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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-26 · 17 (26.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
17 (26.4.1871)
Date
1871-04-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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durch ihr« Einkitt tu Deutschland, und diese vefürchtnng »Kd «etstmtheüs begründet durch Ansicht«, die der lettendeStaats» «au» Iveutschland», der Fürst Bismarck, über die Jud« Hab« soll. Git «erd« mir um so eher tu Ihrer Wocheuschrist, ei» Plätzch.» zur Widerleg»»- dieser Aufiaffung einräumen, als Sie »iff«. baß ich nicht zu den Anhänger» Bi-marck» gehör«, die blind «auf de« Meister« Wort schwören,' und aadererfeil» »et! «Blatt durch di« Verbreitung tu gebildet« jüdischen /kreise»!d^«uu angethau ist, eine« Vorutthelle zu begegne», da« K Nr Einbildung gewisser Kreise besteht, uud leider mehr geschass» ist, um al« Agitation-mittel zu schaden, al« Wahrheit zu verlieiten oder Schäden aufzudecke» oder zu heil«. — Dt« Befürchtung wird meiste»« hergelettet au« Bi-marck- TeMraugm über di« Juden im vereinigten Landtage de« Jahre« 1847, übrig«- der einzig« öffentlichen Aeußeruag^ die vo» ihm üler Jud« bekannt ist. Es ist richtig, daß er damals gegm Ist« Emancipation gestimmt und gesproch« hat; e« ist aber auch richtig, daß er noch 1849 für ein Bünduiß mtt Oesterreich eingetrit« ist. Sowie sich sein« Stellung und Ansicht tu Bezug auf diese äußere Frage geändert hat, so ist seine Ansicht vorgrschrtttm tu Bezug auf die social« «ud politisch« Stelluug der Jude«, und derjenige würde ein geringe« Berständniß für di« Ariffaffung der großartig augelegt» Persönlichkeit diese« Staatsmanue« bekund«, welcher behaupteie, daß er die Ansicht« der Herr« Eensst-Pilsach und Kleist-Retzow gerade tu diesem Punkte theile. Da- Wes» der Politik ist die Inkonsequenz, denn diejenig«, welch« cousequmt in der Politik find, wo e« nicht sein soll, wie in der Philosophie, wo e« sein soll, komm« dahin, daß der Philosoph über dm Politiker siegt uud letzterer ohne Bedeutung wird, «sie e« mit dem ehrmwerthm uud konsequent« Königsberg« Philosophen, — dmn als Politik« zählt' a kaum noch mtt — Johann Jacoby d« Fall ist. Dies« politisch kbmswerth« Inkonsequenz hat nammtltch 1» Bezug auf' feiue «Stellung zu dm Juden Niemand mehr an d« Lag gelegt al» Bi-marck. Derselbe Mann, dn vor vierzehn Jahr« in mtttelalt«ltch« Weise üb« die Jud« Herzog, hat bewirk, was »nt« 2«m liberal« Ministerium Schwerin nicht bewirk w«dm konnte, daß die Emancipation d« Jud« durch da« Lundesgesetz von 1k89 eine vollständige wurde. DK Zulassung d« Jud« zu d« Richt«stellm ist «nt« dem Ministerium Bi-marck voll» pf« und Mt der letzt, Rch der Nicht-GIeichstsKmK schwuude». '«a» dageg« K» Mühler'sch» «effort fchchieht, - de« Miutstrqwäfideut» »tcht allein «tcht znr Last z» leg«, soudem wk könnt« erzählen. daß es ihm zuwider ist» wk köuuku LHM» sachm darüb« mführen, wk « jüdisch« Kräfte, dk tüchtig find uud als tüchtige von ihm auertauut worden, wen» sie nur Neigung dazu gezeigt hält«, i» höher« Verwaltungsstellm hat beruf« »oll»; doch könn« wtt dies nicht ohne Judiscretto« bericht«. E» ist sodann Thatsach«, daß im social« Leb« ha» reltgiös« Bekeautuiß für ihn kein Htaderniß zu «tue« lieben»« würdig« Verkehr, und daß io setuem Streb« de» Staat« tüchtige Mäuu« herauzuzteh« oiemal» da» jüdisch« Bekeuutuiß ein Hemmschuh gewesen ist. . S» liegt mtt nicht» f«u« al» d« Lobrcdn« Bismarck» zu sein, mir kommt r» um darauf an» «i» verbrettete» vorurthett zu beseitig« »ud dadurch politisch bet unser« Glaub«»- uud um« kandesgenoss« läuternd zu wirk« 8a» hiuderk Bismarck, wen» « durchau» vorurtheilsvoll geg« Jud« sei» soll» statt eines jüdisch« Bankier» zm Regulirung fiuMßsiler Auge» legmhettm ein« christlich« BankKr tu» Hauptquartier nach Versailles zu berufen? Er wählk dm Jud«, «eil « ihn für tüchttg hielt, und stieß sich nicht an setuem religiös« Bekenututß. Es mag auch die» als eiu Beweis mein« Behauptung gelt«, daß « im Interesse de» Staate» seine Kräfte nimmt, wo « sie findet, uud nicht fragt, ob dies« Kraft, dk « al» brauchbar erkannt, diese« odn jmem Lekmntniß augehört. Au» sein» Jugenderinneruugm, au» sei»« Erzkhung hat « da», was wk Rischu» neun«, mtt tu sei«« erst« politisch« Laufbahn Überno mm«, ab« mit sein« politisch« Wandlung ist auch tu diesem Punkte «in« Wandlung mtt ihm vorgrgang« «ud »auch«, d« mtt vollem Bewußtsein «tue Aeußerung getha», hervor» gegangm au» sein« best« Ueberzeugnng, tritt wk jener «-lisch« 'Staattmann spät« mtt daN AnerkrnMuiff« hervor, 'dast e» dk größte Lugend «tue» Staatsmanue» sei, fett»« Jrrthu« «in» zugesteh« uud wenn man auch Jahr« lang daran festgehalteu. — Soll ich noch da» «»führen, was in preußm Jedermann weiß, daß Bismarck mtt d« größt« Hochachtung vo» «tue« bedeutend?« jüdisch« Mttglkd« de» deutsch« Reichstage» spricht «ud kein« Augenblick Aastaud uehmm würde ihn in d» Staatsdtmst zu zkhm, wmn jeu« Neigung dazu zeig« würde, /Zch vermache Alles, was ich Hab«, mein' Hau» und meine Handlung, mein Silber und mein« Schmuck, kurz Alles, Waich mein eigm nenne, da» vermache ich meiner Gemeinde, da wo ich gelorm Word« bin. Sie kann damit schalt« und walten, wie st: will. Nur muß sie mtt dafür ein« Gefall« thun! SK maß bewttkm, daß» wmn ich gestorbm bin, ich aebm meiner Dorette begrab« werde, meinem einzig« Kinde! Geht das ah& ir cht an, so muß die Gemeinde dafür, daß ich sie zu meiner Universalerbin eingesetzt habe, dafür sorg«, daß man Dorette an mein : Sette bringt. Und mau wttd mir verzeih«, wenn ich sage, baß es mtt jetzt, wo mein Leb« mtt vorkommt wk eine Uhr. ne man nicht aufzkhm kann, weil der Schlüssel verlor« gegangen ist» gar nicht darauf ankommt, wo ich einmal lieg« werde, ob auf einem.Kirchhof' oder auf unserem .gut« Ott'. Nur »eine Dorette soll bei mir sei».' Dann folgt« noch einige Bestimmnngm und Verfügung«, arme Leute in der Gaffe betteffend, dm« sie im Leb« Gutthal« erwies«; Schuld«, die sie bet ihn« hatte, wurdm als gelöscht erklätt; zu« Schluffe hieß es nochmals: .Die Gemeind« soll gut bedenken, 'was sie Alles mtt meinem Hab' und Gut aufangm kau». E» ist nicht wenig «ud sie kau» «8 auch brauche». Und warum sollte dk Gemeinde »tcht durchsetz« können, um was ich sie bitte? Wenn eine Mutter hinter einem Ktud« steht, so ist da» eine Macht, daß man über Alle» siegen kann.' Der , Gemeindevorstand' war vollzählig versammelt, al« da- Testament Bette Bamberg«» zur Verlesung kam. Kan» war sie beendigt, als sich nach eine« Augenblicke allgemeiner Verblüffung ein Sturm erhob, wie er in der Gemeindestub« noch niemals getobt Hab« mochte. Alle begehttm da» ,Wott', und da in dieser verfdmmlung dk Präfidmtmglocke ei» noch ungekannte« Weihen« der Beruhigung war, so hatte der vor» fitz«de, ei« Mer, friedliebender Mann, durch geraume Zett di« Stellung eine« Schiffsführer», gegm dm mitt« auf der stürmisch« See die Mannschaft tu Meuterei aosgebrochen ist. Wirr tönt« die Stimm« durcheinander: Was dies« über da» Grab htnausreichmd« .Echwärmerei und Phantasterei' der Delle Bamberger wieder bedeut« solle? Ob ein solche» Testament jemals erhött Word«? Mau solle sich um Gotte» Will« in nicht» einlaffm; dk hohe vchörde werde Eine« Ungelegenheilen bereit», daß «an froh sein «erde, mtt Heller HaH davon zu komm«. Wen» Belle Bamberger begehrt hätte, Wm soll« ihr den Mond herunterholen, mW« «an da» auch z» erfüll« ttachi«? und. ihr letzter Wille bedeut« znletzt auch andere«, denn es sei ein« rein« Unmöglichkttt, ihm zu

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