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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-08 · 18 (8.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
18 (8.5.1871)
Date
1871-05-08
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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xxr Mm» Stnhall geschehe» Mmr, «ex» Me völlig« SgMuliMNg der Mische» Cultu« - Angetog«Rt»e« von SM» M<Bt««to» anshöre »Rb «ine staatlich« Organisation dieser Verhält« stse cm Ihre Steve trete» würde. N« kan» Iber da» Maaß, übet da« hiuan» der staatliche Einfluß a»f die Gemeinde-Angelegenheit» sich nicht erstreck« darf, streite», «a» kan» ri* »och so eifriger Anhänger der Autonomie der einzeln« Gemetndevorständ« sein, und.wird dennoch nicht leugnen» daß der absolute Mangel einer central« Lettnng nur die Desorganisation der Gemeind« »ad di« Willkür Herrschaft der einzeln« verstände herbetführm wüste. War e« doch gerade di« Rücksichtslosigkeit und Intoleranz der jüdisch« Gemeindebehörden in Berlin, welche die Agitation geg« da» Judmgesetz von 1847, da» Palladium der Vorstände aller großen Gemeind«, in'» Leb« zernf« hat. Di» »öllige Unabhängigkeit und Richtberückfichtigcmg der jüdisch« Gemeinde» Angelegenheiten verdankt ja ihm» Urfprnng und ihre Auftecht« erhalttmg bekanntlich nur der Mißachtung «ad Geringschätzung der jüdisch« Religtousgeselstchaft von Eett« der preußisch« Regierung. Diese Anschauung hat die Achtung vor dm jüdisch« Religtoa»g«offmschaftm vemtchtet, sie hat e» bewirft, daß di« von d« jüdisch« Religionsgesetzm sauctionirte Ehe für null und nichtig erklärt und ohne die Beihülfe de» Staat« al» Eoncubmat angeskh« wird, sie hat die Stellung der jüdstchm Theolog« zu einer fast unerträglich« (?) gemacht. Allein wa» kümmert da« Alle« und noch viele« Audere d« Vorstand einer groß« Ge» mein de t Gerade diese haltlos« Stellung der Rabbinm, di« Verachtung der jüdisch« Religion-genost«schaft al« solcher behagt dies« Herren, da« schmeichelt ihr» eigm« Herrscher gelüsten, den« im Trüb« .läßt sich gut fisch«. Also nur schnell durch «ine recht dreiste Gegmrede da» Publikum etngeschüchtert, damit e» nicht zum vewuHsetn seiner Schmach gelange und auf eia« Aenderung in der Gemeind«»Organisation dringe, durch welche d» Herr« Vorstehern «1» Theil ihrer Machtbefngniffe gmommm würde. Die »Breslauer Zeitung' bringt daher einig« Tage daraus ein« offictös» Artikel de« Her» vr. H(omgmaun), welcher mit der tu solch« Lag» bekannt« vtrtnofität alle Kunst» sttckch« anwend et, um di« Geschichte sogleich wieder tobt zu mache«. Wa» liegt den» auch manche« der Herr« Vorsteher an dm religiöse« Interest« der jüdisch« Gemeind«» Man ist zufällig au» dem Judmthu» nicht anögeschiedm und ist daher nicht abgeneigt, an« Lust am Ver»al1n»g«sach« und au« Ehrgeiz auch ein jüdische« Genieindeamt zu bekleid«. Man verwaltet diese« Amt von dem Gefichtipunftr eine» Vureauvorstcher» au», und von diesem au« vielleicht pünktlich und gewtffenhast. Wa« aber d» Kern der Sache enbetrtsst, bi* Wahrung jüdischer Interessen, da« steht erst in zwetter Reche, ist ja eigmtlich auch Nebensache. Di« Dinge find ja, nnter «n» geredet, längst über» wunden. Theolog» und andere Leut«, die ei» materiellc« Interest« an dies« Dü»g« haben, Ihn« »och so, al« wenn sie daran glaubten. Deshalb darf man diese Mensch« auch nicht zu Wort« kenn»» last», deu» — Hut, schon der Gedanke erregt d» Herr« et»» Schänder, da« wäre — Hierarchie! Da« ist eigmtlich da« wahre, leibhaftige Gespenst, durch welche» dies« Herr« auch an» derch etwa« furchtsame Rat«» ja ihm» Ansichten bekehren. Da braucht ein Theologe über «tu« theologisch« Gegeuftand nur auch einmal seine Ansicht geltend zu mache», und schnell hat man'« bet der Hand, diese« schrecklich« Wort — die Theologen, ft« wolle» dt« Hierarchie Und dteHerm» Vorsteher well« natürlich di« Gemeind« «r diese» Unglück, behüte», die Theo» log« »ckff« wist«,, daß sie Nicht« zu sag« habe», damit sie nicht gri übermüchtg wordm nnd endlich gar dir Herrschaft an sich vMimr bmm die Hemschnstsaütegckühto — d« H«r» Vorsteher». m- Ei mag nicht überall so sei», (»ewtß nicht! Red.) Daß o» aber in viel« Gemeind« so geht» da» wisst» zw» viele, aber fie wag« meist nicht e« «nwznfprech«. Uick dennoch müsse» diese Schild« einmal gründlich bloßgelegt «erd«, wen» überhaupt Abhülfe geschaffen »erd« soll. Sir müst« doch endlich einmal versuch« zu gesünder« und natürlicher« Institutionen zu gelang«, soll Nicht nach und nach der letzte Nest de« ächte« jüdisch« ReltgtoasgefühlS verlor« geh«. - Ich wollte Ihn« eigmtlich heute noch eine Auzahl Brei» lauer Mittheilnngm mach«. Die muß ich mir nun für et» ander Mal aufbehalt«. Ihr« Lese« wären vielleicht Thatsache» lieber gewes« gl« mein Ratsounemmt, allein e« schadet auch diese« nicht. Die Dinge müst« doch auch einmal gesagt «erd«. Zum Schluffe thetle ich Ihn« für hmte noch mit, daß wie überall so auch in Bre»lau die vorige Woche natürlich den Schul« gehörte. Am Beginn der Woche hielt« die beiden Neltgionsauftalt« der Eynagogmgemeinde ihre Prüfung« al». Zu der ein« lud da« Programm de« Her« Prof. vr. Levy ein, welche« eine Arbeit über die Mesafäule enthielt. Dem andere» Programm schickte der Lftter der Anstalt. Herr vr. Samuelsohn, ein« Aufsatz vorau«, der eine „Berichtigung eine« aus Smnd statistischer Angaben gemacht« Schluffe«" zu grbm versucht. Heir vr. Samuelsohn führt darin d« Rachwet», daß die außerordrrrt« lich große Anzahl jüdischer Schüler tu dm höher« llaterrichtil- Anstalt« nicht au» äußerlich« Arsachm erftärt »erd« dürfe, soudem in dem stärker« Bildungsbedürfnisse der Jud« begründ rt sei. Ich konnte nur der Prüfung in der unter vr. Samuelsohn« Leitung stehmd« Anstalt beiwohum und wurde von dm daselbst erzteitm Resultat« auherordentltch befriedigt. K. B. Lnß Bayer», 25. April. (Orig.-Eorresp.) Wenn sich Eorrekpondeut« au» Layem über di« (vermeintlich«) bei Gelegmhett der dietjührigm Friedmlfeter angethane Zurücksetzung der Jud« beftagm, so find sie ganz gewiß ungerecht. Nach unserer konstitutionellen Staat» -Lerfaffuug hat der König da» Siecht, dm geistliche« vehürden de» Staate» ein« Gotteibimst zu brfehlm. Bet Eonfesficam, die nur corporattve» Recht Hab« (und dazu werdm die Jud« gerechret), steht der Kro« diese vefugukß nicht zu. Mtthtn hat da» Ministerium ganz cornct gehandelt, wmn es im Ramm de» König» d« Katholik« wrd Protestant« di« Kirchmfeier aageordaet.') Di« Kreisregimutg von Oberfrank« (vielleicht geschah die» auch auderwärt») hat aber — wahrfcheiulich au» Höflichkett — dm ihr unterstehend m vehördm die Mtthellung zukommm lastm, die jüdstchm Eultrs- Gemeiudm von dem Miutsterial-Rescrtpt zu verständigm, daoctt di« I»ra«lttm auch eiu« Kirchmfeier für dm zu Stande gekoinmmm Fried« veranstaltm, wobei ihn« die Wahl de» Ta(^I überlast« wurde. Wenn nun der Magistrat zu Müuchm keine Elle hatte <ober gar nicht gewM war), die jüdstche Gemeind« daselbst w» der Sach« zu verständig«, so kan» ihn darüber knin Vorwurf treffen. M Di« jüdstche Gemeinde zu Müuchm I«t aber eine« bedeutenden Formfehler begangen, wenn st« sich tu ein« Linie mtt dm Katholik« gestellt und am Sabbat die Tranerfeier und am Sonntag daraus da» Friedm-fest abgehalt« hat. Die Protestant« Hatto» am Sonntag ja auch keine Tranerfeier de» gangen, warum sollt« di« And« et» Mehr thun« Dt« Entschuldigung de» Her« And, Rabbiner in Münch« (vgl. Zeitung de» Judmthum» Nr. 16), könnm wir nicht acceptttm, da ersten» der eittrte Paragraph im Schulchan Lruch tu Süddeutschlaud twvtt) niemal» befolgt wurde und wird, und zwettm» wett selbst tu sHv ZN» cm aadgezeichnetm Sabbat« (die Feier wurde am yOl abgehalt«) keine Seelmfeier stattfindet.^ — Lluf kk «a|t «bu to ai4t MK M« Mt agMctan:« ba i)ik« vtrfasfkngFwidrtß (Ibtf) «i, AM M wm Mestto», WO m «dnOnst» -Har «l+riMw» wr'DaMpIrr km Aebber mW w» Ww-«ckG«nch,A, Of m» P-w. W».)

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