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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-21 · 25 (21.6.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
25 (21.6.1871)
Date
1871-06-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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195 . r.: kleiner JKak. , .. t, Soter dem Titel »Flecke Wink fick, jüdisch«' Pädagoge«' gcktt ««» Herr De. 8. ck Nr. IS der »Wochenschrift' eck« päda« §ogisch«-.Homilck. Wir »olle« «11 dckser vezetchmmg nicht tronistrr»,' H ist avch recht erfreulich, »emr Vorschläge, die leine»» »eg« d«» Verdienst der Nenheit fick sich ck Anspruch nehme« lbtau% .immer wird« zur Beherzigung «rempfohtm «»erden. Aber indem Hen Dr. t mit großer Wärm« fftt de» Bibel- Unterricht 1» der Ursprache spricht, steigert sich seine Wärme bi» zur Hitze, und er vermeidet di« Extreme nicht- So sagt er nicht etwa,, daß am» ck der Schuck auf.dck Kenntniß der rriigiösen Urkunde» ck der Ursprache eck Hauptgewicht legen müsse, neck! «r beßanptet» man miisse de» Unterricht ck der Religion einzig und alleck aus diese (Erlernung der Thora rc. ck der Ursprache) beschränken. 3« Ekstase gerathend ruft deshalb Herr Dr. k. aus: »Entfernt au» de» Schulen dck Uebersetzuuge«, biblische».Meschichtm «. l. w.!' und apostrophtrt de» jüdische» Sehr»:!»ANf, erwache au» dem gewohnten Schlendrian, ckche Dck neue Bahnen u. s. w.' Wollten wck diesen gewiß recht gut geweckten Rach.befolge», so bliebe uns «tcht» andere» übrig al» sämmt» liche Reltgcknsschuckn — diejenigen, an welchen «eben de« Unterrichte im Hebräische» auch der ck der biblische« Beschichte ertheilt wird, nicht eudgenommen — zu schließen und unsere Kinder ck» -Heber zu schicken. Wir werden nn» aber eck Weilchen besinnt»» Sie» zu thna, wck sehe «nch Herr L. da« Mittelalter, wo fast nur . da« (äheder «xtftirck, preisen mag. Wck »erde» die biblische Beschicht« al» Uuterrtchtsgegenstand in der Rellgionsschnle bei» behalten, nicht bloß um der Mädchen willen, dck den Inhalt der Thora mur aus diese« Wege erfahre« könne», sondern auch um jener Knaben willen, die verständig genug, die Erzählungen der biblischen Beschichte zU faffe», doch »och nicht reif find fie ck der Ursprache zu erlerne». Wck werden die biblische Beschichte auch den reiferen, i« Hebräische« schon unterrichteten Knaben nicht vorenthalteu, damit ß« über da», wa» fie ck der Thora bereit» gelernt haben, «tue« Ueberblick gewinne« und die i« Pentateuch «rzähtte Beschichte dt« »st d«rch Besetze unterbrochen ist, zu» sommeufaff«. Der Unterricht ck der biblische» Beschichte — von ecke« tüchtig« Pädagogen geleitet — wird, weit entfernt der Jagend zu schade», ck ihr vielmehr die Siebe zum Zudenthum «ad zum jüdische« Vchriftthum erwecken. vielleicht wckd diese Auseinandersetzung Herrn S. veranlasse«, seine Ansicht über tm jüdische« Religionsunterricht zu modlfizire« und sich schließlich ck Bezug auf seine, stecke» 8ckk dck Worte zu sage», die er hinsichtlich der jüdisch »theologischen Fakultät gebraucht: »Nicht da» ist'», «M» uu» frommt, nicht da», «a» wir erstreben.' -»merk, der Redaktion. Heber die Nothwendigkeit, dck hebr. Sprache und dck heil. Schrift in dieser Ursprache fleißigft zu lehr«, find wohl alle diejenige« eckig, «eich, Kenntniß >e» Indenthum» verbreite», durch diese da» Indenihum erhalten wollen und sachverständig die Erfahrungen der letzten Jahrzehente benutzt haben. Herr Dr. Lewin ist allerding» etwa» zu weit gegangen; da« Bessere soll kein Feind de» Buten werden. E» wird, wck dck Verhältnisse einmal lckzen, nicht nur unmöglich sein, die sämmtktchen geschichtlichen Bücher b«r Bibel ck Jen Schulen hebräisch zu lesen (man müßte denn die nicht Historismen vernachlässigen wollen, wasgewiß nicht rathsam wäre), oian wird daher nicht nur da» Hülschmittel der Uebersepuagen, Au», zöge und »biblischen Geschichten' benutzen müsicn, sondern auch der sogenannte systematische Religionsunterricht wird nicht entbichrt werden könne», wenn und da e« nicht möglich ist, alleaus der Quelle zu schöpfe«, und wenn man danach trachtet, der Jug.'nd zum Abschluß dc» Unterricht» ecke Uebersicht der Religion»!« hre sowie da» hentzutage unentbehrliche Material einer Begrün»-mg und. Apologetik de» Judenthum» zu geben. Wir haben, uo er« Ansichthierüber in einer Besprechung von Dr. Hochstädier» Reiigckasbnch (Frankel'» Monatsschrift 1864, S. 476 ff.) kurz dargeckgt und erlauben «u» darauf hckzuwrisen. di» alle große» Ahnungen de» Geistigen und Ueberfinnltchen, alle erhabenen Empfindungen ediere» Seelen stet ausfprechen ließ» da doch früh«, al« Riklat da» Seepter schwang, jeder Bedank und jede» Befühl, da» nicht der Nor« sich fügte, da» nicht gletchfam mit dem Zollstock aolzumrsim war, einfach lächerlich gewesen. Und besonder» dck Inden» eingepfercht bisher in eck zwiefache» Ghetto, bisher ferngehalten' der deutschen Bildung durch den »»gerecht«» Haß der Machthaber und durch dck nn» geschickck Liebe der eigenen Elter», wie muhck auf sie, da sich da» Ghetto ihnen halb anfthat, dck Romanttk anziehend, bestrickend «ad leider auch verwirrend und zerstörend wirken i Leut«, dck jede Sünde, sobald fie ck einem Zeitalter epidemisch , anstritt, tzerni auf dck Schultern der damals > geltenden Philosophie laden, könnten da» Fichte'sch« Ich verantwortlich machen fick all« die Verirrungen auch »ans de» Bebtet« der Sittlichkeit; welche zu dieser Jett besonder» ck Berlin grasstrien, obgleich bekanntlich dck -Fichte'sch« Morallehre ck ihrer ursprüngliche» Bestatt weutg Gemeinsame« hat mit der Sorte von Moral, welche die Schlegel, .Schteckrmacher, Server, Scheßing «. f. «. praktisch geübt haben. Aber'.da» ist richtig, dck sittlichen vergehen, 'wckche so viele der ibegabtrfte» Natnren im Anfang« unsere» Jahrhundert» zu Grunde - gerichtet habe», fie hinge« «ft der geistigen Strömung der Zeit :nnf».engste znsanuneu.;r;r.. Uus«»> großer Natcknal-Historiker, der besonder» ck de» letzt« Theil sein«, «nfaffende» Srbett sonst-so gerecht zu Bericht .fitzt über-dck Buckn und dck Bäfen^-thut, wck--ich glaube, den bwentenden«. de» i jüdischen Stamm- «ntsprvffenrn Fra««» an wenig Unrecht, welche, gelockt von der neuen Bildung und de« neuen Idee», de« alten Glaube» dck Treue brachen und sich den gefitretchen und sttcknlosrrr damaligen Berliner Größe» ck die Arme warfen. Er beurtheilt sie etwa» zu sehr nach dem Maßstab der hausbackenen bürgerlichen Moral. Gerade für dck reckst« Serien liegt etwa» Sinnverwirrende» ck der Aufforderung, unbekümmert «n» die Meinung der Welt de» Impulsen eine» großen Herzen» zu folgen. Aber diese» groß« Herz hat in eckem steine» Winkel anch feine schlechten Neigungen; ist e» gewöhnt nach der Meinung der Nebenmenschen z« ftagen, die Schrankm der fittlichen Ordnung zu achten, so wird e» dies« schlimmen Triebe zähmen und »ntrrdrücken. Hat e» jedoch aufgchört einer andern Stimme al» der etgeoen zu gehorche«, nun, so «erden sich dck schlachten Wünsch« ck den Vordergrund drängen; warum sollte» fie wentger berechtigt srck, da sck doch demielben Urquell mtsttömten, dessen Rausche» diesen in ihr eigene» Subjekt ganz ein- ^«sponnenen Seelen dck erhabensten Offenbarungen enthüllte. Die Logik trieb wie »ck Derhäugntß selbst Fraum wie die Ra Hel. wie dck Herz und Männer wck Schlriermacher bi» an den Abgrund stttftch-r Verworfenheit und andere schwächere Geister tief ck denselben hinab. .. Brätz läßt sich, wck nn» dunst, zu sehr vom Groll üb«, dck Abtiünnig« verleit«, wenn er diesen Fraum unbarmherzig dck Btorck nimmt, von welcher fie bisher umstrahlt gewes« find; »eck, e» war kein gewöhnliche» Weib, z» de« Barnhagea »och zwanzig Iah« nach ihrem Tod« wck zu einer Göttck ausgeUickt hat. Jene knotpenhafte» jungfräulich verschleiette Seele, wüche halb der Welt »erschloss«, halb gleichsam in sich hckeckblühend, dck -erhabensten Empfindungen -ck eck« so ursprünglichen, fast , prophetischen Sprache verkündet hat, sck wird ttotz aller Jrrgc nge, ans welch« fie die Romantik verleitet hat, stet».auch für dru Jrdm eck Gegmstand sympathischer Bettachtnng bleibe». Ihr« Fchler gchöeen iheer Zeit; ihrer Umgebung, ihre Vorzüge gehören ihr

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