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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-06-07 · 23 (7.6.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
23 (7.6.1871)
Date
1871-06-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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182 hielten sich hier a«S diesem Gründe viele Gelehrte ans. <Zr nennt imter Anderen: Hermann von der Hardt, Professor zn Helmstödt; A. H. Krancke, Professor zu Halle; I. H. MajuS, Prvfeffcr zu Gießen; 3. A. Danz in 3ena; Ch. M. Pfaff in Tübingm; auch der bekannte Frankfurter Judenfeind Schudt zählte zu seinen Schülern. Am Schluffe der Schrift finden fich einige Nachrichten über die Proselytm-Anstalt, deren Kasse einige Zeit hindurch eine Einnahme von 3000 Mark erreichte. Bon 1762 bi- 1783 find 49 Juden getauft worden; in dem gleichen Zeltraun von 1784 bis 1805 nur 22; der Verfasser motivirt die geringere Zahl der Konvertiten damit, daß da die Zeit gewesen sei, wo der Rationalismus angefangen hätte fich geltend zu machen. Bon spätere» Erfolge» schweigt er wohlweislich; man darf mit Recht daraus schließen, daß sie sehr dürftig ausgefallen find. Die Zahl der Abgeordneten jüdischen Glaubenzum deutschm Reichstag von 1871 bettägt vier und nicht drei, wie irrthümlich in der „A. Z. d. 3." angegeben, da auch einer unserer hiefigm Abgeorl'neten, Herr Dr. 3saac Wolffson, zu den Juden zählt. (3st in der Wochenschrift S. 94 bereiterwähnt.) Derselbe wir in dm Iahrm 1862 und 1863 Präfidmt der hiefigm Bürgerschaft und ist hier einer der beschästigtstm und angesehenstm Advocaim. Am 30. April, als am 9. Ijar, einem der rrrson D', nahm der hiesige Tempelpredizer vr. Jonaeine Trauung vor; auch im vorigm Jahre vollzog derselbe eine solche währmd der »drei Wochen'. So lange der Tempel von der Gemeinde abhängig war, umrde strmg auf die Auftechthaltung dieser Obfervanzm gehalten. Schon vor längerer Zett saßtm einige junge i-rael. Damm dm Plin, einm Verein zur Bertheilung von Lebensrnitteln än bedürft'ge GlaubmSgmossen zu gründen. Dieser Plan fand eine so fördnmde Unterstützung, daß an einer am 7. d. MS. stattgefundenen Versammlung fich der Verein mit einer Mitglieder« zahl von 327 Personen unter dem Ramm: „Verein zur Bertheilung von LebmSmitteln von 1871", constituirm konnte. Derselbe wird für dm Winter zuvörderst iSraelttische Arme mit Kartoff.-lu versorgm, doch wird fich seine Wirksamkett auch auf die Bertheilung anderer LebmSmittel erstrecken, sobald dmch wachsende Theilnahme die Finanzm eine größere Ausdehnung seiner dumanen Absichten gestatten. Gefterreich. Wien. 22. Mai. (Original-Corresp.) Ich theüe Ihum mtt, drß vr. LetteriS, der bekannte jüdische Ltterat, in diefm Tagm auS dem Leben gefchiedm ist. 8. stiftete in dm letzt« Zahrm seines LeöenS nur ein kümmerliche- Dasein. Er war auf Unterstützungen angewiesen. Wenn wir auch wett mtfernt find, ihn füi „einm der bedmtmdsten Orimtalistm" zu halt«, für welchen ihn einige hiesige Zeitungm auSgebm, so gesteh« wtt doch gern zu, daß er um die Pflege der hebräisch« Sprache und Dichtung fich mannigfach« Berdimste erworbm. Fried« mtt ihm. Gestem verschied plötzlich im Theater der Direttor der Eicomptebauk, Theodor Bauer. Dieser Todesfall erregt nicht bloß in der jüdisch« Gemeinde» sondem in all« Kreis« der Reftterz die größt« Theitteabme. 8. gatt für ein« der routimrtester Finauzmänner, der überdies feine« Institute mtt der größt« Hingebung und Uueigmuützigkeit Vorstand. Speziell um jüdisch« Angelegmheitm hat er sich «nsere» Wissen» nicht gekümmert. Sein Bruder ist der bekannte Abbö Bauer, der Hau»- prälat Napoleon». Zrantreüh. >«i«»1, 28. Mai. (Au< eine» Schreib« de» Her« vr. Blume, stein.). Um zuvörderst der von Ihn« primo Io«, an mich gerichtet« Anstage über dm Stand de» nerra* reratik zu genügen, bemerke ich Jhnm, daß jüdssche verwundete Soldat« nicht mehr hier find, aber bedürftige in Mmge, die bet der schlecht« Verpflegung einm Zuschuß recht nöthig Hab«. Ich Hab« hier auf an 50 Soldat« 102 Franc» verthellt und weiß nicht, ob ich mit dem Reste de» HildeSheimer'schen*) Gelbe» zur Bezahlung der Restauratton ln Roum auSretche, da fich dort 30—40 Soldaten eingefunden Hab«. Ru» zu dem Gottesdienst. Heute vor acht Tagen wurde, wie ich Ihn« schon per Karte mttgetheilt habe, von dem General« stabS-Chef 1. Armee-Eorp», Oberstlimtmant v. d. Burg, der Befehl zur DiSpmfirung der jüdischen Mannschastm auf tr> auSgegebm, um denselben dm Besuch der Synagoge dort (in Roum) zu ermöglichen. Montag stellte ich einm deSfallflgm Antrag bei dem Oberkommando 8. Armee-CorpS, wobei der Ober» Quarttermeister mir freundlich auf die Schulter klopft« mtt dm Wortm: „Sie find also noch simmer auf Ihrem Postm, währmd Ihre (christlich«) Collegm un» schon längst verlaffm habe», da» freut mich sehr." Der Urlaub wurde durch da» Generalkommando 8. Armee-Eorp» in einem Tage»befehl bewilligt; derselbe lautet: »H.-Q. Amim», 23. Mai 1871. Die Soldatm jüd. Eonfesston find am 26. und 27. d. Mt», wegm der hohm Festtage von jedem Dimste zu besteim und wstd an diefm Tagm früh 8x/a Uhr im hiefigm Museum GotteSdimst stattfinden, v. Barnekow.' — Der Saal de» Museum», der mit Krankm belegt war, wurde aus Veranlassung de» Ober-StabSarzte» vr. Gronert geräumt und hattm wtt so ein herrliche» Lokal zur Andacht. Am erst« Tage bet schlechtem Wetter warm gegm 50 Soldatm erschienen, Abmd» 60 und am zweitm Festtage einige 80; alle Waffengattungen warm verttetm, darunter viele Unteroffiziere, Einjährige und mtt dem eisern« Kreuze Decorirte, unter letzterm ei» Niger Rosenthal au« Ihrem stüherm Rabbinat. ES wurde wttklkch prachtvoll vorgebetet, und der GotteSdimst machte einm ttef« und erhebendm Eindruck. Auch ein Kaufmann, Lieferant H. au» E., war anwefmd; derselbe kam nach dem GotteSdimste ganz bewegt zu mtt und sagte, daß die» ihm eine ewig thmere Erinnerung sein werde. Und eS ist auch immer erhebmd, wenn ein Soldat in Helm und Talli» vor dem Omed steht und mit inniger Andacht vorbetet; e» entschädigt für alle Sttapatzen. Am 2. Tage predigte ich über I-rael» Beruf in Bergangmhett und Gegenwart, auknüpfmd an Pf. 137: »Wie follm wtt da» Lied des Ewigm fingm in ftemdem Lande?' Die Mannschastm, unter dmm zwei uhon warm, kämm sehr wett her, manche sogar 5—6 Stunden. E» wäre für mich angmehmer gewesm, da» Fest in Roum zu verlebm — schon deshalb, weil ich hier ack erst« Tage nicht« zu essen hatte, da Provision von Roum und Mannheim erst am zweitm anlangte — aber da dort al» religiöser Mittelpunkt eine Synagoge besteht» so wollte ich hier einm solchm schaffen, und so ist e» mtt zu meiner groß« Freud« gelungm, für alle jüdisch« Soldatm der ganzm erst« Armee zu sorgen. Da» 8. Eorp» rückt vor Pari» in dtt Stellung der Garde; die 15. Division, dtt hier liegt, rückt ab und wttd durch die 16. (Abbmille) ersetzt. Bon Abmarsch noch keine Rede. Nachschrift. Al» Kuriosum theile ich Ihn« noch nachttäglich mtt, daß ich am T01P3 hier ein französische» iHepaar gettaut Hab«, da, de» Aufstaude» wegm, der Pariser Rabbiner», zu deffm Sprmgel Amim» gehört, nicht erschein« konnte. (Da dieser gewiß immer au TOQ in Paris genügend beschäftigt ist, so sendet er wohl sonst ein« Delegirtm. Red^ Der Bräutigam war au» Metz gebürtig, dtt Braut eine hiesige. Gin •) Herr vr.Htttehedner hatte, «le Herr vr. vlumeaßettr «ir »arher WÜpchtt». lh» X» Thlr. ffir -WS fite V «w »etter«» Geld str wes» Zweck i» Lasßcht DßeL.

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