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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-17 · 20 (17.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
20 (17.5.1871)
Date
1871-05-17
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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m tefifcrf' Oft halte, bM fftr sennzweifelhast eiferte*»*, daß wir einen Oevett gar nicht «nireten. Soweit tot# befannc, wirb Mt Besoldung der Mischen Euttusdeantten tu Msah^achttugm von preuheu «etter bezahlt, die ganze Eonfiftortal-Verfassung besteht intact fort.*) Aber bereit« ist ein böser Einguß ge» fchehen; es find z»ei ve«inarien (öoolaa normniaa ä'inatttutamH) errichtet, ein katholisches in Straßburg, ein protestantisches tu Toimar. Bon den Juden kein Wort. Diese find außer sich, es ist unerhört; entweder gar keine eonsesfionelle Trennung, oder Schulen für drei Lutte, anders kennen es die Franzos« sett S0 Jahre», nicht. Line Remonstration hat nur das -iesuttat gehabt, daß jüdische Eaudtdaten in Gtraßburg und Eolmar ausgenommen werden sollen. Dies genügt ihnen und nn» nicht. Indessen ist nicht zu verzweifeln- Das neue Reichsland steht nicht unter Wühler; wir wiederholen unsere Zuversicht, daß Bttmarck Staatsmann genug ist, um zu «iss«, daß man die Juden in Elsaß und Lothringen nicht vor den Kopf stoßen, zu bitteren Feinden der neuen Ordnung machen darf. Er weiß, daß selbst in Pommern die Juden bei Wahlen nicht zu verachtende Gegner find. Ueberdies liegt ein Rivellirm und Aufheben altgewohnter Einrichtung« der inneren Berwaltuug gar nicht im Wesen der deutschen Entwickelung. Aber geredet, gefordert und, »o sich irgend Anlaß dielet, protestirt muß werden! Und zwar jetzt ln Berlin, beim Reichstage und beim Buudesrathe. Für elfteren ist die erste, beste Gelegenheit leider versäumt worden, da» Grundgesetz für die Berfaffung von Elsaß-Lothringen ist in zweiter Be» rathung, es ist zu spät. Wohl hätte es den deutschen Juden trefflich angestauden, für ihre Glaubensgenossen da» Wort zu nehmen und vollständige Aufrechterhaltung der Rechte derselben zu *) Ce »heilt uns ehe» «nch vr. vl»me»ftetn »it, da» ihm her »rand Nadsi» M» Metz dies gei«tzt h«he. vr. vlnmeuftei» i»«— btillwßg r~ »ach AMie»s, Mmk« ■.(.». zureagekehrt nud hat dir ihm gewordene A»sgeithaang durch das eiserne ttrenz später als wir ersahre», da dasselbe erst »ach Mamihei« gesendet war, welches er bereits verlasse» hatte; er hat es da»» »nrch »eneral tzltbe» empfange». begehr», Eh» wir Hab« ja lein Organ, keine berufe» vertretung. Wäre der Gemeindebnnd schon in» Lete, getreten, wir wäre ei» solche Petition ein treffliche» Erstlingswerk für ihr gewesen! Die Juden in Elsaß-Lothringen aber haben ihr« Eoufiftorien, diese müssen reden, dürfen nicht schweigen. Wir können nicht» weiter thun, al» daß wir denselben dieseti Blatt zufenden, aber wer unter unfern Lesern persönliche vor» btnduugen mtt maßgebenden oder einflußreichen Männern in jene: Provinz befitzt, den bitten «tt dringend dahin zu wirken, daß man dott nicht zage, grolle^ Verlorene» beseufze, sondern Han!> und Mund in Bewegung setze. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. B. Eiudtck, 1. Mai. (Orig.-Eorrefp.) Mit großem Jrrtereffe verfolgen wir auch hier, in diesem entlegenen Theile de» Bateriandes, wa» Sie über dm Antheil berichten, dm unsere Glaudm»gmoffm an dem glorreichm, jetzt Gott fei Dank Übeiwundmcn Kampfe genommm haben. Zu der Liste von Autzeichmmgm und Decorationm kann ich eine kleine Zufügung geben. Don Soldatm, die unserm Amtsbezirke angehörm, haben zwei fich da» eiserne Krmz erobert: der eine von ihnm ist Jude, der andere — war e». Jener, H. Steinberz au» Dassel, eiajähr. Freiwilliger im 3. Hannov. Infanterie-Regiment, hat fich in der Schlacht von Mar»-la-Tour aulgezeichnet, indem .1 seinm im hestigstm Granatenfmer wankmdm Zug zum Steh«m brachte und selber muthiz vorschreitend gegm den Feind führte. Unversehrt zurückgekehrt hat er da» Peßachfest im Kreise der «Sein» gefeiert. Dm andere mit diesem höchst« Ehrenzeichen Decoritte, Rosenstirn au» Einbeck, nicht minder tapfer al» jener, ist seinm Wund« erleg« und schläft jetzt dm ewig« Schlaf auf dem christlichm Friedhöfe seiner Vaterstadt. Sambatjon, außerhalb defielbm und nach Daphne bet Antiochien.' — Diese Gestaltung der Sage ist e» nun auch, tu welcher dieselbe mit so viel« andern au» dem jüdisch« Kreise in die mnhammedanische Wett drang; hier aber find« wir sie auf so überraschende Weise ««»gebildet, daß e» der Mühe verlohnt, die verschied«« Wandlung« derselb« näher zu betracht«. Die älteste diesbezügliche Ueberlteferung knüpft an d« Stifter des Islam selbst an. Dieser habe, so ttadttte Jbn 'Abbüs, in einer Nacht dm Engel Gabriel gebet«, ihn zu Mn Nachkommen Mose's htnzugeletten, der« im Koran lobende Erwähnung geschieht. Jener erwidette: Btt zu ihn« Hst, ist ein Weg von sechs Jahr« und inzwischm liegt ein Sttom von Sand, der ftneU mit ein Pfeil hinschießt und niemals ruht, außer am Sabbathtage. — Schließlich erhötte Gott Mnhammed» Fleh«, und fein Wunderroß vorük trägt ihn zum äußerst« Ost« zu Mn Benü Wüsa, mit Mnm er ein längeres Gespräch hat, und der« von Leidenschaft« freies Paradies mäßige« Leb« er bewuode« muß'). — Daß die Nachkommm Mole'« hier, und auch sooft, mtt dm zehn Stämm« in Zusammmhang gebracht erschein«, kommt wohl von dem Umstande her, daß bet dem Stamme Dan der für Moses' Enkel geltende Levit Jüaathan und seine Familie erbliche Priester war« »bis zu« Lage, «0 die Landesbewohner in'« Exil ging«* (Richter 18, 80). — Von dem äußerst« Ost« versetzt eine andere Version dm Sabbalhfluß nach Mm äußerst« Westen. »Der Rahr-alsabbat, so cttttt Kazwlnl') ans de» Werke »Fülle der Wunder', ist ein Flnß in Andalnfi» (hier s. v. a. Rvrdwest-Afrika), Mn «an weder zu Roß, noch zu Fuß überschreit« kann, außer am Sabbathtage, wo er rasttt. Kaum ist die Sonne untergegang«, so bekommt er wieder seine frühere Eigmfchaft. Am Ufer diese« Sttome» steht ein eheme» Standbild, da« auf der Brust die Inschrift ttägt: Setze nicht über dieses Wasser, dmn so du eS thust, ist die Rückkehr unmöglich l' — Gewiß identisch mtt diesem ist der »Tandfluß' (wüdt-alraml) in Maghreb, von dem Kazwtnl °) Aehnltche« erzählt, nur daß er statt Wasser Sand wälzt, und welch« sogar ein Dichter in vier Distichm besang. Doch nicht nur tu Ost und West, auch im Nord«, weiß unser muhammedanischer Autor von einem ähnlich« Flusse zu bericht«, der jedoch zu d« bttherig« im umgekehrt« verhältniß steht: »Der »Slavmfluß' (nahr-assaklüb) befindet fich i« LarM der Glav« und fließt nur ein« Lag in der Woche, ruht an Mn sechs übrig« Lag« und fließt wetter am strömt« und so fott.' ’) Bisher hatten wir es mtt mehr oder weniger frei« Ausbttdungm der ursprünglich« Sambathion-Ssge zu thun; Re zwei folgend« Sabbath-Sagm, vielleicht auch jüdisch« Kreis« entspross «>, zeigen daß für die Idee der Saibathfeier auch in nnrter« Reich« der Natt« ein Ausdruck gesuöst wurde. Uat« die Wunder des Meeres von Maghreb zähtt der nannte Kazwtnl') auch d« »Judengret«' (aischetch-aljehüdt) rud berichtet von ihm nach Abü Hümid, Mm Andttufier, folgendes: »Es ist ein Thier, Mff« Geficht Aehnlichkett mtt ein«, Mmschm- Anttitz hat uno ein« weihei vart ttägt. Sein Leib ist ungefähr so groß wie der eines Kalbes, sei« Gestatt ist froscharttg und sein Haar h«tt etwas von Rindeehaaren. Sein Name, Judmgrels'rührt daher, daß er in der Nacht des Saddath das Meer verläßt, an's

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