Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Wir schäme» uni der Eonfermz, wir schäm« uni der unniffmdm Rechtglänbtgkeit. Wir schäm« uul «ich» vor der <t»«rtkanffch« Judmheit, dem, Diejmtg», die Kiffen und sittliche Entttstung gmng besitz«, um sich mtt uni zu schämen, p^testirrn offen oder im Herzen gegen derartige Fiulniß und Verwahrlosung, und die größere Masse der amertkanffche» Jude» Dank der seit Jahren mit all« religiös« uad moralisch« Zugriffen off« betrieb«« Eicamotage, allen gesund« Sinn verlor«. Aber wir schäm« uni vor d« intelligmt« Nichtjuden, die» aff welchem religiös« Standpunkte fie auch immer steh« mögen, tiffm Ekel empfind« muff« über die fittllche Berkommmheit, de sich in unserer Mitte kund gegeb« hat. Wir schäm« uni vor unser« europäisch« Glaubensgenossen, nelche nicht wiffm werden, ob st, uni für so stumpf oder für so mnviflmd halt« düffm, daß Rabbiner (!) ei wag« können, uni Derarttgei zu bieten. -aßt uni d« Muth Hab«, uni zu schäm«!' Go wett Dr. Jastro«. Bon der Erklärung der DD,. Adler, Einhorn und Genoss« lass« wir die Einleitung folg«, wie fie dm Thatbestand nochmals znsammmfaßl. »Protest. In Eincinnatt hat vor einig« Noch« eine Eonfermz getagt, die, meist«! aui nichttheologisch« und zur Vertretung dei Judmthum! gänzlich nnbffähigten Mitgliedern bestehend, gleichwohl dm Ramm „Ido vonkoren« ok American laddia" sich anmaßte. Die Docummte ihrer Verhandlung« lieg« vor dem Publikum. Wai Niemand glaublich, wai Nie» u and für möglich gehattm, ist da gffcheh«. Der Urheber differ Eonfermz hat geradezu dm peffönlichm Gott gelmguet und d« Eilaudm an ein« solch« dem biblisch« Jndenthun abgffproch«, htt ferner dm biblisch« Gott all ein« ftrafmd«, der aber nicht verzeiht und keine Sünde vergiebt, bezeichnet, vorgebmd, d,ß der Glaube an ein« peffönlichm und sündmvergebmdm Etott im Ehristmthum sein« Ursprung hätte. Ein anderes Mitg ied der Eonfermz, ebenfalls d« peffönlichm Gott verleugnend, htt dt« logische Eoasequenz daraus gezog« und ausgffproch«, daß Bet« zu Gott absurd sei. Kaum daß Ein Eonfermzmitglled «ine leise Meinung» - Verschiedenheit kund gab; die Ander« alle nrhmm ei schweigend hin. Ja »ehr »och: Die Eonfermz hat «i« diffei, d« persönlich« Gott und dai Gebet veracht«!« Mitglied in die Eommisfion zur Abfaffung dei Gebetbuch! und fix ihr nächste! Zusammmttetm zur Abhaltung eine! Borttagi über die biblssche Gotteiidee gewählt. 8a! Wunder, daß nicht 4lriu jüdisch«, sondern auch christlich« Lffer und Blätter der »ffchiedmstm Richtung ihr Staunen und ihre sittliche Entrüstung hierüber nicht unterdrück« könnt«! Und wir sollt« zu solch« Lllaiphemi«, zu solchem unerhört« Frevel an unsere« Heiligtim« von Seit« derer, die ei zu bewach« und zu bewahr« d-m Berns Hab«, schweig« s — Hättm diffe Herr« ihre heidnischen Lehr« bloß ali ihre peffönlich« Ansicht kundgegeb«, wtt »ürd« ei still beklag«, t« Urbig« aber dm Gemeind«, an fcx« Spitz« dieselben ali Lehrer der jüdisch« Rffigio» gestellt »ord«, ei überlassen, ob sie auf den; Bod« des Judmthums brharrm woll«, oder nicht. Wo aber, wie hier gffcheh«, das Iudenthuw veffälscht, ihm Heidnische! angedichtet und so der 9'.amt Gotte» und Jiraris geschändet wird vor d« Aug» der fflölker, da wäre es ein Frevel an unserem heilig« Berufe, wenn uir nicht öffmtttch und mtt aller Sttschiedmheit Protest dageg« einlegl».' (Folgt die Erklärung, der« unsere Lffer nicht bedLff«. ,Jew. Times' widmet der Eonfermz eine Reihe von Lmim; aas einem deffelb« theilm wtt mtt, daß ein Mttglted der Eon« firenz vor wmig« Jahr« fich zum Ehasan ausbild« wollte, am von seinem Lehrer fortgeschickt wurde, wett er nicht hebräisch lffm konnte; jetzt ist er — Rabbiner!) Vermischte und neueste Nachricht«. Augsburg. DK »A. A. Ztg.' berichtet über d« Schluß der Synodal-Verhandlung« wie folgt: Um bei der Mmg« der. vorlkgendm Gegenstände, und well am Sonnabend und Sonn» tag öffenttiche Sitzung« füglich (!) nicht abgehaltm «erd« konnte», schneller zu Stande zu kommen, hatte der Präsident vier vorberathmde Sitzung« veranstaltet, in welch« über die etngegangmm Artträge vorläufig vffchlüff« gffaßt und die nöthig« Eommisfion« in gleicher Weise erwählt nmrdm. So könnt« in der öfferttlichm Sitzung vom 17. d. Mt», am Vormittag besondere Eommisfion« für Cu Uns, Ritus, Unterricht und Einberufung der Synode eingffetzt werde». Ebenso «urdm an Eommisfion« überwtffm r ein Antrag des Rabb. Dr. Fürst aus Bayreuth, dk Pflicht« der Kohanim, weil das Priesterihum erloschen, auch für erlosch« zu erklär«; Anträge des Rabbiner Dr. Wiener aus Oppeln, dk Theilnahme der Jugend am öfferttlichm Gottesdienste zu erm»glich«, ferner dk »zweit« Feiertage' anszuheb«; dann des Dr. Wolf aus Wi«, dk rabbintschm Bestimmung«, welche dk Zmgmschast von Nicht- Jiraffttm bffchränken, abznfchaffm; des Dr. Hochstädter aus Sms, dm dreijährigen Eyelus der Thora-vorlffung etnzuführ«; de» Rabbiners Wittelshöser aus Floß, eine Statistik der Synagogm» Schul«, Wohlthätigkeits-Beretn« in Deutschland ic. herzustrllm, ferner Gebetsetnffchtuugm x. für die Schuk, Lehrlinge und Dimstbotm etnzurtcht«, wobei jedoch von der 9br« mttung neuer Gebetiformffn abgffeh« werd« soll; endlich des Rabb. Dr. Grünbau« aus Landau, dk religiös-gesetzlichen Bestimmung« über dk männlich« Erstlinge des Viehes» die Eastrkuag der Thiere und d« Nlchtgmuh der Baumfrücht« in dm erst« drff Jahr« zu abrogtr«. Sodann wurde einstimmig folgender vffchluß gffaßt: „Indem die Synode dk hochwichtige vedmtung der Bffchneidung im Judmthum als unbezwefffft voraussetzt, erklärt fie jedoch anf dk ihr vorgelegk Frag«, daß ein au» trgmd einem Grunde unbeschnttten gebltebmer» von einer jüdisch« Mutter gebormer Knabe im Sinn« der als bindend anerkannt« Norm« als Jude anzusehm und in all« rituell« Bezkhung« als solcher zu behandeln ist." — In der Nachmittag»-Sitzung effolzte vorerst die Berlffung mehrerer durch Anttäge des Rabbiners Dr. Adler aus Kaffel und des Ritters von Wertheimer aus Wkn veranlaßter Rffoluttonm, welch« dk Grundsätze und Lehr« des Judmthum» und deff« Verhältnisse nach auß« und dm Standpuntt der Synode zu dks« normir«, worauf der Prästdmt in einer dk Verhandlung« rffuuffrenden Ansprache di« Synode für gffchloffm erklärt«. DK Vfftlmmnng der Zett und der Gffchäste der nächst«, t« Jahr« 1878 zu berufend« Synode wurde der Einberufung!-Eommisfion überlassen. München. Unser wohlbekanntes ulttamontanes „Vaterland" hatte seine Lffer mtt der Entdeckung ergötzt, daß jüdisch« Bankiers mit d« „International«" und der Pariser Eomnume unter einer Decke steckt«, bffonders gette das von Rothschild, de» .Hauptjuden". Beweis: dk Eommun« sei mtt Rothschild sehr glimpflich umgegangm. DK „Fr. Ztg." bemerkt hierzu: „Wtt find zufällig in der Lage, diffe« scharfsinnigen Blatte «in Jndtttum zu liefern, daß sein Spürtalmt es nicht irre geführt hat. I« Vibliothehimmer dei Elubbhaufei, welch«! dk deutsch« Seetio» der gefürchtet« „International«" in Raffaustreet, London 20 o. besitzt, befindet fich dai kühn, aber gut gezeichnet« Bild de! alt« Inschel (oder Jameis) Rothschild, wk er auf einer Unmasse von Geldsäckm thront und in Tonn« Soldes wühlt. Bisher Hab» wtt diffe« drasttsch« Bildniß für eia einfache« Symbol der von der „International«" anf Tod und Leb« bekämpft» Kapttalmacht gchalt»; das „Vaterland" bringt nn»