Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 23 (7.6.1871)
- Date
- 1871-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Bruder derselben, der ebenfall« gegenwärtig war, rühmte sich Francttreur gewesen z« sein «ad bei l« vonrget gckämpst zv haben. Vermischte und nmeste Rachrichtm. Mansbach (Kurheffen). Da« famose Hebammen »Edikt (s. Nr. IS) de« Pfarrer« dahier ist von der Regierung de»avouirt und eine Neuwahl angeordnet, derm Resultat — eine andere Hebamme gewesen ist. Wien. Dr. Adam Politzer, Privatdocent der Ohren» Heilkunde, ist zum a. o. Professor derselben an der hiesigen Universität ernannt worden. Prag. Ein Prager czechischer Gemeinderath jüdischer Confesston verweigert die Cultn-steuer so lauge, bi« die Beamten der jüdischer. Eultu-gemeinde zur ezechischen Nationalität über» treten. (!) (tont*. 3*r.) — Der bekannte Führer der Czechen, Dr. Rieger, welches einst al« Freiheitskämpfer auch für di« Rechte der Juden ge» fprochea hat, hat sich jetzt sehr gehässig gegen letztere und gegen da« Projekt einer au« Staatsmitteln zu subventionirenden jüdischtheologischen Facultät au-gesprochen. (wahrh.) Bon vorstehenden Nachrichten erläutert die zweite die erste gar seltsam. E« ist wohl ein alter, schlechter Witz, aber es giebt doch wirklich in Prag große — Weise. Lersnilet. »Univ. Ar/ bringt jetzt auch einm Bericht über die Thätigkeit de« Feldgeistlichen Or. Lewin in Bersailleü. E« wird darüber geklagt, daß er gewagt habe in der dortigen Synagoge Gebete für den König von Preußen zu sprechen. Daß die« den dortigen Judm schmerzlich gewesen, glaube» wir gern; aber die Klage ist doch reine Thorheil. Hätten die Franzosen e« denn wohl, umgekehrte« Falle«, ander« gemacht? Und dann hat Or. Lewiu, wie in jenem Berichte ausdrücklich erwähnt wird, seine Predigten nicht vor den Franzosen gehalten, sie konnten vorher da« GotteShau« verlassen; wurde dasselbe denn durch jene« Gebet entweiht?! Doch der Zorn wird sich auch legen. Petertburg. Ein jüdischer Bildhauer, Antokol«ki, hat eine Statue Iwan'« de« Grausamen verfertigt, welche Bewunderung erregt. Russische Blätter rühm« Werk und Meister, und eine« derselben weist auf die edle Rache hin, welch« AntokolSki nach Jahrhunderten an dem Wütherich nimmt, der einst nach der Eroberung der Stadt Plyzk die dorttgm Juden erbarmungslos in der Dwina ertränken ließ. Der Bildhauer ist zum Akademiker ernannt und mit Aufträgen von der kaiferl. Familie beehrt worden. Er lebt dabei streng religiö« und zeichnet feine Werke mit den Buchstaben M J5; man soll wisse«, daß ein Jude sie verferttgt hat. Nm»a«ie». Unsere im vor. Bl. gegebme Notiz ist dahin zu berichtigen, daß allerding« von allen in da« Land edttreten» den Juden die Borwetfung einer groß« Geldsumme gefordert wird. Di« Absicht de« Gesetze« (!) richtet sich jedoch wohl um gegen Einwauderer, da mau den etwaig« Besuch vou Reisenden schwerlich verhindem will uud z. v. die i» Sttou-berg'schen Diensten und Geschäft« arbeitend« Jod« sich sehr unbehindert 4n Lande bewegen. Literaturbericht. S»tge-»««g vs« Herr» Prsfeffsr Dr. Ersetz. Geehrter Herr «edartrur »uv lirSe, gimkl Sie gestatt» «tr »»hl ei. Wart »er Erwidern»- aus Ihm Eia»«»- Sie ha«» «ich »tt de» Schluffe tu Skr.'« tat „Wechenschitst" eia wenig 183 - auf hie Folter grspaunt, indem Sie so gewichtig« Gründe vorzubriug«» ver» sprachen, ,^aß meine Beweise van vornherein jusammenfallen müffen". wäre ich nicht durch Angriffe rin wenig abgehärtet, so hättm Vir mir damü uu> ruhige acht Lage bi« zum Erschein« der nächsten Stummer machen könner. Gestatte» Sie mir daher mit derselben freuadschasUichen Ausruchtigkeü Ihnen ,n bekenne», daß ich mein« Behauptung durch Ihre Einwänd« durchau» nicht für erschüttert halte. Sie geben selbst zu, daß di« Versetzung vou Kohelet in di« herodianische Zeü da» Dnnkel diese« Buche« vielfach erhellt. Damit alleia wäre bet einem so rächselhaftea Bach« schon viel gewonnen, warum versetzen sämmtliche vorurtheil«lose Ausleger da« Buch Daniel in die Makkabäerteit, obwohl e» stch ab» Product de» babylonische» Csil» auSgiebt? Etxm weil die Dunkelheiten dadurch verstäudlich werden und di« Situation stch klm abheb«. Ntemaad wird die Behauptung aufstelle», daß diese Hypothese, «oil sie gut paßt, ein Phantasiestück, ein Midrasch sei. Sir behaupten aber, der Kanon müsse früher abgeschlossen gewesen, und da« Buch Lohelet auch darin ausgenommen worden sein. Dann komme ich wieder mit dem Buch« Daniel. Gestatten Sie mir «» au»,»sprechen, daß Sie keinen einzigen stichhaltigen Beweis von dem früheren Vorhandensein von Kohelet vorgebracht babeu, da Sie selbst auf Joseph»«' Angabe Verzicht leiste« uud zugebeu, daß der jaug rre Sirach noch keinen Terminus für MS VS 7p,pal kennt, wo kein Name vorhanden ist, ist auch die Sach« nicht vorhaudrn. Mit dem Ausdruck« roh tTpa ist nicht« widerlegt, da ich dies« au» dem dritten »der g»r vierten Jahrhunde« stammende agabische Quelle nicht al« GeschichtSurkund« iserkeaue. Für »ich ist da» Zeugniß der Mischaah maßgebend, daß erst die hillelsch« Schule vnd später die Synode von Jabneh ausgestellt hat: 0171 nt xooa rtnpi tntn *r», d. h. diese Schrift« soll« sertau al» heilige angesehea werden. Hier stehen wir auf dem Bode» geschichtlicher Thatsachen; olle« Uebrige ist vage Behauptung. — Ich kann mir aber nicht denk«, daß Sie ernstlich den Beweis au« Sirach <7, 17 aufgestellt haben, daß dieser schon Kohelet und da« Hohilied kannte. Den» tigentlich spricht Sirach nicht von drei, sondern von vier Kl-ff-r. Salomonischer Schriften ■— wenn wir «S so uma« wollen. — Di« Worte lauten: tv mlrtt »al napoifi^ai; »al rapaßoXal« »al Iv 1p|iT(vc(»i; draltajliaoi-, at xüpai. Auf Salomo« bezogen: „In Liedern und Sprüchen und Gleichnissen und SuSlegnugeu bewunderte» dich Länder." Auf wal soll mau die ipp,r,v,l,-. beziehen? Offenbar will Sirach mit diesen Worten lediglich die Angabe im Königsbuche umschreibe» (I. 4, 12—14): .haß Salomo dreitauseud Sprüche gedichtet und tansend und fünfhundert Leder gesungen und gesprochen hat von den Ledern de« Libanon bi» zum Ysop und vou Thiereu, Vögeln, Gewürm und gischen. Dies« Lieder Salomo'« uennt Sirach >p'öal, die Sprüche r.apotplai, dt« Fabeln icap,ßaX.,l und Me Anwendung und Auslegung der Fabeln ip/trpnlat. Cr deutet durchao« auf keine bestimmte Schriften hin, sondern ledigüch auf verschiedene D! chtuiigSarte» Salomo'». So wenig der Plural qifat „Leder" aus da« Buch Hohe», lieb paßt, ebenso wenig passe», sei e« die Sprüche oder di« Parabeln, «ff Kohelet. — Ich gebe zu, daß »oh. 6.1. nicht zwingend auf Hy,kan II. hmweist, obwohl der Au»druck: „nicht einmal ein Grabmal oder Chrenbegräoaiß ist ihm geworden", evtschieden von einem nur einmal vorgekommenen Factum zu sprechen scheint. Aber der Gegensatz von “®J *tf» und trm p *f» ist zwingend für Herode«, wenn man nicht in die Ungereimtheit der Au »leger verfalle» will. Uud dir Avdeuwngen aul die Cffäer, bedeuten dir gar nicht«? Und die ganze Misere im Bordergrunde und Hintergründe, spricht sie nicht laut von Herode«' tyrauuischer Regierung, der König von Jerusalem geworden war, aber den Thrv» nicht erblich überkam? Auch Ihren Bewe» von der Ungleichheit der Sprach« i« Kohelet und i» der Mischaah finde ich nicht stichhaltig. Di« Differenz liegt bloß ta der Materie. Man kan, die halechisch« Diktion nicht mit der philosophische» vergleichen. Aber auch im lkohelet ‘tato» sich Sätze, dir ganz mischnaitisch Niuge», z. B. 8, 17; Ssr ah 'S bk dji •kbp *71 vpen B-wn bar -mt bes... msi m ira«b nun ttssh bsr uh mb Barmer Bei der »»»arbeitung de« Lommeutar« p, Kohelet war ich aus Wdersprüche gefaßt. Hab« ich doch selbst gegen die «ichtigkeü der Hchwchese lange i» mir gekämpft. Erst wen» man de» richtige» Gesichtspunkt zur Vl-urtheilung der meisten Hagiographe» aufgestellt und die Voreiugeumnmenheit ab« gelegt habe» wird, wird «au in «einer Arbeit, wenn »ichr di« ganz« wahrheit, doch etwa» leitend« Wahrheit stade». Sraetz. (Die Umerfuchuug läßt sich i» diesen Blätter», w«lch« torseldm owhi schon zu viel «am» verstaNet haben, »ich« zu Ende führen. Daher »ur »we. Bemerkungen zu Vorstehendem. Di« AbfaffungSzeit de» BncheS Daniel hat mit »tttae» Behauptungen nicht» zu thuu, da diese ei» Hnzusütjeu von Theile» ver S. «btheilung tu der Makkabäer,«tt nicht auSchtießin. Dt: BttmHm« «ff Sivoch 47. '7 Hab« ich. nicht «*» entscheidend hingestelli. Daß BH nt KOK* mit «uisaahm» tu de» Kmo» gkeichbetotiteud sei, halt» ich nicht für erwiese», rrenenfelä.)