Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 28 (12.7.1871)
- Date
- 1871-07-12
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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222 schließ»?' — 8st glaub« ganz gewiß: «ei»! — »Welch« Geschmak kömi« unsere jung« Leute am Militärdienst find«, wenn mim ihn« da- Avance«»t versagt?' — @i! gilt eben bei unei» ganz anderes Verfahren, aber nicht bloß für Juden. Et ist wohl nicht unnütz, wenn «st «in Wort, und am best« durch ein Factum, darüber sag«. Hier ist eia Offizier, v. Jt (kein Zrde), der schon 1866 den Orden paar le wärst«, im letzten Kriege daS eiserne Kreuz 2. und 1. Klaffe erhalten hat, trotzdem ist er Hauptmaun; in Krankeich wäre er ohne Zweifel viel weier avancirt; dst Regeln de- Di»ftefind andere; mtt der Religion hat eS nichtzu schaff«. — Mancheweiter Gesagte ist dann günstig und zum Glück find daeben Thatsach«. »Ich beiile mich übrigenzu sagen, daß dst Verwaltung fich durchaus nicht übelwollend gegm uuü zeigt, fie fehlt wehr aus Unwisserhert") als au» bösem Willen, fie vergißt > uweilm unwillkürlich. daß wst auch da fiud. Sonst köun« «st nicht vage», unsere Zuziehungen zu den Präfettea, Uater-Präfettm und all» Beamter^ fiud gut. Man bezahlt dst Rabbiner, Vorbeter und Lehrer, wie die stanzöfisch« Regierung es getha» hat. Kreüich lä^r maa fich bitten, es muß rerlamirt «erd«» aber am End« geschieht e«.' (Daß gegenwärtig »och zuwell« eine Stockung eiutritt, ist wohl sehr erüättich.) »Aber wst fürchte», daß c* nicht so blet'^n werde. Dst iSrael. Eonfistorst» werd« bi» jetzt in ihrer bisherig« Autorität erhalt«, aber eist alle» unsicher; drei Rabbinate find vacant, wer wstd fie wieder besetz«? Der Präfidevt de« Confistoriumin Eolmar ist abgezangm, der Sstaßbutger soll seine Eutlaffung eingereicht Hab«; iverdm diese Behörde» wieder organifstt werd«? Die Sympathie der Bevölkerung ist uuS sicher; dst Eomttö» in Eolmar und Estaßbnrg, welche die Zntereffm des Elsaß wahr« wolle«, Hab» ihre nach Beil« gesandt« Deputtrtm beauftragt, auch unsere alt« Rechst ttahrzunehmm.' L«rs«ille». Unter der üeberschrist: »Dst Deutsch« tu der Synagoze zu Verfällst-' »thätt »Unst. Ist.' vomehmlich über dst Thätigkest de» Her« vr. Lewin ein» ausführlich« Bericht, welcher nicht ia so feindsellgem und wegwerfendem Tone gehalst» ist, wie der früher erwähnte. Wenn gleichwohl alebald bttterer Tadel d rrüber au-gesproch« ist, daß vr. 8. sich bei dem Rabbiner zu Versailles mst einem Quattierbillet präserrtirte, „so ist daja Ixt Krieg". Dr. 8. hatte ein Quattierbillet zu beanspruch« und ließ »sich ei» solches auf den Rabbiner geben, bei dem zu «eist» -hm angenehmer sei» muhte als bei einem An» de« — da» ist sehe uatüttich — und wenn der Rabbi»er überhaupt cuartterpstichttg ist, so muhst ihm ein d«1scher College als Et»;uartierung doch lieber sein als ein Anderer. Ns vr. 8. hätte, daß er genire, ließ er fich umquattier«; so hat er s. Z. berichtet, und anderkann es nicht hergrgaagen sei». Der Schluß de» Berichtelautet: „Der letzte von vr. Lew« i» unser» Dmpel gehaltme Gottesdimst hatte am Satbath Sachor statt.... Rach dem Utthelle der Deutsch« und «iuiger Frau» z»s«, rxlch« ihn gehött Hab«, hat der fremd« Rabbiner ei» wirkliches Rednertaleut gezeigt. Durch dst vstlm Schritte, dst er gechau, und dst Müh«, welch« er fich gegeben, un dst größtmöglich': Zahl seiner deutsch« Glaubensgenossen de« Gottesdienst und sein« Predigst» zuzuführm, hat er sich al« eiu« «ergisäim und intelligenten, ganz auf der Höh« seiner löblich«, freiwillig ibernom««» Mission stehend» Maua «wiesen." ,LZaS dst deusschm israelstisch« Soldat« betrifft, so wstd fich viaaand wnndern, wen» ich von ihn« viel Gute« sage. Sst find zumeist untrrrichstt und gröhtmtheil« religiös (Es lagen, wst man sich «rinne« wstd, Posmer und Bayem •.* Versailles. Red. d. 3. W.) Sst besucht» d« Tempel ge« uvd überfüllt« denselben vollständig am Rösch»haschaua und Jom-.k.'ippur. Fast all« halt« chre Gebetbücher» viest ihre Tephiüiu bei sich. Eiuigr bekümmett« fich um Koscherkost, besonders au Festtage», ja einige Hab« sich sogar so eingerichtet, daß fie nie trrfa gegeff« Hab«. Dageg« gab es auch wieder solch«; dst fich nicht genstten» Sonnabends, wenn fie von der Predigt kamen, dst Cigarre anzuzünden. Aber der Gesammteindruck, dm uns diese Lmst von ihrer Erziehung und ihrer Frömmigkest zurückgelaffm Hab«, ist ein guter. Auch dem Feinde Gerechttgkett widerfahr« lasse», kann uns nur nützen." Amerika. Eiuciuuati. Am 5. bis ü. Juni fand hier wieder eine „Confereuz" von Rabbium u. s. w. unter dm Auspicim de» vr. I. M. Wise statt. Dst Zahl der Thellnehmer hatte diesmal dst früher constanst Zahl „18" erheblich überschritten, es fanden fich 27 zusammen. Die Berichte lstgm bereits gedruckt vor. Das Resultat ist, wie „Jewish Meflenger" behaupttt und wie auch einleuchtet, vollständig Null. Wise stgte ein« Entwurf für dm Bersöhnuagstag» Gottesdimst vor (im vor. Jahre war man bei Kol uidre steh« geblieb«), welcher einer Eommisfioa überwies« wurde. Wetter wurde nur über Nebendinge „resolvttt" und «eg« künftiger Versammlung und weg« Gründung einer fiebrew Congregational Union, also eine- „Gemeindebunde-", welcher sehr viest Dinge besorg« soll, Beschlüsse formulirt. Es liegt also, da wst dst Leser mit Dttail» über dm Wise'sch« Jomktppur, der von 9—6 dauern soll, nicht belästig« wollm, gar nicht» zu bericht« vor. Aber ein Zwischenfall ist erwähnen-» wetth. Der ,Lew. Meff.", deffm Uttheil eb« angeführt wurde, ist ein otthodoxe» Blatt; wst last« nunmehr »Lew. Times", da« Organ der Radikalreform, welchebisher an Wise's Reformpläu« hauptsächlich die Unentschstdmheit gttadelt hatte, sprechen. Zunächst proteststt daffelb« mergisch gegm die steche „Anmaßung, mtt der einige Rabbiner, einige Lehrer, einige Chasanim und einige Garntcht« fich die Confereuz der Rabbiner und Prediger Amerika'» neun«". Das Blatt stellt sogar eine Liste der bekannter» Rabbiner zusammen, welche fich fem halte«. Unter dm 27 find in der That um 4—5 (Wise, Lilienthal, Hübsch, Sonneschein, Mayer-Elweland), der« Ramm mau wenigsten» kennt, abgesehm von eine« Lasker, der ein« allerdings berühmt« Namen trägt. Doch nun zu dem Zwischenfall. Wise und Mayer Hab« über eine» persönlich« Gott, über Btt« überhaupt und über Sündenvergebung Amßerungm gemacht und Definitionen gegebm, welche „Jew. Tim." zu folgendm Sätzm veranlaffm: „Es ist ei« altes jüdisches Gesetz, daß Jemand beim Auhörm einer Gotteslästerung ein« Riß ia seine Kleider mach« soll ... wenn dst Mttglstder der Confereuz gute otthodoxe Juden gewesm wärm, so hält« fie ihre Kleider zerriffm, nachdem fie die Auslassung« von Wise und Mayer gehött hatten." Diese Watte find, wst wir ausdrücklich bemerk», tu vollem Emste gemeint. Daß «st dst betreffend« Dinge nicht weiter berühr«, versteht fich wohl von selbst. Vermischte und neueste Nachrichtm. Berkl». Wst dst Blätter unlängst bertchttt habe», ist von dm Stadtverordnttm der Anstag, drei auf statische Kost« um zu gründende Schul« consesfionslos etnzuttcht«, abgelehut war» dm, „nxtf der Eultusminister dazu doch die Gmehmigung nicht erthettm würde"'. Mtt Recht ist darauf hiugewies« Word«, daß, wenn die Stadt nur Eonfesfioasschulm unterhalte, fie auch für dst jüdisch« eiu« genügenden Zuschuß au» städtisch« Mit» tel» gewähr« müsse. Dst» geschieht aber nicht mit einem Pfennig. Ein dahin von dem Vorstand« der Synagogen gemeinde gerichttter Anstag ist vielmehr erst vor Kurzem abgelehut worden. Knld«. In dm hiesig« höher« Lehranstalten, Gymnasium und Realschule, war bekanntlich i« vorig« Jahre auch der jü» -) Da» hat bekauuNich Bil iuarck selbst i» bleich« tage zesagi!