» in gemeinschaftlich« Andacht gefeiert, d. h. wir fast» von Sonnen-Untergang bi« Sonn», Untergang und verricht» in einem dazu geeignet» Lokal in bekannter Weis« die betteffend» Gebete. Ich bin übrig»« d« Erste von all» Jud» hi«, d« fich am hiesig» Platze nied«ließ. Vermischte und neueste Nachrichten. — Da« eiserne Kreuz Hab» «halt»: Die Brid« Bernhard Ursel, d« al« fteiwilljg« Dolmetsch« und Jätend autur» Beamttr den Feldzug mttgemacht, und August Ursel, d« als Einjährig-Freiwillig« im 15. Hannöv. Husar» -Rezmt. gedient hat. D« brüte Bruder, Juliu« Ursel, d« in seinem Etvil» v«hältniß Kamm«gnicht»-Referendar zu B«ltn ist, ist «ährend de« Kriegeal« Osfizi« in da« 2. Garde»Landwehr»Regimmt vnietzt word». Er ist dn erste jüdisch« Garde-Offizier. F«ner