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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-31 · 22 (31.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
22 (31.5.1871)
Date
1871-05-31
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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172 (®. 126) kurz angezeigt. Ja 3—4 Leitartikeln und Correspondenzen fällt daS »Trad. 3nfc.* darüber her. G. hat zwar entschieden, kräftig und warm gegen die Streichung oder Aenderung der auf A.-rusalem und Opfer bezüglichen Gebete und gegen die Orgel gesprochen, aber er hat geredet wie ein gebildeter Rabbiner vor dem gebildeten Publikum einer Residenz, er hat zu überzeugen, zu erwärmen, zu gewinnen gesucht, ist von den feinen Zuhörern bekannten Dorau-auSsetzunzm auSgegangen. Er hat weder gezetert, einfach mit Min, EpikoreS u. dergl. um sich geworfen, noch »geistreiche* Andeutungen im Stile von Chaffidimthora« als Gründe angeführt, er hat nicht — geflucht. Genug um ihn zu —. Don dem Tone, der in den fraglich« Artikeln angeschlagin wird, haben unsere Leser wohl keine Ahnung. BaS wollen wir nun mit diesem Berichtes Gewiß nicht den Angegriffenen in Schutz nehmen; wir wollen nur erzählen, daß die Absagebriefe der »Jüd. Pr.* und deS »Israel.* an da« »Trat. Jud.' den vr. G. kräftig in Schutz nehmen und von jener.ikampfeSweife so wenig alS von dem dabei verwendeten Material >'twaS wiffen wollen. Wir erinnern daran, daß wir in der Eirleitunz diese« Artikels gesagt haben: »Wir sind jetzt der Polemik unsrerseits überhoben.' Roch einen Keinen Beleg für die Art, wie da« »Tr. Jud.* moderne kiezriffe auffaßt, richtiger getagt, wie eSDeutfch versteht (ober verdreht?). ES heißt da wirtlich: »Die Hirer der in Wien projektirten jüdisch-theologischen Facultät sollen laut vorliegend,m Plan au» Juden «ad Nichtjuden bestehen können.... Da« ist unstreitig die greifbarste 'Lerkirperung de« religiösen NihiliSmu«.* Nun ist in dem Statutenentwurf gar nicht einmal von Nichtjudm die R^oe, aber bei dem deutschen Begriff« einer Facultät versteht ei sich von selbst, daß an den Vorlesungm auch bei ihr nicht Jmmatrikolirte al« Hospitanten oder auch al« berechtigte Zuhörer tbeilnehmen können, daß akademische Votefung« nicht bei verfchloffenen Thören gehalten werden. Die jetzt fungirenden Rabbiner Deutschland«, mit wenigen Ausnahmen, haben die Borlesungea von Professoren der katholischen oder evangelischen Theologie gehört, man hat sie gern zu« gelassen; umgekehrt werden wißbegierige christliche Jünglinge, welche bei einem Professor der jüdischen Theologie eine exegetische, geschichtliche oder immerhin auch halachische Vorlesung besuchen wollen, zugelaffen werden. DaS nennt da« »Trad. Jud.* Nihilismus. Doch nein, daS Wort »nennen* ist nicht am Platz«, unter »nennen* versteht man im Deutschen da« Ausdrücken eine« vernünftigen Gedanken«! Mit dieser gesammten Darlegung bezwecken wir die Erhärtung de- Satze«, daß es unter den »Orthodoxen* entschiedene Gegensätze giebt, und sonach wiederholen wir, wa« wir vor einem Jahre (S. 242 d. Doch. 1870) geschrieben haben: „Entweder e« giebt nur Ein Judenthum, welche« Alle umfaßt, die sich nicht in Wort und That von dem Prinzip der Lehre und de« Gesetze« lo-sagen; oder ei giebt mehr al« Ei« Judenthum, aber dann giebt e« auch nicht zweierlei, nicht eine orthodoxe Partei, auch nicht zwei, oder fünf, sondem zehn" «. s. w. Denn hinter den Leuten, welch« da« „Trad. Jod." schreib«, stehen diejenigen, welche« sie al« Werkzeuge dienen, diejenigen, welche» ihr« Orthodoxie e« al« schwere Sünde erscheinen läßt, in deutscher Sprache und Schrift wa« eü auch immer sei zu schreiben oder zu lesen, dm« die Schreiber de« Blatte« und diese« selbst eben so ttefa und pafful find, wie Alle und Flle«, wa« nicht in threu Augen rein und heilig. Und hinter diesen stehen die Chasfidtm mit ihren .Heiligen" ... (In den weiter eingelaufenm Nummern der erwähnte» Zett» schristen wird der Sttett fottgesetzt, und jeder Handschuh vou dem „Trad. Jud " in seiner Manier ausgenommen.*) Wir »erde» un« hüten, „de» Kopf zwischen diese Berge von-zu stecken". In andere« Zusammenhang« werden «ft jedoch ob» jecttv dt« Differenzen klar zu legeu versuchen.) *) Dt» jiingst« betreffend« Sttotttrl betitelt da» Via«: ei« In». einauderfetznng »nnter Frenndeu". Freilich, vom falche Explikatione« Fremden gegenüber gegeben «erden, dam iß der gegen FetM« angeschlagen« Zn sehr — in Ordnung. rufen. Ir einer an Pattei- und Scftenbildungea fruchtbare» Zeit, in einer Zeit, wo ebm erst durch dft Abzweigung de« Ehristmthom« da Motterreligioa so viele Glieder entzogen waren, verfolgte er I>a« hohe Ziel, durch eine feste einheitliche Gestaltung da« Inder thum zu einer allen späteren Gefahren ttotzenden Macht emporzubtingen. Entschlossen, über alle Hindernisse hinweg di« EinheitSitee zum Siege zu führen, hatte er den Muth mü energischer Strenge einzuschreitm gegen den angesehensten Mann seiner Zeit, gegen seinen eigenen Schwager R. Elieser, welcher dm bereit» gemildettm Gegensatz zwischm dm beidm Schulm durch die Bedmtung seine« Ramm« in der srüherm Schroffhett zu erneuern drobte. (Schlnß folgt.) Aubsützk aus Z. Kolb, Eulturzeschichle der Menschheit, 1869 und 1871. rh.i. e.s. »Ein Blick auf dft noch erhaftmm Bildwerke der altm Aezypter zeigt unverkennbar dieselbm Mmschmtypm, die heute noch da« Nilland bewohnm: dm Feliah wie dft Neger, und nebmbei die Judm, dft unter dm gewaltigsten Echicksairschlägm in dm v'isch.edmstm Zoom ihre Physiognomie unabgeändett be» haltm hrben. — Wer immer die Altetthümer de« britischm Musmmt aufmerksam bttrrchttt, wird gerade in dieser Beziehung wahrhaft überrascht. Trotz der Unvollkommmhett der ägyptische» Kunst in bildlich« Darstellungm bleibt kein Zweifel über die Nationalität der einzeln« Figurm. Ganz besonder« muß die vollständige Eonservirung de« jüdsschm Typu« mtt Staun« erfüll«, da wft dmfelbm im Lebm doch nur durch solche Judtvidum vettrttm schm, der« Boreltem fett Jahttausmdm au« dem Orimt mtfernt, mittm unter unsem Voreltern, im nämlich« Klima wie diese, gelebt haben. Und doch kein Unterschied zwischen damal« und heute.* e. n. »Wie ganz ander« erweist fich dft auSdauemde Lebensfähig» kett de« jüdischen Stamme«. Keine andere Ratz« der Welt hat so fottgesetzt« und furchtbar« Verfolgung« Trotz zu bittm vermocht wie diese. Und auch jetzt drängt fich dft unmittelbare Wahrheit aus, daß die Judm besser al« die Ungehörig« aller ander« Geschlechter in dm verschied«« Klimatm zu leb« und zu gedeihen im Stande find. Man kann die« namentlich tu Algerftn beobacht«. Bei dm Franzos« und übrig« Europäem in diesem Lande übersteigt dft Zahl der Sterbefälle' jme der Gebutt«; dft nämliche Erscheinung ergiebt fich bei dm Negem und selbst bei dm Maurm; — blo« dft Jud« Hab« mehr Geburtm al« Sterbefälle.**) *) »ns rosnianitn find dft Nutochthoneu bereit» so gm «ft billig verschwunden. vei der letzten Snfnah«« könnt« nur noch 5 Minna nnd 9 Frau« ermittelt werden, wehrend bei Vegriindung da Nftdetlaffiug (57 Jahre vorher) ein« einheimisch« Bevölkerung »in etwa 5000 JNbivwn»' Vorhand« ««. ->

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