Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 17 (26.4.1871)
- Date
- 1871-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Berichte und Correspondenzen. Priftftüm». Berlin, 12. Sprkl. Herr Professor Lazarus hat di« Sie. daktio» um Aufnahme folgender Note ersucht: ,!vie Gründung der Hochschule für di« Wissenschaft de» Sbumssst, nachdem die auch ihr durch de» Krieg bereiteten DMMerwuudm find, jetzt so weit vorgeschrüte», daß fie WDuttrhalbjahr eröffnet werben soll. Da» Euratortum htigt aus Grwld der eingeholten sachverständigen Gutachte» zunächft drei Lehrstühle zu errichte», für welch« a» de» Uuiverfttäsapvmiger gesorgt ist, und zwar einen für talmudische Wisse», sch^ eiuen btbltsch-homiletsschm, einen für Geschichte und Lite» ratur-Geschichte, wobei gleichzeitig die Geschichte der jüdisch«» Religions-Philosophie und vergleichende Religttas-Teschichtt gelehrt verben wird. Reben diese» drei^aupt - DiscipltNeu solle» auch einzelne Borlesungen von besonderen Lehrer» gehalten und damit der Lehrplan ergänzt werden. Die definitive Aufstellung desselben kann statutenmäßig erst im Verein mit dem Lehrer» Sollegium erfolge«. Freunde der vorerwähnte» Wissenschafte» «erden sich (desbalb) et« Verdienst um da» Institut erwerben, wen» fie ihre Vorschläge «egen Besetzung jener Lehrstühle an Herr» Prof. Dt. Lazaru» (Königtplatz 5 in Berlin) zwange» lasse».* ILtr erwähnen bei dieser Gelegenheit einersett», daß da» Beth-Hamidrasch in Berlin im Begriffe ist ein«» dritte» Lehrer neben Sen Herren vr. Hildesheimer »ad Zomber zu berufe», welch«? die Fächer der bidlsschen Exegese, jüdsschen Geschichte uud Religions-Philosophie lehren soll, wodurch diese» Institut vorläufig genügende Lehrkräfte besitze» würde; auderersttl», daß die sonst der Breslauer Lehranstalt nicht eben günstige „Jüd. Presse jüugf: in einem Leitartikel gegen die Art, wie da» Veth-Hamidrasch orgaaistrt werde und für ei» Seminar, nämlich eine Anstalt, an deren Spitze eia der öffentlichen Meinung gegenüber die Verantwortung tragender und die rcttgtff« Garantie bietender Dttector steht, geschrieben hat. D. CcKe, 19. April. (Orig.»Eorresp.) Sie habe» in Ihrer .Israelitischen Wochenschrift* die Namen derjenige» Glaub«»- genoss« gebracht, welche im letzt« Kriege decorirt worden find. Ich habe d« bei dem hiesig« Postamte angestellt« Postsecretir Melchior Stern nicht darunter gesund«, «ad mach« Ihn« deshalb di« Mtttheilung, daß demselben bei« Ausbruch de» Kriege» die Leitung der Postexpeditioa bei der Garde-Laadwehr-Divifiou überrag« Word« fei, daß er al» Chef dieser «bthelluag dm ganz» Krieg mitgemacht und mit dem eisern« Kreuze decorirt werten ist. M. Hamburg, IS. April. (Ortg.-Eorresp.) Daß die strmg orthidoxe Richtung unserer Talmnd-Thorah-Echule «ad der damit znsa nm-uhängeud« weitumfaffmde reiigionswiffmschaftlich« Unterricht ihr« Ausschwung nicht hindert» sondern ihr eine Bedeut» laml'ett beilegt, wodurch fie et» «ehr al« lokale» Interesse beanspruch« darf, hat sich neuerdings bei der am 4. April unter Vorsitz de» Schulrath» vr. Lorenz Harms von der Militatr- Prüfungs-Eommssfioll abgehaltmm Prüfung zu erkenn« gegeben. Da< Ergebniß fiel sehr erfteulich für di, Talmud-Thorah-Schule au»: von vier Aspirant« bestand« drei da« vorschriftsmäßige Examen, ei» Erfolg, wie ihn nur noch die Privasschule de» Her« Glitza «langt hat, «ährend in der israelitische» Stifttschul, «nt!» Leitung des vr. Röe rmr einer von z»n«i Aspirant« zu besteh« da« Glück hatte. S« wird nicht oh« Interesse für Ihr, Leser sein, rürig» Stutistssch« hierüber zu «fahr» n) zwar, daß v» d« fiel« höher« Btrgerfchulm und da dich« glttchMttltm zwtt öffatttch« Mffcha Schul«, dm« bi» jetzt httr die vefngniß gu «rthetlang von Zeugnisse» für die Brrechtimusa pw» et»OrGu ft»t. willig« Mllktärdtenst ertheitt tst. S7 Schüler grst«0l ««»«, von d«« 21 fie bestmd«. Bon dies« find t israel. Religio» «ad zwar verchell« fie sich aus zwei jüdische und drei christttche Schul« folgeudermatzm: Talmud-Thorah^chule 3, Stifttschul, 1, Schule de» Herrn Glitza 1,. Schule de» Herrn vr. Fsscher 1, Schule de» Her« vr. vtchard Lauge 1 Kaaba. Um mit d« wtff«schaflltchm Anfprüch« der Seit Schritt zu halt«, ohu« religiöse Grundsätze Prei» zu ged«, ist besonder» für eine jüdisch« Schule, die ihre« speziell« Sharakter gemäß der Aufgab« mannigfaltige hat» etueThattrast und ei» Pflichteifer aöthtg, wie ihn die Verwaltung unserer Talmud-Thorah-Schule besitzt; Stgmschaften, wie fie bet dm refp. Verwaltung« der israelttsschm Arm«-Schule in Altona gefehlt Hab», welch« Mangel» zu de« »och mcmche ander, Gebrech« hiuzugekomm« sei» mögm, dm Verfall und da» Ende der Schule herbeigeführt Hab«. Mm dachte nun erst darm, fie zu einer Religtousschule umzugestalte», allein mm kam, wie ich höre, bald von der Id« wird« ab und liegt jetzt der Plm vor, sie am zu organtfirm, zu welche« Zweck sich bereit» ein Somit» gebildet hat. Daß uns«« hiesige Tempeigemeind« sehr wenig geeignet ist, mch kommende Generationen für ihre Richtung heranzubtldm, muß für dm, der solche» noch in Zweifel gezogen, da Umstand überzeugend sein, daß nicht einmal so viel Opferfähtgkttt in ihr herrscht, um die von ihr vor läng«« Zeit begründet, Religtousschule, welch« stet« nur eigentlich vegetirt hat, zu «halt«; sie ist Hrer Auflöfmg sehr nahe. Urber dm noch immer nicht geschlichtet« Statt unser« Eommtffim zur Au»arb«ttung von Statut« für unsere Synazog«-Gemeinde, welche mm bereit» fett dem 80. April 18S8, also bald volle drei Jahre, tagt, »erde ich nächsten» etwas msführlich Ihn« bericht«. Zu dm bedeutend« veträgm, welche da Talmud-Thorah- Schule in jüngst« Zeit zufloss«, ist die Schenkung von 10,000 Mk. Bco. von Hru. Sam. Lewssohn, Brudn und Affottü de« Herrn Sally Lewssohn (üb« deffm Schmkung in Rr. 10 berichtet ist), besonder« hervorzuhebe». Zrarckreich. A. Ioiuville, 10. April. (Aus dem Briefe eine» praßt» schm Artillerie-UnterMiers.) Ja Folge de» «hatten« Urlaub» bin ich mit m eh rer« Kamaad« von Autigny le Grand, wo wtt schm feit fast drei Wochen im Quartier lieg«, auf Peßach hierher gegangen. Wtt hattm vorh« für Onartttr «nd Kost gesorgt, doch «urdm auch andere jüdische Soldat», welche ungemeldet und au« weiter« «nssermmg httrherkamm, vm d» hiesig« jüdsschm Familien, zwölf m Zahl, sehr gut ausgenommen. Ich wohnt« bet d« Wtttw« de» vor einig« Monat« verstorben« Shasm; bei derselbm speist« «och drei Jude«, und ich habe dm Sed«, ganz so wtt es bet uns üblich ist, gegeben. Die Wttthin fand, daß es ganz so sei, wtt ihr sei. Mm» es gemacht habe.*) Ich vermißte jedoch die Ettr, «nd «tum »Kittel* hatte ich «ft recht nicht. (Bette« ist in »Aschkena»' nur in «eatg« Ort«, resp. Familie», üblich. Red.) Ab«, o Gott. da« .Todtrnhemd* Hab« wtt sammt uud sonder» mm bald dreiviertel Jahre aus de« Leib«. Btt» Gottesdienst» versah« abwechselnd hiefige Eivütstm und Militär« da» vorbetrramt. P. au» T. hatte sich schon auf d« .Tal' gespitzt, ab« dm hatte ei» Franzos, sch« 1 Dir hier mch Eewr w I. s»