Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 28 (12.7.1871)
- Date
- 1871-07-12
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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223 disch« Religion!»Unterricht «theilt, später tudeß» in Folge ve* Schwierigkeit« bezüglich der Stellung diese! Unterricht! svwie dessen Besoldung, wieder aufgehoben worden. Nach!«« mm jene Schwierigkeiten, wie wir hör«, jetzt vollständig ausgeglichen, ist, laut Beschlüsse! König!. Provinzial-Schul-Eollegimnt, besagter Unterricht an der Realschnle oeuerding! wieder begonnen worden. «■ft.*«».) Lille. Der »Progrö! du Nord' erzählt: Bor einig« Monat« vertraut« ein Kaufmann a«! Lille, der der i!ra«litssch« Religion angehört, seine zwei Kinder, welche er nicht mit sich nehm« konnte, der Obhut der Borsteheria eine! unserer erst« MLdch«pmflonate an. Wie groß war da! Erstaunen de! brav« Familienvater!, al! er bei seiner Rückkehr erfuhr, daß seine beiden Töchter zum KatholtriSmu! übergetretm seien. Der Geistliche der Anstalt hatte keine Zeit verlor«, und kaum zwei bi! drei Lage nach der Abresse de! Herrn £. warm seine Töchter mit großem Pomp getauft worden. Die Ehrmmäuner, welche diese nicht leicht zu bezeichnmde Handlung vollzogen hatt«, muff« dabei eine reich« Ablaßernte gehakt« haben, d«n mau versichert un», daß sie wmigstm! Ablaß von dem Staatsanwalt erlangt haben, da dieser dem Bater erklärt hat, in der Sache nicht einschreiten zu können. Herr £. wendet sich eben an dm Präfectm, um dm unwürdig« Geistlich« weg« Amtömißbrauch! zu verfolg«. Florenz. Au! der „Gazzetta bell' Emilia" druckt der „Educ. J!r." ein« sehr ausführlich« Bericht über ein« gegm Momolo Mortara, d« Datei de! bekannten Edgar, eingeleitetm Proceß ab. Der Alte soll seine Aufwärterin ermordet und au! dem Fmster gestürzt habm. Er ist ein hinfälliger, kranker Maun» die Thal für ihn physisch unmöglich, die Aufwärterin robust, 25 Jahr alt; die Geschichte hat ftappante Aehnlichkeit mit dem alt« Proceffe Jean Eala!. Die „Gazz. d. Em." behauptet denn auch kurzweg, e! liege eiu Selbstmord vor und der Proreß und die Verhaftung de! Greise! sei nur ein Manöver, um ihm dm Verkehr mit Edgar abzuschueidm. Selbstverständlich möchtm wir »tcht so schnell aburtheilen, wir werdm später detaillirter auf dm Dorfall zuruckkommm. Rußland. Daß der Kleider-Uka! nicht mir an russisch« Hut «t hauen, sondern auch an ausländisch« .jüdisch' Gekleidet« oder Behaart« vollzog« wird, ist bereit! erwähnt, »ud verschiedme Zeitung« habm mancherlei Anekdotische! darüber gebracht. Auch einem tu Königsberg ansässig«, wohibekanutm Kaufmann, der allerdings au! Rußland gebürtig ist und die Tracht feiner dortig« GlaubenSgmoflm beibehaltm hat» ist jüngst Aehulich«! widerfahre». Ein« Geschäftsreise führte ihn nach Warschau. Ehe er sich'! versieht, hat ihn ei« Dimer der hohm Obrigkeit gefaßt, die Gchläfeuhaare, welche unser Man« nicht einmal in Peie!»Form trug, werdm mit scharfer Scheere weggeschnitt« «ud der Rock wird um ei» Stück verkürzt, qunntuw »ntio, so muß e! wenigst«! dem Polizeischergm vorgekommm sei». Doll Zorn «ud Scham eilt der verkürzte durch die Straß«, um sich beim prmßssch» Eonsul zu beschwer». Da «resst ihn da! Derhäugniß in Gestatt ein«! zweit« MoSkowtt«, der ihn weg« Tragen! eine! .lang«' Rocke! anhätt und wieder, ohne auf Proteste zu hör« — wie e! in de» alt« Gedichte heißt — .den klein« Rock noch kleiner schneidet'. Beim Eonsnl richtete der KönigSberger nicht! au!, er ist jedoch, wie man «u! «zählt, fest «ulschloss», seine Sach« beim Reichskanzler weiter zu verfolg«. Petersbnrst, im Juni. Herr Herz GünSburg, großherz. hessischer General-Eonsnl, »«de vom Großhazog.vo« Hessen- Darussiadt znm Baron erhoben, und hat der Kaiser Alexander ihm und seiner Famsste dte Annahme dies«! Titel! bewilligt. Herr Güntburg ist der «rAe-jüdisch« Baron i>r Rußland. l-mnttz.) Re».Kork. Au! dem schon erwähnt« Bericht de! Sonrä of votoxnto» trag« wir noch ei« interessante Notiz nach. Bo« 528 im Jahre 1870 eiugrwandert« russisch« Juden, welche vom Board mit über 2000 Dollar unterstützt wurden, habm nur 17 eine zwette, 5 eine dritte, 4 eine vierte Unterstützung erbet«. Die Andern habm sich fortgeholfm. Notiz. Me jüdischen Speisegesehe vnd ihre Bedeutung für die Gesundheit.*) Al! vor etwa zehn Jahr« die Trichinmkrankheit bekannt wurde und Schreck« verbrettete, da sprach gar mancher auk, daß .Mose! doch sehr weise gehandelt Hab«, wenn er Schweinefleisch verbot«', und al! man laö, daß sogar die Bmutzung eine! Messer!, mit de« trichinöse! Schweinefleisch geschnitten Word«, zur Jnstcirung von ganz« Familim hinreiche, da fand man auch dte sonst verlacht« Vorschrift« über .tresme' Messer sehr ver- «üllftig. Jetzt ist eine neue Entdeckung gemacht, die geeignet ist, die weise Vorsicht unserer Rabbinen in! beste Licht zu stell«. E» ist bekannt, daß bei den geschlachtet« Thier« haupssächlich die Lunge untersucht wird. Jeder anscheiuend noch so uubedeutmde Schaden, der a« derselben Vorkommen kann, ist rituell beurteilt, und di« meiste» Thiere, die überhaupt für .trefa' erklärt werden, sind anscheiumd unbedeutmd lungenkrank. Zu dies« Schädm an der Lunge gehört auch dte sog. Franzosenkrankheit. Dieselbe wurde noch im vorig« Jahrhunderte für Dmerte gehalten, und dieser ihr Name (auch Perlsucht) stammt von dies« Ansicht. Man scheute sich, ein perlkranke! Rind auch nur zu berühr«, und übergab e! sammt dem Mess«, mit dem man e! geschlachtet oder zerstückelt, ve« Abdeck«. Al! nun sich ab« von d« Unrichtigkeit dies« Voraussetzung überzeugte, wurde die Perlkrankbett für eine sich durch Gmuß nicht übertragende ge» halt« und selbst staatlich (in Preußm 1785) d« Gmuß perlkrank« Thiere gestattet. Die Krankheit äußert sich durch knotige Blattnn, nameattich an d« Lunge, und wurden von nun ab nur diese Kuotm «ssernt, da! übrige Fleisch ab« dem Publikum zum G«.uffe »«abreicht. So stand« die Ding,: bi! in die jüugste Zeit. Da mtdeckte d« Franzose Dillemain die Uebertrazbarkeit d« Tuberkulose vom Mmschm auf die Kaniuchm, und bald stellte man auch Versuche weg« dn Uebertragbarkeit d« Rindtt-Tuberkulose (Franzosmkrankheit) an. Diese Versuche habm die Scrupulofität d« jüdisch« Berorduunzm bezüglich der Lungmuutersuchungm in dm jüdisch« SchlachlHäusern auf! Glänzendste gerechssertigt. I» März 1800 »«öffenssichte Chauveau seine Versuche. Er ging von d« Ansicht cm!, daß die AnsteckungSstosfe auch von dm V«da»u»g!weg« au! wirksam werdm dürft«, und gab drei Fers« je 30 Gramm in Wasser verflüssigt« Tuberkelsubstanz au! dn Lunge ein« schwiudfüchttgm Kuh ein. Al! die Thiere nach zwei Monat« getödtet wurden, hatt« sie die Lungm, dm Darm u. s. w. voll von Tuberkeln. Dte Uebertragbarkett d« Lungenschwindsucht durch Genuß von Fleisch tuberkelkrank« Thiere war sonach «wies« (Schloß felgt.) •) Nach einem »rittet MN *. «ifch i» der „Sahrheit" geben mit •borikVnbt hbchst imereffmt« «ossze». Di« Onell« - ahn« Zweifel eine ZeUMtst fstr SMrrinstrlnnde — iß nicht «gegeben. Bit loeSe» sie »nrch berat Pmseffor Gettach in bamuctt a erfahre» fnch» uft dann geetgnme» Faß« «ch Seilet«» naqrr^eo. (sttft.) vrlefkstste» der Nebartton. vr. G. Ich habe viel »«artig« verlcht» erhalten. In de» einen We ist «0 fä gchälten ward«», in de« andern «ft«». Magistrat in > ist nicht bftentend mnng, al» daß den Sefer» daran gehst« mtn, ab er » hnmane» Lenten »der barnirtr» stbpse» besteht. K. in v. Ich hatte in d« betr. Larreßmnde», »lnodrstlbe, welche nktzestb waren, «strich«/ Da», wa» hart als «»fach« sfactnm hingeMt Vf iw v n^g