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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-24 · 21 (24.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
21 (24.5.1871)
Date
1871-05-24
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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165 fcomMit; freilich nicht ohne bedenkliche» Schütteln de» Kopfe» über die erwähnte Aeußerung der „Jüd. Presse", die ihm auch sonderbar erscheint. Ja diesem Streit« kommt nun aber eia Dritter zu seinem Rechte. (fettet M«t) Berichte und Korrespondenzen. -entfchlL«-. Münster. 10. Mai. <Orig.»Corresp.) „Der Talmud und der „Westfälische Merkur", so lauttt die lleberschrtst eine» zwei klein gedruckte Foliospalt«« füllenden Artikel» in der heutig«» Nummer de» ebeagenanatea hiesig« Blatte«. Ich über» send« Ihn« dasselbe, Sie «erd« auf dm erst« Blick alte Be» kannte find«, Baba Kamma und dm Chevalier Gougmot de» Moufleaux*), R. Simon b. Jochai »ad Traktat Aboda Sarah in der Amsterdamer Ausgabe. Demnach handelt e» sich um die Au» klage auf feiudseiige Gesinnung gegen Richtjudm. Ci» Pendant zur „Krmzzeituug" also «ad eine Betthetdtgnng de» Ober» Ktrchmrath»? Aber wa» hätte ein streagkatholische» Blatt damtt zu thun k Lesen Eie und theilm Sie, «a» geeignet scheint, mtt. — Wir Hab« gelesen und da» Blatt recht befriedigt aal der Hand gelegt. Der „Wests. Merkur" hatte eia« „Vorschlag zur Güte" gebracht, tu welche« den Judm der Talmud vorgerückt war, «m sie durch deffm vermeintlich und angeblich höchst inhumane und intolerante Lehr« ab» »ad zur Ruhe zu weise». Wir lass« jetzt dm Artikel au»z«g»wetse selbst rede». ,Ma» an» veranlaßt hatte, dm .^Vorschlag zur Güte" z» mach«, war in dem erwähnt« Artikel klar ausgesprochen. Da» fortwährmde Hetz« nt Scharen eine» Theile» der „liberale»'' Press«, tzi»^» Welt schuldig z» sei» glaubt, fortwährend auf die vermeintliche» Gesährr» yRzaweise», wach« dem Staate» «idAU" *) Verteiler eine» 1869 «schiene«», au Jndenhaß fast alle« Dagewesen« aberbteiend«» srarydstsche, Pamphlet», teffta Mt Wochenschrift i» rar. I. auch «temal «»Ihm hat. ganze» bürgerlich« Gesellschaft au» dm Lonsegumz» de» Dogma» von der -päpstlich» ttnsehlbartcit z» erwachs» droh», wird vor« «zlich von Nichtkatholikru» »nd mtt« diesen vielfach von Jude» orgt. Daß Letztere mtt der Frage am Wmigstm zu schaff» Hab» »ud im gelingst« Grad« competertt find, dieselbe zu beurthril», gilt für uu» al» «»»gemacht. Wie könnt» wir also de» Jud« gestatt», tu derselb» za iotervmir»? Daher schim e« nn» an» gemeffmer, wenn st« sich «ft dem Talmud beschäftig» wllrdm. So viel über die Beweggründe, welch» unser Artikel in Nr. ILI sei» Lutsteh» verdankte. Sprechen wir jetzt von dm nächst» Folg» desselben. L» war am letzten Samstage, al» wir den Besuch «ine» un» bi» dahin darchau» nubekaant» Her» erhielt». Derselb« stellt« sich un» alövr. Kroner, Director de» hiesig» iöroel. Seminar«, vor. Al» Zweck seiner vistte gab er an. fich mit un» über d» bewußt» Artikel in'» Linvemehmm setz» zn wollm und un« eventuell » DUßdeutnngm, zu welch» diese» Product unserer leftartikelud» Feder allenfalls Veranlassung gebm könnte, durch einige nähere Erläuterung» demnächst vor unfern Lese» mtgegcuzu treten. I« Lagst der Unterhaltung gewann» wir die Ueberzmgoug, daß Herr Director vr. Kroner ei» «bmso humaner al» gebildeter Manu ist, der st» von allem pharisäisch» Zelotiömu» dem ernstm Streb» dient, dm Borschrist» seiner Religion sowohl im Jnrereffe der eigen» GlaubmSgenossm, wie im Interesse de» Frieden» und der Ewlracht aller Stoatöbürger die gebührmd« Anerkennung zu er» ringm. Da wir nun just für »»selben Idem, wmn auch aus au» denn Wege, so viel wir vrrmögm, zu wirk» bemüht find, so könnt» sich diesmal wmiastm» Israelit und Katholik unbefang» die Hand refthm zu gemeinsamem Thun. Mag vielleicht Mancher über diese eigmthümllche Alliance zwischen einem „nltramoulaum" Redakteur und einem jüdisch» Rabbiner spöttisch lächeln; e» kann da» uu» nicht abhalten, der Wahrheit Zruguiß zu geben." .Mir stellt» al» nächste» Ergebniß unserer Unterredung fest, bezüglich der rerüssmtlicht»Talmudstellen womöglich aus deuOngiual» tep änrUckzugeh» und da» Resultat der gemeinschaftlich» Forschung de« Publikum vorzulegm. Daher machte fich Jeder »lue ira aber cum »tudio an» Werk, und die erlangte Ausbeute, die gestern Nachmittag gesichtet und verglich» wurde, ist Nachstehende»." wurden nun Stück für Stück die ersten Artikel nach RafiM--Pstlmm"'(Münch» 1871) Einleitung, dem Pamphlete voll DK Mousseaux u. A. angeführt» Talmudftell» durchge» gangeysimd e» ecgtebt fich, daß sie entweder »tcht aufstehend« hochgeachtete Persönlichkett zu crseh», daß der noch sehr junge, selbst von unserem Hofe mehrmal» mtt besonderer Aut» zeichnung behandelte Professor auf de« urkatholisch« Bodm Tyrol» sein Judmthmn allervrt« «nd allerzett mtt besonderem Fretamthe hervorkehrt, und daß der südssch«, in d» höchst» Kreis» al» Capaettät bereits anerkannte Angenarzt fich einer all» gemein« Beliebtheit erst ent. Cr hat während feine» erfolgreich» Wirken» in Tyrol berett» sthr viele glücklich« Angmoperationm vollzog», «nd hat sich berett» ein» derarttgm Ruf im dorttg» Volke erworbm, daß er fast zur mythisch» Persönlichkett ge»' worden. — So sag» die naiv» Tyroler, der nme jüdische berühmte Augmarzt verstehe die Sache so meisterhaft, daß er die krank» Au gm kurzweg herauönehme, sie zum Fmster tretead bet Somimlichle ««»putze und sie d«m gereinigt und verbessert wieder «lnsetz« — ganz erblindet» Person« — so sag» die Tyroler ferner— setze er SchweirAaugm ein und diese leist» ganz vor» zügliche Dimste; kurz, der nme Professor sei ei» Wundermann «. s.«. Ich berichte Ihn» Dorstehache» al» charafteriftische» Zeichm der naiv» Auffassung de» Volke» von der Glauben»- Ctnhett. — Daß der Herr Professor dies« fich mtt seiner Person beschäftigend» Wahn de» Volke» nicht nur nicht aähtt, sondern ihn zu zerstr»» und auf die nackte Wahrhett zurückzuführm sucht» bewesse Ihn» folgmdr verbürgte Thatsache. Bor nicht langer Zeit säst der Herr Professor in eine« öffentlich» Locale an einem Tische, Zettnng lesend, ohne von all» zahlreich anwesendm Gästen gelaunt zu sein, al» zwei gemüthliche Bäuerlein fich ganz laut von dm über ihn und seine Cur» rourfirend» SageßftAnterhieltm und dieselbm al» vollkommen wahr hinftellt». Herr vr. M. hatte nicht sobald dies« unsinnigen Behauptung» gehört, al» er auch schon, iescheidm näher tretmd, die aberglänbsscheu Söhne Tyrol« eine» Besser» belehrte, di« Kunst de» neu« jüdisch» Professor» auf ganz natürliche Weise zu erklär» suchte — Doch da kam er schön an; die gut» Tyroler wollt» sich-Ihr Wahngebilde nicht nehmen lass», und e« wäre dem Her» Professor übel agang», wmn er nicht bei Zettm sein Jnrogutto abgelegt und sich dm Lmtchen al» den leibhaftig» neu« ,Augeu-Profrssor' vorgestellt hätte. Erst dann ließ» sie e» fich »ach «nd nach klar mach», wie man auf ganz natürliche Weise dt« Augm hell» könne, ohne sie herau»zunehmen. — So scheint denn die Arffklärung und Volksbildung doch nicht im Gefolge der Glaubmr-Einhett zu sein, und währmd die tyrolischm Abgeordnetm im Kampfe geg» die Idem der Neuzett »wmiger Jndenl» zum Feldgrschrei wähl», sollte doch lieber »mehr Licht!' ihr «eftmgöwott sein. , Aachtrikgkiche» z» de» „Saßöatß-Sag»". "'fcfe absonderliche Meinung, gegen welche »ach Beidtewi der Stetii. liisUNlÜtt, daß nämlich Sott am fewbmh nicht richte, scheint schon zur Zei: der Milchnalehrer in jüdischen Kreisen verbreitet gewesen zu sein. Denn VW» «tue solch» ist »er Ausspruch in der Mechilthu gerichtet welcher an du: «Mt W1 rar (Cpbo* 31, 17) die Frage knllpst: «Woran ruhte er, »0,1 der Arbeit oder vom Gericht (pri?" und diese Frage so teamwortet: De: Ssätztnck rv77 zeigt, daß di« Rübe von der.Arbeit gemeint sei nud da» Gericht Watte« nie ebieUutrrbrechuug erleide (chtb TXtXä Sarmr» T»). Dazu werden noch als Belege die Schristverse Psalm 97, 2 und Deuter. 32, 4 angeführt. _ vr. w. Bacher.

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