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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-14 · 24 (14.6.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
24 (14.6.1871)
Date
1871-06-14
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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187 Zn vfe «Mit freilich bei diese» Lobe da« Sprich»,ei Anmendnng findet: änoda» Utignnlidu, Isrtin» g«»d»t (imm Amet zank», freut sich der Dritte), davon erzähle ich Ich«» vielleicht «1» andere« Mal. Berichte und Correspondenzen. Aeutschümd. u. Vresla». 2. Juni. (Ottg.»Eorresp.) Anknüpfend an die Leipziger Gemeindebund-»Verhandlungen, deren Tendenzen gewiß hohe Anerkennung und Billigung verdienen, müssen Sie gestatt« einen Punkt hier zur Sprache zu bring«, der unsere jüdssch« Verhältnisse in einem eigeuthümltch« Lichte erschein« läßt. Herr Kohner macht unter Anderem darauf aufmerksam, daß der ganze Verlauf der jüdisch« Feldpredtger» Angelegenheit von Neuem dargethan habe, wie nothwendig eine Gesammtvertretung der jüdssch« Gemeinden sei, um die berechtigt« Forderung« der jüdisch« Religio»sg«oss«schast mit größerem Gewicht geltmd zu mach«. Einzelne Privatperson« (leider find Rabbiner in Preußen nicht« andere« al« Privatpersonen!) mußten diese Au» gelegeuheit in Anregung bring« und nur »ach langen Unter» Handlung«, welche durch die vneigmnützigkeit der betreffmd« Herr« Kandidat« unterstützt ward«, ist e« gelungm ein einiger» maß« befriedigmde- Resultat zu erreich«. Diese« wurde freilich von viel« Seit« mit Fr«dm begrüßt, «eil es die erste An» erkmnung der jüdssch« Religion«g«offmschast durch dm Staat tu sich schloß. Wie Hab« fich jedoch die öffentlich« Organe, welche eben» fall« die Interessen de« Zudenthum« zu vertret« vdrgeb«, zu dieser Angelegmheit gestellt? Wir gesteh« off«, daß fich da wiederum eine Sorte von Eitelkeit geäußert hat, an welche wir zwar fett langer Zeit gewohnt find, die wir aber bizu dem Sine Keminircen;. Folgmde Mitthetlung durfte der persönlkchkett halber, um welche e» fich handelt, von Interesse sein. Die Zeisschrsst für Eultur und Wiffmschast, welche Zunz herau«gab, war in Oesterreich verbot« und konnte nur erg» •ched&m bezog« werden. Person«, welche die Begünstigung erhalt« wollt«, erg» sehed»m ein Buch, da» sonst verbot« war, zu kauf«, mußt« vor d« Aog« der Polizei und ihre» damalig« Groß»Inquisitor- Graf« Sedlnitzky sehr tugendhaft sei«. Der damalige »Fletsch» Pachtung« »Easfier' Salomon Rappoport in Lemberg suchte um die Bewilligung »ach, die gmannte Zeisschrsst unter der erwähnt« Begünstigung zu erhalt«. Da« Gesuch wurde von dem Gouvernement in Lemberg mit folgmd« Wort« an dm Graf« Sedlnitzky einbeglettet (11. Der. 1622): »Der Kofcher»Flesschpach1ung«»Eaffier Salomon Rappoport ersucht um die Verabfolgung der Zeisschrsst für die Wiffmschast de« Judenthum« erg» aehed»m. Er gehört zur Zahl gebildeter und aufgeklärter Judm und beuützt seine frei« Stund« fast aulschltehmd zu sein« literarisch« Arbeit«. Er ist auch einer von jmm seit«« Hebräem, welche die Borurtheile ihrer Glaubensgenosse» bekämpf« und unter ihn« mehr Licht zu verbreit« such«, we«halb er auch von dm bedmtmder« meist sehr ottho» »dox» Judmhäupte« nicht wohl gelittm ist. 3» seinem öffentlich« sowohl ai« tu seinem prtvatlebeu beobachtet er alle Regeln der Sittlichkeit und der Auständigkett, uud t» sei»« biöhertg« Ha»dl»agm und Aenßemng« lag nicht«, wa« ein« verdacht geg« seine politssche Meinung erregt hättet Trotz dieser warm« Befürwortung wollte der Graf Sedl» Grade selbst b« Her« Philippson nicht vermniher hält«. Der Rrdacteur dieser Blätter hat eine große Selbstverlmgnuug geübt, daß er ma der gut« Sach« will« bi«her darüber gefchwiegm hat. Wirde er nur etu» Sein« Lhell von der ltebm-wücdigm Eigenschaft besitz«, welche jme Herr« so ganz beherrscht, er würde schon längst diese« widerwärtige Treib« enthüllt Hab«. Al« die Verhandlung« weg« der Anstellung von Feld» predige« zum erst« Male in die Oeffentlichkeit drang«, da verfehlte natürlich Herr Phütppson nicht in einer Redaction-»Note dem pnblikum in dem sattsam bekannt« Tone mitzntheile», daß »auch wir' d« Behörden ein« jung« Theologm für diese» Amt präsmssrt Hab«. Wie dürste auch innerhalb de« Judenthum», in der Weltgeschichte Etwa« vorgeh«, wobei Herr Philippson nicht die Hand im Spiele haben sollte? Nachdem aber durch da» geschickte Vorgeh« de« Her« vr. Treumfel« die von diesem bezeichnet« Eandidatm zu Feld» predige« defignirt warm, da wußte die „Allz. Ztg. d. Judenth." von der ganz« Affaire nicht« mehr zu bericht«. Herr Philippson hatte die Herr« nicht empfohl«, der Redakteur eine« ander« Blatte« hatte ein« Erfolg erreicht, und so mußt« die Feld» Prediger auf die Anerkennung der „Allg. Ztg. d. Juomth." Verzicht leist«. Wir woll« davon schweig«, daß von den au«, führlichm Bericht«, welche der „Israelit. Wochenschrift" ro« dm nuamehr angestellt« Feldpredige« zugeschickt wurd«, vud di« zum Theil selbst tu die größer« »olitischen Zeitungen und in die «glischm, amerikanisch« und italienischen jüdischen Blätter ge» dmngm find, in dem PHUippson'sch« Blatte kein Wott zu les« war. Allein wa« soll man dazu sag«, wmn ein jüdische« Blatt fich weigert einige Zeilen zu veröffmtlich«, in welch« die Gemeind« zur Unterstützung der so lange begehtt« und „auch von un«" al« nothweudig anerkannt« Feldseelsorger aufgefordert wurden? Der Aufruf war in der „J«raelit. Wochenschrift" veröffentlicht und zu gleicher Zeit an die Redaction« der jüdisch« Zeitung« die Bitte gerichtet worden, demselbm ihre Spalt« zu uitzky da« Gesuch Rappoport« doch nicht bewilligen, und er schrieb, 19. Mai 1823: »Ich bin nicht gmeigt für die Zukunft ihm oder andern JSraelit« diese Begünstigung angedeihen zu lassen, da diese Zettschrift hierott« nicht von günstiger Seite bekannt ist.' Bei dieser Gelegmheit mag bemerkt werden, daß der Kultur» verein wiederholt Gegmstand diplomatischer Berichte und Er» ötterunzm war. Der damalige österreichische Gesandte in Berlin, Graf Achy, berichtet gar oft über denselbm. Al« der speziell um die zalizischen Judm hochverdiente Joseph Perl in Tarnopol, der Freund Rappoport«, zum Ehrmmitgliede de« Culturverein« ernannt wurde, bat er, ihm zu gestatten da« bttreffende Diplom annehmm zu dürfen. Da schrieb Metternich an Sedlnitzky, 24. M-z 1823: »Q« ist keineswegs räthlich, die Sucht nach literarischen Verbindung« im AuSlande und ähnlichen Ehrmssteln auch noch unter dq> iSraelissschea Glaubensgenossen emporkomm« zu lass«.' Als in demselbm Jahre perl um ein« Paß in'« Ausland ansucht« schrieb Sedlnitzky an den Grafe i Taaffe in Lemberg 17. Sepember 1823, Perl sei abzuweisen, übrigen« aber der etwaige Zusammmhanz, welch« perl oder andere dieSländige Jud« tut dem erwähnten Vereine gleichwohl im Geheimen zu unterhalta such« dürft«, sorgsam zu überwachen. Ass gut Wimerisch würde man sag«: die Herr« halt« damals [leine anderen Schmerz«, al« weg« derattiger Dinge Depeschen zu schreib« und die Etaattmaschine in Bewegung zu setz«; leute quäl« die österreichische Regierung allerdingt andere Eorgess G. Wolf.

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