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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-28 · 26 (28.6.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
26 (28.6.1871)
Date
1871-06-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N2M.-187L L. Jahrgang. z»r»ettüsrkr fir-Me reNgi-stss trat) sociale» Interesse» des Judenthums. «ischesttt stb» Mtmiech. »^,,tt»mNtch«r «Mavmr W trflytrr Of**mUatxvr.#.,««Afelü in Stettin. An lt|U|« d>nch ** i‘A «§k ' BreSlau, 28. Züni 1871. t+rttnvm Anchhanbimill (t-nm) ta SMIw. a«|«ft staitenstae Aeeilel: va» »ch». und da» fallche Pri-sterttzn». (Schi»«.) »euiletonr David F rdi.aad K efß cs-nr.) General »als »nd «echtst»»»»« «.«r.r. Alte, sch»»» «edet. veAcht» nn» »entfchland: P-st». **» «*«*14*!■*. tateSoM. Oesterreich: fif. «a»Qa««a. «»»«» »» Mm». •cmlf4tt m« ««st» Nachricht»: ««»«im» ««»och». Wst». Wifi. Piß. WßÄ. Pmist, »»»«. Lock«. dg« Mm. Cfcffa. 4»4)mL ftrtfc. H»wrt»»>»H#e. Berlchti,«^ 3*f»t«t». •r A» «rftre Zer«« AHa»«e«te»l Mtt Rr. 87 tegimch da» dritte Quartal der Israelitische» »rchenschttft. U» EtdriMM in der Expedttto« zu vermeiden, bitten mt schnellste Erneuerung der Abannement» bei dev betresfeuden Postaustalteu und Bvchhaudlungeu. -• < Dta «»editt<L. -. ... AchNNer^ch» WUchSi»H««ß (A. Achch^ch). d _ - 1* --V V-MM » .» - »«- MW nflf V19 Mi fMfHk f(U|UUJ|li* wm.) Daß Prtesterthum der all« Kirche stützt sich auf die Jnstitutio» d« Kohanim. Die dogmatische Bedeutung derselbe» geht «aß hier nicht» au; die Frage, ob der Hohepriester dort da» Amt der Lehre zu verwalt« und dm wahr« Glaub« zu verkünd« hat, ob tu Verbindung mtt fein« Genosse», dm priefteriichm Bischöfen, oder allein, kraft seiner Unfehlbarkeit, kümmert «u» nicht; die Kvhantm Hab«, al» solche, «11 de« Lehramte gar utcht» Pt thun. Aber jme Priester behaupt« von Gott eingesetzt zu fein — ist da» nun «ehr al» eine Behauptung» Ist da irgend eine unumstößliche Thccksache, wie die, auf welche sich der Koh« berust, wem er sagt: Gott hat mich al» Priest« ge» bereu werdm lasse«, uud darum bi» ich e»f Und ebenso einleuchtend lieg» die ander» unterscheidend« Momente vor. Der katholische Priester behauptet nicht bloß Pflichten zu Hab«, soude« auch große und dedenteude Rechte: Immunität« aller Art, Befreiung von der weltlich» Juriödictiou, psrüudm — der Papst aber will der Herr aller Fürst« fei» uud et» ganzer Staat soll seine Domäne btldm. Gr zieht d« Schuh utcht von d« Füße», soude« läßt ihn küss«, uud wie schwer er fein« Fuß namentlich auf dm Rack« seiner jüdisch« Uuterthanm gesetzt hat» davon red« die Blätter unserer Geschichte. Diese» Prteskrchum will nicht nur d« Segm zu erthellm und zu spreche» habe«, soude« auch dm Fluch, und Blut hat e» in Ström« vergoss« «ad vergieß« last« zur Mehrung seiner Macht, zur Unterdrückung seiner Gegner. Da» Priesterthum der jünger« Kirche dagegen berust sich auf feine Einsetzung durch dm Lande», oder Schirmherr«, große oder kleine Herren, und der» dazu verorduete Behörde». Daß die »ettltche Obrigkeit von Gott verordnet und daß der Gehör, sau» gegen^ie religiöse Pflicht sei, wird vom Judm.hum utcht im «tseruKstat bezweifelt; aber Priester, lehtt e», kauu kein Mynsch, »er er auch fei, eiusetzeu. Daß Rechte auch von dies« Ptwstr« in Anspruch gengm«« werdm, und daß Herrschast «ch Schutz derselb« durch die welüiche Obrigkeit auch von ihnen antzstftrebt wird, ist bekarmt genug. 3« üebrtg« ist indeß da» Achdde» protestantisch« Geistlich« mehr ein Lehramt und nur .MUGwttffe-Whtuug.sehat sich uach Au^anung prtesterlicher Attribute, so namentlich die «glische .Hochkirche* uud diejenige», welche die Jnstitutirum dieser nach Deutschland verpflanz« «öchtm. Wir köunm hier davon abseh« rnd wmdm uu» «och zu einem andern Punkte. Die katholische Kirche erklärt ihre Priesterweihe für unau»löschlich, vergeh« können fie an sich utcht schädig«, die Lai« Hab« dm Wandel de» Priester» nicht zu prüf«; in dem Munde de» Volke» hat sich diese Anschauung in dem Satze ««»geprägt: »Handelt «ach mein« Wort«, aber nicht nach «ein« Thaten.' Man erkennt die Anlehnung an da» i»raelitische Priesterthum,*) aber auch die Vertauschung liegt wieder off« vor; nur ein Angeborene» kanu nicht ««»gelöscht »erde«, bens wie wäre e» möglich, daß Jemand aufhötte Sohn setue» Vater» zu sein?! Dageg« hat fich im Judeathum nebm dem Priesterthum und ganz »abhängig von diesem ein Lehrberuf ausgebildet. Der Priester hat sein Amt von Gott, der Lehrer (Rabbiner, Prediger) von der Gemeinde,—) er hat die Befähigung zu demselbm zu erwerben und zu bewahren. Im Gegmsatze zu dem eb« erwähnt« volk»sp«che kann die Gemeinde ihre Ansprüche »u die Untadektgkeit de» religiös« und fittlichm Wandel» ihre» Rabbiner» u. s. w. nicht leicht zu hoch stellen. — Run können wir e» dm Lesern überlass«, selbst die Frage zu beantwort«: ob e» zeitgemäß fei, daß wir aufhörm, der *) «ewaatlich ist d» istraeliltsch« Pttefieqesetze, anch dl« Fmderung dal wnentsch» ststcht» attlehnt, »aß der Priester leine» Leibaksthler habe» Witte. —) Wam »er «tu« sein «h» ohae Zweistl pisteheude« Uofstchterrch, Aber bte rttigistsm Iasttwtioae» seiner vürzer »ch »f dst Juden in de, , Weist austdeh«» »iß, »aß er die äntzrre» SerhwMiff» der Gemeinden p Km KBMtetni».(.«. ctg«, so ist do-egen »icht« edqmoende»; aNrrir da» ab« »Mag* »ich«, den» et» «mgreist» i» »st iaamn «erhstltmsst, st- Lehre «ch Gesttz »er Aiüßionea» »imatt der Staat »ach d» hott zst-lich «L- «tt»et» pt S«>m, gdagtca Aaschamm^u Lderall »ich« »ehr i» «»spr»ch.

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