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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-05-08 · 18 (8.5.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
18 (8.5.1871)
Date
1871-05-08
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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189 SM Kette, Welche» mir MtfoKlttiM vorgesetzt ljlchen, ist Über l«hr trafest: an bar Zurücksetzung be» Job»Hm«» iS Deutschland trogen stfar selbst gar große Schnlb. Ein Umstund läßt jedoch eise Bessern»- hoff«. Sie bi« Deutsch«, i« vergleich« «kt Engländern» Franzos« n. s. *. gar sehr an Mangel an Selbstgefühl gelitten haben, jo galt baffelb« von b« deutschen Jud« im vergleiche mit b« «glsschen, französisch« n. s. ». Sie bi« Dentsch« ans einmal zn» Bewußtsetn ihre» Range» unter den Ration« gekommen find, so wirb diese Beffenmg anch für bi« dentsch« Inb« zn hoff« sein. Da» Meiste von dem, was wir unfern Glaubensgenossen in dies« Aufsätz« »orgewors« Hab«, läuft ja auf Mangel an Selbstgefühl hinan». Berichte und (Korrespondenzen. Destschtas-. Stettin, 18. April. Trotz der noch immer rasch einander drängenden Ereignisse ist der Oberkirchenrath»»Erlaß noch nicht vergeff«, noch nicht begraben. Angriff und vertheidigung, auch Replik« und Duplikm tauch« noch mitunter auf. Da» Wich» tigste vom Neuest« in dieser Augeleg«heit «thält folgmder Bericht der heutig« Berliner Zeitung«. „Die Stadtverordneten »Versammlung hatte eine gegm d« Erlaß de» köuigl. Eonfistorium», d« Uebertritt zum Juden» thu« betreffmd, gerichtete Petition de« Magistrat mit dem Ersuch« um Berücksichtigung überwiesen. Der Magistrat Hut hierauf erwidert: ,,E» bedarf kau« der Erwähnung, daß auch wir b« Seist und Sinn beklagen, in weichem jener Erlaß über Auder»gläubige sich «»spricht. Da e« sich aber um eiee rein innere Kftchmsach« handelt, so hakt« wir «>» zn weiter« SchrMm iu der Angckgenheit nicht für compeftut." Di« von un» veröffmttichte „Ansprache an unser« christltt»« Mitbürger'' hat, wie bereit» erwähnt wordm, beifällige Aufnahme gesund«, manch« au»ländische Zeitung« hob« fie ebenfall» mttgetheilt, und verschiedentlich Hab« Ehristm schriftlich ihre Zustimmung erklärt. Da irftie Zuschrift« weseuüich dmselb« Inhalt hott« und dem Verfasser der Ansprache Dank u. s. w. au»drückim, so Hab« wir nicht Wetter darüber bericht«'. MK einer nachträglich 4b. Aprll eingelaufmm Adresse von im, „fteim Religion»-Verein" in Braurischweig (unterzeichnet »m: A. Reich«bach, Pechiger, und dem Vorstande) glaub« «tt jedoch eine Au»uahme «ach« zu soll« und theil« einige Sätze ,m» derseib« mit.-„MÜ tiefem Seelenschmerz haben wir »en Erlaß be» Vrand«butgischm Eonfistorium» gelesen. Ak«r nicht nur Schmerz, sondem auch Scham Hab« «ft empfund«, Scham darüber, daß noch mitt« im Jubel über den geschlossen« Fried« -nachd,« dft Gähne Deutschland» ohne all« Unterschich der Kchurt, de» Stande» und der Religion ihr Mut verspritzt, in einer d«tsch« Provinz, dft fich zu d« erst« in Beziehmtg auf Intelligenz zählt, «in solcher Erlaß möglich war-:un, wenn e» möglich wäre, unter d« Bürgern ein und!>esselb« groß« Staate», der von jetzt ab mehr al» je die Fcihne der Cuitur hochhalt« und voranftag« soll, Gehässigkeit und vnfried« anzureg«.-Man könnte un» entgegn«, daß wir Freireligiöse hier in Braunschweig mtt dem Erlaß eine» Skanbra« burgischm Eonfistorium» nicht» zu schaff« und darum zu schweig« hätftn, ober wir hob« un»-al» Deutsche geschämt, e» hat un» empört und zwar um so mehr, al» erst im vorig« Jahre da» hiesige Gtaat«mtnisterium d« Ausspruch gethau hat, etwa» zurüchuweis«, und wenn e» nur d« Werth eine» Gulden» hat. Zudem muß mau bedenk«, in welchem beklagru-werthm Zustand« fich dft Gemeindkfinanzm befind«.* .Gotte» Recht hat er,* ließ« sich weiter dft Anhänger beifällig veruehm«. »Auf wo» willst Du denn endlich hinouSkomm«?* schrie« dft Widersacher. .Ich erlaube mft nun folgend« Auftag zu stellen«* schloß Wolf Lilimberg mtt erhöhter Stimme. »Sowohl die Pietät gegm eine Verstorbene, gegm dft man kein« andere« Vorwurf erheb« kann, al» daß sie eine Schwärmerin gewesen, al» unsere Interest« verlang« e», daß wir da» Testament veile Bamberger» al» ein« Ausftag anseh« müssen» dem wir >u>ch Möglichkett nachzukomm« eb«so berechttgt al» verpflichtet find. Zu diesem Behufe müffm wft eine »Eingabe* an dft hohe Regierung richtm, worin wft dieselbe bitten, über da» Testament der Witt»« Belle Bamberger ihre Verfügung zn treffen. Dft hohe Regierung in ihrer Weisheit wird schon wiff«, welch« Bescheid fie zn geh« hat.* »Wenn fie aber Rein sagt?* warf einer der nnerbittlichstm Gegner ein. „Dann Hab» wft anch unser» Auftrag erfüllt," atgegnete Wolf Lilienberg, „nnb Hab« bewies«, daß wft machtlo» gegm vorurtheile und Intoleranz .. d» Mond nicht vom Himmel ßersntrrßoftn können." Vater betäubendem Lärm «nrde „Schluß der Debatte" begehet und dnrchgefetzt. Al» »» zur Abstimmung kam, «lebte Wolf Wftnberg b« Triumph, baß sei» Antrag mit icherwiegeubtt Mehrheit angesomue» ipnthf. Dft Eingabe « dft hohe Regierung ward beschloss». — flak Uo * *-* MÜC IWV i« # 'WW * Di» Estgimmg-.«White. te Wogchchtteßesm iWfc ihre« Amte«. Sft richtete zwei Schreib« von fast gleich lauftndem Inhalte, nur mtt verschieden« Titulatur« au dft in dieser Klage besonder« zur Entscheidung berufen« Mächte. Da« eine dies« Schreib« gelaugte in dft Kanzlei de» hohm Kirchmfürstein».. da» andere Hab« wir auf dem Schreibtische de» böhmisch« Rabbiner» «blickt. Die Antwort« warm eingelaufm; fie lautet« selbstverständlich ... «tzegm d« Bitte de» Testammt». Die eine Antwort wie» scharf und schneidig auf die „befteffmde Bestimmung" de» „Staatsgrundgesetzes" hm, die anb«e wie» in langathmig« Sätzm nach, daß für dm „angeregten Fall" in dm heil ig« Lüche«, Commentar« und Codice» allerdings mancher Anhaltspunkt fich vorfmde, um ihn auch im bejuhmden Sinne zu be» autwottm; daß aber andersett» auch eine wie ein Gesetz gehcmdhabte Tradition sich erhalt« habe, nach welcher e» feststehe, daß ein seit Jahrhundert« bestrhmder Brauch nicht oerles,t werdm dürfe ... Al» die beid« Männer ihre Antworten niederschrftbm, lag so schöner Sonnmschein auf der rftstgm Kathedrale und durchlmchtete die feinsten Spitzchm und Thürmchm de» Baue», llud auch der „Schlld David»" strahlft so glorreich au dem Giebel der'alt« verwittert« Synagoge! Lächelst Du nun drob« in Deinem Himmel, leichtbeschwingter Geist einer arm« Mutter» über Deine „Schwärmerei" hier auf Erd«? .. lächelst Du über dft Thal« unsere» verstände», wft der e« so wett gebracht, daß fich dft M«schen nicht einmal zwei Schritte Erde gönn«, damtt eine Mutter neb« ihre« Kinde, im Fried« bei einander, dem Auferstehunglmorg« uttgegeu» schlummern? .. Oder hüllst Dn Dich in Dritter Geborgnchett in tieft» Schweig«? Kann nicht» da» Siegel Deiner todi» Lipp« iöftn? Rech tönt und «ehklogt do» uratttr anrige Lftd WM HGettd» Menschenthnme. Wird e» nftmnlk uerstnmnwn? Dn-Hterigsti

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