Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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S4& fit bra jüdisch«» ftonmf Und sehe» arft ml in bea einzeln« ®«i«tab« selbst am, so tritt diese Richt»chtu»g M Judenthum» »icht bloß tu den wohlhabenber» Stiud» zu Lag«, s»»b«t» st«' »«cht sich tu all« Schichte» t» gleicher bepriwteeader vets« g«tte»d. vir hebe» nur Stuet hervor. Mit Stolz mb Genugthuvug blicke, wir auf di, für tat Jude» so gtbüsttge» Rach- «eise der Statistik tu Setreff bet Schulbesuches; aber wie körn» wir »ett Wärm« und Ueberzeugung die Insinuation unserer böswillige» verkletnerer znrückweis», daß dies« größer« Frequenz vo» Sette, der jüdische» Kinder «icht sowohl «,» de« Bildung»- trteb« der Jude«, als vielmehr aus dem praktische» Errrbe» »ach Fortkomme» i» der Welt hervorgehe, wen» wir auf de» Besuch der jüdische» Reltgionsschnl« Hinblick»? Warum tritt da nicht derselbe Eifer zu Lage? Haadett es sich da »icht auch um Bermehruug de« Wtffeu«, um vübnng, und zwar um de» Jude« zunächst angehende »ad von ihm zu verlangeud« Bildung? Diese Berleug»u»g und Bernachläsfiguag des Judenthmnt vo» Sette» der eigenen Bekenner hat »ur dir Folge, baß ihre guten Eigenschaften der Achtung des Judenthums nicht z» Gut» kommen, «ährend ihre schlechten trotz der Verleugnung gegm daffelbe geltend gemacht werden. Wollen »K daher die Verunglimpfung des jüdischen Rament durch die deutsch« Sprache allmalig tilge», so müssen wir in allem Gute» und Edle» als Jude» uns bekenne». Und hiermtt arbeite» wir zugletch an dem zweit« Theile. unserer Nusgab«, das Wort „christlich" auf seine ursprünglich« Bedeutung zu reduetten. ihm dagegen jede andere zu nehmen, welch« geeignet ist, das Judenthum «icht bloß seiner offenkundige», unleugbaren Verdienste um die Menschheit zu beraube», sonder« Misch' «Uer Enzei sie» aad stad ß« daaa her«»« — Eies ihm ei» ffl&jdptx — geht jvst «r wie eia Rat« «ml. Sa tatt* «4 «rtf «r» «sfclfa« mir |tb«fe Sie gleicht dem volle» Lag, n) er «er volle» Nacht. Mir Maschlag »»V wir tette Um ■rti'l vor, Die Fra» wahrhaftig kl»g — »er Maan complei« Lhor. 14. Per <^a»ge {ng iß met» Nachbar, «vir Saschaa» stsai, Og. ta| arte da» Mammm nt Ml Ervgese tof. «aa, wie das «a» «» «sther» «aSatha, Laag Ni« der sialge» Hawaa», Soha« ve« Hawdatha. 8aa| wie der taf, verleb« i» Ueserveag, Laa, wir »M Harre» a»f «rtles «chlaß. Laag wie dir Mähe', «egttzß vo» Meiberauu», Laag wir die Cebrr a»s Liseaval Seaad. e»-—« - U. 1_ n*. VK MC MNaf tS MCMCC^Aflf Laag wie der Dag. der aas Nersshavag schass». IW mc WIpR taf Wie feef Gcufetc; f» ih» tteb* er»mA mk tav S^cvct mü iw ftncc Cw| WW WEM pn|Cv MlpiyCIlIi Laag, wie — wa» Saamel Iba Libbo» bat, Laag wie dt» Lag« btttrrr Haagersavih. , Laag wie die Vchrifra de« S-edivh, Laag wir di« Mich» de» Sehers ginachah. Qm« nJ«!■ aMyial» wie MM CWR VVn II WlgSCIr La», wie der vrsach kehre, weit a»b breit. (n|, Wie Wv m MM fffrtnb fj Wie sich bei Strilpiag »ach der Freiheit sehat. Laag wie der Lhar» ma Sabel aaswilr»» r-zt, Laag wie der Lag, «a dem die Sorge.aagt-l Laag wir da» Leb» Metaschelach» schier, x Laag »vie de« alte» Safts««'» wstst Nevier. Laag wie der Fasttag, der aas Lhaanaas stlS. Laag wir dir araaw Sphsr' am Hiauaelchelt. «uh als Gegensatz zu» «hrtstenthm» herabzvsetz«. vir vew k»n» keinsswegs die Bedeutung des Ehrift«nth»us at» ewtti» satorischer Ma^st, ja selbst sei« Verdienste m» dir SesMping des «raffen Hridmthmns find von i jüdische» Set, längst me», kannt. wi» machen auch durchaus keine» slnspouch darauf, daß' das Ehrtsteulhum in seine« specifischen Glauberisbestand« sich etwa als Fottsetzung oder Neugestaltung des Judenthum« bekeunen sollte. Sir erkennen vielmehr sein« dogmatische Oiigtnalttät vollkommen an. Dahingegen müssen wir ihm diese in vetteff der Stttlichkeits. und Humanitätslehren au» dem einfachen Grund« absprech», weil da» Judenthmn ihm darin vorengegangen ist. Originell ist allerdings auch aus diese» Gebtete de» Spruch: „Liebet «ure Keindel" insofern stch derselbe aw' das Gefühl der Liebe bezieht, deffea Mögtichkett de« Feinde gegenüber wir hier nicht erörtern wolle». — Dagegen ist die Liebesthat auch dem Feinde gegenüber in dem Gesetze und den Gluubenturkiinde» des Judenthmn» lange vor dem Ehrtstmthum zur heilig» Pflicht gemacht. — Darum müssen wir stets von Neue« laut und nachdrücklich Protest erheb» gegm eine Berchristlichmig der Sittlich» ketts» und Humanitätside», ohne Ermüd» die Inanspruchnahme der Tugmd für das Ehristenthum zurückioeisen. — Str verhehl« uns keineswegs, daß dieser Lhetl unser,r Aufgabe der schwierigere ist, well di« Lösung nur zu» gertngm Theile von uns abhängig ist. Bolksanschauungm uazuändem, welche bereits in der Sprach« sich krpstalltfitt, in der Literatur ftft gewordm find; Lorutthetle, welch« alle Schicht» turchdringm. zu beseitigen, ist die Arbeit oft von Jahrhundert». Du glaubst ste längst überwundm, da tauch» sie auf einmal an ein»» Orte wieder empor, wo du es am wmtgft« enoartet. Ater die Geschichte der jüngst» Lage ruft all» Juden ein ernste« Memento! Wicketmrger Itaatsrecht. Die „Jüd. Preffe" erzählt: „Nr. 28 der „Anzetg» de« Fdrsteuthum« Schaumburg»Lippe" bracht» unter „Inländisch» Bekanntmachung»" folgende Verordnung: „An dt« Regierung. Ich verordn« hierdurch, daß tu t» Kirchen des Landes in ähnlicher Weise wie in Pr»ß«n am 18. d. M. ein Fttedmsfest gefeint werde, und hat die Regierung in Meinem Aufträge dieses de« Eonsistorio, dem Hof» Prediger und dem Pastor zu eröffn«. Lückeburg, d» 5. Juni 1871. 1 Adolf Georg." Da nun dieser Erlaß d» bereits im Rachbarstaate Pr»ß« fall« gelaffm» Unterschied zvtschm christlicher» unb jüdischem Friedensfest« aufrecht erhielt, so gerteth di« tief verletzte Zudeahett tu Schaumburg-Lippe'schm Land» in gerecht» Zom und der Gemeinbevorstaud von Lückeburg erbat sich eine Audienz bei Sr. Durchlaucht, um fich üb« die Zurücksetzung zu beschwere». Se. Durchlaucht empfing» die Deputattou sehr gnädig und schob» die Schuld auf das Eoastftorium (Bückeburger Ober- Ktrchenrath), welche« diese Ausnahme coastatiri habe. Dagegen bemerkt« rin Mitglied der Deputation ganz uaterthäuizst, daß iu Prmß«, wo doch auch, wie Jedermann wisse, ein Ober- Kirchmrath sei, durch eine Jutervmtion Lismaick« auf Anregung eines Rabbiuers dar Befehl zur Abhaltung der Friedqnsfeier auch a» di« jüdisch« Gotteshäuser ergangm sn. Tarvb ward« nach verbürgter Rachricht von Sr. Durchlaucht erwidett: „Nee. «ine Juugeus, hier bi» ick souverain, hier hett Bismarck »ix to seggen."