Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 17 (26.4.1871)
- Date
- 1871-04-26
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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181 (teilet ton« hinzu, daß die Düpandup« und College» wirklich äebüdete Seiftet ftab, die uie i» de» ge«ei,e« «Schmutz de« Juteuhaße» »erstnk« können, wie viele sfttommiteie eher pie- 3che Schreiber und Schreiet bei uu«. Kurz, da« Judenthnm rßt 1» Frankreich jede wünscheuSwerlhe Anerllmnung «nd Achtung, wäre e« auch um, «eil die Einen e« nicht der Mühe Math, Me Andern nicht irgend welcher Mühe werth halt«, da« Jndatthma — refp. irgend welche Religio »«form zu bekämpfe«. Daß wir da«, wa« fich augenblicklich in Pari« abwickelt, in Besprechung ziehe« sollten, wird nicht zu verlange» sein. Bemerken«- «erth ist immer, daß mau gegen Erzbischof und Kirchen vorgcht, Gremdrabbt» und Synagoge aber in Ruhe läßt, in dieser Hinsicht also den Männern von SS uicht aachäfft. Man sollte fast gllmbe», Versailles «nd Tommunistea wollten dm Juden *— obgleich liefe keine Fort« besetzt halt« — beiderseitig versichern, daß sie sie «»geplagt laffm «ollen, wie — die Prusfien«. Wieder ander« steht e» in England und Amerika. Ziirß Wirmarck »»L die Znße». Etwa um Reujahr brachte et» englische« Blatt »Belgravia' eine jener »Unterredung«' eine« englische« Tourist« mtt BiS- «arck, welche so viel Psmdepigraphtschck an« Acht gefärdett haben. Zn derselben war de« Bundeskanzler folgende Aeußerung de dm Mund gelegt: »Ich gestehe dm Jud« bereitwilligst jede« Recht zu, nur nicht da« einer wichtig« offictellm Stellung in einem christlich« Staate. Für mich find die Worte »hon Sötte« Gnaden' kein leerer Schall» und ich nenne ein« christlich« Staat ein« solchen» welcher e« fich zm Aufgabe macht, die Wahrheit« de« Ehrtstenthum« zu verwirklichen.' Wir halt« jmm Satz damal« uicht beachtet, wir glaubt«, er fei ein Eitat au« einer älter« BiSmarck'fchm Kammerrede, etwa au« 1847, oder 184S—50, kurz an« seiner vorsündfluthlichm Periode. Später kam der Bericht durch die amerikanisch« Blätter ua« nochmal« zu Sefichte, wir sah« da erst, daß ck sich um eine angeblich «me Aeußerung handle. Die Amerikaner commmttttm dieselbe, fand« sie sehr wahrscheinlich, weil sie zu Bismarck« Charakter und Aatecedmttm stimm«, «nd glaublich, well sie nicht bertchttgt und widerlegt worden sei; sie tröstet« fich dafür «tt eine« in derselb« Zett veröffentlicht« Satzes im« einem Schreib« der Königin August« an Dr. Precht in Rew-Port Die Frage: wie denkt Bitmarck über die gesetzliche Stell«,g und Berechtigung der Jud«? ist zweifelsohne von großer Erheblichkeit. Ru» weiß «an zweierlei. Negativ steht fest, bafc Bismarck, seit er Etaatsminister geworden, noch kern Wort öffentlich gez« die Jud« gesproch«, und daß er nicht« aetü« hat, wodurch eine ungünstige Gesinnung erwies» «är^ aber weiß, oder glaubt man hier zu wtff«, daß der McBQm auch in Hinsicht auf die Jndmftage seine Ansicht«, oder — wenn diese außer Acht bleib« soll« —' sei» Thun und Lass'« gründlich geändert habe. Und Bismarck ist mtt der Provinz Pommern so vielfach verbünd«, daß man hier schon eia UDetl habm kalte. Wir wendet« an« daher an ein« Man» (Israelit«), 'da durch indtrecte, aber nächste und gmaue, Beziehung« zu dem BiSmarcksch« Privatleb« in Barzin und zu deff» persönlichem lüugangSkreise voükommm im Staude ist Auskunft zu gebm, und da wir bei Benutzung mündlicher Erzählung Indiskretion zu begeh« fürchtet«, so bat« wir um schriftliche Aufzeichnung. Wir geb« hier diese Rote «nd bemerk«, daß der« Derfaffer ei« Mann ist, deff« unabhängige und demokratische (tzcfinnung« bekannt find, der auch uicht die entfernteste Veranlassung oder im mindest« die Absicht hat, als Apologet oder gar Lobredner dt« Fürst« aufzutreten. »Wiederholt ist durch die öffmtlichm Blätter und durch mündliche Berichte unserer Glaubensgenossen, die fich in dm imr erworben« westlich« Provinz« Elsaß und Deutsch »Lothrtnzm ausgehalt« Hab«, von jüdisch« Bewohne« die vefürchttmg guSgesprochm worden, daß die bürgerliche Stellung der Juten, die bt«her zu Frankreich gehött Hab», eine schlechtere w«rde 1 ,Hch Hab« dir »riuneruagrtlätter au de» Bas«, welche» die Dattsche» t» «tew-yoek «U f» reiche« Erfolge für dl« Bervnmdete» u»d »>ze» ««rigea uuserer tapfere» >n»ee »erwchaltet habe», »it wahrer «tllhr»»- atu gtgtagesronnea «d spreche Ihnen für bereu Ue&etfenbang «eine» aufrichtige» Daut «w. g» dieser euch«» Zeit falle» all« Schrwcke» de« Kmmc», all« Uaterschiede de» «taude« und »er Loufeffd»; alle Deutsche» filhle» sich als et»e große Faoüüe »ud »»r voa etuem kseoauteo beseelt, dem »edwcke» «u di« vohlfahrt de« the»re» vaterlaude»." trillert! Aber wie mühsam, lässig schleicht Beile Bamberger mtt ihrem Bbndelchm dahin; wie oft muß sie an dm Sttaßmsteiam au-ruh«, wie kurz geht ihr Athem l Wenn Fuhrwerke daher komme», ruft ihr manchmal der Bauer die fteuudlkche Einladung zu, aufzufitzm, und sie kämpft ein« schwer» Entschluß in fich, ob sie ihr Folge leist« soll. Sie fühtt fich so müde und zerschlagen» ei» Kind, meint sie, könne fft wie ein Federchm umblas«; dennoch widersteht sie der Lockung. Hat sie ei» Gelübde abgelegt? Sie schreitet «etter und weiter, ihre Füße heb« fich, senk« fich, aber e« ist der Sang trügerisch» Gesundheit, der die innere Fnmdigkett fehlt... Wird sie der Friedhofswächter wieder erkenn«? Er hat sie erkannt und begrüßt, die ftemde Frau, die jede« Jahr hierher kommt, um ihr Klub zu besuch». An seiner Sette schreitet sie wieder durch die viel« Reih« aller und neuer Gräber; e» ist manche« hiazugekomm», wa« sie im vorig« Jahre »lchtüpemertt hat; auch hier auf dieser still« Stätte herrscht der »chwose Trick beständig« WachSthum«! Plötzlich schreit sie aus: " »Wo ist derRosenstoH wer hat den Rosenstock weggmommm?' »Er ist herauSgeriffck wocken, «eil er nicht hierher gehörte. Er steht jetzt tonte«.' »HeranSßsriffen hat man ch«! An> dem Herz» meine». Kinde« heranSgertff«. Doretttz «ein eiuzigck Kind, wa» Hab« sie Dir gethaul'- Jn drrselb« Rächt wurde au« einem Gasthof dieser Stadt ein Eilbote an die etwa vier Meil« entfernte Gemeinde mtt der dringmdm Bitte abgeschickt, e» mögm einige von der »fromm« Brüderschaft' und zwei »fromme Weiber' schleunigst sich nuf« mach«. Eine ftemde Frau liege im Sterten und habe riach ihn« begehrt. Der Bitte ward rasch Folge gegeten. Al« die Männer und Frau« gegm Morgm ankamm, wäre e« fast zu spät gewesen. Man begann die üblichen Gebete; eine der Frack« hatte fich über die Stertende gebeugt, und ftagte sie, ob sie kein« Wunsch mehr auSzusprechm habe. Da ttat ei» 8äö)eln auf ihr Angesicht; ihre Lftpen bewegt« fich leise, und nur zwei Worte waren vernehmbar: »Reben Dorette!' Dann seufzte fie «och einmal auf und war todt. Am drtttm Tage daraus wurde Bette Bamberger auf dem »gut« Orte' der Gemeinde in dem bmachbattm Städtchen zur Erde bestattet. « Da« Testament der vtttwe Bette Bamberger lautete ater: »Ich fühle e», daß mein Leben zu Ende geht; meine K:äfte last« nach, denn wen» man ein Gesäß zu voll ansüllt, so muß e« übergehe» und mein Gemüth ist ein solche« Gefäß gewesen. Da will ich denn, well fich der M«sch von der letzt« Stunde nicht so» überrasch» lass», und well ich noch lset all« ver« stwchsskrlst» bin, «ein« letzt« Sill« aufletzm: