Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 26 (28.6.1871)
- Date
- 1871-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/5369809-5934989-5935486--0783-5370458- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m i :'; . Welt dai Schibolet deechten Priesterthum- und die Unterscheidungt - MerknGle-d»» PriOer- und Leh^lnteS «-Skhüttm; ob da» uitergeschMrneHkiestMhui^ MreiS ^1>>«chtl^ ^MtloS »nd hinfällig gevMdenIob e»feine Hlfpritchs, fi^cherVgdminderf' ^Vr Hai, daß wir dasHndeM» dH echt» Pjtej^HlmS jMßtöschen wir dürfen? Wir reden nüht davon, daß wir daS weder können, lehre, noch nach dem Reliaion-gefetze dürttn, wir. «erweisen lediglich daS Bewußtsein deS jüdischen Volkeaber wird da- Priesterkhum der Aharcnideu hauptsächlich durch das feierlich»; Segensprnheu bewahrt, zugleich mit der Lehre, daß der Priester nur berufen sei zu segnen, nicht irgend ein sonstige- Vorrechten ib^, dicht zu fluchen, offd Paß ti auch''den Segen nicht selbst ertHeilt, sondern nar »den Name» Gotte» auf die Gemeinde Iegt*r~Sßtr überlaffen es auch »nsern 'Lesern, den Zusammephayg zwischen dem hier Erörterten und dem im letzten Absätze beS Leitartikel- Wir knüpfen noch eure andere Erwägung an. Die Aharo» niden sind in Israel ein Vorbild dessen,' iya^A-rgejl, unter feinen Bruderstäiamen sein. soll. »Ihr solft mir eiu,Mach von Priestern so viel Böse« Nachreden kann, wie die Welt st»« nachgesagt hat. Hat eS denn nicht v» jeher geheiß«^ diese Juden, e-sichJfc erOäW^alt«<>sind » dicht «er Laster voll?" amErte»! ^oet,undMS wtz find, ftMnert euch nicht; Mage» HdichewährHi euch d« Egen der Gölte-« >ie Fahne oes lebendigen Gotte-;.' wke der Priester die SegenSworte au-kpricht überFreunh uqd Feind, Gut«und Bhfe. ^qingxn^ir tz^Ggen'chstSa^MLiebchfdKR^M so haben wir Fürbitte für freundlich tlnd feindlich Gönnte, gang so wie schon unsere Vorfahren am Hüttenfeste für alle Nationen Opfer gebracht haben." v -Endlich -noch ttnS. ^Schmücke dich sähst, ehe du ajrdere schmückest," sagen unsere Weisen. Ehe 'Jemand' ^agt, ob der und^ sener Kohm würdig sei den Segen zu sprechen.frage er prüfead, ob er.würdig sei den Segen Gotte» zu empfangen.^) rj , ,/» Berichte unv.Correfpondenzen. fein,* Hecht 4 iml Buch Mos*- und ,ife werdet Priester des uifche Zukimft. Wie die Kohanim Priester» jp sipd wir Israeliten durch die Geburt: wie jene nur erhöhetePflichtenchabeo, keinxrln Vorrecht, 'o haben wir nur besondere Pflichten; froh, wenn man unser Menschenrecht nicht., verkümmert, deanspruchea wir keinerlei Vorrecht :veder auf Erden noch „fsir,hen ^immet"; wie jene nur ein 'Zhrenrecht genießyr, .zuerst auS.,dpr. Thora M lefen"r so beanspruchen auch wir nur die eine Anerkennung, , daß wir die Ersten gewesen, die'die Thora empfangen.undi» ihr gelesen haben, zuerst „zu ihr aufgerufen" find., Nach der den Patriarchen gegebenen Verheißung haben wir de» Brudrrstäwmy« nur S ege^l zu bringe«, keinen Fluch. Spricht aber ein Israelit: „wer find dzeseKohanün? —" so bedenke er, daß man dem nichtswürdigsten derselben nicht halb :. Feuilleton. , , Pavid )erd. Koreff, . »in jüdischer Geaoffe der romantische« Schul«, g«d. I7W, ß. ISSl.'i .!! -'I n(Fortfetzm,g.)' ... ' .t, Davii» Ferdinand Korest, geboren in BrrSlau am 3. Fein- 1783, starimte auS einer jüdischen, glücklichen, wohlumfrwdeten Familie. :$n ruhigen Zeiten hätten die außerordentlichen Talente, welch« Kor,ff auSzeichneteu, zu einer gedeihlich« Entfaltung komme» können; dir Flecken, welche seine Seele trübten, wäre» in einem Zeitalter, daauf sittliche Reinheit ein größere- Gewicht, legte äiS die Romantiker, allgemach verwischt worden; die Schwache, welche bei der Betrachtung diese- Leben-gangeuns um de» Eindruck eine« ganzm und. geschloffmen Mannebringt, wäre «, wichen vor der sttengeren Rütze. Aber hineingeftellt in,die Periode und 'in dm Kreis überspannter Kraftgenie-, wo gevöhniiche Tugend und Tüchtigkeit wenig galt, wo nur da- Außerordentliche sich zeigen durfte und ordentlich« Leute über di« Schntter'angesehen wurlen, wo nur brillantene Gefühle mit silbern blinkender -Einfaffung gehegt, dagegen so einfach« und gesunde Gefühle wie die Achtung vor der Wahrheit, der Abscheu vor der Lüge oder wie „Du sollst nicht gelüsten nach Deines Nächste» Weib", als auu« Trinale» bei Seite geschoben wnrden, ist er die «eteor» haste Erscheinung geworden, die einen Moment über die Himmel», scheibe fl«;t und durch ihr blendende- Licht zum Staunen un» aufregt» aber rasch in Nacht und Nebel finkt'und keine Folge , Deutfchta»d. - " Dvfr»; Saat. (Orig: j-Correfp.) vi^-mnSi Sarl Sohn deverstorben«. in JofephStheyer,1 hät ’ für's sonder» in der Schlacht von Moatmödy. wo er unter dem größten Beweise des Dank«» Derer geworden, heuen -r-hägeft-üdtz, hat, — Auch von der Wahlstatt friedlicher Hrbrit. habe^llh.^Jh^e», eine erfteuliche Thatjache zu melden, vr. sHerm. Wqrich^n^r^ seit 1866 an der hiesige» Realschuke beschäftigt,' wurde 'att ordentlicher Lehrer der gaämntcft Anstalt vom Cuttu»miaifter bestätigt. E» giebt letzt, soviel ich weiß,' in ganz Preußen wenigsten», nur *) XV. Äed. ist kein Aohe». . zurückläßt. Koreff, den die Jetztlebenden kaum dem Namen nach kennen, war einst, al» er in den Jahren 1813—30 im Zeaith seine» Ruhme» stand, dem Stagt-kaazler Hardenberg;aah und eng befreundet, ei» Macht «nd Bedeutung weithin au-Arahlend«I Mann. Aber er wie die ganze Romanttk hat den' Satz.vergeffe^ (Schleierinacher hat sich »achttäglich darauf besoamn), daß uv^ im Charakter die bindende. Kraft liegt, welche di« in ihrer B«; einzelung halb verlorenen Talente und Fähigkette» zü .einheittichsr imponkrender Größe zusammenfaßt.. . ,, ($6 ist kein Frommen und kein Glück dabej, „ein Talent aber keiy Charakter" zo'sein, so bequemfllh scheinbar damit lehmigßt; und Heine, der zuerst diesr» Gegensatz scharf ausgesproch«» und entwickelt hat, wäre nicht der geniale ,und wirkungürefch«, .Helft, der er ist, wenn di« gelehrtm Herren mit Zopf und Perüit«, dir ihn .charakterlos schelten, Siecht hätten. Nein, nicht jeder, .derihi« Narrenkappe trägt, ist, (in Narr und ein Wicht; und bief>tp/ai sollten e» ja audem ^hakespeare wiffen, den sie,' wett ar dr^. hundert Jahre qlt ist, so sehr verhimnjelu, und den lebte.,« heute, steinigen wnrden, daß hinter einer Nan«flä^,j üst,«ehr Verstand und Bravheit steckt ali« de» großm Schädchz.staatlich paterttirtqc Gckehrtenwei-hnt. Nein, «aS Grätz sp„ schön darstellt, da- -rohe fliehende Herz, und nicht hie witzige» Einfälle chaben Heine zum Markstein deutsch« Lehenuüd .deafssh^r Dichtung gemacht;, »och heute blicke».mehr Leute al«^e« «inge» stehe« mögm ans ihn hi», um zu erfahren, wo der.rechte. läuft; ja wenn wir nicht irr«, war e» Julia« ^chmÜ>t.^p»« e- RhadamantuS, der scharf richtmde selbst» der es vor Kurzem öff«ttich an-sprach, daß in Heine'» Darstellung „der rvmanttschen Schule" mehr Wahrheit und richtige Erkenntniß steckt al« in alle»