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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-17 · 20 (17.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
20 (17.5.1871)
Date
1871-05-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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9 *• AKWWMUA, tftr die religiöse« ««i secislen Interesse« des J«de»t-«»s. skr die religiöse« »«d socialen Interesse« des J»de«1h««s. r . «rschrim t-v» »W» Peel» »tettWrihI aoeuifffntt'm. WM kcri(Hlti|t VttMb ata «mm **•*;..,1, 8«aatm«i4cs ft'Mfcn m) «nbbiner Dr. JU %uatxfeti ia Stettin. Breslim. 17. Mai 1871. I' »f. 3* bqi«h«* drnrch alt v*chha*dlm*-« mtd Poßarntzive». -»^«tam.ZNUMgm« li In «chleNerTchm «*chha*tt**g <H.«*tsch) t» Eresla». Amhalt. seiSrub« Trttöel: Berlin rnrnh Obess«. («ichbM, «»ä heb«» dl. Juden tu «lsatz-Sothrimg.m zu thrnrn? AmUlett»: GaUath Ga,«w lvertchtt «. Teetefpenben»«: «*h«k. Pos». GlrnNgeW -rarnkrrich: Poet«, «mglarnv: VUefia. «frlla: »chiem. Wen- Wischte N. M*esK «achrtcht». Mol «wfcrini, KsWu*. M»|0|M|M4lMfatfBli«. «iteratursericht. «otchlrnchrm. *«m*K«*»t*. Berti» ««I GDeßis. <««l*ß.) Wer ist für die Pöbelexreffe in Odessa moralisch vercintwortltch? Die russisch« Regierung ist «• nicht. Ihre Verwaltungs- Grundsätze^ der Gang ihrer Maschinerie^ die Gorrnptto«. dt» Uuselbststäudigkett der Beamten, dt« lluwiffeuheit uud Rohheit der niedere» Vollzugsorgane, da« Llle« hat die Dauer, de» Umfang der Gräuel verschuldet; aber die Regierung eine« auch mmr IgttcMiliiiJbllM ,|mü und Lodschlag Nachsicht üben Wolle», geschmelg» dazu an-, reizen. Eure Petersburger Gorrespondmz der »Rat^Ztg.' giebt denjeuige» einen Fingerzeig, die K*m Zusammenhang nicht kenne» — mir bedurfte» seiner freilich nicht Sie sagt: »Di« diesmalig« Hetz« ist nur eine Wiederholung von Scenen, die iu früheren Jahren sich oft erneuerte», so dah man es für gut gehalten hatte, die Matrosen der griechisch« Schiffe tu der Osterwoche nicht ans -and zu laffe*. sseit einig« Jahr« war es ruhtg ge» blieb«, und man hatte diese Borstchtsmahregel unterlass«.' Luch der offietelle .Regierungs-Anzeiger' sagt: »Zusammmstöße der Grieche» mit d« Hebräern zur Zeit, der Oster» feiertage Hab« tu Odessa fast jährlich stattgffunden." Wir sag« kein Wort über d« sehr sorgsam gewählt« Ausdruck »Zusammmstöße', der allerdings die Deutung, dah die Hebräer zu stoh« augefaugen haben könnt«, nicht ausschließt; wir «oll« auch nicht urgiren, daß das Regierungsblatt die Zusammenstöße beinahe im Achte einer,berechtigten Gigenthümlichkett' (warum qicht auch einer ^aftehrwürdig« Sitte'?) erschein« läßt; wir frag« lediglich^:, Garnen gerade in der Osterwoche? Die Antwort, drancht nicht., lange gesucht zu «erd«, und die »Sitte', off Oste« Judenverfolgung« in Dome z» setz«, ist allerdings «MÜ, datirt «ch dem tiefst« Mittelalter; Zeug« deff« ist die blptgettänktt Geschichte der Seftratäge. Das Märchm vom EHMeublut ist nur «tue» der Mittet gewes«, durch «elche» dte Rotttu geg« die Judeugaffm getrieb« «urd«, die ganze »Hasslmtszest' hindurch $sb« die Prediger d« Haß geg« die Nachkommen derjenigen, ,welch« Ehrtstu« gekrmzigt', geschürt; ist.«s da. irgendwie auffallend, daß dies« Predigt« nicht nur »M^ D»achtung'„ xrweckten, sondan Schlimmere» herverrief«? JaiMNs sahrei» .hat «», Gharfnttag« in »iei« katholisch« Hoch«, «uh Lrzählung der Wmgckisch n, ««richte^ muh drastischer Hchtldenmgde» JndnsveiWthech de« Grbnhmnä der Jüdep »s. m., »wch ergreifender Darstellung der Leid« M Gekreuzigten, der ,ss»edtger ausgervf«: »Rächet sein Blut, geht, schlagt die Jüdin lebt!' und daun beschwtchttgend hinzugefügt: »Doch nein, uyteclasset s», schonet ihrer» denn u. s.«.' Sollte da nicht die hdilänglich fauatistrte Menge oft genug d« erst« Satz gehört, b,:. ielhtet. für Gruft gehalten, dm Nachsatz überhört, für klojre sstedeusntt grhalt« Hab«? D» sind di« Ostergeschichtml Dah in Dmtschlaud uirg«l>s so gepredigt wird» wollm wir hoff«, aber noch leb« Zeuge,, . . ÜA^^WffüS«« dan^Ohrenzailgm -och vernommm Hab«. Ob die griechisch« Pop« Odessas, der griechisch« Kirche überhaupt, ganz in derselbe» Weise red«, könnm wir nicht wissm; aber w«n wir diejmigm such«, welche für die Gewalttbätigkeitm moralisch verantwortlich find, so kmnm wir fie. Ob fie direct oder iudirect alljährlich n« dm Judenhaß und damtt die Lust am Raub«, Plündern und Schlagen wachruf«, bleibt ziemlich gleich, genug es geschieht. Und schon ^»te UnterlassungSsün)« wäre schwer genug. Bmutz« die Pop« ihr« Einfluß, um von der Kanzel zu Nächst«liebe, Duldung, auch nur Schonung von Mmschmlebm zu ermahnen, vor Gxreffm» Schaudthatm zu warn«? Bor zwei Jahr« hat der griechisch« Patriarch von Goustantinopel seine Gläubig« vc r Ausschreitung« geg« Judm gewarnt, und es hat gefruchtet. Wir behaupt« laut, ftei und offen: Die moralisch« Urheber der alljährlich wiederkehrmdm »Zusammmstöße' find Pop«; nicht die Pop«, nicht alle; aber die griechische Kirche trägt» thätig and unterlaffmd, die Schuld. Den» wenn in Böhm« und Galizi« geleqmttich Judenhetzm verkomm«, so liegt der Anstoß dazu zum Thetb in d« erregt« Rationalttätskämpfm, Wests« die Agitation zunächst geg« die schwächste Nationalstät «mder; wir Hab« kein Recht, d« Clerus der betreffend« Länder estur Mitschuld zu zeih«. In Rumäut« find die Judmverfolgungen permanent, auch könnm wir ein rein barbarische» Land hier nicht in Bettacht ziehen. Ander« in Rußland, einem Lande, in dein sonst »die Ordnung herrscht'; wie würde der rohest« Pöbel es wagen, Gxceffe z» begehe», wenn er nicht aus Straflosigkeit rechaete, und wie dieses, wmu er nicht aufgehetzt würde, mm« 'pan ihm nicht zu versteh« gäbe, daß e» ein gottgefälliges und d« vehörd« gern geduldete« Werk sei, die Judm zu «is>»? Wer aber thut dies? Habt ihr je i^hört» daß in Lolksmffwiegl«. Glnbredner u. dergl. «efttetm? Di« " ist tzt. Kochet, ft* In £•$«* der Sa»

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