Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-28 · 26 (28.6.1871) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
26 (28.6.1871)
Date
1871-06-28
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/5369809-5934989-5935486--0785-5370460
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

204 vom s. März l. 3-, 3. 4050, tai Präsident« bd VL Gmeindebezirke», Marti» Schweiger, damit betraut, die Präfidett« der bisher constktutttm Gemeindebezttke behuf« Durchführung deß § IS der »llebergangs-Verfügung«* du Kinne de» § 15 für eine« demnächst zu bestimmenden Lag etnzuberufm. I» Folge dieses Erlasse» wurde eine verfammdmg der Gemeindebezirk» - Präfidentev a« 22., 28. und 24. Miiz abgehalten, die jüdische LandeSkanztti errichtet und zum Präsidenten derselben Mrttin Schweiger gewählt. Nachdem nun im Sinn« deS - 71 der Congrrß-Ertatute» die Regierung — unter Beachtung der Rett-Staz»«Beschlüsse vom 18. März 1670 und 30. März 1871 — zwischen i« Regierung und jenen JSraelitm, welch« di« Congreß-Gtatntm an» genommen, sie erwähnte LandeSkanztti da» einzige berechtigte Organ ist, ijt die Wirksamkeit der Csngreß-Commssfiou als abgeschlossen za betrachte». Hiervon wollte ich die ättmitat»» Behörd« behuf» Notiznahme und Darnachachtuag hkenriit verständigen.* ri. 6. Su» Ungarn, IS. Juni. (Orig.-E-rrefp.) Ser heute über die jüdischen Zustände Ungarn» wahrheitsgetreue Mittheilungen mach« will, der muh sehr schwarz die Färb« auftrage», und selbst dann kan» er sich »och nicht sag«, daß »ach Ablauf zweier Monate sei» Bericht der Wirklichkeit entsprechen wird, denn el wird io unserem Lande, Dank dem wild« Treiben der Schomre hadath, immer schwärzer. Ihr Correspoadmt au« Rieder-Ungarn, der im vorigen Jahrgang« Ihrer geschäht«» Zeitschrist al« Anwalt der Sesetze-wächter auftrat, scheint auch müde geworden zu sein, die trübe Sache «etter zu vertheidigm, da er sonst nicht so beharrlich schweigen würde. Ja, e« wird immer schwärzer, denn nicht nur gegen Fortschrittsgemeindm. a«ä> gegen orthodoxe Keneinden entladet sich die Wuth der GesetzeSwächter. Al» Parole gilt jetzt da» Schomre-hadath-Statnt, e» wird demselb« die Jrfalltbilttit zugesproch», und jede Gemeinde, »eiche nicht so lamiafromm sein mag dieselbe anzuerkenne», wird zu den Ketzern geworfen. De« Exdeputirtm von Freistadt gebührt dt« «hrenp-kme für diese neue Entdeckung. Die tombtto ** Freistadt erklärte eo» de» neue» Veschmrung« keine pnckttsche Anwendung mache» zu könne», sie »olle ««der Welf noch Saiblingen, fie wünsch« keine Congreh - Statute», glaube aber auch nicht durch da» Statut der GlaubeuSwächter sich die Ssltgkeit zu erwerben. Da» war eine gar schwer« Versündigung, welche ntcht ungeahndet bleib« dürfe; der Groß« in der Gemeind« erklärte sofort geg« dieselbe d« Schomre-hadath-Zug, und das Wundermittel unserer Frommen zur Erhaltung des Judeuthums, die Trennung, «urde bald zu« Factum: der Exdeputirtt und seine Getreu« bildm jetzt eine besondere Gemeinde. Diese» Sundermittel ist schon mode« geworden, und nicht bloß in Gemeiud« findet es Anwendung, auch in Ortschaften» welche, kaum die aöthige Minjauzahl anfbriag«, ist es an der Tagesordnung; e» handelt sich da wohl nicht um die Almemorfrage oder um Ehoralgesaug, di« „Trmnnng" ist nach d« Lehm» der Partei oder wenigsten» ihre» Organs di« größte Mizwa——. (Der Herr Eorrespondeut läßt hier einig« weitere Bemerkung« über da» unfein Lesern dem Ramm nach bekannte Preßorgan der ungarisch« Orthodoxie und deffm Pölttnik, welch« sich' nun auch geg« die „Wochenschrift" gewendet hat, folgen. Es ist leicht zu errathe», daß diese Polemik durch d« Artikel „Absagebriefe" hervorgerufm ist; denn obgleich dieser für jede», der zn lrs» versieht und die Sorte nicht verdrehe» will» l^iglich et» Referat enthält und die Dissonanz« zwtschm dm Vertretern der Orthodoxie in Deutschland und in Ungarn darlegte, so hat das fraglich« Blatt doch etwa» ander«» daran» gemacht. Sen» dasselbe mm „überzmgt ist, daß Herr Rabbiner Trmmfels auch diesmal et» beharrliche» Schweig« beobacht« wird", so freu« wir un», daß e» unsere persönlich« und unsere Redactioudgrundsätze so richtig bmrthetlt. Und wenn femer dort „von vornherein erklärt wird, daß dieses Schweig» al« et« Rtchtantwortenkönnm bewachtet «erd« solle", so ist auch diese Erklärung ganz richtig: wir könnm allerdings aus Dinge, wie sie dort vorgebracht »erden, nicht autwort«; es giebt über da» Antwort« und Rtcht» rühmte Aerzd: verzweifelten, und öfter» von seine» Schirffinu | mehrmal» wöchentlich eine Whistpartte mit der Herzogin von und seiner Gib« zum Beobacht« unterstützt, auch erzieltt, gern Berry spielte, Christ gewordm war. Eh bi«! Ich konnte gesehen und gefeiert. Z. , den General Wolf nicht zu« Patt «nenn«, well er — kein föortftang folgt.) Jude war.* (Um..«.) gearrol Wolf uad Kechisauwatt ZasLer. C» cttciilttt gegmwärtig ein artige» Geschichtchm in d« Blatte«, worach Fürst Biimarck dem ReichStagSabgeordnet« La»ker nach einem fesselnd« Gespräch, in welchem der scharfsinnige und kmntnißreiche jüdisch« RechtSauwalt eingeh«!» seine Auffassung üker verschied«« brmnmde TageSftag« auSelrander gesetzt hatte, keine Befriedigung mit dm Bott« zu erkenn« gab: .Sir inüss« doch noch einmal Colleg« werdm* .— .Well« Ew. Durchlaucht dmn Rechtsanwalt «erd«?* war die urplötzlich herruSgefprudette Entgegnung de» Abgeordntt«. Sr wollte mtt deifelo« augenscheinlich die Kluft bezttchn«, ttt ihn als Judm in Preuß« von jedem höher« StaatSpost« entfernt hätt. — Im charakteristischen Gegensatz z» dieser Geschichte steht dtt nachstehende, dtt König Ludwig Philipp selbst einem alt« Freunde erzählt hat: »Ich wollte alle Berühmtheit« aller k>erufSattm und Confesfioam zu Patt» ernennen. Such ei» Jude sollte Patt von Frankreich «erd«. Ich dachtt sofott an Gmeral Sols, der fiih ehrenvoll im Kriege au»g«zttchatt hatte und im Heere in Sufrhm stand. Ich schlug ihn dm Ministern vor, e» wurde mir aber mttgetheilt, daß General Sols zur Zeit, al» er Me sch-»e Gebete. I In einem viel gelesen», von christlichen Schriftstellern j redigirten Blatte find« sich folgende» einem alttn Gebetbuche I eutnommme Ueberschriftm von Gebet«, dtt «tt dm Lese« der Bochmschrist nicht vorenthaltm wollm: Gebet um glücklichen Fortgang einer festgesetzte» Rache. Demüthige Seufzer au de» heil. Christoph um eine« Beutel mit Geld. Ein Psalmengebet, um Jemand in kurzer Zeit sicher zu Tode zu bete». Stoßgebet einer bedrängte» wollüstige» Person n« ein« Lerne in der Lotterie. Welche Religtt» mag da» wohl sei», dtt solche Gebett »um gut« Fottgang einer Rache*, »für eine bedrängte wollüstige Person*, »um Jemand« zu Tode zu btt«* erzmgt hat? Etwa da» al» »Religion der Rache', al» »antiqnitt*, als »überwunden* verschrieme Judenthum? Rein — es ist dtt »Religion der Liebe', specttll dtt .alleinsttigmacheade*, dtt »wettbeglückeade*. 1. 8.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.