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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-08 · 18 (8.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
18 (8.5.1871)
Date
1871-05-08
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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' 140 „et nirt siir ton christttchc» Staat et» Erwägung im» höchster Bedeutung, ob fernechtt Sect» der Zugang zu gestatt» sei, welch« die Christlichkett fetter Basis ignorimn." Aber auch Ihre-Entgegnung haben wir gelesen «. Möge» Ihre Bott«! Eingang in manch christliches Herz stab» re. Daß Ihre --Worte in mancher Brust ett lautes reines Echo finde«, davon dürfe» Sie fest überzeugt fett." lve» gegensber hat nnn.freilich der beregte Erlaß auch Lertheidiger gefunden. Boa dem Pastor Luistorp Hab« wir tt Rr. 12 gesprochen. Derselbe hat unsere ganz kurze Entgegnung (p seiner Weise wiedergegeben und daran «eitere Polemik geknüpft, die wir jedoch unerwidert gelaff« Hab«, denn mit jenem Manne ist nicht zu streit«, und bei den wenigen Lese« feine» Blattes würde er nach wie vor doch Recht behalten. Er verweist «ns auf die „N. Svangel. Kirchmztg." Rr. 10, worin ,^in gelehrter, mit der jüdisch« Literatur gründlich vertrauter Th«ol)ge" bewies« Hab« soll, daß „noch heute jüd. Schrift« «Mir«, worin Flüche über Jesum von Nazareth, d« Tholu, wie über Martt zu les« find" u. s. w. — Soli mau gegen Leute strettm, der« Logik d« Schluß erlaubt: «eil einmal im Mitte alter ett Jude etwas Gehässige» gegen Christ« oder Christum geschrieb« hat, darum find auch h«te noch die Jud« von demselben Haffe u. s. w. erfüllt?! Der Artikel der ,,N«« Evanst- Kirchmztg." ist uns nicht zu Erficht gekomm«, er ist aber vermothlich gleich« Inhalts und Ursprung» mtt einem audern tt der „91 Preuß. (Kreuz.) Ztg.", geg« welch« Herr vr. ^>il des heim er tt der „Tribüne'^ ette Antwort veröffentlicht hat; in derfetbm ist der bekannte Paulus Caffel als Lersaffer der Artikel bezeichnet. Das wäre d«n auch nichts N«es, daß Abgefallme unfern Gegnern Material zu liefe« suchen. Heber die v>m Her« vr. Geiger veröffentlichte Entgegnung an d« Ober-Kttchmrath verweisen wir auf dm hmtigm Ltterattrbericht. Da es fich bet dem Streite wesentlich um Stell«« tt alt« jüdff«l>« Schrift« handelt, so gestatt« wir uns ette Stelle au» etter im Jahre 1860 — auö Anlaß damaliger Verhandlung« tt de» preuß. Kamme«, welche dm alt« Spuk heraufbefchworm hatte» — von uns gehaltenen «ud veröffentlicht« Predigt hier« herzusetzm. Was wir damals gesagt Hab«, ist (unsere» Eracht«») richtiger, als die Auslegung und Apologie von Stell«, die man dem iZudmthum zum Borwurf macht. „Und nun woll« wir nicht verhehl«, daß e» Zeit« gegeb«! hat, tt dm« manche Jsraelttm da» Gebot der Nächstenliebe j nicht auf Alle bezog« Hab«, daß es Schrift« und Stell« tt Schrift« giebt, die jme erhob«« Gottrsworte nur auf Jud« für anwendbar erklären. Köimm wir darüber uns wunde«? Daß auch »er Jude ettmal gesprochm „wie du mir, so ich dir" — daß ta, wo ihm nur glüheuder Haß, Tod und Verderb« brttgender Haß entgegen trat, — daß tt den Tag«, al» die Scheiter, häufe» für dm Jod« flammt« von der Meermge Gibraltar» bi» aa die Haffe der Ostsee, auch tt fettem Herz« die Gefühle der Liebe verstummt«, daß er mit Wort« uud Deutung« sich zu riich« suchte — daß er Die nicht als Brüder anerkenn« wollte, die d« Todschlag eines Jud« für ette keiner Sühne bedürfende Thal, ihn zu verbrenu« für ette Handlung de» Glau »«»" erklärt« — da» wäre nicht zu begreif«, nicht zu «tschnldig«, das will mau uns, d« Nach komm« der Verfolgt«, noch «tgegmhalt«? Wenn solcher Vorwurf, solche Anklage, solch ett Hervorsuch« des längst verschollen« und unter de« Gesammtschutt der stufte« Zeit Begraben« tt dies« Tag« fich wietx r taut gemacht hat, «ud zwar au ette« für uuser Vater« land wichtig« Orte: so erwide« wie darauf, daß wir von de« All» nichts leugne», nichts verdeck» oder bemänteln, daß nnser fpäteius Echriftthum allerdings Jede« off« liegt, der dartt Dom« suchen will, daß aber Alles, was dartt von Ausschließlichkeit, Um» duldf rmkeit und Haß zu find« fett mag, nicht der zehnte Theil von de» ist, was 1» «de» Schrift«, von dies« Ansgebnrt« de» Fanatismus Vorhand»; daß »Ir jeder solch« Stelle an« alt« jüdisch» Büche» zehn entgegeuftellm Hm« au» de« Gegners vorzeitlicher Literat«, die A-Hnltches,. vielleicht Schroffere» bietet, uud daß er nach Belieb« die» oder jenes für Bor» oder Rach, bild halt« möge; ja, daß Alle«, was Jud« je Unduldsames gedmtelt. geschrieben, nicht der hundertste Thell von dem ist, was anderswo gethan. verübt worden, gewüthet mft Feuer und Schwert geg« lttgläubige und Andersgläubige und Ketzer, ja von etter Seete geg« di« andere — immer «tt de« Wort, der Liebe i« Munde." ll. Breslau, 28. Aprü. (Orig.-Corresp.) Der Zufall hat uns vor ettiger Zeit ette Nummer de« »Uuivers Israel.* tt dt« Hände gespielt, welche noch währmd der Belagerung vou Parts erschim« ist und die Mittheiluugea ftanzöfischer Zeitung« über die viel besprach«« und tt D«tschland mit so peinliche« Auf. seh« aufgeuomm«« Rede des Her« Albert Cohn berichtigt.*) Wir ft«eu uns über diese Thatsache umsomehr, als fie «us zu der Hoffnung berechtigt, daß ette allmälige Aussöhnung der G«. müther die Jod« Dmffchlands und Franfteichs tt nicht zu langer Zett wieder vereinig« wird zu gemeinsamer Wirksamkett für die allgemett« Jntereffm des Judenthums. — Bon der jüngst« Beröffmtlichung Geiger'» Hab« Sie wohl Kmntniß ge» nommen. Da» nichtssagende und uugeschlckre Sendschreib« geg« dm Oderkttchmrath war ziemlich überflüsfig und sollte wohl mir dm Zweck Hab«, als Lockmittel für di« vorlesMg selber zu dimm, die fich durch d» Druck «tschädig« möchte für die Theilnahmslofigkett, mit welcher mau tt Berltt diese Vorlesung« aufgmomm« Hab« soll. E» ist mir übrigens auffallmd er» schienen, daß bisher noch Niemand auf die Antwort des Ober» kirchenrctth» an dm Berltter Gemettdevorstand, welche durch die Krmzzeitung veröffmtlicht wurde, zu erwide« Gelegmhett ge» uomm« hat.**) Diese Herr« habm durch ihre bettelhast« Gelehrsamkett und die lächerliche Auffrischung der albernsten Beschuldigung« ette Entgegnung wahrlich nicht schwer gemacht. So ungeschickt uud antedüuviauffch aber das Austretm dieser Behörde auch erscheint, so gewinnt es doch aa Bedeutung, wenn man die Intention« berücksichtigt, welche hmte all« derarttgm Angriff« zu Grunde lieg«. Mau möchte all« Ausprüchm der jüdisch« Bevölkerung, welch« tt Folge ihrer patriotisch« Haltung währmd des letzten Kriege» und der Rmgestaltung des deutsch« Reiches erhob« werdm könnt«, bet Zeit« entgegmtretm. Wtt Jud« aber sollt« uns das zur Warnung dimm laffm «ud «dlich wieder ettmal mtt Emst für die Anerkennung unserer Rechte etttretm. Es wäre ettmal Zett, daß dm ungesund« Berhältniffm innerhalb de» jüdffchm Gemeindelebms ett Ende gemacht und zur gesetzlich« Eonstttuirung der jüdisch« Gemein» dm geschrtttm würde. Freilich ist das ett Punkt, dm di» jüdt» sch« Gemeindevorstände am liebst« todtschweigm möcht«, «eil eine gesetzliche Regulirung ihrer Omnipotmz, mtt der zuwetl« so großer Mißbrauch getrieb« wttd, gewtffe Schrank« auferleg« würde. Das hat fich erst vor einigen Wo chm wieder tt Breslau recht charakteristisch geäußert. In der „Breslauer Zeitung" besprach« einige Lettartikel unter der Chiffre L. di« preußische» Judmverhältniffe im Au» schloß au die tt der Herrmhausdebatte gethan« Aenßerung« der Herr« ». Serfst.Pttsach rmd Kletst-Retzow. Nebm manch« falsch« «ud anuiaßlichm Urthetlm sprach der Verfaffer jener Artikel jedoch die richtige uud von All« Mit d« augenblicklich« Zuftänd« Bertrmck« gebilligte Ansicht auß,' daß der im jüdisch«' Gemettdeftb« eblgetretmm Berwirruug and der vielfach« Be» nachthettiguug bei: jüdisch« Sttatsbürger durch die R^»»u- 1 «tr ^«ertcha^v, »«»!^ Misch''üsmdms^csud.) .-.-)'«^H«morn»«utta»»hwaM'ManiWMö

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