Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 26 (28.6.1871)
- Date
- 1871-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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m drei Lehrer jüdisch« Glpubm« an höhere, christl. Lshranftatt«. Ob <a b« inderm Lheilm de» dmtsche»-Reiche» Jude» a» höheren Lehranstalten als ordentlich« Lehrer wirk«, ist dem Sieferentm unbekannt. K An» Siddeutschland, 15. Juni. (Orig.»Eorresp.) Di« Zeitschrift de» kSnigl. bayerischen statisttschm Bureau in Münch« enthält in einem ihrer jüngsten Hefte einen Aufsatz über die Be» vökkerung der Gtüdte Nürnberg >ug»burg und Würzburg, au» dem ich für die „Wochmschrift" nur einige kurze Notizen ent» nehme. Ja Nürnberg beläuft sich die i»raelktische Einwohnerzahl gegenwärtig auf 1254 (km Jahre 1818: 1), in Aug-burg 44S <1818: 104). in «ürzbur, 1099 (1818: 288). vergleicht mau diese Angaben mit dm Notiz« über die Einwohnerzahl der andere« Confesfionm in dies« Etädtm in dm erwähnten Jahren, so ergirbt sich daran» eine im Verhältnisse zu jeum besonder» erhebliche Zunahme unserer Glaubeu»brüder in Nürnberg und Würzburg, die in dem fett wenig« Jahr« gestattet« Zuzug der Israelit« vom Laude ihre Ursache hat. B. Lo» der Werk«, 18. Juni. (Orig.-Eorresp.) Bor etwa zwei Jahr« war in der unter der Redaktion von Schul» Direktor A. Berthelt zu Dre»dm erschein«dm „Allg. deutsch« Lehrer-Zeitung", einem sehr verbrettet«, gediegmm und liberal« Blatte, ein Etrett über dm „christlich.jüdisch« Religion-unter» richt ao»zebrochru, der von israel. Seite von Lehrer Klingmsteiu, Redactrur de» „Jsr. Lehrer", gegm irgend einen christlich« Ge» lehrten geführt wurde. Herr Klingeastein steifte jedoch mittm im.Feldzüge da» Schwert in die Scheide. Die Redacttou der „Allg. dmtsch« Lehrer »Zettung" hatte sich der Fortsetzung de» Kampfe» unter der Bedingung, daß derselbe in objektiver Weise geführt werde, sehr gmeigt erklärt. 3» Nr. 15 de» lausend« Jahrganges gmannten Blatte» tritt nun plötzlich ein gewisser Rothenburg auü RapperSwyl am Züricherjee auf, beginnt dm Ettett auf» Rme und nimmt dm jüdisch« Gotte-glanb« in der schändlichsten Weife mit. Der» Ltteraturgeschichtm zusammeugmomm«, und wir hoff«, Julian Schmidt hat hierbei nicht vergesi«, daß er selbst eine, und nicht die dünnste» zusammmgeschriebm hat. Koreff besah diese» große Herz nicht; er war so recht eigmtlich charatterlo», nicht in dem gewöhnlich« Sinne, daß er etwa viel Böse», viel Unrecht gethan hätte. Im Gegentheil, gerade seine best«, von Varnhag« gerühmtestm Eigenschaften, seine Gutmüthigkett, seine Frühreife — fast möchtm wir, obgleich die Gefahr mißverstand« zu werdm hier sehr nahe liegt, hinzufügm, fein auherordenttiche» Gedächtniß — wurzeln in feiner Charakterlosigkeit, in der gering« Widerstandskraft, welche feine Individualität dm Eindrücken von Auhm «tgegen» gesetzt» tu dem Mangel an fester Au-präguuz der Persönlichkeit. Charakterlose Mensch« dieser Att, d. h. haltlose, innerlich nicht gefestigte Natur«, find stet» frühreif, denn sie schmieg« und bieg» sich leichter iu dt« neu« Dinge, welche ihum «tgegen» gebracht «erd«; aber die Frühreife wird nie zur Vollreife, diese entwickelt sich in dem Manne wmiger dadurch, dah er sich in die Dinge schickm, i al» daß er sich gegm fit stemm« lernt, varnhag« rühmt Koressi» Gutmüthigkett, die Alle» versprach, zu Alle« Ja sagte, al» Arzt jedm Krank« Hettung erhoff« ließ. Aber mit dm fein« scharf« Spitz«, welch« für dm Salonstyl Bamhagm'» iwmigstm» vor seine« Lode bezeichnmd «arm—Leun nach demselben hat ihn seine Nichte al» d« gröbst« der Grob«, gewissermaßen al» d«n Heros, als dm Schutzgott dieser urteutonischm. Tugmd deeouvrirt — deutet er an, wie wenig ft selbst von dieser Gutmüthigkett gehaltm hat, die beim versprechen sich prompter zeigte al» beim Halten. Koreff ist in Wahrheit an einer Kinderkrankheit zu Grunde gegangm: an dem ganz zwecftosm Lüg«, wozu Kinder oft von ihrer Phantasie ver» selbe müßte,her sehr, vielo» gebildet« Leser der „Allg. deutsch« Lehrpr-Zeitung? «fge» seinen Mann find«. (Das ftagliche Blatt ist uns nicht bekannt. Wir glaub« dm Jntmtion« des Herrn Eorrrspondmtm durch veröffmüichung de» vorftehmb« am besten zu di«»; e» wird sich vielleicht unter «nsem Lese« Jemand find«, der dm Streit aufuimmt. Die Zurückweisung wirb jedoch nur in jmem Blatte selbst, nicht in einem jüdisch«, am Platze sein. Red.) Der einjährig fteiwillige Unteroffizier Ludwig Steinhardt au» Wanfried, 87. Regiment, hat vor längerer Zeit schon da» eisern« Kreuz erhalt«. Herr vr. Cohn in Wanfried ist in der .Hess. Morgmztg." gegm Pfarrer Riebeling zu Mansbach aufgettetm. Oesterreich. Pest. Wir theilm dm Lese« dm Wortlaut eine» Erlasse» de» ungarisch« Cultu-ministerium» in Betteff der Organisation der jüdisch« Gemeind« mit. Wir Hab« schon vor mehreren Woch« erwähnt, daß beide streitende Partei« resp. der« Organe: die ,Ung. jüd. Wochmschrift' und da» ,Trad. Judenthum' d« Erlaß zu ihr« Gunst« ausleg« oder auffaffen. Dieser Sttett dauert »och fort. Daß mau" in der Feme nicht zur Klarhett gelang« kau«, wmn an Ort und Stelle behördliche Erlasse hin» und hergezerrt werdm, ist ftar. vielleicht gelingt e» jedoch einem Leser besser al» un«. sich nach dem Schriftstück ein Bild der jetzig« Sachlage zu «twerfm. »Mit dem Fortschritten der Orgauisations-Arbettm im Sinne der Statutm.de» ungarisch-jüdisch« Eongreffe» erachte ich e» um so wmsger für uöthiz, dm Bestrebung« eine» beträchtlich« Theile« der jüdisch« Bürger hiufichtlich de» Abschlüsse» der diesbezüglich« Organisation mtgegenznttetm — indem durch Förde» rung dieser Bestrebung» für Diejmigm, welch« die Annahme dieser Statut« verweigern, keine wie immer gmrtttm nachthei» ligm Consequmzen erfolg« könnm. I» Folge einer Eingavv de« Präsidmten der Eongreß-Eommissio« Hab« ich mittelst Erlasse« führt werdm und welche» in den Jahrm de» Reif«» gewöhnlich sich verliert. Wir behaupt« aber wohl nicht zu viel, wmn wir sagen, daß sein Abfall von der Religion seiner Väter, die in den Strudeln der Romantik ihm abhandm kam, weimtlich mitschuldet an der Vernichtung diese» vielumfassendm Geiste«, daß er nur, well auch dieser letzte und stärkste Anker, der den Mensch« am Ideal festhält, bei ihm allzu leicht und rasch sich löst«, in den llnttefm eine« lügnerisch« Abmtmrerlebm» untcrgezangm ist. Der Jude Koreff wäre wahrscheinlich kei» Abmtmrer geworden. Auch in Heine begaunen die schlecht« Seit« seine« Wes«» sich erst von dem Mommt an greller zu offeubarm, al» er den Heber» tritt zum Ehristenthum, der in seinen Aug« eine schlimmere Thal war al» da» »Stehlen silberner Löffel', dennoch «»»führte. Aber «ährmd Heine auch al« Christ, wenn man ihn so neun« darf, den Juden nicht vergaß, hatte Koreff so wenig Sinn für Religion, daß er auch die Taufe ganz vergesi« hatte und sie später nachholen mußt«. Koreff machte in BreSlau feine Schul» und medizinisch« Studien. Im Alter von zwanzig Jahrm kam er »ach Berlin und der zwanzigjährige Mann machte durch seine Kenntnisse, durch seinen Scharfblick da» größte Aufsehm; ein außerordenlliche» Gedächtniß befähigte ihn, sein ganze« Wissen bet jedem einzeln« Fall stet» zur Hand zu Hab«, uad er setzte Lehrer und Mitstudirmd« in Staun« durch eine Gelehrsamkett, die gewöhnlich nur die reife Frucht langjähriger Studien ist. Die Lebhaftigkett, mit welcher er sich Andem mittheilte, mtt der er auf Alle«, wa» ihm Andere verbracht», einging, erweckte so» fort vertrauen, und bei dm Kranken war er, der stet« dm Wünsch«^ derselbe» mtgegeukommmd Heilung versprach, wo bo-