Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 25 (21.6.1871)
- Date
- 1871-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5369809-5934989-5935483--0776-5370452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
196 Wir Hab« f. Zin Bezugnahme «f b« Aufsatz M Herrn Dr. iewi, »och eh» Korrespondenz an« der Provinz! Posen erhalle», welche die Schuld au dem mangelhaft« hebe, Unterricht in der schlecht« Besoldung der Lehrer 'uud dem Unwesm der polnisch« »Redde«* findet, die Redakteure der stid- Blätter und He Rabbiner der Theilnahmloflgkeit an de« Schicksal der Lehre: bezichtigt und «ns ansfordert, im Sinne der tu Rr. 18 de« . 3«r. Lehrer«* gemacht« Borschläge für Me bessere Gestaltung der Lerhältnifle de« jüdisch« Lehrerstande« thätig zu fei». Wir bemerk» hieraus vorläufig, daß wir die ftaglichm Vorschläge mit voller Thetlnahme geles« Hab« und nm da« eine vede-rk« erheb«, daß da ans einmal zu viel angeregt, rssp. zur Inangriffnahme empfohlm wird. Wir erwartet« daher zunächst ein» weiter« Schritt der Besprechung in jenem Blatte und i »erb« e* dann gewiß au unser« Theile an Anregung und Befürwortung nicht fehl« laffm. - ' ' Berichte und Correspondenzen. DeutschlarrL. Strtti», 14. Juni. 3» Beziehung ans unsere Bemerkung zu b mt zweit« Artikel »Berlin* im vor. Blatte bericht« wir, daß inzwischm durch ein vom 10. d. dattrte« Circular der Kgl. Regierung die Stznazogm-Gemeindm zur Abhaltung eine« Fest» Gottesdiensteam 18. aufgefordert ward« find. Dieser Tage ist ein Israelit, der Kaufmann David au« Steinberg (Mecklmb.), welcher .hier im (König«»)Grmad.-Regt. Frsti». Wilh. IV. Rr. 2 sein Jahr gedient und dam» dm Feldzug mitgemacht hatte, zum Lieutmant befördert worden. Er war mehimal« vorzeschlag«, nachdem er aber auch da« eiseme Kreuz erha tm hatte, hat er endlich da« Patent empfargm »ud wird al« Reserveoffizier mit de« hetmkehrendm Regimmte eiuzsthe», — Dir füg« hier dir steifer bekannt' gewvrdm» Verleihung« de« eisern« Kreuze« an jüdische jMilitärperson« an. Stabsarzt Dr. Hefsberg au« Schleusingen; Asfistenz-Aerztr vr. «all. bäum au« Münster; vr. Elzbacher au« Köln; vr. Döbltu an« Bernkastel; vr. Levtz an« Ottweiler; Stabsarzt vr. Haber an« Landsberg a.».; Stabsarzt vr. Mich. Lasch und vire» Wachtmeister Sam. Basch, Söhne de« Cantor« daselbst; Prem.. Lieutenant Moritz Pleßner vom 4. Brand. Juf.-Regt. Rr. 24 au« Sauer; Soldat Kadisch au« Slogan und Abrah. Metzer au« Gchubi« beim Sauitttöcorp«; Unteroffizier Arm Hirsch» berg (44. Reg.) au« Woauditt mst Bice-Feldwebel Ladlauer au« Breslau. 0te«(M, 9. Juni. (Ortg-Corresp.) Sie Hab« in Rr. 22 Ihre« Blatte« eine kurze Notiz über die in nächster Zeit tu'« Leb« tretende Mora Salomo» Leipziger'fche Stiftung gebracht. Ich bin in der Lage» Ihn« über dieselbe Aasführ» lichere« mittheilm zu kömm. Die Stiftung ist von dem Hierselbst am 4. November 1842 verstarb«« Kaufmann Mora Salomo» Leipziger begründet ward« und beruht auf deff« letztwilliger Bestimmung io tz 15 seine« Testament«, welcher im Auszuge wie folgt lautet: »Ferner bestimme ich ein Capital von 10,000 Thlr. zu de« fromm« Zwecke, daß die Zins« davon zu einem Beshamedassch jährlich verwendet «erd« soll«, in welcher Beziehung ei» oder zwei Rabbiner in dm Stand gefetzt wer dm soll«, das Studium de« Talmud«, welche« sie sich gewidmet Hab«... fortzusetz«... Hinsichtlich des meiner Ehefrau ausgesetzt« Erb - Capital« von 10,000 Thlr. ... ist es nun auch mein Wille, daß nach dem Ableb« meiner Fra» dieses Capital meiner vorstehend« Stiftung anheimfallm soll.* Durch Cabinetsordre vom 29. März 1851 hat die Stiftung die landesherrliche Gmehmigung erhallen, und da die Erecutor« über dm Ort der Sttftnng keine Einigung erziel« konnte», hat selbst und wohl auch dem Stamm und dem Glauben, au« welchem fie Itervorgegang« ist. Doch nicht von der Rahel wollt« wir sprechen, sondern von eine» ander» verlor«» Sohn, den unS die Roreautik entführt hat, von David'Ferdinand Koreff, allerdings eine» Freunde Barnhag m« und der Rahel, «ad insofern ist diese Abschweifung zur Seile der romantisch« Schule vielleicht verzeihlich, varuhag« hat uu« eine Silhouette von ihm, «tt seiner scharf« Scheere geschnittm» hinterlaff«, und fein Porträt findet sich unter dm Eharakterköpfm, mit welch« uns Ludmilla Asfinz au« dem unerschöpflich« Nachlaß in diesem Zähre beschenkt hat. Z. ($ürtfe$ung felgt) Nusfische,. Dr. Zastro« tu Philadelphia hat h» »Hebe. Leader* ein 8el««bild de« sei. Ober-Rabbiner« 8. Metsels in Warschau veröffeutticht, welche« in besonder« iutereffauter Wckse die Geschichte de, laug« Untersuchung, in die er «tt Meise!« in Folge des po mschm Ausstande« von 1862 und 68 verwickelt war, »zählt Wr entlehn« dem Aufsatze folgende Episode. Trotz aller verhöre wollt« die bange», lang» Tage der Hast immer noch kein Ende nehmen. Eine« Tages besuchte nus oder vielmehr MeiselS — denn mir galt, wie ich gleich «fahr« sollte, die zweifelhafte Ehre nicht — der neue Iststgsgonvaumr, der bereit« erwähnte Kryzauowski, der die Seele des ganz« Berfolguug«ftzstem« war. Krtzzanowskt nannte fick» Meisels Freund. 3>r dea Tag«, da die Regierung noch »tt der Bewegung scho» mnd umzugch« für gut fand, hatte er, um sich zu orstutst«, öfter de« Rabbiner» Meinung über die Situation eingeholt, welche dieser mtt gewohntem Freimuth auch äußerte. Damal« war KrhzauowSki nur ei» Mitglied der Sülle de« Statthalter« Lambert und fand es für gut dm Liberal« zu spielen. »Wie geht'«, lieber Freund?* ries der honigsüße und nattergiftige Krtegsgouvernmr bei» Eintritt in unsere Zelle. »Freund?* erwiderte Meisels, »Freund? Za, ehedem schim's so, al« warm wir Freunde. Setzt find Sie KrstgSgouväneur und ich Gefangener; ob «st da noch Freunde fei» köun«?* »Auch jetzt noch, wem» Sst uns was sagen, gewisse Mtttheilungm mach« wollte».* Der Krstgsgouveruar blickte schlau um fich. Ab« da greise Messel« «hob fich i» jugendliche» Feuer, seine schlanke Gestatt schien fich zu heben, al« « sprach: »Ich habe »ich« zu sage», doch hätte ich gewisse Mittheilung« zu mach« — ich würde lieb« hier zwisch« dies« Mauern verwese», ehe ich auf meine alten Tage zum Deuunciaut« werdm sollte.' Es war nicht klug dem heimtückisch« Kriegsgonverueur Etwa» zu sage», dahinter « manche« Geheimulß suchte, während 1 Meisels in der Thal Nicht« zu verheimlich« hatte. Aba sei» edler Sinn offmbarte fich dabei i» solch« Achtung gebietend« Wesse, daß selbst d« gemeine Krtzzanowskt beschcttut und agrimmt dastaod. Heber mich entlud fich sei» Unwille; als ich chm bemerke, daß die Kriegscoauussstou die Mittheilnugm, dst sie wünschte; bereits von «st erhalten, und daß ich in »eine« Schriftstück zugleich die Ansicht mestes älter« Colleg« nieder» gelegt hätte. -1 »Sa fiud Sst?* herrschst « «ich in ein« «esse au. daß selbst d« nicht sehr zartsinnige Chef d« Krstgscommissto, Roz- »