Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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244 ju, dm, nicht bloß die Matrofenbevölkerung und der. griechische Pöbel Odessa'», nicht bloß die Barbar«» der russische« Kosnken-Districte, sonder» anch dt« BergwerkSarbeiter Schlesien« machen zum Hauptobject: ihrer rohe» Grausamkeiten die Jude». Berichte und Eorrespondenzen. Beutschlaud. L. vreüla», 17..Juli. (Ong.-Eorresp.) 8« hiesigen Seminar besteht fest mehreren Jahr« ein ungarischer Verein, welcher mit Zustimmung de« Herrn Direktor Dr. Frankel gegründet wurde, damit den au« Ungarn stammende» Hörem auch während ihre« Aufenthalte« im Ausland« Gelegenheit gebot» werde, die Sprache und Literatur ihre« Hetmathlande« zu pflegen. Al« Anfang Februar c. der Freiherr Joseph von Eötrö« starb, drückte dieser Verein der Wsttwe diese» Wohlthäter» der Juden sein Bnleid durch folgende« Telegramm au«: .Der Witt»« de« oerdimivollstm Patrioten, de« berühmt» Gelehrten, de« edl« Vorkäu«pferö für Mmschmrechte bringt au« wetter Feme herzinnigste Theilnahm« und Trostwuusch entgeg» der .Ungarisch« Verein am BreSlauer jüdisch-theologisch» Seminar.' — Dieser Tage gelangte non eia Daakschrribm der Baronin v. Eötvö« an dm .Ungarisch» Verein', da« wir hier in wortgetrmer Hebersetzuug wiedergeb» woll»: .Möge der .Ungarische Verein' am iSraelitisth» Seminar mein» tiefst» Dank entgegmaehmm für die innig« Lhrilnahme, welche er mir und meiner Familie in jenem ungliicklich» Momente bewies», da ich mein» selig» Gatt» für immer verloren labe. Wenn schon allein die Theilnahme edler Freunde Lindenmg im Schmerz gewährt, um so mehr ergriff mich der Ausdruck de« Beileid« de« .Ungarisch» Verein«'» weil ich darin «in» lstewei« sah, daß er die Bestrebung» meine« sel. Gatt» gewürdigt, und e« erfüllte sich somit einer seiner sehnlichsten Wünsche, welche ihn währmd seine« Leb»« beseelt. Indem ich meinen. Danke in schwach» Wort» Ausdruck zu geben mich bestreb.:, verharre ich mit tiefster Hochachtung Berwittwete Baronin v. Eötvö«.' Aus Berli», 20. Juli, erhalt» wir vom Vorstände de« Verein« für palästinmfische Angelegenheiten ein» Aufruf in Betreff der Grabstätt» großer Männer Israel» in Palästina zur Veröff-mtlichung. Wir geb» da« Schriftstück wörttich auf der letzt» Seite diese« Blatte«, hier aber möchtm wir da« dasselbe mit «.mg» Bemerkung» begleit». Caltu« von Grabstätt» u. dercl. liegt dem Judenthum sehr fent, und was sich in dieser Beziehung, besonder» im Orient, Ueberschwängliche« eiugefchlichm hat, hat sich eb» eiugefchlich». Dagegm besteht da« Judenthum mit allem E»ste, mit allem Eifer darauf, daß die Leich» seiner Angehörig», der Hoh» wie der Niedrig», in ewig ungestörtem Fried» ruh». Man hat vor längerer Zest gelesen, daß ir Grübe» bei Je»salem Nachgrabung» (durch de Sauley u. A.) ftattgefundm Hab», daß dabei lleberrefte 1ran«locirt «vord» fttb u. s. w. Daß da« im «ifl»schastlich» Interesse gescheher sein wird, voll» «Ir ge» annehmm; aber da« Judenthum kann sich dabei durchaus nicht berahigen, und e« hat un« s. Z. in der Thal gewundert, daß Niemand kaut darüber seine Stiunur erhoben hat. 8a« dort i» h. Land« tat Ruhestatt» hoch hervorragender Männer, geschichtlich höchst merkwürdige» Gräbern droht, da« droht iu Europa huudetten von jüdisch» flriedhöfm; wa« dort wiffmschafttiche Jutereff» herbeiführ», da« kennt» bei un» materielle Interessen de« Verkehr«, der Erweiterung und Verschönerung, der n«m Anlagm und Baut» in dm Städt» zu Wege bring». Kaum giebt e« eine größere Stadt, iu der» unmittelbarster Nähe, ja tu ihr selbst, , nicht > au« der Vorzeit jüdische Friedhöfe lieg»; Neubauten greif»> über sie hiuau«, oft genug find sie Sttaßmanlag» wirklich sehr hinderlich. Bisher ist «» unser« Wissen« überall gelungen, die Veräußerung, d. h. Ausräumung und Planirung derfelb» zu verhindere währmd die Christ» bekannttich mit dm alt« .Kirch-' Höf»' (im eigmtlich» Sinne) ander« verfahr». Bisher ist, wie «ir glaub», da« Gefühl der Pietät auch noch in d» Jud», aller Richtung» stark genug; sie würd» dem Anstnnm, ein» alt» Frt^hof auSräumm zu lass», mtt all» zuständig» Mittel« widerstreb». Bertheidigm wir also tu Palästina die heimische» Gräber unserer Angehörigm! Wie könnt» «ir» wa« «ir dort schweigend duldm, hier abwehrm, und w»a man die Leichen von Prophet», von ande» Gefeiertst» au« ihrem Boden nimmt, wie sollte mau dann dasselbe Schicksal von .Krethi und Pltthi' fe»halt»! Die A»fforde»ng ist demnach sehr zeitgemäß. Daß «», .großer Mittel' bedürfe, will un« nicht einmal einleuchten; man wird ja nur eiue haltbare Einfriedigung herzustell» Hab», keine LuxuSbant»! K >»ü Eüddentschland, 20. Juli. (Orig.-Eorresp.) In. dem ich Ihn» beiliegmd ein» Zeitung«-Ausschnitt au« der .Frankfutter Zettung' vom 15. d. M. übersmde, füge ich für die Leser der „Wochmschrist" die Notiz bei, daß dieselbe unter „Mittheilongm au» dem Publikum" von B. (Dr. Brüll) eine Bitte au die Redaktion diese« Blatte« veröffmtlicht: „im Interesse der (Frf.) Gemeinde" zu publicir», daß Frankfntt a. M. kein» Delegirtm zur Sug«burger Synode entsandt habe. Also: die frühere Stetu'sche und Getger'fche Gemeinde verwahtt sich dageg», daß sie mit der Synode gemeinschaftliche Sache mache! Dir Hab» von dieser Verwahrung mtt Interesse Notiz "genommen. — (Wir füg» hier ein Berzeichniß der Mttglteder der Synode bei: Professor Dr. Lazarn» von Berlin. — Dr. Adler von Lasset. — Gumplowitz von Krakau. — Redakteur Klmaensteiu von Ingelheim. — Dr. HochstLdter vou Cm«. — Dr. Wiener von Oppeln. — Dr. Lüw von Szegediu. — Dr. Grünebaum vou Landau. — Dr. Auerbach, Dr. Ad. Brüll und Dr. Brüll vou Frankfutt a. M. —- Dr. Fürst von Bayreuth. — Dr. Wechsler von Oldenburg. — Redakteur Szanto, Ritter ». Wertheimer, Schriftsteller L. Kompett und Dr. Biach von Wiw. — Dr. Goldschmidt» Dr. Fürst und Simon Kohner von Leipzig. — Secrttür Wertheimer, Dr. Aub und Dr. Geiger von Berlin. — Dr. Dreifuß von Meiningen. — Dr. Engelbert von St. Gall». — Dr. Ottenau von Fürth. — Rabbiner SeligSberg von Fellheim. — Simon I. Weil, Kaufmann und Prager, Journalist von Münch«. — Dr. Bogelstei» vou Pils». — Holländer, Kaufmann von Leobschütz. — Rabbiner Wittelthüfer vou Floß. — Flesch, Kaufmann, und Obermayer, Lehrer von Oetting». — Simon Krrmer, Lehrer von Anübach. — Simon Taunebäum und Elstßer, Lehrer von Laupheim. — Rabbiner Weiumanu von Bucha«. — Sal. Marcu», Fabrikant von Bukarest. — Prediger A. Wolf von Wulff». — Dr. Dessauer von Bamberg. — Simon Rosenfiri» von Zirndorf. — Dr. G. JosephSthal und Bettmaua vou Nürnberg. — Dr. Wassermann von Mühriugeu. — Gemeinde Augsburg: die Herr» Rosenbusch, M. Obermayer, M. Bauer, H. Landauer, H. Kohu. (Rabb. Dr. Hirschfeld in Augsburg ist in einig» Zeitung» mitverzeichuet, in and«» nicht.) Bon Rabbinern, welche an der Leipziger Synode theilgmomm» haben, war» iu Augsburg nicht erschienen: Jo«l-Vre»lm, Landau.Dretd« und Herxheimer-Bernburg; anch Dr. Philippsou war „an« GesundhettSrückficht»" fr» geblieb».) - A«erik». 8. V. Norb-L»erik», i» Juni. (Onglnal-Eorrefp.) Im Anschluß an die in vonger Nummer abgedruckt« Eorrespond»z fug» wir «och hinzu: Die Erklä»ng de« Dr. Jastro« fm »Hebr. Leader' vom 23. Juni war un« bei Empfang vorstehmder Eorrespoadmz bereit« bekannt, und wir Hab» un« de« off»», »ergsschm Pro-