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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-26 · 17 (26.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
17 (26.4.1871)
Date
1871-04-26
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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118 fratf <4 # -er» 1h«», »mm Ich «cffi, daß bfetfaf a»ftm wmm Mffch« ftbbhEt« «dwlflernhtgnug gstchaff« »fab.— Vet de« «tob» fab» -«bildet« Deustch», bht» »» »fab* fach jede religiöse Genoffenschaft ihr« Angstegenh«tt» selbst verwaltet, oh« Stnmischuug voa va»«stt»»g»bhörb* »«rde» dt« Jude» in Sffaß-Lothriugen» da ihre politisch« Gleich« bevechtigung verbrieft und thatsächlich ist, sich wohlsühlm wA glücklich fei» all Dorisch«, wie sie r« all Franzos« gewst« sei» Mtym. Da ich, wie St« wisse», di« Jteatn LaudAeut« zu beobachte» und komm zu lerne» Gelegeuhett hatte, so würde ich auch »och ei» Wort darüber sage», «1« ihueu t» intellektuell« und religiös«» Bazbchung di« Verbindung «tt Deutschland um heilsam s«tu kmü^ doch gehört da» uicht z» diesem Thema, und was tu»» bstonderr die Religio», dt« Frömmigkeit der Elsäffa Juden b«» trffft, so ist Ihn« «»verhole», daß ich tu diesem Punkt« nicht mit Ihnen ftbrcfefHnune.' -Mtztmischr Ix-ex ix Wextfchixx-.. Unter dieser Überschrift enthält die »prenzlau« Zeitung' «dw» Ortgi»al»>rtikel, welche» di« Redaktion derselbn uu» über« sordit hat» uud dm wir hier addruck», lud«« wir erlLnternd htxznfüg«* daß dt« Stadt prenzla» durch die groß« Wohlthätig» bst eine» dorttgm Biedermanne», H«rr» Ascher Meyer, in ffa|» la»d fahr berühmt -«worden ist und, besonder» seit sie in da» Etfaubahunetz gezog« wurd«, sich st«» «norm« Zuspruch«» von nrsftsch« arm« Jiraeltt« erfreut. Natürlich «ach« sich bist« t» b» Stmhm st»« Stadt wie pr«n-lau schr bmerkltch. „Gtn charakwristtfche» Kennzeichen d« lu d« westlich« Gouvauemmt» d«» russisch« -istche» herrschend« tragisch« Zu« ftä»d« ist da» »aff«»haste -bstret» lttthauischa Iudm tu Deutsch» la»d. Much uns«« Stadt wird fett einiger gstt wi«d«rum von butm dieser Rationalität, «elchm da» ELeud von der Stirn zu lst« ist» in über«» häufiger Weise heimgstucht. Das, e» dabei a»f dt« Inanspruchnahme der WohlthLttgfatt ihrer hiesig« Glaub«»gmoffm abgesehm ist» bedarf kau« erwähnt zu werd«, da Lausend« von dist« Iudm sich nm durch Bettelst tm Au»» lmid« vor dem Hungertod« zu schütz« wissen. Seit Rieder» werfung der polnisch« Insurrektion tu d« Gouvernemmt» Wilna, Kowno, Wtte»bk habe» dort verhLltniffe Platz gegriffm, der« Schilderung bst «n» Deutsch« ungläubige» Kopffchüttelu zu er« mg« pflegt. Die Sachlage ist aber in Wirklichkett so, daß Handel, verfahr und Ackerbau fast gänzlich dar»ted erliegen. Sämmtltche Gut»befitzer polnischer Rottonalttät sind, fowett st« nicht vom Fürst« Murawtew gehenkt oder nach Stbtrtm in die Bergwerke deportirt worden, von ihr» Besitzung« vertrieb« (gleichviel ob sie sich am Aufstaude bethetttgt, oder nicht), kstuffm Hab« da» Land überschwemmt und dm stupid« litthautschm Bauer bi» aus da» Blut au»gesogm, und der Jude, der al» Kuhr¬ oder Handel» manu, al» Eommisfionär oder Handwerker sei» Brot im Sch weiß de» Angesichte» verdiente, ist durch da» «jüngste Kulturvolk der Geschichte^' (wir der versoffene russische Halb» baeb« sei» Volk zu nenn« pflegt) buchstäblich an dm Bettelstab gebracht worden. Aber selbst der Bettelstab, der zuglstch sstu Waudersteck« wurde, sollte de» Iudm zma Lerbrech« an« gouchust Waden. I« vergang«« Jahre «schien «in drakoni» jch« Ma». welcher — «au hör»/jed« dmch «tu« legal« jpaß da. rysfischch OMupg zu« Ueberschmttm de, Reichö^enze «itthMstsch»^Mn «lnwliwilisi! >■ «•■»olUc üb vorhoß»«« HA»b»r»»i»«r Io» w«»fa»,ä»»«» ««» de« -dstchatfa» de» uorübutsche» Vnude«kauzler» halt» hm« Paria« dt« Zurüibahme dieser empörend« Maßregst zu dank«. Wie wäre crnch Rorddeutschlaud beruf« gewesm, so »ist Bind tu seine Gau« verpflanz« zu lass«» Die russisch« Regierung hat inzwischen nicht» gechan, dm Wohlstand Lttthaum» zu heb», kein Wuudrr also, daß «tt dm erst« Wanderbögstn j«e Gifte wiederum bst «u» erschstuea. Um Gotte» Barmherzigkeit will« spendet ihn« da Glaubensgenosse sein Dche ' deutsche Christen, wohl kaum daran dmkm, da mtt d« lang« Ringellockm und dem schwarz« Bist« Brot zu reiche«. Die wenigst« Deutsch« welch« Stütze unsere Rationalttät in Rußland an di hat. Auch Deutschland ist noch imma ungerecht gegm djj Israel, d«a da» Judmthum kämpft »och heut bst un» gegm gewtffe Antipatht« im Volke wie in da sogmau« „gut« Gesellschaft" au. Wtt brauch« nicht auf Rumänim, Rußland.oda Oesterreich zu schau«, um d« ganz« Haß l«» Judenhasses kenn« zu lertlm, deffm da» Ehristmthum in zwei« sstna Haupteoafstfionm, da griechisch-orthodox« und da katsw» Usch«, fähig ist; wir könnm in alln Näh«, im protestantilcs« Nord«, ähnliche Beobachtung« anstillen. Künstla, Gelehrte, Hnrenhau»mttglteda, Joumalistm rmd Geistlich« reich« sich darin brüderlich dt« Haud. Spstt nicht noch hmt die demokra» ttsche'Staat»bürgerzstttmg wie die conervativ« Kreuzzsttung ÜI»a dt« mtt un» Ehrtst« gletchbaechttgter^ Staatsbürger mosaisch« Glaub«» Gift und Galle» Erscheint uicht da höhnffch« Feld» zug Richard kSagner» gegm da» Judmthum in da Musik al« al» eine Tarstcatur tm Staate Friedrich de» Groß«» Ist nicht da Jude eine strhmde Hohngestalt auf da Bühn« und im .Kladderadatsch'» Und da» in ein« gstt, wo da» Judmthirm mit «in« Opfafreudigkstt dem Vaterland« gedient hat, welch« üb« alle» Lob «Hab« ist! G» gtebt kein Volk da Grd«, «elifa» st viel Sympath!» für deutsche» Wes«, butsch« Cultur r^d Sitte auftuwstsm hätte, al» da» jüdische. Au» Deutfchlcmd gebürttg«, tm »lurlaude lebmd« Iudm halt« unwanblbar an butsch« Sprach« und Bildung fest, von Gmaatton zu (Best» ration vererbt sich dist« Tradition, wlhrmd da Deutsch« selbst, oft schon im zwettea Glied«, sstue Rationalttät aufgtebt rud Franzose, iknglända oder Banker wird. Im ganz« rusfisö»« Rstche lehnt sich da» Judmthum tnsttnsttv an die deutsche Cr'llur an, da russische Jude ist ganz unfähig Slave zu «wrb«. Trotz sein« polyglott« Baedsamkstt ist a innerlich deutsch und auch da» ihm eigenthümliche Kauderwälsch, da» n mtt „seine Leut" al» Muttersprache spricht, ist ein mtt hebräffchm Wottm untermischte« corrumpttte» Deutsch. Da «ohlhabendae lttthauij(he, polnische, lur- und ltvländffche Jude läßt seine Kind« durchaus deutsch erziehen. Darau» agtebt sich, welch eine bedeutende Stütz« da« Judmthum für da» Dmtschthum im West« Rußland» ist. Da» mächtige deutsche stleich ab« sollt« für diese Eulturrnission dem Judeuthume daukbrr sein uud inlgemein >ruf ein« Stärkung de» deutschen Element«» im AuSlande hinwirkm. Wie nöchig da» ist, hat sich in jüngst« Zett tu Rumänien, d« Schweiz, in Lelgim, in Frankreich, in England, in Dänemark, in Schweb«, übahaupt da gezeigt, wo wir verhaßt fmd. Uud wo wärm wtt nicht verhaßt» Unsere natürlichen Bunoesgenoffm in da Verbreitung deustcher Cultur, da» Judmthum ab«, welche» un» so reiche Sympathim mtgegeaträgt, sollte die deutsche Ration nicht mit Haß und Baachtung straf«! Möchte da» Judmthum sich eine ebmso angstehm« Stellring tu Deutschland «ringen» wie e« in England da Fall ist!

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