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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-08-02 · 31 (2.8.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
31 (2.8.1871)
Date
1871-08-02
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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347 erst auf die rechte Spur: Rothschild war gchetnm Ober» Eommuutstl!" >tt»«y» Der »Jdraelit. Lehnr' bespricht die in Alzey am 18. v. M. in der Synagoge begangene Friedm«feter und äußert sich wie folgt: »Wie soll mau e« aber deuten, wenn And« trotz« dem, statt mtt dm Jud« tu die Synagoge, mtt d» Christ« tu die Kirche geh«? Müssen die Christ« da nicht glarben, daß die Klag« der Jud« über Verkennung ihrer Religion und ihr Dräng« auf staatliche Lnerkmnuug derselbm nicht» all eitle OppofitionSsucht sei? Zwar nicht alle Jud« thatm so, vielmehr nur eine geringe Anzahl in der Stadt Alzey und auffällig nur, well sie Hauptstimm« de« Gynagogmchor» »ertretm. Auch nicht bloß au« Judtffrrmtttmu« gegm da« Judmthum thaten diese so, sondern au« mlßverstandmer Freuudllchkekt gegm ihre christlichen Mitbürger und au« Mangel an Begeisterung ftir die Interest« der etgmm Religion. Dieselben Sänger u»d Sängerinnm vertret« nämlich auch gleichzeitig Hauptstimm« im all« genuinen Casino-Gefang-Lerein, der zur Friedrnösest-Feier in der Kirche fing« sollte. Christlicherseit« hatte man bereil« aus dm Gesang de« Casino-Verein« verzichtet, al« man Härte, daß gleichzetttg eine Feier tu der Synagoge ftattfindm «erde, wett man die jüdstch« Chorist« für dm Gesang nicht entbehren konnte und voraulsetzte, daß sie an dem Gesang in der Syne goge Thell uehmm würden. Aber dt« Christ« irrten. Die jüdisch« Chorist« erklärt« freiwillig, in der Kirche fing« zu wollen. Sie blieb« also nicht nur der Synagoge fern, an der« Feier Theil zu nehm« diefr«mal sogar jedem Jud« Ehrenpflicht hätte fein «üst», sondern stärt« auch noch die Aulsührung de« projecttrt« Synagogmgesange« und macht« in letzter Stunde eine Amderung de« Programm« nothwmdig.' Dm bitter« und »ohlverdlmtm Tadel, welchen da» ge» nannte Blatt an dies« Erzählung knüpft, brauch« wir wohl nicht mit abzudruck«. Derartig« Eharakterlostgkelt richttt sich ftlbst. Laudtberg a. 8. Der Kaufmann Theodor pick hier ist zum Abgeordnetm de« Provinzial-Landtage« gewählt ward«. Wie». Herr Abraham Firkowitsch, da« Haupt der Karattm in der Krim, der bekannte Besitzer einer an seltmm M anuscrtpt« reich« Bibliothek, befindet sich gegenwärtig hier tnü> hatte eine Audienz bet dem Kaiser. Firkowitsch ist ein Grei« von 86 Jahren.;a 9.«.) (Ein »orthodoxe«' Blatt gt'bt diese Notiz mit dem Zusatz« »und wird von sein« hiesig« Genoss« Szanto emb Jelllnek sehr gefeiert'. Da wenigst«« Sz. «ehr al» nur die Tradition kmgne», so hat e« kein« Sinn, ihn und F. »Genoff«' zu neun«; jedmfall» soll damtt letzterer verhöhnt uerdm. Wo bleibt da« Gebot 8. Mos. IS, 82? Wir kenn« auch die Interprrtatton; aber ist F. ein »greiser Hohlkopf', hat er nicht wenigsten« mittelbar der jüdstch« Literatur erhebliche Dimste geleistet? Wvher denn der Groll? F. ist Karait, wie e» sein« Eltern und dereu Borfahren gewesen sind. Selch« fanatische Rohhett, ihn darob zu verspott«! Und solch« L«te raisonnirm daun auch mitunter tüchtig über Unduldsamkeit von Ultramontau« »der Ober-Kirchmräth«, uud ihr zweite« Sott ist »Gewissensfreiheit'. »Sirs dm Stab in die Luft, k fällt doch wi^er aus d« vodm.') Puris. Die Mttglieder de« tsrael. Cmtral-Eoufistorium» Hab« sich officiell bei de« vegräbniß de» getödteten Erzbischof« bethetltgt und an da« Metropolitan-Capttei ein Belleidschreiben gerichtet, deffm Schlußsatz also lautet: »vereinigen wir unsere Wünsche, daß da» von so sträflich« Händm vergoffme unschuldige Blut da« Läse- und Sühnegeld werde für unser unglückliche« Vaterland und da« Sammko«, au« dem sich unsere moralische Wiedergeburt «twickle. Da« wäre für un» ein großer Trost, für die edl« Opfer der schönste Entgelt ihn« Martyrium» und für die «elt die ErMuug de, «orte« der Bibel: »Ich will gehelligt ungeehrt sein durch Jene, die mir die Nächst« find.' — Auf diese Zuschrift» die in einer Capitel» Versammlung zur Verlesung gebracht wurde, Hab« nun die in Pari« «wesend« Mttglieder de« Metropolitan «Capitel» von Pari« eine von de» Cmouieu« von Valette Unterzeichnete Antwort gegeben, in der «» unter Anderem heißt: »Um da« verhaßte Sttmtat, du» un» dm Eqbischof von Pari» «triff« hat, zu verabscheu«, bedarf e« nicht eine« Gebete« in dem nämlich« Tempel; e« genügt schon, tu gleicher Weise die Gesetze de«jmigm zu erkenn«, der durch seine Prophet« gefproch« hat: »Ich liebe die Gerechtigkeit und Haffe da» Unrecht.' Ja, «» genügt» Franzose, e« genügt, Mmsch zu fein. Seid gesegnet dafür, daß ihr durch eur« brüderlich« Schritt die Schmerz« einer so schrecklich Heimgesuch tm Familie zu lindem versucht habt.' Loudo». Die Nachricht, daß der Kaiser von Brasilim eine Synagoge in London besucht uud „an dm helligm Handlung« um so lebhafter« Antheil gmomm« habe, al» er t« Hebräisch« vollständig bewandert (?) sei" ist unfern Lesern sicherlich schon in d« poltttsch« Blatte« zu Gesichts gekommm. Die Hofnachrichten wollt« wiffm, e» sei da« erste Mal, daß ein gekrönte« Haupt einem jüdisch« Gottesdienst in England beigewohnt habe; dagegm zählt »Jew. Chr.' einige hohe Besuche au« früherer Zeit chronologisch auf. Padua. »Educ. Jsr.' vom 15. Juli meldet: Im Begriff da» Heft zu schließen erhalt« wir die ttaurige Nachricht vom Tode de» Professor« Lelto della Torr,. Ein schwerer Verlust für da« italienische Judmthum. Nächst«» mehr. (Der Berstorbme war der würdige College de« fei. Luzzato. von diesem ist soeben der erste Band de« Pentatmch mtt ttaltmischer Uebersttzuug und hebräischem Commmtar erschien«.) .Marscha». Jakob Lugendhold, Censor und Dtrector der kaiserlich« Rabbtnerschule, ist gestorben. Marsch««. Bmckter Löwmherz in Odessa hat der hiesig« Talmud Thora 15,(XX) Rubel vermacht. , 8ll«a. Am 4. Tamu« starb tm Atter vor 80 Jahr« Herr Rabbiner Gerson Amsterdam. Er war in frühem« Jahr« sehr vermözmd, vettheilte aber an Arme so oft und so viel, daß fast sein ganze« vermägm daraufging. Die Gemettch« setzt« ihn dann zu« Rabbiner ein, er g«oß alle« verttaum und der Verlust wird tief empfundm. (Hamogtv.) Odeffa, 1. Juli. In der Krim drohte ein Judmmaffaere au»zubrechen, nur die äußerst« energisch« Maßregeln verhindert« die Katastrophe; Stmferopol sah wie belagert au«, Arttllert« war bereit, die Straß« vom Militär besetzt. Die Entdeckung machte ein halbangettunkmer Diener. An der Conspiration ist keine Intelligenz bethelltgt gewesen. (P. «.) New pork. »Je«. Mess.' berichtet dm cm 22. Juni plötzlich, tu Folge eine« Sturze» au« dem Wag«, erfolgt« Tod de« vr. Vemhard (Jsasch. Bär) Jllowy, wohl de« bedeutmdst« talmudifch« Gelehrt« uud lange Zett der hervorrazmdste Wortführer der eouservattvm Richtung unter dm Israelit« der Verein. Staat«. Er war in Böhm« (Kolltn?) 1814 gebar«, Schüler de« R. Mose Sofer, wandert« nach Amerika au» «nd war nach einander Rabbiner in Syracuse, New -Orlean« mid in Ctnctuuatt bet der Gemeinde Scheertth Ji»rael. 1859 dankte er ab uud wohnte settdem auf einem Landgute. Daß er noch fortwährend an alle« jbdffch« Geistesleben reg« ßlutheil nahm, zeigt rin vom "pi^TO pntrv datirte« uud tu de« »Hebr. Lead.' vom.38. Juni veröffentlichte« hebräffche» Smdschreib«, worin er sein« hohe Freude über di« Gründung einer kudUoirtion Sooietzr und fein« Bereitwilligkeit, derselb« seine Tätigkeit zu widm«, »»«speicht.

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