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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-07-12 · 28 (12.7.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
28 (12.7.1871)
Date
1871-07-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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reichlich zur Verfügung, und rt konnte noch jedem Sinzeinen «M ist demnach klar, daß Herr Klinge«stein wacker auf de» eine aufehaltche Unterstützung tu baar eingchäudigt werde». — Posten steht.) 3b Folge der Eapitulatiou von Metz mußten fast ununterbrochen Pr»ßrriH. Transloeirungen vorgenommen werden, ein großer Lhetl meiner Parts. (Schluß.) Wir schließe« hier di« von französischer seitherigen Schutzbefohlene« kam nach Smmel« in Hannover, ein! Seite kommenden Berichte au» Elsaß an (über Lothringen anderer nach Wesel, und neue kamen an ihre Stelle. Doch blieb j haben wir Gpettelle« nicht gefunden). Die beide« mehrmvähntm ich mst den Weggezogenea in brieflichem Verkehr, vermittelte für! Blätter haben ausführlich« Eorrespondenzen von dort. Dieselben sie Nachrichten von und nach der Heimat und konnte fie auch ' enthalten Klagen über die Lostteunung von Frankreich — dies manchmal mit besonderen Liebesgaben versehen. Daß meine! versteht stch fast von selbst; »llniv. Jsr' klagt aber besonder» Thätigkett sich dadurch bedeutend vermehtte, bedarf keiner Erwähnung. Die mit aller Gttenge und viel früher als gewöhnlich eingetretene Winterzeit vermehtte die vedürfniste der Gefangenen, und nun galt'» zuvördrrst fie vor Mangel und Kälte zu schützen. Waren doch ihre .ikleidungsstücke, ihre Schuhe rc. so defett, daß dem Windzug und der Näffe der Einzug nicht verwehtt «erden konnte. Unser edle Baron Abraham, der dem Gouverneur zehntausend Paar Holzschuhe zur vettheilung an die Gefangene« überweisen ließ, beehrte mich eines Tages mit seinem Besuche und 'theilte mir mit, daß er in Folge meiner Zuschrift über de« bedauernswetthen Zustand der Jnternitten wollene Unter« und Oberfteider, auch ledernes Schuhwerk, so viel ich für nöthig erachte, zu mttner Dispofition berett halte, so daß es mir ermöglicht wurde, davon nicht nur nach Wahn, sondern auch nach Eunnein und Wesel schicken zu können. lvchl»! folgt.) ivber-Ingelheim, 28. 3«nt. (Entgegnung, s ArNr.28 d. Bl. war in einer Sorrefpondenz »von der Werra' ein vor melwerm Jahren in der »Sllgem. Lehrer-Zeitung' gefühtter Sttttt mst der Bemerkung erwähnt, daß der damaltge vetthetdiger de« angegriffenen Judenthums, Herr Lehrer Klingenstetm, Redattmr des »Jsr. Lehrers', das Schwett in dt« Schelde gesteckt habe. Der Genannte sendtt «ns hierauf eine Entgegnung, aus der wir das Sachlich« sehr gern hier mittheUen. »In Nr. 7 d. 1.1888 der »A. L. Z.' war das Judeuthum in sein« Offenbarungsfchriften angegttffe« worden. Ich erwiderte tu einem scharfen Artikel, den der Nedatteur des Blattes, Herr Direktor Berchelt in Dresden, erst nach manche« Zögern und unter der Bedingung aufaahm, daß der Sttest nicht zu wett fottgefühtt werde. Ich glaube mit Bestimmtheit, daß noch nie t» einem allgemein-pädagogische», viel gelesene» Blatte das Judenthum so glorificitt worden ist, wie in meinem erwähnten Aussatz«. Der Angreifer, Herr Herold in Krankfutt a. M., repltcitte «st de» alten Anklagen vom Rational- und Rache» gölte ». s.». Ehe ich dazu kam, eine Duplik niederzuschreiben, starb Herold, im* ^auttt ließ ich die Sache beruhe«. Jetzt, in Nr. 18 d. I., erscheint ein Herr Rotheuburg auf dem Plan und nimmt den Sttest wieder aus. Ich verfaßte eine Erwiderung und sandte fle ein, aber zu spät, wie aus nachstehendem Schreiben des Herr« Dttector Verthelt hervorgeht. Die in demselben bezeichaett Entgegnung steht in der mir eben zugehendea Nr. 28 der »Allg. Lrhrer-Ztg.'» fie ist scharf, aber nicht auf die Sache etugehend.' Das Schreib« lautst: »Hochgeehttester Herr Eollege! Leider muß ich Ihre Erwiderung zurückseuden, «eil schon in Nr. 26 der »Lehrer-Zeitung' eine Entgegnung ausgenommen Word« ist. Dies, Entgegnung hat mst zwar aus dem Grunde nicht gefall«, well fie dir Person zu sehr in d« Vordergrund stellte. Ich wolste fie aber doch nicht znrückweism; und als Ihr« Zusendung kam, befand stch jene Entgegnung bereits in der Drnckrrst und war gesetzt. Zwei Eatgeganng« kau» ich nicht wohl bring«. Ich bedauere übrigens, d« Aufsatz von R. aufgenomm« }« Hab«, da er so viel Anstoß erregt hat. Mst vorzüglicher Hochachtung »nd collegtaltschem Gruß Ihr A. Verthelt. Dresden, d« 22. Juni 1871. > über die Vernachlässigung des Thorastudium» im Elsaß «nd das I hat mst der Annexion nichts zu thun; wenn der Correspondent! dann w«ster sagt, daß gar keine irgend «ichttge Thatsache, kein erwähnmswetthes Ereigniß zu bettchtm sst, so ist da« «nt»' dm I obwaltenden Umständen gewiß nur erfreulich. In Ermangelung von Thatsachen wird dann ein Gerücht erwähnt, ftstltch «in sinnloses, aber in erregt« Zeiten Hab« Gerüchte, Märchen, die im Volke Glauben find«, fast das Gewicht von Thatsachm. Das Gerücht geht dahin, daß im vor. Jahre dm Protestant« «nd Jud« eine Bartholomäusnacht, verabr-d-t zwtsch« Napoleon und der Curie, vorbersttst gewefm sei, nur das Sindttng« der Prmßm habe dies« höllisch« plan verettett. (Man hat von dieser Mär auch in deutschen Zsttung« s. g. geles«.) Gt wirft > et« stgmthümliches Licht ans die doch wohl oft über Gebühr gei prtesrne religiöse Toleranz und Gleichberechltgung in Frankrstch; in Deutschland könnt« stn solches Gerücht schwerltch Glaub« si-rru. Dst Eorrespondenz der »Rev. Jsr.' enthält schon eher , Thatsächliche». »Dst neue Regierung sängt an zwischen d«! Israelit« und d« ander« Bürge« ein« Unterichstd zu «ach«.'! Da ist zuerst dst Seminar-Angstegmhest, welche wst schon wteder-! holt erwähnt Hab«. Aber man rede in d« öffentlich« Aftm! von »Jud«'; Jemand Hab« ein« Stenerzettst erhall« mst der i Aufschrift: Herrn 91, Jude, in Colmar. , Das Factum ist | authentisch,' wird htnzugesetzt. Ueber dst Thatsächlichkett | könne« wir nicht streit«; dst Bezeichnung »Jude' oder »Schutz-! jud«' ist allerdings einst eine officteüe gewesen, aber das ist doch j lange her; in Dmtschland ist «tue solche Adrefle wohl fett ttnem! Menschenalter (und länger) nicht mehr von einer Behörde aus-! gegangm. Gleichwohl pflegt kttu höherer Beamter Stmerzettel ' oder Adressen selbst auszufülsta, «ad daß irgend ein frecher | Schreiber sich Derartiges ettaubt Hab«, kan« nicht als unmöglich bezeichntt «erd«. Fragt stch nun, was der Herr 91 in Colmar gethan hat. Bet na« würde der Empfänger (zumal in einer I Stadt!) dm Brief zurückgeschickt resp. den Ueberretcher sammt! seine» Zettel htnausgeworfm, daun eine Beschwerde eingerricht und das Resultat sehr rnhig abgewarttt Hab«. Hit der N. tu Colmar nichts gethan, so zeigt das, was «st fteiltch auch sonst wtfim, daß di« letzt« Jahrzehntt dm Franzos«, all« Freiheit«» phras« zu« Trotz» eine knechtische Furcht vor dm Beamten eingeflößt Hab«, dst am» bet uns nicht kennt. Es gttt also um sich nichts gefallen z» lnffe», «nd das «ögm dst Herr« Redatteure drübm ihr« Lese« sag«. Die vorgesetztm Vehöv» d» werdm Remedur eintrestn lasten. Abgesehm von dem, was stn Reichstag« off« erklätt «nd sonst bekannt g.word« ist, ist der Redakteur dieses Blatte» zufällig in der Lage aus veriäßlicher Quelle zu «ist«, daß d« Behörden in Elsaß-Lothringen, von dm Chefs der Verwaltung bis zum Gensd'armen und Polizist« und zum gemein« Soldat« hinunter, geme-senfte Weisung erthetll ist, alles Verletzende, sedm Eonflstt «. dergl. zu meid«. Wetter wstd geklagt: »Man vergißt dst Israeliten bet dm officstlstn Inspektion« «nd Vorstellung«, mau vernachlässigt ihre Dchnl«, dst übrige Bevölkerung proteststt selbst geg« solche Ungleichhett.' Mög« dst Jsraeltt« nur selbst auch protefttrm! Das Wettere bettifft ebm nnr Befürcht»»ge«. »Wird man dst israeltttfchm Advokaten, Anwälte (nrousa) «nd Gerichtsvollzieher (duiaaior») u. s. w. nicht vom öffentlich« Dienste aus-

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