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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-17 · 20 (17.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
20 (17.5.1871)
Date
1871-05-17
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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164 folgnngcn ist et» weiterer Fingerzeig: alljährlich z» OsteWft Wir bedürs« ftttlich et»e« solchen Jndicttubewesse« nicht, HUWMtchte spricht deutlich genug. ‘ Wie bekannt «nd wie groß n« anch di, UnwistÄ-ett der Pope» ist, >o wtffe« ft» doch so vitt, dag,g» nicht che» heute lebende» jüdische» Mitmenschen find, welche Christ«« gekreuzigt habe«. Da haben wir also wirkliche» unauslöschlich« Hast und ewige r-ilde Feindschaft gegen di« (fciM der Enkel, Haß »nd Feindschaft nicht gegen eia Gedankending, ein Religionsfyste«, «ine Kirche, sondern gegen lebendtge Menschen! Und man schreibt na« Haß und Feindschaft zu — nämlich der Ober-Kirchmrath in Berlin. Berlin und Odessa. Freilich wird Berit» jede Soli« darität mit Odessa wett von sich «eis«, die griechisch« Kirche ist der evangelische» Behörde wohl nicht „orthodox". Einer der Berfechter de« reine» Lutherthumhat erst jüngst ein „goldenes ABC zum deutschen Frühliug-anfang 1871" veröffentlicht, dessen A lautet: „Das deutsch« Reich wird recht gesund Allein aus Augsburg« Glaubensgrund." Wir habe» jedoch mit den dogmatische» SubtilttSte», welch« griechisch-katholisch« »nd lutherische Chris«» von tt-^ndc: unterscheiden, nichts zu thun, wir werden uns erlauben die erster«» für „wirkliche" Christen zu hatten. Ued da ist es wohl sehr naheliegend, daß «tt de» Hochwürdige» in Berlin sagen: Müht ihr Haß und Feindschaft unterschieben und dagegen euch ereifern, um nachher dieAnklage halb und halb zurüchunehm«, habt ihr'- nicht näher bei de» Surig«»? Da ist Hast und Keindschast, nicht tmputirt, sondern wirklich, nicht im Herze» gehegt, fcndern in Blut» und Schandthat zu Tage tretend. Ist da» Christenthum — denn, wie gesagt, wir rechnen dagriechisch-katholische auch dahin — nicht im S tande, seine Bekenner von Blut- und Schandthat in Maste frei zu halten? will es nicht? ist es nicht seiner Priester Aufgabe, ihre Heerden vor Gewaltthat zu warnen? solle» fie nicht, «ollen fie nicht? Oder gehört es gar zu den Leförderur glmitteln der Anhänglichkeit an ihre Religion, dah fie fort urd fort unauslöschlich« Haß rnd wild« Feindschaft gegen Juden predige»? vir wtffe»'« nicht, «ollen anch «ine» Jede, fein UrthE sich selber bilden last«. - - tzat»e, die Jfek« i, «sas.-attzeka-e» |* Scho» Mitte Mär» alsbald nach Wiederherstellung de« Postverkchr« mtt Pari«, erhtetten wir von dort An Schettb« eine« Manne« von bedeutend«» Name« und Einfluß. welche« dt« Idee besprach, bei de« Frieden«.Verhandlungen in Brüst«! fraazöflscherfett« ans Wahrnehmung d« Interest« »der von Frankreich lo«geriffe«n Juden' htnwtrk« zn laste», vir «orde« um uns«e Anficht, Beantwortung «ehr«« einschlägiger Frage« und Mttthetlung verschieden« Notizen angegangen «nd habe» diesem Wunsch« »ach Kräften entsprochen. Dtseretto» hätte sich bet ein« solch« Angelegmhett von selbst verstand«, fie wurde auch noch ausdrücklich gewünscht; wir nenn« auch heute kein« Ramm; von d« Sach« ab« dürfm »tt nunmehr doch red«, nachdem »Uni». 3«r.' vom Ist. Aprü (welch«« «tt erst in dieser Woche erhielt«) die» Projekt erwähnt hat. »Da« Central-Couststortum (so lautet die Notiz) hat dtt Abficht, d« in Lrüffel versammelt« Bevollmächtigt« Frankreich« und Deutschland« ... eine D«kschrist betreffend die Auftechterhaltung der Rechte unserer Glaubensgenost« in Elsah und Lothringen, insbesondere die osficielle A»erk«aung ihre« Cultu«, zu überreich«. Wir «ist« nicht, ob da« Projekt ausgefühtt ist, «nd welche« da« Resultat deffttbm gewes« ist.' E« ist leicht abzuseh«, daß dtt Ereiguiffe in Pari« hindemd dazwstchm getreten find. Die Verhandlung« in Brüssel find auch wahrscheinlich «och gar nicht über d« Anfang de« Anfang« — der sich in der Regel nicht mtt Jnd« befaßt, hinan« gvkomm« und h«te (Ist. Mai) höchstwahrscheinlich abgethan. «Sa« wäre nun zn thun, »nd wie,'und wo? » Sin Fr«nd schrieb an» dieser Tag«: »Müßt« dtt «lsäster Juden ihre religiös« Interest« nicht eb«so gut verttet«, wie Katholik« und Protestant«, «Seinbauer, Fabrikant« und Mühl« - Feuilleton. Sabbath.Sage«. Dtt Zett der Sag«blldu»g ist längst vorüber. Nicht als ob die Phantasie de« Volke« hmtzrttage keine Kraft mehr hätte, bedeutmd« Ereignisse oder große Persönlichkeit« sag«haft aus» zuschmückea; derartige Mhth« mtsteh« noch so zu sag« vor unser« Augm, und auch der letzte groß« Völkerkampf hat diese Gattung l eretchert. Aber jme Sag«, «eiche als Au«d«ck einer dtt Geister beherrfch«d« und bewegenden Idee im Altetthum «nd bi« in« späte Mittelalter hinein auf ganze Bölker-Gmera» tion« hindurch «ttttm, jme Gebilde der Phantafie, bet welch« eia höher -r Gedanke d« Pinsel fühtte, fie fstid der modemm Denkweise gänzlich entrückt. Will fich heute eine Idee geltmd mach« u»d größere Kresse durchdring«, so gttbt e« zettgemäßere Mittel hierzu, welch« da« ftett Wott, dtt Presse, da« verein»- recht darlitt«. Oft ftttlich wirk« diese weniger, als bei d« Altvordern die zu Semüth «nd Einbttdnngskraft redmdm Gag«. So bssdtte fich vor einig« Jahr« in Ungarn, auf Anregung e ae« jetzt wieder in Deutschland lebend« Rabbiner«, ein verein, wttcher unter dem Nam« »Schomre Schabbach' die Tendenz hatte, dtt von d« Ansprüch« de« Geschäftsverkehr« vielfach geschädigt« Sabbathfettr zu höhen« Ansehn «ad allgemttnerer Gillung zu bring«. Indessen da« löbliche Unternehmm gab nur wmige Lebenszttch« feiner Wttssamkett und verschwand schließlich in de« aufgeregt« Strome der bald darauf au«. brechmd« jüdisch« Landeswtrren. — In j«er gut« alttu Zett, wo dtt Idee» nicht in nüchtern« Lenin«, so»de« in pottssch« Sag« ihr« Ausdruck sucht«, da hat «in Mhthu» vitt länger «nd wirksamer zur Befestigung de« Sabbath-Gedanken« bttge» tragm. E« ist die Sage vom sog«annt« Dambatjon, welche gewiß nur der in chr ausgedrücktea Id« ihre vttiebthett «nd Lerbrtttuug verdanktt «ad ihrersett« sehr viel zur Kräfttgmg dies« Id« beitrug — Dtt Anschauung von einem am fiebmt« Tage ruhmd« Fluff« war schon so früh und so fest begründtt, daß, wtt bekannt, tt» Rabbi de« zwettm Jahrhundert« auf dtt Frage eine« Heid«, was dtt Httltgkttt de« Sabbath bewttse, fich ganz einfach aus j«« Fluß beruf« konnte. E« ist wohl möglich, daß dtt Vag« uttprünglich auf de« auch sonst (z. B. btt» Zirknttzer See) vor» kommmdm Phänomm etnes zettwttfe zu fließ« aufhörmderi Wasser« beruhte. Die« bttnnd« auch die Zeugnisse zweier, freilich etwa« leichtgläubiger, Autor«, denn Einer, der Römer Pltntu« *), be» ttchttt» e» gebe »ein« Floß in Judäa, der an all« Sabbath« verstegt'. Der Anden, der jüdssche Ressend« Pethachja an« Regensburg, mttdtt etwa et» Jahrtausend später von »einer Quelle btt Jabneh, dtt an dm sechs Tag« sprudele, am Sabbath aber nicht ein« einzigen Tropf« Hab«'.') Nach der bekanntest« Version ist der Sabbathion tt» Fluß im äußerst« Ost», an best« Ufern dtt verlor«« zehn Stämme der Erlösung Hane». Vo behaupttt schon et» Lehnr de« drtttm Jahrhundert«, ist. Samutt bar Nachmau, 1» einem etwa» dunkttn und au Jrsatt 49, 9 fich «lehnend« Au»sp«che«)r »Nach drtt Ort« wurde J»ratt exikirt, nämltch imierhalb de« Strome«

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