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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-04-19 · 15/16 (19.4.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
15/16 (19.4.1871)
Date
1871-04-19
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Hr» Atabn ta jene C^nk p schick». B«lb «mbe i»ch dn Resedpt «schein»», bof b« Bestich b« christlich« Schul» durch Misch« Kinder oerUctc. Das Alles sei ab« -eg» bi« verfasst«-, »elche bi« Gletchhdt b« bürgerlich« Richte ohne Unter» schtä d« Aonfesfio» ansfprech«. Sine bekannt« Autorität in Berlin Hab» sogar kürzlich behauptet, bah es in Prmh« gar keine eonsesfionellen Schul« grbm sollte. Redner beantragt, b« Magistrat möge «sucht ««bm» dem provinzial »Schnleollegium da»Jrrthümlich« sei»«Voraussetzung« vorzustrll«.— vr.Retn» ganum wünscht, bah b« Magistrat vorher da« Bericht bes Üraelitischm Schulraths barüb« einhole, welch« christlich«Kinb« dt» israelitische Realschnl« besuch«. Seine« Wissen» geschehe dies hauptsächlich von deutsch-katholische» Kinb«», «eil di« Altem fl« uicht an bem Religionsunterricht b« christlich« Schul« thetl» «ehm« lass« «oll«. As sei gut, bas provinztal»Sch«leollegt«m auch hierüb« auszuklären. — D« Antrag von Rotte würbe mtt dem Beisatz« Dr. Reiaganums angmomm«. Asttrttnuberß. D« König hat bi« Abhaltung eines Dank» Sottesbimstes »ach bem Frieb« in all« Ktrchm bes Laubes angeordnet und als Text b« predigt ps. 89,16—18 vorgeschriebe». Zugleich ist auch für die Eynagog« bes Landes die Abhaltung «in« Friedmsfeier allerhöchst besohl«, die Wahl de« Tages ab« b« Vorsteher-Aemtern überlass« worb«. Die Fei« fand D Ivt statt. In vaper» bagegm wirb tu jüdisch« Vlättem barüb« geklagt, bah bei Anordnung von Dank» und -riedensgottesdtenst b« In dm keine Erwähnung gescheh« ist. Würzdurg, 15. März. Herr Emanuel Goldschmidt von hi«, welch« beim Beginne des Krieges als gemein« Soldat dt dt« Arm« etntrat, ist hmte als Limtmant in sein elt«liches Haus zurückgekehrt. Derselbe hat sich schon beim Begtune des Feldzuges dmch Kaltblütigkeit, Muth und Tapferkeit ausgezeichnet. Rach b« Schlacht bei Weissenburg meldete « sich freiwillig zum vorpost«dt«ste am Saume ctues Waldes, d« von dm Franzos« besetzt war. Beim Tagesgrau« kam eine französische, aus drei Zuavm bestehende Patrouille bah«. Kaltblütig bljeb Herr Goldschmidt auf seinem Post«, schoh dm ein« d« Feinde aied« und verthetdigte sich gegm die zwei Andem so lange, bis ihm Hilfe wurde. Herr Goldschmidt nah« au dm Schlacht« bei Wetffmburg und Wörth Theil, gehört« spät« der Belagerung«» Arm« von Toul und dann d« velagemngs-Arm« von Paris au. Ar hatte das Glück, währmd all d« Schlacht« und. Gefecht« nicht verwundet zu w«d« und ttotz all d« Sttapatzm des schrecklich« Krieges gesund zu bleiben. (gsr.) Wie», 21. März. Im Jahre 1865 hat et» armes Jud«- «ädchm im Findelhause ein Knäblein gebor«, und das Kind wurde nach d« damals bestehend« Hausordnung getauft. Im vorig« Jahre beff«tm sich die B«hält»tsse dn Mutt«, und sie »ahm ihr Kind aus d« pflege zurück. Die Mutt« war mosaischer, ihr Kind jedoch katholisch« Religio«, und da nach dem Gesetze di« Kind« bis zum 7. Lebensjahr« d« Religion d« Altern (bet unehelich« d« Re^.o» dn Mutt«) folg«, so wünschte die Mutt« und verlangte d« Vormund, daß dn Knabe dem mosaisch« Ritus unterzogen und in die jüdische Matrikel auch eingezeichnet w«de. Die intaconfesfiouell« Gesetze sprechm jedoch aus, baß die Kind« bis zu« siebenten Jahre d« Religion der Altem folg«, wen» et» Reltgtonswechsel stattgefunden hat; in diese« Falle blieb jedoch die Mutt« ihr« Religion gettru, »nr das Kind wurde getauft, vor dem vierzehntm Jahre darf ab« »ach dm tntnconfesfionellm Gesetz« kein« Person selbstx ständig die Religio» wechseln; d« Knabe wäre dah« als Katholik in 5« mosaisch« Religion unterrichtet «ord«, bis « nach seinem vierzehnten Lebmsjahre eine Antschevusg hätte treffen köuum — ob« die Mutt«, folglich «tt ihr auch das Kiub, wärm coufesfioosloS geword« und dann wird« nach eine» pxitm Fielt» gtonswechsel zu» Judenthum zurückgekehrt. D« vim« Magi» strat, bem dies« Fall zur Entscheidung »orgelegt wurde, hat stch, «tt verückfichttgung des Umstandes, daß di« Mutt« jedenfalls d« letzt«« Weg ergreif« und konfessionslos w«dm würlw, um mtt ihrem Kind« in d« Schooß des Judmthums Wirt« zurückkehrm zu können» dafür mtschieden, daß das Kind Mo» gleich in bas Judenthu« ausgmommm und in dt« Matrikel des» selb« eingettag« «erd« könne. (sr.Se.Pnl Prag. Nachdem, wie f. g. berichtet «ord«, die pemniär« Lage d« Meisel-Synagoge sehr desolat gewesm war, hat eine am 26. März stattgehabt« Gm«al-Versammlung in höchst erfrmlicher Weis« constattrt, daß drr laufmd« Ausgabe von 8260 fl. »ine Einnahme von 5806 fl. gegmüb« steht und außerdem eine Kassenstand»-Verbesserung von 1006 fl. gegen das Vorjahr zur Tilgilng älter« Deficit« u. dgl. verwendbar ist. Saydusch lGaltztm). lleber ein« hin vorgefall«« Judenkravall bericht« Eorrespond«zm aus Btelitz vom 26. März: Die Tuchfabrik in Saybusch, welche zum Stadtgebiet gehört, ist Atgmthum des Her« Julius Brück hi«, welch« dort s-tt viel« Jahr« hundert Mmschen beschäftigt. Seit mehr«« Jahr« wohnte in dies« Fabrik He« Arnold Lion, dn Jude, als Werkführ« l-rrselb«. Gr »«lobte sich mtt Fräulein Hell«, die « dmn auch am 28. d. M. hdrathde. Schon vor drca zwd bis drei Wochm schrieb dn Saybuscher Bürgnmdst«, Herr Obtulowicz, dem Herm Brück, daß man nichts dazegm habe, warn sein Wnkführ« ledig in d« Fabrik wohne, daß ab« dessm verbleib«, da» hdßt Wohn«, im vnhdrathetm Stande nicht geduldet w«dm wird. Man will offenbar in d« Stadt Saybusch keine n«e jüdische Familie duldm, sondem alle Jud« auf die Vorstadt beschränk«. Herr Brück zeigte dies dem Bqirkshauptmann Hn« Wavda an, welch« es nicht an Warnung« und Drohung« an d« Herm Bürgermeister und an die gldchgefinnte Bürgerschaft fehl« und sofort die gedgnd« Aufträge an die Gendarmerie und Finanzwachc «thdl« ließ. Freitag dm 24., Abends, sammelte sich die Bürgerschaft vor d« Fabrik u>,d drohte Alles zu zertrümmnn, falls da» Tags zuvor eingezogene junge Ehepaar nicht auszieh« sollte. Dem Zuredm oder birff« dm Drohungen d« hnbcigeeiltm Gendarmerie und d« Finrnzwache gelang es. daß «dlich die Leute auseinand« ging«. Geste« Abmds, d« 25. d., um 7 Ubr, «schtm« wiedemm vüäe Hunderte d« sogenannt« Saybusch« Bürg«, fing« gleich mtt Stdn« sowohl die F«st« als auch die Fmst«läd« zu zertrümmnn an, bewarf« die hnbdgedlte Gmdarmerie und Finanzaufseh« mit Stein«, worauf die Gmdarmerie und die Finanzwache vorerst in die Luft schoß, ab« als sich dteselbm an ihrem Leb« bedroht sah«, schoss« sie scharf, wobd eine Saybusch« vürgntn getödtd wurde und mehr«« Verwundung« vorkame». Trotzdem mußte die Gmdarmerie und die Ftnanzwache, d« in» geh««« Uebermacht weichend, sich zurückzieh«, auch ist d« wackne Bezirkshauptmann vom Pöbel persönlich tnsultirt worden. Dt« Sache nahm, nachdem die Zimmer «brochm, alle Mökel zertrümmert, viele Maschinm beschädigt und dem Her« Amold Lion mehrere Löch« in dm Kopf geschlagm Word«, solche Dimension« an, daß der BezirkShauptmann um 12 Uhr Nacht» noch Krakau um Militär telegraphirte, welche» auch in d« Stärke ein« Eompagnie hmte Morgen« mtt dem Zuge hi« einttaf irad im Allmarsche nach Saybusch marschirte. Die Sache sieht sehr ernst aus, weil die Bürg«schaft droht, noch besond«e Rach« an jeam in Zabloczy, da» heißt in d« Saybusch« vorstädtm wohnmd« Jud«» für die getödtde Bürgerin zu nehmm. Die Kerle hattm Courage, wdl sie vor mehr«« Jahr« bd einem ähnlich« Fall« dm Kaufmann Popp« des Nacht» dekogirtm, ihn, seine Fra» und Möbd üb« die Brücke »ach Zadloczv trau»- fertrten. Da« junge Ehepaar flüchtete ht«h« nach Btelitz.!l)ie Stadt Salchusch ist eine de« Herrn Erzh«zog Albrecht gehörnide

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