Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 20 (17.5.1871)
- Date
- 1871-05-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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mfc M 6tMtd d«rettrt hat, »ad daß G mbmffta »14% ist, |«bm eftrgcv die Freiheit z» taff«, »ach seim» Glauben^ We»» er ei»e» hat, zu leb«, uud z» sterbe», habe ich aut de» -JtaabnfAIm all» rdlgtifcn Ubzetche», gleichvtA welche» Evtt»«^ wegoehmm lasse» und Hab« de« Mitglieder» aller Secten oder religiöse» Corporation« de» Eintritt untersagt, dagegen soll de« Verlangen eine« Verwundeten nach dem Besuche «ine» Dienert seiner Religion — Cur4» Pastor, Pop« oder Rabbiner — alt« halb entsprochen werde». Ich Hab» vor alle» Sorge getragen, ron de« Verwundeten jene unleidlichen Besuche fern zu halten, welch« «ater dem Vorwand« der Religion die verwundete» auf« reg« und schwächen, indem st« den körperlichen Leiden moralisch« Tortur hinzufüge» und die Nttdergeschlagenheit benutzen, um thne» eine Schwäche zu entreiß«!«') (No* UM». 3»t.) Nußland. Olef». Die .Odessa« Ztg.' bringt «nt« dem 4./16. Aprü üb« die dortige Juden Hetze noch folgende Nachrichten: Die Unt«» suchungt-Commission hat zu fungirea begonnen, lleb« Opf« an Menschenleben liegen bis jetzt noch kein« officiellen Datm vor. Die in Umlauf gesetzten Gerüchte mögen nicht frei von Uebertreidung sein, so viel aber steht fest, daß d« bestialische Pöbel stch mehrfach selbst beschädigt od« Bnbrechen begangen hat. So sind Todeöfälle an d« Säuferwuth, Ertrinken in dm durch da» Einschlagm der Fäss« in Kellerräumm gebildet« Spiritut-Sem, leicht«« und schwne Körp«verletzuug« durch Steiuwürfe und and«e Mordinstrnmmte, Schändung von Fraum »ad Nothzüchtigung von Midchm bekannt. Auf da» in d« Stadt »«breit« gewesene Gerücht, al» Hab« ei« Jude da» Kreuz am Thorr d« Umzäunung d« griechisch« Kirche z«brochm, «» klärt d« Kirchmvorsteh«, daß « jene» Krmz selbst habe ab« «ehmm lassen, und zwar schon lange vor Ostern, um e» in Reparatur zu gebm. Diese» Kreuz hat eine nicht uubedentmde Rolle bei den letzt« Unordnung« gespielt, und da» Märchm vom Z«brechen desselben dimte dazu, um d« Pöb»i zu fanatistren. In du, letzt« Tag« find täglich starke Truppm-Abthettung« in die Stadt eingnückt. Afrika. Algier. D« »Untv. 3»«.* bespricht in einem läng«« Artikel die bereite in Nr. 17 d. Bl. erwähnt« Jud«- Verfolgung« vom 1. März d. A Wir theilm seine Worte a«»zügltch mit: Man hat verschiedme Umstände, die unglücklicherweise znfammmtrafm, al« die Ursach« d« furchtbar« Exceffe gegm unsere Glaubmtgenoffm bezeichnet. Die Arab« ärgert« sich nämlich üb« die plötzlich« massenhafte Natnraltfatio« d« eiagebormm Juden, die durch eia neulich«» Decret Erömimx' «. folgte; sie warm fern« i« höchst« Grade mtrüstet, ein Bataillon jüdisch« Tirallleur« in Parade aufzteh« zn seh«; dazu kommt noch ihr fanatisch« Haß gegm di« Juden, al« die Nachkomm« de» Isaak, de» ächten Sohne» Abraham», und dann ihre allbekannte Raub» und Mordgi«. Wir haben hierbei auf z«ei«lei aufm«ksam zu mach«: Die Jud« iu Algier find einmal vollberechtigt« französisch« Bürg« geworden, wozu schuf man da eine besondere iöraelttifche Trupp«, ein He« im H«r«, ein« Staat t« Staates Da» war eb«so anklug al» unpatriotifch. *) Der 8ffn «olle wch beacht». ai» selbst der religiös« tUbttalUnal, der stch tzlerMsmwr wwsmüb. de» gudrnthn» Mch« hteveevch ist. «r bmnch« Mlerddw» leiaerlei „öl^ichen« uud «einerlei «sdrin^ch« v-j»ch« 1» Krmchmsillm. köst« nicht die «öefstrchtnnß gar M nah«, daß diese «de» ftOntm de» aMirrS^öf» «edieMiomn« de» Nechllchm «meid» in Me Hw»» «bei»» »Me» s» d««e >n« EMiacha, seidst —» fmm «UM m JM». Obk) Fern« haben wir zu bemerk«, daß di« b«da«m,»verthen Thatsach« vom 1. März d. I. ursprünglich durch eine am ^abbath vorh« ftattgefundm« Parade de» jüd. Tirailleur-Bataillon» hervorgerufm «ord« stnk. Ein« Parade in voll« Armatur und mst Musikbegleitung ist aber, wenn sie nicht da» Interesse de» Staate» unumgängltch nothwmdig macht, unter all« Umständen eine öffmtliche Entweihung de» Sabbath». Ist die jung« Generation in Algier schon so weit gekommen und will sie auf diese Weise dem Gotte Jörael« für ihre Befreiung Dank sag«? Nach vorliegend« Zeitung»-Berichten g«ieth« auch in Mostaganem an. Sonnabend, dm 4. März, in einem Kaff«- Hause Juden und Muselmänner beim Spiel hart an einaud«, und «» kam bald zu Schlägm und Cxceflen. Die kleine Züchtigung war wohlverdient. Vermischte und neueste Nachrichten. Wie». Die gegen die Reform-Vorschläge de» Vorstände» gerichtete Verwahrung, an deren Spitze die bedmtendsten Männer, die Inhaber weltbekannt« Firmen stehen, hat 427 llnt«schristm «langt. E» wird in derselbm die Beibehaltung der für den Tempel von dem sel. Mannheimer entworfenen CultuSordnung »«langt. — Die üb« die Vorgänge in d« Wim« Gemeinde in dortigen und fremd« Blättem in Form von Correfpondenzen au» Wien geführte Polemik ist in Ton und Wesen so wid«lich, daß wir wed« un» in dieselbe zu mischm, noch darüber Mittheilung zu machen Lust tragen. Unsere Leser errathen z. B. wohl, daß stch üb« die Bankier», welche üb« CultuSfragm ihre Ansicht, ihre persönlich« Wünsche anigesproch« Hab«, eine Fluth wohlfeil« Witzelei« und unanständig« Bemerkung« «gosien hat. Dt« „S. Z. d. I." droht ihnen mit dem „Kladderadatsch", doch nein, eigentlich nicht den Männern, welche sich für die Beibehaltung der Opfergebete au-gefprochm Hab«, sondem e» gilt die Opf« selbst. Fraum, welche nach dem Wochenbett ein Taubmopfer, Männer, welche ein Sündopf« bring«, werden al» ein „gemähte» Wie»chm" für da» genannte Witzblatt bezeichnet; d. h. mtt dürr« Worten: die Gesetze der Thora sind reif für dm .^kladderadatsch." So schreibt die „Allg. Ztg. de» Judenthum»"!! — Börsrnmänn« wag« über Cultu»fragen a« utthellm, von dm« sie „nicht» verstehen". Laien wag« üb« die Art, wie sie bet« weil«, ihre Ansicht zu äußern. In d« That uanhörtl Auch unjüdisch?! Wer soll denn mitsprechm? Atmeten, Jurist«, A«zte, eie wahrscheinlich noch wenig« fachverständig find, al» d« eine od« d« and«e Bankin, d« vielleicht in sein« Jugmd noch Chummesch gelnnt hat? Also nur die „Geistlich«" — und da» sag« jetzt diejmtgen, welche sonst stet» über htnarchtsche Bestrebung« klag«,. Hab« gewisse Leute et« Privileg, üb« alle« red« zu dürfm, wovon sie nicht» versteh«? — Kein Wo« mehr! — Die Uebertritte zum Judeathum mehr« sich in Oesterreich in ein« Weise, die uns—keine Freude macht. Die Zahl d« Proselytm tn Oefteneich mag stch zu.d« Zahl d« in Preußen Ueberttetmdm wie 10 zu 1 »«halt«; indessen hat d« kath. El«»« bi» jetzt öffentlich nicht dageg« geeifert; d« vergleich mtt dem evaag.Ober- Ktrch.arath liegt nah«. Nachdem kürzlich d« Uebertrttt eine« k. L Offizier« gemeldet wordm ist, liest man jetzt in östnreichischm Blätter»: „Die Locht« de» bekannt« polnisch« Revolutionär» Gras 8—v, welcher im Jahre 1881 vom russisch« Kais« in die Verbannung geschickt wurde und einige Jahr« spät« in Gakiztm starb, ist verfloss«« Woche zum Judeathum übngetteten. Die etwa 40 jährige Dame kam nämlich zum hiesig« .iäraeltttsch« Predig« Dr. Jellinek, d« ihr« Wunsch «füllte, da sie bereit« früh« in d« Satzung« de» Jndmthum» Unterricht ge-