Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 26 (28.6.1871)
- Date
- 1871-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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206 Judmfett g,«z «sichtbar ssi, er selbst de» verborgenst«, Winkel durchschau« k-np«. Nachher werde» wieder die Judmleichm von manch«, ab-rgläubig« Wundadoctorm zu Heilzweck«- verwendet. Diesmal hat nun, der Wuuderdoetor Duhl diesen Echenkel gestohlen, um damit «men Typhuskrankm zu Hellen. Auf de» Bode» deS Krank« war ein Feuer aagrmacht, worauf der Todteuscheukel gebraten «ade, und die aufstetgeaden Dünste athmete der Kranke «in, damit er gesund «ade. Am 3V. Mai war nun die Gericht-! «Handlung üb« dies« Leichenschändey die Helfershelf« von L'uhl «erden aus zwei Monate eiogeiperrt narben, Duhl ab« ist nach Danzig geflohen. (tzr.Sr.Pe.) Pest. Während bisher bei d« Bändigung der Rekruten unr katholssäw Gesslliche asfiftirtm, hat da» ungarische Krieg», Ministatm» nunmehr apgeorduet, daß bei Regimentern verschieden« Ceusesfiou Geistlich« all« betteffendm Eulte zugezogm narden soll«. l». A.) Pest. Die Frage, ob ein Jude an christlichen Feiertagen öffmtlich« «,beiten verrichten dürfe, ist vor einigen Woche» im Landtag« zur Sprach« gekommen. D« jüdisch« LaadesdrpuÜrte Horn beschwert« sich darüb«» daß viele christliche Gemeinden an ihre» Fenrtagen auch de« Juden eine öffentlich« Arbeit verbiet«; woranf ab« der ungarisch« Minist« de» Inner«, Wilhelm Toth erwiderte, daß jene christlich« Gemeind» gegm die Landes» gesetzt »«gehen, da ein solch« Borgang von d« ungarsschm Regierung entschieden gemißbilligt würde. Die uugarisch« Regierung zwiagt kein« Jude», daß « auch die christlich« Feiertage halt« «üssc. So z. B. «zählt d« Minist« folge»»« Borfall. In eine» Ort« in B«eg« Komttate hatte «in Jude am Sonntag sein« Gartenzaun geflochten. D« dortige Ortsgeistliche wollte ihn dafür bestraf« last«. D« Jude mußte sich nun an dm Bice-Gespa» de» B««g« Komttate» «mdm, und dies« ließ dm Juden nicht lestraf«. D« Geistliche ab«, d« durchaus d« Judm bestraf« wollte, wendet« sich au da» ungarische Dttutste» rium. Und l iefe» Ministerium hat dm Geistlich« zurückgewkefm und dm Beschluß de» B«eg« Lire-Gespan» aufrecht «halten, da noch ohuetieS d« Jude angegebm hatte, daß die Einzäuauug feine» Gartml «othwmdig war, um dm bebaut« Gatt« gegm da» Einbrecher de« Rindvieh» zu fich«n, und daß auch seine Arbett ganz ihn« G«äusch vor sich gegaugm ist. Sich dm Dampfmühlm wurde die Arbett an Fei«tazm nlaubt. Horn war von dieser Antwort zufriedm gestellt und hofft nun, daß jetzt di« JSraelü« wenn chnm von ein« christlich« Gemeinde ein Unrecht zustoßm «ttd, fich nur an da» freidmkende ungarische Ministerium i»enden werden. (P.I.Z.) Paris. D« ,Jnd. belge' zufolge sollte auch d« Grand- Rabbin Isidor, ebmso wie d« unglücklich« Erzbischof Darboy, von d« Commune al» Geisel eiogezogen »«den. Glücklicherweise ist « »och recktzeitig von d« ihm drohend« Gefahr benachrichtigt ward« und hat fich txr B«haftung entziehen könne». Paris. Ein Sohn de» durch seine Leistung« auf de« Gebiete d« silbisch« Literatur bekannt« Herrn Smior Sach», de» Bibliothekar» d« Familie GünSburg in Pari», d« bei d« Commune al» Bmmtn angestellt war, befindet fich uut« d« Gesang«« und wahrscheinlich auch schon »nt« dm Lobt«. Loudo». E» hat fich dahi« zur Unterstützung d« so hart bedrängt« GlmbeuSzenoss« in Odeff, eia Comtt» gebildet. An der Spitz« desselben stehen die angesehmstm und einflußreichst« Mann«, so die H«rm C. v. Rothschild, v. Wann», Goldsand, Bischoffsheim n. A. B«eü» sind für dies« Zweck 3000 Pf. St. eingegaazeu. Roge die» hochh«zige llaternehmm vielfach Nachahmupg find«. (Jew.Chr.) Lvudo». Die auf Borschlag de» Sir D. Salomou erlafsme Parlammt»acte, welch« di« Jud« von dem L«bote de» Arbeiten» am Sonntage eximirt, hat die königlich« Sanction «halt«, und so find dieselb » jetzt von ein« sehr lästig« Beschränkung befreit. ttm. 3>k Presse in Rem, schreibt -Dally News', bietat gegmwärtig ein eigmthümliche« Schauspiel dar. Di» GewUmsfreiheit, d« Fortschritt d« fteifinnig« Idem, d« wohldurchdachte- und geschickt geführte Widerstand gegm klerikale und rmkttonäre- Einflüfle find fast auslchließltch durch Judm vatretM. Die wichtige Phase d« ttalimischm Revolution, «etche von d« Ccm* pation Roms dattrt! hat in Bezug auf sei,« journalistische Fehde viel Aehulichkeit »it bei deutsch« vor 85 Jahr», wo der Ham» bürg« Jude Heinrich Heine zuerst in d« deutsch«, da«, in d« ftanzöfisch» Presse, in d« Bekämpfung de» starr« Jnnketthum» »ad des. dumm« Philisterthums dir Bahn brach. Dies« Kampf scheint jetzt nochmal» und von geschickt« Händen fortgesetzt za wad« und ähnliche bedeutend« Resultate zu erzielen. D« Nestor d« ttalimischm Journalistik, Gtacomo Diaa, d« H«a»sgeber d« »Opiuioue'» ist ein Jude. D« talmtirtefte Repräsentant d« freisinnig« Presse hi« in Rom ist «in Jude, Edward Arbid; eia ander« ihr« ausgqeichuetestm Vertreter, «in« d« Heraus» geb« d« »Nuova Roma', Carlo Levt, ist ein Jude. Die ent* petenteftm Kritik« in Kunst und Litnatur, Aleffandro d'Anrvn» und Luigi Cameriai, find Judm; und die hi« aufgezähltm.find nur sehr wenige von dm ausgezeichnetest« jüdisch« Journalist« d« ttalimischm Presse. Daß die klerikal« Blatt« üb« di» jüdisch« Journalist« mtt d« größt« Wnth herfall«, ist selbstverständlich. In d« heuttgm Rumm« de» »Buon Smfo' find die mlldestm Bezeichnungen an di« Adresse de» Redacteur d« »Libetta'Hrn. Arbib gerichtet: »unverschämt« Jude/ »Schmutz/ »Lieh/ Daß es an ähnlich« Derdächtigung«, ja g«ad«zu an B«lmmduagm und Aufhetz«eim geg« 'die Jud« nicht fehtt, ist ebmso selbstverständlich. Ns», 14. Juni. Geste« verursachte «ine polizeilich« Haussuchung in dem Klost«, welche» bei S. Maria dei Montt zur Aufnahme der Reophytm bestimmt ist, eine außerordmttich« Aufregung in diesem Stadttheil. Ei« nme Mortara-Geschichte, bet d« es sich um ein Mädchm handelt, gab dazu dm Anlaß. I« vorig« Ähr« nämlich ließ fich «in israelitisches Mädchm von 14 bis 1b Jahr« in d« katholisch« Religion unterricht«, am Eharsonuabmd« bei San Giovanni im Lat«an tauf« und nah«, da e» dies« Schritt gegm dm Will« seiner Eitern gethaa hatte, sein« Aufenthalt in dem vorgenannt« Klost«. Sett de« Einrücken d« italienisch« Trupp« »«langt« di« Eltern, daß da» Mädchm in ihr väterliche» Hau» zurückkehrm möge, und obwohl dasselbe sich weigerte, besorgt« die E!t«a» daß ihre Tochter» uut« dem religtösm Druck d« Ronu« gelaffm, bloß de-halb auf ihrem Entschlüsse behane. Di« Sache wurde von Seit« d« Elte« dem Tribunal üb«gebm, gegm dessm Entscheidung, welche auf die Au»lief«unz de» Mädchm» lautete, die Lorsteheri» de» Klost«» an dm Caffationshof appellirte, welch« da« llrtheil d« erst« Instanz bestättgte. Al« die Polizei all« gülltchm Borschläge umsonst versucht hatte, und die Aufregung vor dem Klost« täglich zunahm, wurde gestem gewaltsam iu die klöster» liche Behausung gedrungm und das Mädchm durch die Gendarm« aus derselbm abgeführt. (Pr.) Odessa. Eine ausführlich« Conespoodenz d« ,N. Fr. Pr.' glaubt für die Agttation« «nt« dm Kofakm eine Erklärung gebm zu köuum. Di« Behördm in Odessa fürcht« Ahndung ihr« sttasbarm, hart au Mitschuld grmzeudm Conaivmz gegm dm griechischm Pöbel. Währmd man dah« «iu«seit» da» Ge» schehme möglichst zu vertuschen, aammtlich auch Mittheiluug durch die Presse zu v«hiad«n sucht, möchte man andr«s«tt» darthun, daß nicht bloß die Griechm Odessa'», soadem auch die eigmt« lichm Ruff« von glühmdem Hasse gegm di« Judm erfüllt sei« und provoctre so Aulbrüche d« Leidenschaft unt« dm Stamm« d« Kofakm und in dm Städtm Südmßlaud«. Re»»Kork. D« Bericht üb« die b«eit» erwähnt« Lnsammlung d« voarck »5 Valvgut«, «giebt, daß man 1) üb«