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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-24 · 21 (24.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
21 (24.5.1871)
Date
1871-05-24
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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168 VfrttD «ak (omni es t» Schaar«, so schreitet noch schaever bat V»glÜck,«»d tu noch dichtere» Haus« stürmt sei» Gefolge her» bei. Schwindelnd die Höh«; desto tiefer der Sturz; se »envöhut« des Glücket Günstling, desto unerträglicher «ud erdrückender ist ihm die Wmdnug — verlor« Kopf» Gckd «ud Macht, verachtet gleich verrostete« Gif«, zerbrocheue« Lho». So ist et di« Religion, der am Ende dat Reich bleibt, et» Reich, «eichet nicht vergeht i» Ewigkeit. Religion zeigt der »«schlich« Klugheit d« rocht« Keg, «audell sie in'echte Weisheit, demülhige Gottesfurcht. Zu diese« Vaud« ist der Geist doch uud bleibt dat gold«e Haupt, so ist er unbesiegbar, so Ltawstrdet er am Sude die feindlich« Milchte, wird derttust »iederwerf« alle fleischlich« Milchte »ud erbau« auf Erd« bat Reich det Allmächtigen. Religion verleiht de« Geld« d« «echt« Werth, daß et dat Herz uicht vnengt, dat Böse nicht fördert, sondern dat Gut«, nicht d« Lüsten dient, der Gewaüthat «ud dem llebermnth, sondern der^Menschen Wohlfahrt wahre» rmd vergrößern hilft, dem Hungrig« sich in Brot wandelt, de« Glend« zur Stütze wird, Kautniß, Bildung, Licht verbrett« Hilst und sein« Besitzer »ein« Tenoffm Verden läßt für all« die Gott fürchte»' und Edles nnternehmm. Religio» säastigt bte Gewalt, erfüllt sie mtt Ehrfurcht vor Menschenrecht, Mmsche» würde u»d Freiheit, «acht sie zur Stütz« sittlicher Ordnung, zu» Schirm heiliger Serechtigkett, zum Hort friedlich« Schaffend, ^zum Schreck« der Böse», zu einer Quelle det Segen», wenn ,i» Gerechtigkeit ein König herrscht, «ud Fürst« nach Recht matt«'. (3es. 32, 1.) Religio» lehrt dat Glück ertrag« uud dem Unglück ungebeugt widerstehen.- Gepriesen sei, der uns feine Lehre verkündet; wir »erharr« ä» ihr, bit der Lag erscheint, da sie allein di« weltbeherrschende Macht geworden sei» wird. Aßsmgeßriefe. vor Jahr und Lag Hab« wir bei Schllderung der Partei» im heutige» Jodenthu« auf die Unterschied« zwischen deutsch« vor Alle« dazu befähigt. Mag sonst der Privatmann einen kräftiger« Einfluß auf die Gestattung der religiösen verhiltniffe zu entwickeln vermögen, dieser Ausgabe ist der Vertreter der Theologie «ehr gewachsen. „Staut die Leidenschaften erwachen," so lautet ei» alter Autspruch unserer Keis», „so sind sie in die Hallen der Wiss»schaft hineiuzozirhen und sie werden daselbst verstumm«"; von einer wissenschaftlich« Erkeuntniß det Juden» thum» darf am meist« eine Aussöhnung der Partei« erhofft werden, auf der Grundlage der Forschung ist die Einhett im Schooße unserer Glanbm-gemeinschaft am leichtest« erreichbar. — Wissenschaft «ad praxidürfen darum nicht getrennt einhergeh«» sondern »üff« von einander getrag« und durchdrungen sein; audieser Verbindung wird ein einheitliches Ganze-, ei» harmonisch gegliederte- Gemeinwes« erwachsen. Ist nur erst der religiöse Gedanke auder Dunkelheit de- Gefühltu die Klarhett deverstand«- getreten, find erst die nebelhaft« Vorstellung« und Forderung« vor de« Lichte der Wiffenschast zerstreut, daun wird sicherlich di« leidenschaft-lose Vergleichung der Ansicht« auch ihren Ausgleich herbeiführrn, de« Verständnisse für den gegnerisch« Standpunkt auch die Verständigung folgen. Indem wir in de« Eiuhett-streb« d« Schwerpmckt unseres Lerufeerkenn«, zieh« wir um die Lehr« auder Geschichte einer der uusrig« uicht unähnlichen Zeit. Da- Judenthu« hatte Mtt der Zerstörung de» zwett« Tempelseine weltliche Grundlage verlor«. Da- Studium de- Gesetz«- sollte demselben dauernd« Bestand sichern. Zwei Schul« hatt« sich innerhalb der Forschung gebildet — die Schutt» von Schammai und Htllel und ungarisch«, galiztsch« oder russisch« »Orthodoxe»' hingtwies«, Unterschied«, welche von den erster« zwar ge« °v«rd«ä!t und verschwieg« «erd«, darum aber doch besteh« uud recht tief gehe». Albau« in Ungarn da- -eg« dtt Eongreßstatute, zusammeugezogeue Gemüter lo-brach» alt der Ruf »ach Trennung a» dtt pfort« vepester Landtagedrang, aldieser da- Deihandensetu vo» zweierlei Judenthu« proelamirt«. und dtr ,3-raeltt' über dies« Beschluß und die mm genehmigte Lr«- unng jubelte, sprach« wir au», daß wir diese Freude weder ta greisen noch billigen könnt«, uud daß dtt Orthcdoxtt de» Rt» dacttmde» ,Israeliten' vor d« Schomre hadath ebepso wenig Gnade finde, mit dtt Richtung unseres Blatte-, und daß diese wiederum genau i» gleicher Liutt mit der der Radikalrefokm stehe. Darüber wurden wir arg gescholten und — schwiegen still. Inzwischen coustituittm sich dtt ungarisch« Orthodoxt« selbstständig, de- Strette- Hitze schim fick z» kühl«; wir dacht« wttouter: vielleicht haben sie Liecht und ist ewirklich beffer, wenn friedlich von einander scheidet, was länger nicht zusammen» gehen mag. Friedlich — auch daschien möglich zu werden. Da- Organ der Zelott» (eia« milder« Ausdruck wiffea wir wirklich nicht), der »Magyar Zsido', ging ein, ebenso der gegne» rische ^Közlöay'; an die Stelle des erster« trat das »Traditionelle Judenthu«', welches sich einer anständigen Ausdrvck-weise dediente; wir wertet« eine Zett lang dtt Entwickelung ad. Gegm Endev.3. hofprachm wir dann wieder einmal die „ungarischen Wirr«"; das „Trab. Jud." erkannte dtt „anständige, männlichwürdige Kampfesweise" an, polemifirte aber scharf gegm «nsete Ansichten. Wir wollen natürlich nicht nach einem halb« Jahre darauf zurückkommm; es genügt, wenn wir mtttheitta, daß gleich der A«»dmck „Wirr«" bemängelt wmd«; «an «iffe von solch,« uicht-, es läge vielmehr alles ganz Kar. Wir Hab« also das S«dschreibm des genannt« Blatteau uoS auch unbeantwortet gelaff» und — find unrnuehr der Polemik unsrerseit» überhobea. Dtt Organe der deutsch« Orthodoxie, vie ,,3»d. Presse" »ad der „Israelit", Hab« dem tradttionellm Judenthmn — d. h. dem dies« Namen führend« ungarisch« Blatte, wie ab« dieses wahrscheinlich bald bebonpt« wird, dem wirklichen überliefen« — einig zwar in selbstloser Hingebung an da« Gesetz, aber getrennt durch dtt Berschte deuartigkett der Lehrweise; damals ua» gefährlich, hättm sie im Laufe der Zett zu Pattei« erstattm können, dtt eine kräftige Entwickelung gelähmt oder gar gehemrnt hätten. Da unternahm es mtt kühne« Muth« der Patriarch Rabbaa Gamaliel, dtt beiben Richtung« zu uneinigen und dm Strom d« Entwickelung in ein Bett zu leiten. Er hat damtt dar» gethan, daß nur auf einem einheitlichea Grunde das Judmthum sich zu einem fest« Ban erheb« könn«. Audnerseit« ab« zeizt nadn Lebmslanf eines nicht minder hervorragend« Manne« ans derselbm Zett» daß, wo das Bedürfuiß dn Einhett nüht genügend ettanot und gewürdigt wttd, auch audem unermüdlichst« Streb« uud dem navndroffeustm Forsch« nicht d>»s volle Maaß dn Frühtt b«: Gesammthett erblüht. Und diese« Manne« Lebensbild gestatt« Sie mir zur Beleuchtung dn edm au-gesprochmm Sosichteu Ihn« vorzuführ«; eS ist da- Lebers» büd etun zugleich hnoischm und ttagisch« persöalichkett, daS ich zu entrollen gedenke, det St. Eliesn b. Hyrkanos.*) R. Eliesn b. Hyrkauos gehört in dtt Reih« j«a Männ«, welche dtt durch Gebutt und Erziehung gesetzt« Schrank« mit kühun Hand durchbrochen uud in raschem Sturmeslanfe sich tm Weg zur Größe gebahnt haben. Bneits 22 Iahe« alt, vnließ •) «»» «chkii-ge»»«, «Makta »terlasie» mk t», ajfrrta tagakn Mt a*ftM*fca&atta, pttms«» ttt» seomv-r». dttzaftm» nnd fepapa Mw mit der «nMirm, da» »ch wnfett Daxßtlaa, «MmI fta* « Mt hau.

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