Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1871)
- Issue
- 15/16 (19.4.1871)
- Date
- 1871-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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kfai** — JW*s Sitz mb fcfee Etdmm min dttl.ßoch- »üidißi» Herr»! -*• So «lgefäyr tvfttbe der Gr-Kllrfürst v» Hess» sich ausgedrßckt ha»«, «am er da« Uttglikk gehabt hätte jüd. Lehrer zu sei«. — Und die» Alle» «aßt du entbehren, weil ein Majoritätsbeschluß der Synode auf Seite 198 ihre» Protokoll« bestimmt: »daß nur di« vom Staat« mit öffeutiichem Eharakter an d» Volksschulen aagestellt» Lehrer, «eiche bereit« zch» Jahre im Amte find, al« Milzlieder zngekafsen werde«-.— Und wirkst du auch bereit« 15 Jahre mit Erfolg au einem Prtvatiustitut und hast du dir auch in deiner Gemeinde und darüber hinan« ein» Ramm al« jüd. Gelehrter erworbm — fort mit deiner Gelehrsamkeit, fort mit dein» Leistung» in der Schulmeisteret — du gehörst mit zu dem Plunder» der — pwtomm minornm gentium — zu den Hirt» de« klein» Liehe«» gmaunt — Schulmeister, von den» Herr vr. Aub bei der jüngst» Synode die (Zatdeckuug gemacht hatte, daß in der irdisch» Hüll« solcher Schulstaub »Jndividum zuweil» ,Schneider» seel»- wohnen, und wie man einst vermittelst heiliger Ramm d» »Ruachau« dem Körper getriebm und da« damit behaftet gewesme Subject dadurch wieder dem Mmsch» zuzcführt hat, ebmso kann nur ein 10 jähriger Pah eine« Staatedie gemarterte Seele eine« Lehrer» von der Nadel befrei» und ihn verjüngt und gestärkt der unfehlbar« Synode zuführm. — Die» - ist also synodalische Gewifi»«frethett und Humanität! — Habe ich deine Epistel recht gelesm und verstand», so ist Dorsteheude« da« Refumö deine« Klagelied«. — Jedoch wie? lieber College» wolltest du wirklich die Synode besuch», um an der Quelle bayrische« Bier zu triickeu? Glaubest du io Münch» .von der Synode ei» Gebräu zu erhalt», da» dir, deiner Schule, dem Judenthum da« Herz erquick», die Nerv» stärk» und da» Gemüth empfänglich für alle« Schöne und Srhabme im Judenthum mache» sollte? — Weiht du e« den» nicht, daß dies« Herr» schon in Braunschweig, Frankfurt, Brr«lau, Cassel und Leipzig für da« Judenthum trauert» und ein» am» herzstirkmd» Extrakt erfind» wollt», und weil fie alle, nur nicht jüd. Substanz» dazu verwent-etm, »Hopf» und Malzdabei verlor» ging, und daß au« diesem Eoaglomerat eine Hefe hervorgiag, von solch tüchtiger Gähruugükrast, daß fie aller Ort», wohm fie versandt wurde, da« Judmthn« theilte und Stteit, Hader und Zank hervorrief? Wie kann man fünfzehn Jahre jüdischer Lehrer von echtem Schrot und Ko» gewes» sein und nicht erwog« haben, daß eine mitleidige, friedselige »Schneiderseelein «ine da« Judenthum erstürm»de Synode gar nicht paßt! — Schlage dir daher diese Idee au« dem Kopfe, sage Adieu der Synode, Valet der Bavaria, kehre zurück, Schulstaubgebormer, zu deiner Alltägltchkett. Giebt e» doch auf deinem Gebiete «och viel zu ficht» und zu klären, viel zu schaff» und zu arbeite». Die geehrte Redactton diese« geschätzt» Blatte« wird auch hoffentlich unser» Angelegmhettm güttgst ein Plätzchm -amvetsm und, um mit der Synode zu sprechm, »begrüß» auch wir mit Freuden die Strömung der Zeit-, die un« die »Wochenschrift-'. al« Verfechterin, de« wahr» Judeuthum« gehracht hat. Hier «oll» wir unsere Gedank« über Schule und Unterricht, unsere Erfahrungen, die wir gegmserttg dabei gesammelt, niederlegm und die pädagogisch» Tage«fragm von der praktisch» Sette au» bespreche». Für heute _ Dem Schul-Programme (Ostern 1871) find bei der Redaktion ringegang»: Berlin. Religiousschule der jüdisch» Gemeinde. Boraugeht Abhandlung: „Der Unterricht in der biblisch» Geschichte" von Dr. Kirschßetn. lFortsetznna M vorjährig» Programm».) Berlin. Rrttatousschule der Gemeind« Abach JiSroel. Bora»: „Etwa» aber d« «eli-ivuGvtterricht der Mädchen-- von Rabbiner Dr, Hildr«hei»er. Bre«l»n. Jlldisch- «lemrutarschnle de« De. P. Joseph. Bre«lau. Reliaian«.Nntirricht«chbchatt der Eyuagog» ltze- »«»de. Bor«: ^veruhtignng eine» ans Grnnd statitischer Angab» gemacht« Schluffes-- von vr. Gamuelsohn. Breslau. Da» Programm der Jo öl'schm Schale. Breslau. Hebr. U»terrichts-Lnstalt de« vr. P. Reustadt. Bor«: Rede znm Schluß der Prüfung. Lolberg. Relrgioasschulr der Sqnagogen-Gemeind«. Bor«: Bier Briest zur Gchi^ragr von Rabb. vr. Goldschmidt (vorher in der Wochenschrift erschemm). Frankfurt a. M. Real- und Bolksschiile der i«raelttisti» Gemeinde. Boran: Zur Erinnerung an Laz. Geiger, von vr. Barwald. (Biographie und Auszüge au« Schrift» und Brief», 32 S. 4 °. Ein Spezialabdrnck und Verbreitung durch dm Birchhandel wäre sehr «a»sch»«werth.) Käniasbera. Religionsschule der Synagogm« Gemeind«. Voran: „Eunge Worte über unser« Bibliothek-- von R. vr. Bamberg er. Magdeburg. Jüd. ReligionSschole. Boran: „Die Lituczie al» UMernchtS-Gegenstand in der Religionsschule-- von B. Jacobsohn. Thor» (Herbst l870). Jüdische Gemeindeschule. Bor«: „Äewöhuung der Kinder « Arbeitsamkeit-' von A. Jastrow. Literalurbericht. Hlost», vr. Zlnvid, Ein Compendium der jüdisch» Gesetzeskunde au« dem vierzehntm Jahrhundert. (Dem diesjährig» Programm de« jüdisch-th« logischen Seminar« beigedruckt.) BreSlau 1871. 137 Seit». Programme gelehrter Anstalten Hab» gewähnlich d» Zweck, >» irgend «in« innerhalb derselb» stattfindendiu Festlichkeit «tuznlad» und üb« bereu Stand und Gedeih» Bericht pl ertattm; ste wenden sich sonach au ei» größeres Publikum »ud, wen» diesen Schrift» nun eine gelehrte Arbeit beigegeb» wird, so scheint es selbstverständlich, daß auch dies« ihr« ganz» Faffnng nach eine« gräßer» keserkvche »ugluglich fein müffe. Ab« in »»- ser» gut» deutschen Baterlande ha» sich gerade das Gegeatheil »oa dem, was wir eben als selbstverständlich Eingestellt Hab», eingebürgert. Gerade tu Schul- und Uuioerfitäts-Pragraaaa» werden dir minntissest», m» die «ugste» Fachkreise intrresstrrad» Geg.-nftände mit einem Wortrrichchmae, mit «ine» Auswand gelehrt» Apparats und uuvkrständlich« Terminologie behandelt, bi« jeden, d« nicht vom Handwerk ist, mit höllische« Schreck« erfülle; in ihn» wird alle Gelehrfanrieit abgelagert, dir bei keine« verleg«, bei kein«« Redakteur anzubriagea ist Wenn eia „gebildet« Last" di« alljährlich in Deutschland «scheinend» Programme flüchtig durchbläNnt, so mag « sich wohl bei der Betrachtung der viel» Ding«, von den» « gar keine Ahnwlg hat r rd di« hi« mit eiuer ftupend» Belesenheit traktirt werden, recht etasältig and beschränkt Vorkommen. Das ist nun einmal in unser« lieb» vaterlaud« so Sitte und Brauch, and wir tadeln kein», der sich ihm fügt. Ab« da» wird uns wohl nuverwehrt sein, dirjeuig» um st höh« za schätz», di« besonder« bei dm Programm-Arbeit» nicht nur dm Fach, gelehrt», sondern auch die gebildet» Leute i« Allgemein» im Ange behalt» und «i» ihr« Darstellung nicht um b» ffcraut befriedig», sauber» auch dr» Lai» anreg», unwrhalt» und unterricht». Das Breslau« Seirtuar hat schon manch« Arbeit veröffentlicht, bi« auch weiter« Kreist iutrresstrte. Wir nenn» bestuders Grätz „Frank und die Fraukift»--. Und nicht wind« wir» Rost»'« Schrift üb« Seph« Hachnmuch — den» dies« alte Belenme versteckt sich hinttr dem „llompendium der jüdisch» Gesetzpskuade" — da auch eiu vortrrfflich präparirter Sftraft seiaeß Inhalt» geboten wird, — jcdem gebildet» Znd» ein« «»puehme und lehrreich« Lectür« sein. Hr. vr. itosta macht «s tterhaup« «arm ehrlich« Recrnsent», deff» Pflicht und Schuldigkeit «s doch beiamttlich ist Ales best« zu wissm als die Autor», üb« der» Serke « spricht, und jederzeit Tadel and Ausstellung» bet d« Harb zu habe», nagebührlich schwer. Die philologisch« Methode ist st gründlich. bst GelehrsaL'knt st reich, bst Darstellung st sanb« gesellt and geglättet bst Answahl aus dem Inhalt st geschmackvoll und gebildet, das Urthell st frei tu» unbefangen, daß wir ans rein« Verlegenheit zu eiarm ganz selisamm Tadel unsere Zuflucht nehmen: «st sind», das Buch ist vstl za gm für d» Gegeuf-md, d» es behandelt. Da« Seph« Hachtuunch verdienwohl ‘ «fac» hohen Alter« als seine« inae» Werth«» will» «in« gründliche Besprechung, ab« diese Sorgfalt der Methode, diese Slegau, d« Form «hm dem trau» wacker» Di atme fitst z» viel. Dst Arbeit Rist»'» ist eine philologisches vast«. Shrrritdew, deff» wtffeuschaftüch« werch höchst schätzbar ist, aber da» Seph« Hachiuvuch Acht nicht in rechte« Berhälmiß zur Bsttuvstlät d« wtffmschast.