Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 30 (26.7.1871)
- Date
- 1871-07-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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137 Selbstmorde« eine* Feld«arschall-, eine- Ktnanzmintster» und «der« vornehm« Beamten im Nachbarstaat«, in ««er« Zeit, wegen Lteferung-fälsch'ingm leine Kunde habe»; so könnte « sich Loch in Breslau, wo auch d« geachtete jüdisch« Historik«, pro» feflor Dr. Graetz, lebt, wenigsten» so wett unterrichten, u« nicht die Unwahrheit, daß im Jahre 1797 eia Jude ein« Herrrschast in Böhme« für eine viertel Million Gulden kaufen durste — »iederzufchreibe». Bielen deutsche« Romanscrtblern scheint eab« g«ad« dann» zu thun zu sein, ihre« Judenhaß auch ihre« gläubige« Lesern beizubringen, und schenen st« sich nicht, die gröbste« Verstöße -egen Wahrheit und Geschichte dabei zu begehen. So läßt z. B. Herr Brachvogel in seinem vor einige« Jahren erschienenen Roma« »Hamlet' Shakespeare von einem jüdische» Wucher« au-sangen und au- Rach« de« Kaufmann von Venedig schreibe«. Zu je«« Zeit waren ab« die Juden schon sehr lange au» England vertrieben; Shakespeare hat, so « nicht etwa einmal eine Kuaftreise nach Deutschland gemacht habe« sollte, nie einen Juden gesehen; sogar die jüdischen Namen — die biblischen, die die Puritaner selbst führten, galten nicht al» solche — waren In England v«zeffen und Shakespeare mvßte di« Namen Shylock, Tubal «ad Jessica «finden und die ganze Geschichte au» dem Christliche« in» Jüdisch« übersetzen. So sehr auch wahre Bildung und gediegene« Wissen bei dem deutschen Volke imm« tief« alle Schichte« durchdringt, darf man doch alte, üb««bte vorurtheile, zumal wenn solche bekannte od« hochgestellte Persönlichkeiten «nt« falsche« Deckmantel wie» d« einschmuggeln wollen, nicht ohne Fingerzeig hingehe« lassen. D« Erlaß de- Ob«.Kirchenrathe» ist genugsam besprochen worden, und könne« meine Glaubea-genoffea 1» Deutschland mit dem Resultat, namentlich mit der sogenannten Rechtfertigung, die auch amtlich, sehr znfriedm sein. Woh« ab« mag e» kommen, daß anch da- — wie es sich so gern aennt — Wektblatt »Leb« Land und Meer' nach dem Kriege gleichzeitig zwei Novelle«, die eine von Gutzkow, die an» d«e vom Hnau-geb« Hackländ« selbst: d« Sturmvogel — bringt, die beide ganz gemeine« Judenhaß zur Schau tragen. Erster«« kann man leid« nach neuern Vorgänge» nicht für ver» antwortlich «achte«, um so größ«e V«an1wortlichkett trifft den H«au»geb«, d« sich gleich« Schuld thetlhast macht. Seine Soldschreib« audem Kriege — di« ehrenwerthen Krteg»»Eor» respoudenten trifft mit dies« Bezeichnung kein Tadel; sie v«den von de« Blatte ja „unsere eigne» Correspondeuteu" genannt — erzählen von seine« jüngsten Sohne, de« Lieut. ». Hackländ«, von uns«em Schwiegersöhne u. s. »., ab« so manche- Rühmliche und llnrühmltche von den Mattes«», Johanniter» und audern Rittern; könnten ab« ebenso gut Zeuguiß abgebeu, wie d« jüdische Deutsche dem christlichen Deutsch« in dem gloneich de» endet« Kriege Ir« und ehelich al- Bruder zur Sette stand. So war e» auch iu d« stich«« sogenannt« Freiheitskriegen. — Statt den Segen d« schwererrungmm Frethett 1» Fried« und Eintracht «tt vollem Bewußtsein zur Entwickelung zu bring«, suchte «an durch gemacht« blond«, frommen, christlich« Ger» maui-mu» «in« Hep»Hep»Gtur« heraufzubeschwörm, d« dadeutsch« Volk», und Staats leb« für laug« Zett bi» tu» tuuerste Mark schädigte. Aus die Gefahr hi», daß mau e» drüb« al» „jüdische prahlnei und Ruhmredigkeit" zu verspott« such« wird, will ich den» doch, d« strengst« Wahrheit gemäß, auf da« v«ehmm d« viel« deutsch« Jude«, die hi« etagebürgert find, Hinweis«. Abgeseh« davon, daß wir an« tu de« langjährig«, blutig« Bürgerkriege hi« al» treue Söhne de« neu« vaterlaude» er» wies«, wa» auch, Daak der gesegnet« Coustttutioa desselb«, trotz «auch« piettsterei und Heuchelet, die ab« hi« nicht so gar sehr zur Gelttmg komme», vollkommen und thatsächktch anerkannt ist, Hab« wir auch unsere innig«, treue Liebe zu uuserm Geburt«, lande beibrhattm »ad »ach Möglichkeit dargeihm. Bet all« Ausstellung«. Fast'» und Frieden-fest«, die hi« vom äußerst« Süd« und West« bizum hohm Nord« ge» feiert wurdm, war« deutsch« Juden mtt Anrege,, Ordn« und Festredner; ab« anch zu d« von Amerika nach 3>«tschland geschickt« Million für Invalid«, Wittwen und Vals« Hab« Juden reichlichst beigetrage». Ein oberflächlich« 'JiixMitf tu die Sammellisten «ine» jed« Platze» wird die Wahr!-ett dies« Angabe« bestätige«, eb« so gewiß wie uns« hochverehrter Gesandt« beim d«tschm Reich, Bancroft, d« auch ein Schriftsteller ist, ab« et» amerikanischer. Nun, ihr deutsch« Schriftstell«, besonder« ihr deutschen Zeitung-schreib«, habt ihr ««n Lese« auch davon schon be» richtet? — F. G., Cityoien of the U. S. Vermischte und neueste Nachrichten. Augsburg. Wir setz« nach dm weiteren Mittheilangm der ,A. A. Ztg.' dm Bericht üb« die Synode sott. Nachdem in d« fünften Sitzung am 14. d. M. bekannt gezebm war, daß die üb« da- Ehescheidung-recht «i^«gesetzte <!ommiffion au» dm Herrm Aub, Geig«, Lehmann, Goldschmidt :,nb Joseph-thal besteh« wird, ging man zur B«handlung der Tagesordnung üb«, und e« wurde befchloffm: Eist gestatttt, 1) am Sabbath zu« Gotte-dimst, zu wohlthättgm Zweck« oder zur Erholung zu fabrm od« zu reit«, jedoch nicht zu geschästtichm Zwecken. (Einstimmig angenommen.) 2) E» ist zulässig am Sabbath die Orgel von einem 3-raelttm spiel« zu lass«. (Augmommm gegm eine Stimme.) 8) Daproselytenbad ein« weiblich« Person darf nur i« Beisein zwei« Frauen-persowm vorgenommm werdm. (Einstimmig angmommm) Hinauf erstattete btt Vorsitzende d« Cultu-» Commission» vr. Adl« au» Cassel, Bettcht. D« Präsident d« Synode drückt sei« lebhafte» Beda««« darüb« an», da ) die in Leipzig ntedergesetzt« Commtssto« die beantragt« Textändei-ungm im Gebrauch (Opfndimst x.) nicht vorgenommm Ixibc. Dr. Adl« bem«kt hinauf: E» sei« nicht sämmtltche Referate, namentlich di« Herstellung de- Gebetbuches, weg« Krankheit eine» Mitglied«« vollendtt «ordm. Rach lebhaft« Debatten üb« die «infchlagmdm Frag« ward d« Uebngang zur Lage-ordnung beschloss«. Et« Auttag Sulz«'» (t, d« erst« Synode zu später« verhandluug verwies«;, vi» Gründung ein« Anstalt zur Ausbildung von Cautor« w» Leb« zu ruf«, »eird t, folgend« Fassung augenommm: ,E» empfiehlt sich, dahtr zu wirken, daß die künftig« Lehr« tu dm Semtnartm «ustkaltsche» Unterttcht empfangen, evmtuell daß «tue eigene Anstalt M Ellldung von Cautor« -egründtt werde." Fern« ward beschlossen, dem An» ttage Fellchmfeld» tu d« erst« Synode bttresf» de» Chaauka» feste» dahin zu entspreche«, «» sei diesem Feste a der Synagoge wie iu d« Schule mehr Wethe zu gebm. Hinauf brachte d« Vorstand d« ssraelttlsäim Cultu». gemetnde tu Aug-burg, H«r Bankt« Rosmb,sch, »nt« dem hmtigm folgende» soebm zugegaugme« Telegramu zvr Kmutntß: „Se. Mas. d« König Hab« die von d« isra>ätttslhm Synode telegraphisch dargebrachte Kundgebung d« Lieb«: nah Treue «tt groß« Freud« «utgegmgmomwm. Allnhöchstdeselbm erwidnn d« Synode mtt de« Au-druck huldvoll« Dante» und «tt dem Wunsch, daß dies« Versammlung eine d« «sten, wllche Glieder au» all« Theüm de» mb «standen» Reich« zu türbeitm de« Frieden« vereint, danernd« und segachrtugend,: Früchte tragm möge. Eisenhart, Miuisteriattath Sr. Mas. d<» König»." Die