Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 31 (2.8.1871)
- Date
- 1871-08-02
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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,94t fftr Invalid« x./ bat bringt höchsten« dem Einzeln« Anerk«. «mg. Ord«, Mel ei», i» Ganzen heißt e« schlteWch. doch: die christltcheHieb« «ndOarmherzt-tatt hatGroüetz g«, than 4r die pflege Mb llnterstüMig 4e« Hsertt^MW sein« Lngeh-rtg«. Den Misch» Ramm ß Ehr» bring« heißt vielmehr: Auf allen Gebiete» sittlicher Dhätigkeit den Inden, anstatt z« verleugnen, laut und nachdrücklich bekeinea, ganz besonder« aber in rein jüdischen La» gelezeaheiten mindesten« dasselbe Interesse und die» selbe Opferfreudigkett offenbaren, die den allge» meinen entgegengebracht wird. Wir find wett davon entfernt, Lu«schließltchkett zu predig«, wir wolle» und erstreb« vielmehr d« engst« Anschluß an da« «gere preußische und da« weiter: deutsche Vaterland, aber nicht um d« prei« de« Juden» Ihum», nicht mit Lufgebung de« jüdisch« Bewußtsein-. E« ist ein beklagmiwerther Wahn, daß durch cousequeate« Verleugn« de« Judeuthum« die politisch« und social« Stellung der Jud« gehob,« werde. Die Geschichte der letzt« hundert Jahre beweist da« -«egentheil. — dt soll aus dem Gebiete der Sittlichkeit und Humanität allerdings kein« besondem confesfionell« Standpunkt geb«; nachdem die Lehr« unserer heüig« Schrift Gemeingut der Menschheit geworden, könnten wir darauf Verzicht«, unser Eignr hum-recht geltend zu mach«, und ua« mft dem Bewußt» sein b'gnüg«, diese höchst« Güter der Welt gebracht zu Hab«. Aber so lange man hu nichtjüdisch« Lager da- Judenthum oder da« „Ädische" al» Inbegriff der Unsittltchkett htnstellt» alle« Gute «ad Edle hingeg« für da« Lhrtst«thum in Anspruch nimmt. Hab« wir, wie eia Kind die Verunehrung seiner Mutter abwehi« muß, die Pflicht, selbst auf n«ttale« Gebiet de» Jude!, zu beton«. Ist die« aber der Fall? Am allerwenigst« in Deutschland! va« Hab« unsere reich« Jud« für da« Judenthu« gtthauk Sind fie jemal« alüBucheidtgrr und Be» schütze» desselben auftzttrettaf Wenn st« th» nicht ganz d« RUn gewaMt Mb in rimde« Remgatmthum eine Standes» erhtzhMg oft «rgeblich gesucht, vetharrdm ste in stumpfster Gleichgültigkeit geg« daflelbe nach auß«, während ste in ihr« Häufe«, in ihrem Familienleben mft ängstlicher petaltchkeft besorgt find, jede Spur ihrer Reiigton zu verwischen, vährrsd e« ihn« et» Leichte« ist, große Summ« da zu verwmd«, wo e« gilt Ihr« patriotttmu» öffmtlich kund zu thua, stad fie geizig, wo e» sich um die Unterstützung rein jüdischer Institution« handelt. Säh» rmd man in all« Somit«'« für allgemeine Zwecke zahlreichen jüdisch« Namen begegnet, ist e« eia« oft vergebliche Mühe, für rein Mische Lngelegmheit« auch nur ei» schwache« Jntereffe in der Brust der etgmm Glaub««g«offm zu weck«. Darum schlepp« die gemeinsam« Uatemehmung« zur Hebung de« Juden» thnm« besonder« in Deutschland eia kräaNtche« Dasein hin «ad geh« «blich unter au» Mangel an Lheilnahme und pflege.— Die Alliance J»r llntv., die in ihrer ganz«, groß« Be» d«tung nicht bloß für da« Judmthum, sondem al« Sulturmacht für die Mmschheit überhaupt, tu d« ntchttabbtntsch« Kreis« Deutschland« am wmigst« erkannt ist, wie wird fie von d« reichen dmtschm Bankier« behandelt? Die meist« kümmem sich um solche Dinge nicht, «ad jme, die von einem gelehrten Freunde daNitt bekannt gemacht «ord«, find« sich durch dm JahreSbeittag mft derselbm ab und glaubm schon recht viel für da« Judmthum gcthaa zu Hab«! Der Gemetndetag, der von jedem Jud«, gleichviel welcher Pattei, mit Fr«d« begrüßt werden müßte, ist verhindert sich zu koustttutrm, au« Mangel au Lhttlaahme von Seit« der Gemeind«! Ist da« eine Ehre Feuilleton. Analeete« »ach Ammannel ka Salama's „Machbertth^'. »ns »na Hebrätsch«» treu übertragen von vr. Heiar. Semberger in vaj«. 11. per Arnnkentzak». Lialvg: Lichter nnd Fürst. Dich:«»: Del» Bruder säugt zu dürsten an, llud triukt wohl tat de» Ocea»; Fürst: „Uud ueigt di« HauL dm Strom eutiaug „Mt Sturmeadraug." — D.: t>ei» Bruder bat, ich schwör'» »ei «riue» Leben I F.: jiur Zeit der Ses«: «Herr! vergiß doch »icht der stieb«»!" D.: Ester freut sich, «m» dem Bruder schimpft uud stacht? — F.: „Wie der» so zürnt in tiefer Meeresfchlucht, „Uud aus des Weltalls Spitz' zu schlaft» gar «ersuchet" D.: l!ad Bespre« bietet kau» dir Zeit tlls deine» Bruder i» voller Lmukeutzett: F.: „I» Trunk vergibt er seiuer dürft'gm Sage, „Uud denkt nicht mehr au sei»« Plage." — D.: stirwacht dem Bruder aus der Truukeuhett, F.: „Ju «eine Kehl« fuhr der Braud" er schreit. D.: 2)rr Wein ist dritte« Bruder» ganze» Strebe», 'öa de»kt er «icht, ob noch die Ettern lebe»: F.: lud wen» im rotheu Meer — uur Wem gewese» wär' — lftdmrst' e» Most» Stabe» nimmermehr. D.: g>ei» Bruder sagt: ,,$« Mmschm sind doch all« Smupm" — F.: gier ausgenommen, der da trinkt au» volle« Humpen I D.: Hub fühlt der Weis« Dursteiqual, iio tritt er an den Fluß zumal: — F.: Mein Bruder bleibt am Festland zwar, „Loch reicht der Kopf bi» in deu Himmel gar." "D.: stein Bruder sagt: Im Sri» ist alle Suft der Well; ' pstv'uaa der Gegeusatz sich so vnhält: 1 - F.: J&tt «et» mgktt, de« wird «m «immer gat, l ^vi» er die Schuld -ebüstt mit sriuem Blut." D.: Del» Bruder sagt: Wen» ich im Lebe» uur kduute satt mich triule» — F.: Uud stbmt' im stob« uoch t» Sri»' versiukeu l" — 12. Jiete «*> A«ß. Lichter, »ürst Wie gut ei» Vater sriuem Vohu' es meiut — So ist dem Bucklige» »er Schneider seiud. Wie sich der Träge aus da» Aller freut — So hat« »er Jllugliug wohl dir Svetftuzelt. Uud wie der Türke ger« da« Oel geuteßt — Da« Klettern so verhaßt de« -reist ist. Uud wie der Mensch sich sehnt »ach Zauberkraft, Haßt der -efaugeue dt« Kerkerhaft. U»d wie der Meusch W ohkhabeuheit begehrt» Haßt »er Brtrüger de», der «hreuwerch. Uud wie »er Schlemmer liebt de» Weiues Trank, So haßt der Fromme litt Waste blaul. Uud wie da» Mädchen gern de« Liebste« sich verriut. So ist der Thor Sesrtz «Ud Lehre seiud. llud wie »er Kahle lirbt de» Helm, der paß«, So Uederstuß der Ooruwuch'rrr haßt. llud wie der Truukeubold — de« Larueval ist hold» So sehr der Truukeubold de« Langen Tege" grollt. Uud wie dir Mutter liebt di« Tochter» säst Ist Schwiegermutter ihrer Schuur verhaßt. Uud wie der Fach» liebt die verfall'»« Mauer, Wird de» Ermüdete» der Straßeukoth so sauer. 13. Z»ie schöne Ar«« »nd ihr hiltzkcher 'M«n». Der Mord sogar erblaßt vor ihr — Ihr Manu — eia Luervchs im Retz« schier. »us Beide läßt der Satz sich borgen: „Udd so ward Lbeud, so" watd Morgen." «i» Meisterwett ist str/MM NNd vollende«— ' ■> •> ' »u ihm die Dohle selbst ihr Schwach verschwelet.